„SCHLAGERLEGENDEN“
Graham Bonney: „Wir sind Legende – keine Oldies !!!“ – smago! bei den „Schlagerlegenden“ (19.10.2018 – Münster)!

Die „Schlagerlegenden“ sind: Peggy March, Ireen Sheer, Lena Valaitis sowie Graham Bonney und Michael Holm! Live begleitet von Otti Bauer und seinem Orchester! Moderation: Christin Deuker!

 

Ganz Deutschland redet noch immer von der Fernsehsendung „Schlagerbooom 2018 – Alles funkelt! Alles glitzert!“, die am Samstag (20.10.2018) live aus der Dortmunder Westfalenhalle gesendet wurde. Doch diejenigen Künstlerinnen und Künstler, die diesen „Schlagerbooom“ in der 60-er und 70-er Jahren maßgeblich mit-ausgelöst haben, gastierten am 20.10. in der Niederrheinhalle in Wesel. Und sie funkelten und glitzerten, dass man locker die gesamte Westfalenhalle damit hätte ausleuchten können …

Je nach Ausgangsalter sind wir entweder mit ihnen aufgewachsen oder gemeinsam mit ihnen reifer (um das Wort „älter“ zu umgehen …) geworden. Die Rede ist von den SCHLAGERLEGENDEN Peggy March, Ireen Sheer, Lena Valaitis sowie Graham Bonney und Michael Holm. Aufgrund des überwältigenden Erfolges in den beiden Vorjahren präsentiert „Depro Concerts“ derzeit eine erneute Neuauflage des Programms, bei dem ALLES LIVE ist. Die „Schlagerlegenden“ werden begleitet von Otti Bauer und seinem Orchester zuzüglich zweier göttlich guter Chorsängerinnen.

Zur Einleitung des über 3-stündigen Programms („brutto“ – also: inklusive Pause) spielt das Orchester Otti Bauer die Titelmelodie zur „ZDF-Hitparade“, bevor sich die „Schlagerlegenden“ für einen ersten gemeinsam Song („Hallo, willkommen“) auf der Bühne versammeln.

Moderatorin Christin Deuker ist das herrlich-wunderbar „schrille Element“ der Show. Ihre Ansagen sind kurz und knapp gehalten und immer auf den Punkt gebracht. Die Frage „was ist eigentlich ein Kult-Hit?“ beantwortet sie wie folgt:  Kult-Hits seien „Titel, die einmal ins Ohr und nie wieder rausgegangen sind“.

Gleich zu Beginn des Programms wird ausgiebig „Mr. Hitparade“ Dieter Thomas Heck gedacht. So war Graham Bonney bereits in der 1. „ZDF-Hitparade“ am 18. Januar 1969 zu Gast. Lena Valaitis erinnert sich wie folgt: „Er hat für mich immer die schönsten Ansagen gemacht: ‚Die Königin‘, ‚Die Lady des Schlagers‘. Und: Er hat leidenschaftlich gern selbst gesungen.
ich glaube sogar, dass er viel lieber Schlagersänger geworden wäre.“. Ireen Sheer: „Auch ich habe zu danken für einen wunderbaren Start für meine Karriere in Deutschland.“.

Ireen Sheer, das „Küken“ unter den „Schlagerlegenden“, eröffnet das eigentliche Programm. Zumal sie zur Eröffnung auch gleich den perfekt passenden Titel parat hat: „Showtime“. Dass ihr ESC-Hit „Feuer“ in diesem Jahr bereits 40 Jahre alt geworden ist, will man kaum glauben. In jedem Fall ist „Feuer“ eine der besten Kompositionen und Produktionen des legendären Jean Frankfurter. Ireen’s großer ‚Durchbruch-Hit‘ „Goodbye Mama“ liegt sogar bereits 45 Jahre zurück. Ohne ihre Version des „Tennessee Waltz“ ist ein Programm von „Lady Show“ eigentlich gar nicht mehr vorstellbar. Und erst recht nicht ohne „Heut‘ Abend hab‘ ich Kopfweh“. Mit einer „Märchenversion“ von „Xanadu“ rundet Ireen Sheer ihren Solo-Part, auf einem Barhocker sitzend, ideal ab. Sie betont noch einmal ganz ausdrücklich, dass bei der „Schlagerlegenden“ Tour „ALLES live“ sei. Und zu ihren treuen Fans gewandt, sagt sie: „Das Tüpfelchen auf dem ‚i‘ seid Ihr!“.

