DIE FLIPPERS u.a.
smago! exklusiv: Deutschsprachige Neuerscheinungen per 9. Dezember 2016!

Stephan Imming stellt die deutschsprachigen Neuerscheinungen der Woche vor …:  

ALBEN

 

Die Flippers – Die ersten Hits

 

Mit „Die ersten Hits“ der Amigos hat die Plattenfirma Telamo einen beeindruckenden Überraschungserfolg hinlegen können – offensichtlich gibt es viele Menschen, die sich für die Geschichte des Erfolgsduos (, das damals noch als Trio auftrat,) interessieren. Da lag es nahe, das Konzept einer weiteren Schlagertruppe „auf’s Auge zu drücken“. Die stilistisch ähnlichen Flippers wurden 1969 gegründet, nachdem es unter anderem Namen Vorgängerformationen gab. Deren „erste Hits“ waren „Weine nicht kleine Eva“ (1969), „Sha La La I Love You“ (1970), „Julia“ (1970) und „Bye Bye bis morgen“ (1971). Die finden sich allesamt nicht auf dem Sampler – aber wer wird denn pingelig sein?… – Besonders reizvoll hingegen ist ein Bonus auf dem Album – eine Bonus-CD mit dem letzten mit dem letzten Interview, das mit dem ehemaligen Flippers-Schlagzeuger Bernd Hengst geführt wurde.

 

Kollegah – Imperator

 

Einer der erfolgreichsten Rapper Deutschlands ist Felix Blume, besser bekannt unter seinem Pseudonym „Kollegah“. Mit seinen letzten beiden Alben „King“ (2014) und „Zuhälgertape Vol. 4“ (2015) gelang ihm der Sprung an die Spitze der Albumcharts. Nun liegt mit „Imperator“ ein neues Werk vor, das natürlich in verschiedenen Ausfertigungen auf den Markt kommt – unter anderem als „DeLuxe“-Edition. Es wird auf dem von Kollegah neu gegründeten Label „Alpha Music Empire“ erscheinen. Besonders auffällig ist das von Robert Maschke gestaltete CD-Cover, in dem er sich im „Assassinen-Look“ präsentiert. Abgesehen davon, dass sich Kollegah bei Dieter Thomas Kuhn offensichtlich das Brusthaar-Toupet abgeguckt hat, bezeichnet dieser Look ein Schultercape als Überwurf mit seitlicher Schnürung. Das Nachschlagen bei Wikipedia, was „Assassinen“ bedeutet verursacht „Stirnrunzeln“: „Die Assassinen waren die Mitglieder einer nizaritisch-ismailitischen Bewegung, die zwischen dem Ende des 11. Jahrhunderts und der Mitte des 13. Jahrhunderts in Persien und in Syrien aktiv war und durch ihre Mordattentate auf politische Gegner Angst und Schrecken verbreitete.“ Angesichts dessen dürfte der auf den Tonträgern angebrachte Sticker „Explicit Lyrics“ seine Berechtigung haben…

 

Blokkmonsta – Blokkmonsta

 

Der Berliner Rapper deutsch-russischer Abstammung brachte als erster Rap-Musiker der „nicht“ rechtsradikalen Szene das „Kunststück“ fertig, wegen Volksverhetzung verklagt zu werden. Seine Musikrichtung bezeichnet der mit stark verstellter Stimme „singende“ Rapper „Psychocore“. Offensichtlich kommen derartige Dinge beim Publikum an – das sechste Album Blokkmonstas schaffte es in die Top-10 der Albumcharts. „Leichn im Keller“, „Inferno“ und „Pussies und Blender“ – es ist schon erstaunlich, mit welchen Konzepten heutzutage Erfolg herbeibeschworen werden kann.

 

Fee Badenius – Feederleicht

 

Die Liedermacherin Fee Badenius wurde insbesondere durch ihre Aktivitäten im Kleinkunstbereich bekannt und wurde insbesondere durch Auftritte in TV-Formaten wie „Nuhr ab 18“ und „Nightwash“ populär. Ihre Videoclips bei Facebook und Youtube erreichen bis zu zweistellige Millionen-Klickzahlen. Nun erscheint das dritte Album der in Witten wohnhaften Künstlerin in „physischer Form“ (als Download ist es bereits erhältlich) – es trägt den Namen „Feederleicht“ und wurde mit drei Musikern aufgenommen. Eine kleine dazugehörige Tournee steht auch unmittelbar bevor. „Nebenbei“ ist Fee übrigens auch Waldorflehrerin – sie schätzt das dort vermittelte ganzheitliche Konzept, das sie selbst auch als Waldorfschülerin kennenlernen durfte.

 

Chris Böttcher – Schluss mit frustig

 

Sein aktuelles Programm stellt der Comedian Chris Böttcher, der insbesondere im süddeutschen Raum unterwegs ist, unter dem Motto „Schluss mit frustig“ vor. Titel wie „Bohlens Regierungserklärung“,  „Hansi und Howie“ oder „Telefonsex-Hotline“ klingen vielversprechend – auf der Doppel-CD dürfte so mancher Gag konserviert sein.

