UTE FREUDENBERG
smago! CD-Kritik: Mit ihrem letzten Album „Stark wie nie“ zeigt sie ihre ganze Vielseitigkeit!

Mit ihrem neuen Album, das sie auch im Rahmen einer letzten großen Tournee vorstellen wird, nimmt die charismatische Weimarerin Abschied von ihren Fans!

 

 

UTE FREUDENBERG vorzustellen, hieße, Eulen nach Athen zu tragen. Insbesondere in ihrer ostdeutschen Heimat ist die Künstlerin eine Gesangslegende, aber auch im Westen ist sie inzwischen als erfolgreiche Schlagersängerin anerkannt, etabliert und beliebt. Die Künstlerin ist so viel mehr als „Jugendliebe“, auch wenn das natürlich der Song ist, mit dem sie Zeit Lebens verbunden wurde, der ihr Markenzeichen geworden ist und der ihr durchaus Glück gebracht hat. Mit ihrem neuen Album „Stark wie nie“ beweist UTE aber einmal mehr, dass sie eine große musikalische Bandbreite hat und nicht auf diesen einen Song zu reduzieren ist.

Los geht es direkt mit der ersten Auskopplung des Albums. „Stark wie nie“ ist eine Mutmacher-Hymne, die u. a. von JEANETTE BIEDERMANN geschrieben wurde. Den Gute-Laune-Song interpretiert UTE mit leidenschaftlichem Herzblut. „Wollten wir nicht einfach frei und glücklich sein“, fragt UTE und plädiert für Zusammenhalt – Motto: Gemeinsam sind wir stärker – eben „stark wie nie“. Mit „Mut um Bauch“ lebt es sich besser – und das kommt an: Der Titel schaffte es in die Top-10 der Radio Charts „Deutschland Konservativ Pop“.

Dass UTE dem Nachwuchs eine Chance gibt, beweist sie nicht nur, dass sie LUNA KLEE mit auf Tour nimmt, sondern auch bei der Wahl ihrer Songautoren. „Weil du du bist“ wurde neben den etablierten Erfolgsautoren SIMON ALLERT und TOBIAS REITZ auch von MAX ROSENBERG geschrieben, der sich momentan einen Namen als erfolgreicher Schlagerautor macht. Authentisch zu bleiben und sich nicht verbiegen zu lassen, darum geht es in dem nach vorne gehenden Uptempo-Song, der lobt, dass „er“ laut wird, „wo die anderen resignieren“ – ein Mann mit Rückgrat, das ist genau das Ding von UTE!

Jetzt erst recht“ ist ein weiterer Mutmacher-Song mit Identifikationspotenzial. Menschen sollen die Vergangenheit als „Booster“ für die Zukunft verstehen statt unproduktiv den „Früher war alles besser“-Spruch zu bedienen. „Dein Leben passiert nur für dich“, gibt UTE ihren Fans mit auf den Weg – Recht hat sie! Das Motto nach vermeintlichen Niederlagen muss heißen: Aufstehen, Krone richten, weitermachen! – …oder wie UTE es sagt: „Volle Kraft voraus! Nur geradeaus!“.

Durchaus zeitkritisch geht es im Song „Glück“ zur Sache. „In dieser Zeit wird Hoffnung schnell verneint“, sagt sie – ebenso: „In diesem Land werden Regeln aufgespannt und Träume leer gebrannt“. Musikalisch interessant ist der vom Bass lange Zeit gespielte „Orgelpunkt“, der erst mit der Vokabel „Freiheit“ aufgelöst wird. Dennoch Optimist zu bleiben und das „Glück“, das zum Greifen nah ist, als „Meilenstein“ zu bezeichnen – darum geht es in diesem Powersong. UTE wünscht sich „Leichtigkeit“ statt „Eitelkeit“, „Eltern mit Verstand und Kindern eine schützende Hand“ – das ist mal ein echtes Statement! Fazit: „Wer schweigt, der ist mit den Dummen!“.

Dass UTE FREUDENBERG auch eine große Balladensängerin ist, beweist sie mit „Drachenherz“, einem Liebeslied für selbstlose Menschen, auf die Verlass ist: „Du mit deinem Drachenherz beschützt alles und jeden“, wer sich „um alles und jeden kümmert“, „verdient nur das Beste im Leben“ – eine Gänsehautballade. Genau so stellt sich die Welt ihre Helden vor – dieser Meinung ist zumindest UTE, die damit sicher Recht hat. Ob dies eine Ode an einen bestimmten Menschen ist, ist uns derweil nicht bekannt – vielleicht wird sie das ja auf ihrer Live-Tour aufklären.

Eine echte Liebeserklärung an ihre Fans liefert UTE mit „Uns’re Reise“ ab, in der sie sich leidenschaftlich – so hat es den Anschein – Abschied von ihren Fans nimmt, wobei im Lied nicht vorkommt, dass definitiv die Reise bereits beendet ist – vielleicht will UTE auch nicht zu viel Wehmut aufkommen lassen. „Ihr ward immer für mich da“, „habt zu mir gestanden“, bedankt sich UTE – auch für die lange Zeit: „So viele Jahre, die es uns zusammen gibt – gut zu wissen, man wird geliebt“, freut sich die Künstlerin, auf eine „aufregende und wunderbare“ Zeit zurückblickt. Gut möglich, dass beim Vortrag gerade dieses Lieds das eine oder andere Tränchen kullert angesichts dessen, dass man zusammen „Geschichte geschrieben“ hat.