Der nächste Künstler: „ein absoluter Vollblutmusiker“. Graham Bonney legte mit „Du bist viel zu schön, um alleine nach Hause zu geh’n“ sogleich so richtig los. Er sei „1966 das erste Mal in dieser Halle“ aufgetreten, verriet er dem Publikum in der Halle Münsterland. Allerdings stellte er unmissverständlich klar: „Wir sind Legende – keine Oldies !!!“.

Mit „99,9 %“ sang er sogleich den nächsten Kult-Hit. Es hat den Anschein, als hätte man Graham’s Stimme vor 50 Jahren schockgefrostet, um sie 50 Jahre später wieder aufzutauen. Es sitzt jeder Ton. Graham Bonney verfügt in seinem linken Ringfingernagel über mehr Musikalität als viele dieser Möchtegerns, die sich heute im Showgeschäft tummeln. Dabei ist Graham Bonney am 2. Juni 2018 als erster dem „Klub 75“ beigetreten … Dabei habe sein Freund Chris Howland ihn immer gewarnt: „Du kannst keinen Text mehr behalten, du vergisst die Reihenfolge, wenn du über 60 bist.“. – Pustekuchen !!!

Dass Graham Bonney seinen Hit „Hey Little Lady“ für die als „Hitparaden-Oma“ bekannt gewordene Frieda Zölle geschrieben hat, entzog sich bislang unserer Kenntnis. Aber man lernt zum Glück ja nicht aus. Mit „Hallo Taxi“, „Das Girl mit dem La-La-La“, „Supergirl“, „Siebenmeilenstiefel“ und – so Graham – „Deutschlands erstem Rock’n’Roll Song“ („Wähle 3-3-3“) präsentierte er weitere Hit-Klassiker aus seinem schier unerschöpflichen Repertoire. Selbst die „Kopfstimme“ bei „Supergirl“ ist noch da, wo sie vor über 50 Jahren war: „Es geht noch“, stellte er selbst zufrieden fest. Doch damit nicht genug: „Mein Deutsch wird immer besser“.

Dass auch Lena Valaitis am 7. September 2018 ebenfalls dem „Klub 75“ beigetreten sein soll, glaubt ihr ohnehin kein Mensch. Allerdings hat sich Lena – zumindest in Münster – auch leicht im Datum vertan. IHRER Darstellung nach habe sie den Titel „Ob es so oder so oder anders kommt“ „vor 39 Jahren“ aufgenommen. (Wir haben nachgerechnet und kommen auf 47 Jahre …) Den Song „Ich hab‘ dir nie den Himmel versprochen“ hat gefühlt wohl jede(r) gesungen, der jemals bei Jack White unter Vertrag war. So auch Lena. Obwohl man diesen Hit in erster Linie Tanja Berg (und später dann Andrea Jürgens) zuschreibt, singt Lena diesen bis heute mit Begeisterung. Gleiches gilt auch für das wunderschöne Lied „Das Buch des Lebens“. Mit „Johnny Blue“ stehe sie noch immer in Kontakt („Wir sind beide leicht ergraut – ich habe den besseren Frisör“). Mit „Ein schöner Tag“ verabschiedete sich Lena Valaitis für den Moment – und das einmal mehr mit der tiefsten Verbeugung, die man sich nur vorstellen kann. Bis heute hält sich im Übrigen das Gerücht, dass Lena Valaitis „Krystle Carrington“ („Der Denver-Clan“), dargestellt von Linda Evans, zu der Frisur inspiriert hat …

In der Pause versammelten sich alle „Schlagerlegenden“ am Autogrammtisch, um CDs und auch das „‚Schlagerlegenden‘-Kochbuch“ zu signieren.