 

Die schwebenden Wälder (Compilation) – „Meine Schlager – der größte Mix aller Zeiten Vol. 3“

 

Die Hamburger DJs „Schwebi“ und „Walter“ haben sich zu den „schwebenden Wäldern“ zusammengetan. Unter diesem Namen legen sie bei Veranstaltungen wie dem Hamburger Schlagermove auf, um für Stimmung zu sorgen. Eins steht für die tätowierten Jungs fest: Bei ihnen gibt es nur Schlager auf den Plattenteller, dabei greifen sie bisweilen auch auf seltene Perlen zurück. Das Konzept kam so gut an, dass dazu eine CD-Reihe geschaffen wurde: „Meine Schlager – der größte Mix aller Zeiten“. Auf der aktuellen Ausgabe 3 finden sich dann in der Tat kuriose Dinge wie auf der einen Seite „Amore Mio“ von Anna-Maria Zimmermann und auf der anderen Seite „Zieh Dich nicht aus, Amore Mio“ von Dieter Thomas Kuhn (, der laut eigener Aussage ja noch nie einen Roland-Kaiser-Song interpretiert hat…). Die Zusammenstellung sieht aus wie ein gut gemachtes Radioprogramm. Das gibt es aber in Zeiten des Dudelfunks nicht mehr – die öffentlich-rechtlichen Sender fühlen sich da ja leider nicht in der Verantwortung. Insofern ist diese sehr ungewöhnliche Hitkopplung erst recht empfehlenswert.

 

Sampler – Santo Klaus – Staatsakt Weihnachtssampler

 

Ein mehr als ungewöhnliches Projekt wird mit dem auf 300 (laut anderen Quellen 500) Exemplaren limitierten Vinylalbum „Santo Klaus“ verfolgt – dort wird „Weihnachten gegen  Nazis“ gefeiert. Zu diesem Zweck haben sich einige namhafte Künstler wie etwa Andreas Dorau zur Verfügung gestellt, um diesbezüglich Flagge zu zeigen bzw. ein Zeichen zu setzen.

 

SINGLES

 

Die Fantastischen Vier – Supersense Block Party

 

Als naiver Schlagerfreund stutzt man angesichts des Titels der neuen „Fanta“-Veröffentlichung: „Supersense Block – watt?“ ist man geneigt zu fragen. Kollege Google hilft. Mit „Block Party“ ist die große Feier eines Stadtviertels gemeint, bei der ein wichtiger Anlass gebührend abgefeiert wird. Das Ganze passierte in Wien in einem Ort namens „Supersense“, der insbesondere bei Analogfreunden sehr bekannt ist. Dessen Mitbegründer Florian „Doc Kaps“ produzierte mit den Fantastischen Vier „live“ innerhalb von 24 Minuten 16 ihrer Songs. Die wurden wiederum auf zwei Seiten verteilt: „Seite A“ und „Seite B“. Standesgemäß kann der Vortrag im Vinylformat erworben werden. Zusätzlich gibt es noch eine Vinylsingle mit zwei Versionen des Stücks „Eines Tages“. Unverbesserliche Digial-Fans können die Aufnahmen auch im CD-Format erwerben.

 

Christina May – Wenn Du endlich da bist

 

Die gelernte Sängerin Christina May, die auch Musicalerfahrungen sammeln konnte, sucht sich die Themen ihrer Lieder in ihrem Alltag. Beispielsweise hat sie sich in „Einmal mit Dir tanzen“ darüber Gedanken gemacht, dass viele Männer Tanzmuffel sind, obwohl sie doch so gerne tanzt. Die attraktive Sängerin macht auch auf ihrer neuesten Produktion keinen Hehl aus ihrer Gefühlslage – als werdende Mutter freut sie sich auf ihr Kind mit den Worten: „Wenn Du endlich da bist“.

 

Der besondere Tipp:

 

Musical-Soundtrack – Schikaneder

 

Das Wiener Raimundtheater hat Tradition. Beispielsweise gab es dort 1972 bereits die erste österreichische Musicaluraufführung mit dem Musical „Helden Helden“ von Udo Jürgens. Damals gab es kritische Stimmen, das Musical erinnere an eine Operette. Anno 2016 ist es wieder so weit – das Musical „Schikaneder“ feierte am 30. September in Wien seine Premiere. Die Musik komponierte der dreifache Oscargewinner Stephen Schwartz, den Text verfasste Dr. Michael Kunze, der ja (leider) sich nur noch auf derartige Projekte gestürzt hat und im Schlagerbereich seit vielen Jahren nicht mehr aktiv ist. Das Musical handelt von Emanuel Schikaneder und seiner Frau Eleonore, die damals ein Theater in Wien betrieben und in Schwierigkeiten steckten, bis der Durchbruch mit der Premiere der Oper „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart erreicht wurde. Der opulente Soundtrack wurde im Studio von 32 Musikern der Vereinigten Bühnen Wien eingespielt. Als Solisten brillieren u. a. Milica Jovanovic und Mark Seibert.

Stephan Imming, 07.12.2016

http://www.dieflippers.de

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