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Die Charts in Deutschland:

So funktionieren die Offiziellen Deutschen Charts – so werden sie ermittelt!

 

Seit 1953 werden in Deutschland die Charts offiziell ermittelt. Der niederländischen Schlagerband Kilima Hawaiians gelang im Dezember dieses Jahres mit ihrem Lied „Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand“ der wohl erste Nummer Eins-Hit der Geschichte. Seit dieser Zeit hat sich eine Menge getan. Sowohl im Hinblick auf den Musikgeschmack der Massen, als auch auf die Ermittlung der Charts selbst. Zu Beginn fand diese nämlich ausschließlich durch die Erhebung der abgespielten Titel an Musikboxen statt.

Wie werden die Charts eigentlich ermittelt? Betway hat kürzlich eine Formel veröffentlicht, wie ein Hit zum Nummer Eins-Hit wird. Doch wie findet die Erhebung der Daten statt?

Verantwortlich für die statistische Erfassung der Charts ist in Deutschland heute das Marktforschungsunternehmen GfK Entertainment. Es werden hierbei die Daten von fast 3.000 Händlern herangezogen, die Musik verkaufen. Dies kann sowohl der stationäre Handel sein, der E-Commerce, Downloads oder Streaming-Portale. In der Summe sind durch die angeschlossenen Partnerunternehmen 90 % des Marktes abgedeckt. Es wird also in jedem Fall ein repräsentativer Wert ermittelt. Da die Bedeutung des stationären Handels mit Tonträgern permanent abnimmt, und die Charts natürlich möglichst realistisch die Zahl der verkauften Titel abbilden sollen, ist es nicht weiter verwunderlich, dass heute das Streaming von Musik den Löwenanteil der Bemessungsgrundlage einnimmt. Ende der 2000er Jahre war der Tiefpunkt der CD-Verkäufe erreicht, was dazu führte, dass teilweise in manchen Wochen wenige Tausend Stück verkaufter Tonträger für Top-Platzierungen in den Charts ausreichten. Seit 2014 wird auch das Streamen von Musik in die Ermittlung der Charts miteinbezogen. Allerdings sind davon nur tatsächlich bezahlte Stücke erfasst, ob einzeln oder per Flatrate spielt dabei keine Rolle.

Die wichtigsten Charts in Deutschland sind neben den Top 100 Album Charts und den Top 100 Single Charts auch die Top 20 Schlager Charts.

Die Meldung der Händler an die GfK Entertainment erfolgt automatisch und in Echtzeit. Im übrigen gilt seit 2007, dass nicht mehr die Anzahl der verkauften oder heruntergeladenen Titel maßgeblich ist, sondern der damit erzielte Umsatz. Dadurch konnte die Bedeutung von Sonderangeboten oder speziellen Aktionen reduziert werden. Da eine Chartwoche immer von Freitag bis Donnerstag läuft, liegen am folgenden Freitag alle Daten für die Veröffentlichung vor.

 

 

 

 

Möglichkeit von Manipulationen

 

 

Die Gefahr von Manipulationen ist natürlich in einem Zeitalter, in dem alles elektronisch bemessen und gemessen wird, höher als zu früheren Zeiten. Zwar wurde auch damals der ein oder andere Skandal aufgedeckt, als Musikproduzenten ihre Mitarbeiter zu tausendfachem Erwerb von physischen Tonträgern angestiftet haben, allerdings war eine derart schnelle, unauffällige und professionelle Art der Manipulation in der Form noch undenkbar. Wie einfach es heutzutage ist, den Bekanntheitsgrad und den Verkaufserfolg von Künstlern im gewünschten Sinne zu beeinflussen, hat kürzlich ein Hacker in einer Reportage der Öffentlichkeit bewiesen. Natürlich liegt der Fokus hierbei auf dem Streaming-Markt und damit beim bekanntesten Anbieter Spotify. Mit dem Kapern von hundertausenden Spotifyzugängen und entsprechender Software gelang es, die gewünschten Songs in Dauerschleife zu streamen und so die Absatzzahlen, und damit die Bemessungsgrundlage für die GfK Entertainment im Sinne des Auftraggebers zu beeinflussen. Nach eigener Aussage wissen die Interpreten häufig gar nichts von dieser Masche. Der Auftraggeber ist nämlich in der Regel der Produzent, der sich damit eine goldene Nase verdienen möchte.

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