Otti Bauer und sein Orchester brachten das Publikum mit einem Udo-Jürgens-Medley („17 Jahr‘ – blondes Haar“, „Griechischer Wein“ und „Mit 66 Jahren“) im Nu wieder auf „Betriebstemperatur“, bevor sich die drei „Golden Girls des Schlagers“ zu einem Trio vereinten und sich mit „I Can Hear Music“,, „Venus“, „Be My Baby“, „The Sun Ain’t Gonna Shine Anymore“, „Black Is Black“, „Downtown“, „Suspicious Minds“ und erneut „I Can Hear Music“ einmal von einer ganz anderen Seite zeigen durften. Alles funkelte! Alles glitzerte!

Bei den Herren funkelte und glitzerte vor allem Graham Bonney, während sich Michael Holm eher dezent im schwarzen Anzug präsentierte. Michael Holm, seit 29. Juli 2018 ebenfalls im „Klub 75“, machte mit „Ich sprenge alle Ketten“ und „Carolin“ den Anfang, bevor sich Graham Bonney mit „Let’s Twist Again“ dazugesellte. Zu „Johnny B. Good“ ließen sie es dann gemeinsam so richtig krachen. (Michael Holm fegte wie ein Derwisch über die Bühne.)

Graham Bonney berichtete über seine aufregende Zeit im legendären Hamburger „Star-Club“. Sein Kollege Michael Holm war im „Star-Club“ „nur als Gast“ gewesen.

Peggy March, die erst in 5 Jahren in den „Klub 75“ eintreten wird, zündete mit „Hey, das ist Musik für mich“, „Romeo und Julia“, „Telegramm aus Tennessee, „In der Carnaby Street“, „Einmal verliebt – immer verliebt“, „Lady Music“, „Memories Of Heidelberg“ und (erneut) „Hey, das ist Musik für mich“ ein regelrechtes Hit-Feuerwerk. „Vor 100 Jahren habe ich diese Lieder auf die Welt gebracht. Und vor 150 Jahren habe ich meine erste Platte gemacht“, witzelte sie und betonte, sie sei zwar „die Kürzeste von allen“ – „aber nicht die Älteste …“. Nach einem witzigen „Trinkspruch“ und der Feststellung „Meine Haare sehen gut aus heute … von hinten“ sang sie den Titel, mit dem sie es vor 56 Jahren als „Little Peggy March“ bis auf Platz 1 der US Single Charts geschafft hat – „I Will Follow Him“. BIS HEUTE ist Peggy die jüngste Interpretin aller Zeiten, die es auf den Thron der US Single Chats gepackt hat. Absolut herausragend: die grandios gute Ballade „Always And Forever“. Den Text habe sie innerhalb von 20 Minuten geschrieben – für ihren (zwischenzeitlich verstorbenen) Mann („Wenn er zuhört: ‚Das ist für dich!'“). Eine absolute Weltnummer !!! Und es ist eine echte Schande, dass speziell DIESER Titel nur echten Kennern geläufig ist. Mit „Fly Away Pretty Flamingo“ (in einer Kurz-Version) zog sie noch ein weiteres Ass aus dem Ärmel. Und natürlich ging sie nicht von der Bühne, ohne ihren Superhit „Mit 17 hat man noch Träume“ – a capella !!! – anzusingen. Und ALLE, wirklich ALLE sangen mit. Und wer nun glaubt, Peggy March sei dieses ‚Früh-Hits‘ aus dem Jahre 1965 längst überdrüssig, befindet sich völlig auf dem Holzweg, denn: „Dieses Lied liebe ich“.

Die Besprechung des Auftritts von Michael Holm müssen wir uns leider noch für einige Tage aufsparen. Denn: smago! Chefredakteur Andy Tichler musste nach „Barfuß im Regen“ und „Lucille (Musst du jetzt g’rade gehen)“ leider bereits zum nächsten Termin reisen … Aber: Aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben. Und als „Ausgleich“ bekommt „Mr. Mendocino“ dann auch einen eigen(ständig)en Artikel …

 

Die „Golden Girls des Schlagers“ („smago!“) …

 

… und hier die Herren der Schlager-Schöpfung …

 

… „und nun alle zusammen“ …:

 

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