Ein „Gedankenkino in der Nacht“ ist ein Rückblick anderer Art, indem UTE sich fragt, wie ihr Leben gewesen wäre, wenn bestimmte Weichen anders gestellt worden wären – man fragt sich: „Hab ich vielleicht was verpasst?“. Und mit zunehmendem Alter gibt es viele Menschen, die sich über vermeintlich nicht ergriffene Chancen ihres Lebens grämen oder nicht. Die Rede ist von den „ungelebten Leben“. Wäre ich neu geboren, täte ich alles von vorn – genau so nochmal. Sie konnte sich immer gut entscheiden: „Ich bereute lieber, was ich tat – als nichts ausprobiert“, zieht UTE Bilanz und gibt damit vielen Künstlern Recht, die genau darauf abzielen, dass manchmal auch und gerade vermeintliche Niederlagen das Leben besser geprägt haben als Höhepunkte. Garniert wird der powervoll arrangierte Song mit einem schönen melancholischen Gitarrensolo.

Dass Aufgeben „keine Option“ ist, ist nicht nur im Sport wichtig, sondern eine wichtige Lebensweisheit, die sich UTE FREUDENBERG mit ihrem gleichnamigen Song mit kraftvoller Stimme auf die Fahne geschrieben hat. Der Song, an dem u. a. JONATHAN ZELTER mitgeschrieben hat, macht den Mut, wieder Anlauf zu nehmen, zu nehmen. Sich „langsam zurück zu kämpfen“, auch wenn es nur „Stück für Stück geht“ – auch wenn es einen „aus der Spur haut“. Einmal mehr macht Ute Mut und sagt: „Das Glück ist nur ’ne Frage der Zeit“. Wenn „aus scher wieder leicht“ wird und der „Atem reicht“, ist das natürlich ein Glücksgefühl, das UTE im Laufe ihrer Karriere sicher auch immer mal wieder erlebt hat, um nun da zu stehen, wo sie steht – als eine der bekanntesten und beliebtesten Sängerinnen Deutschlands.

Anders als es der Songtitel vermuten lässt, geht es in „ne kleine Party“ um eine gescheiterte Beziehung, die offensichtlich sehr weh tut. UTE baut ihre Freundin auf, mal wieder „Dampf abzulassen“, weil „ne kleine Party noch niemandem geschadet hat“. Merke: „Andere Mütter haben auch schöne Söhne“. Nicht in Selbstmitleid zu vergehen, ist die Message des tanzbaren Songs, der sicher auch in Clubs und Discotheken funktioniert. Den „Kummer in die Länge“ zu ziehen, macht keinen Sinn – da ist das „Bad in der Menge“ nach Meinung von UTE, die einmal mehr auch beweist, powervolle Uptempo-Nummern zu beherrschen, die bessere Option.

Ihre positive Lebenseinstellung beweist UTE FREUDENBERG einmal mehr mit einem weiteren Song, den sie in dem Fall sogar höchstselbst (mit) geschrieben hat. In „So kann es weitergeh’n“ wirft sie den Blick auf eine tolle Zeit zurück, will aber sehr gerne „nach vorne seh’n“. Die „Jahre überdauert“ zu haben und andrerseits „noch manchen Weg zusammengeh’n“ zu wollen zeigt die Balance zwischen Dankbarkeit für erlebte Zeit und Zuversicht auf das, was kommt. Einmal mehr macht UTE ihren Fans mit einem Song Mut.

Der letzte Tracks des Albums ist ein Plädoyer für Verlässlichkeit: Wenn es „schon so lang gehalten“ hat, spricht nichts dagegen, „Alles beim Alten“ zu belassen – Motto: „Wir sind immer noch hier“. Sicher will UTE mit ihrem neuen Song nicht stehen bleiben – die topmoderne Produktion ihres neuen Albums und ihre Themen, die voll auf der Höhe der Zeit sind, zeigen ja, dass UTE nicht vergangenheitsbezogen und rückwärtsgewandt ist. Gewisse Konstanten, die „noch immer gehalten“ haben, als schützenswert zu charakterisieren und positiv darzustellen, das ist eine weitere tolle Message, die die charismatische Künstlerin ihren Fans mit auf den Weg gibt.

Mit „Ich weiß, wie Leben geht“ hat UTE FREUDENBERG 2019 einen Meilenstein gesetzt – das Album stieg hoch in den Charts ein. Mit „Stark wie nie“ legt die Künstlerin beeindruckend nach – musikalisch und inhaltlich weiß die Sängerin mit beeindruckender Themenvielfalt zu überzeugen – mal tiefsinnig, manchmal humorvoll, immer empathisch. Ihre Lieder kratzen nicht an der Oberfläche, sondern treffen mitten ins Herz der Fans.

Ob „Stark wie nie“ tatsächlich ein Abschiedsalbum ist oder vielleicht auch ein „Jubiläumsalbum“ – immerhin ist es fünf Dekaden her, dass UTE erstmals die Fans mit ihrer Musik verzauberte -, das darf den Fans überlassen werden. Auch wenn die Plattenfirma meint: „Das Beste kommt zum Schluss“, bleibt ein Funke Hoffnung, dass diese starke Künstlerin es sich noch einmal überlegt. Doch zuvor geht es ohnehin ja im Herbst auf große Tournee, auf die die zahlreichen Fans sich schon jetzt sehr freuen.

Textquelle: smago!

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