FRANK EHRLACHER
„Das Wort zum Montag“: Tolle Gast-Kolumne über Umweltsäue, Omas und „Immerallesbesserwisser“ dieser Welt!

Der ultimative Chart Show Experte ist auch ein gnadenlos guter Satiriker …:

Liebe Umweltsäue, Omas und immerallesbesserwisser dieser Welt,

nochmal zum Mitdenken: Jemand hat das Lied „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ umgetextet. Ob das witzig ist, sei dahingestellt. Aber mir war bisher auch keine Vorschrift bekannt, dass jeder alles witzig zu finden hat, sonst darf es gar nicht erst veröffentlicht werden.

Beschrieben wird in dem Lied bekanntlich ein komplett realistisches Szenario, das in deutschen Wohnzimmern und Anwesen täglich tausende Male vorkommt. Eine Großmutter, die im Hühnerstall (hat ja jede Oma zuhause) Motorrad fährt (was auch sonst). Kennen wir alle, richtig? Und das wird im neuen Text mit neuen Fakten angereichert, dass sie dadurch ja 1.000 Liter Super jeden Monat verbraucht. Hab ich nicht nachgerechnet, aber wird wohl stimmen. Sind wahrscheinlich statistische Erfahrungswerte, wenn es so viele Omas gibt, die das machen. Und das ganze gipfelt dann in die Zeile „Meine Oma ist ne alte Umweltsau“. Ok, das finde ich jetzt etwas gewagt, wenn alle Omas dieser Welt bei ihren wilden Ritten durch den Hühnerstall monatlich 1.000 Liter Super verbrennen, hat das ja wohl mit Umweltverschmutzung nichts zu tun, oder?

Aber bisher sind wir ja noch auf der Ebene, ob das ganze lustig oder realistisch ist. Dann beginnt aber der Shitstorm erst an. Denn angeblich hat der WDR die Kinder, die dieses Lied sangen, dazu instrumentalisiert, andere Menschen zu beleidigen. Ähm… welche Menschen denn genau. Alle im Hühnerstall motorradfahrenden Omas dieser Welt? Oder alle Omas schlechthin, weil es ja für eine Oma komplett normal ist, mit dem Mofa durch den … Ihr wisst schon?

Sry, mich macht das ganze relativ … extrem fassungslos!

Um es klarzustellen: Nein, ich fand das Lied nicht witzig. Muss ist auch nicht. Für mich hatte es ungefähr den „Witz“ wie manche Büttenrede des Kölner Karneval oder der Määnzer Fasenacht. Aber wahrscheinlich wird man auch da ab sofort alle Reden, die nicht jeder witzig findet, untersagen und aus allen Mediatheken dieser Welt löschen.

Und Diskriminierungen werden noch viel rigoroser verfolgt werden müssen. Erinnert sich noch jemand an „Skandal im Sperrbezirk“, als „Rosi ein Telefon hatte“ auf dem „Konjunktur die ganze Nacht“ herrschte. Sind damit nicht alle Rosis dieser Welt instinktlos diskriminiert worden und als Prostituierte dargestellt. Sofort verbannen, aus allen Archiven löschen.

Oder Mike Krügers „Bodo mit dem Bagger“. Dort werden doch nicht nur alle Bodos dieser Welt, sondern alle Baggerführer und irgendwie auch alle Bauarbeiter als debile Vollpfosten hingestellt. Nie mehr wieder senden, aus den Gedächtnissen verbannen.

Oder erinnert sich noch jemand an den legendären Tatort „Reifezeugnis“, in dem eine Schülerin von einem Lehrer verführt wird. Dadurch werden doch auch alle Lehrer dieser Welt als wollüstene Triebtäter dargestellt. Zack, weg damit, keinen Tatort mehr und die Geschichte des Tatorts muss eliminiert werden…

Es gibt nur eine Sache, die mich gerade noch fassungsloser macht als der hirnlose Shitstorm gegen dieses Videofilmchen:
Dass der WDR es im vorauseilenden Gehorsam bereits SELBST aus der Mediathek gelöscht hat und sich bei allen hühnerstallmotorradfahrenden Omas dieser Welt entschuldigt hat, dass man das alles ja nicht gewollt habe…


Textquelle/Bildquelle:
Facebook-Seite von Frank Ehrlacher (Textvorlage)

Ein Gedanke zu „FRANK EHRLACHER
„Das Wort zum Montag“: Tolle Gast-Kolumne über Umweltsäue, Omas und „Immerallesbesserwisser“ dieser Welt!

  • 30. Dezember 2019 um 17:48
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    Selten hab ich so eine gequirlte Scheiße gelesen. Beleidigen hat nichts mit Satire zu tun. Aber man muss ja nur sehen für wen er als sogenannter Experte beschäftigt ist, dann weiß man alles.

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