TEAM 5ÜNF
„Einmal Boyband und zurück“ – Das große smago! Exklusiv-Interview mit Jay Khan!

Das Album „Einmal Boyband und zurück“ ist bereits auf Chart-Kurs!

 

 

 

Wagst du eine Prognose, wie hoch das Album von TEAM 5ÜNF in den Charts einsteigen wird? Es sieht ja gut aus.

Ich wäre mit Top-25 froh, das würde mich sehr freuen. Alles andere darüber hinaus wäre extatisch. Darüber würde ich mich sehr freuen.

Wie schwierig war es, die Verlagsfreigaben für deine deutschen Textfassungen zu bekommen?

Das war ein sehr langwieriger Prozess, aber wir haben am Ende tatsächlich keine einzige Absage bekommen. Im Verlagswesen ist das immer so eine spezielle Sache. Manchmal dauert das nur zwei Wochen, hin und wieder dauert eine Freigabe bis zu sieben Monate. Logistik ist da deswegen sehr wichtig. Oberste Priorität hat es, die Demos bzw. Vorproduktionen rechtzeitig durchzureichen, dass es zeitlich hinhaut. Es war ein Drahtseilakt. Ich hatte da eine helfende Hand an meiner Seite, mein eigener Verleger. Das hat alles glücklicherweise geklappt. Das ist aber das, wo viele aus der Industrie sich wundern, dass ich alle Freigaben bekommen habe.

Würdest du sagen, dass „Back For Good“ von TAKE THAT das Mutter-Lied aller Boygroup-Songs ist?

Absolut, „Back For Good“ und von den BACKSTREET BOYS „I Want It That Way“. An den beiden Nummern kommt nichts vorbei. Man darf nicht vergessen, dass TAKE THAT in den USA nicht groß bzw. bekannt war. Insofern haben die BACKSTREET BOYS vielleicht einen kleinen Vorsprung. Die beiden Songs sind ja auch losgelöst vom Boygroup-Phänomen absolute Pop-Evergreens.

Ihr habt keinen Song von NATURAL und US5 auf dem Album? Ist das richtig?

Vollkommen richtig erkannt. Das war eine bewusste Entscheidung. Wir wollten uns an den Bands und Songs bedienen, die wir als Fans der Boygroups selber gefeiert haben, bevor wir uns am eigenen Repertoire bedienen. Als eingefleischte Boygroup-Fans wollten wir eine Hommage an diese Zeit setzen. Ich glaube, so ziemlich alle Tracks des Albums stammen aus den 1990er Jahren, da gab es weder US5 noch NATURAL. Das fing ja alles in den 2000ern an.

Was sagst du zur koreanischen Boyband BTS?

Die finde ich sensationell. Das ist Boyband 2.0. Das finde ich künstlerisch und tänzerisch sehr gut. Da wird nichts dem Zufall überlassen. Was mir persönlich allerdings daran fehlt, ist die Seele und der Wiedererkennungswert. Das ist alles so perfekt, dass mir da irgendwo der menschliche Aspekt, die Magie fehlt, also das Unperfekte. Rein künstlerisch kann man da gar nichts bemängeln. Das ist allerhöchstes Niveau.

Anfangs seid ihr ja etwas als Altherrenboyband belächelt verspottet worden. Empfindet ihr nun Genugtuung gegenüber den Kritikern, dass das Projekt so gut erfolgreich anläuft?

 Genugtuung nicht, die Zeiten sind vorbei – wir sind einfach nur glücklich, dass es so gut ankommt, dass die Menschen sich daran erfreuen, dass sie das Lebensgefühl „Boyband“ verstehen, dass sie verstehen, was wir machen. Genugtuung ist das nicht. Wir sind überglücklich, dass die Leute das verstehen und auch annehmen.

Wie hast du es angenommen, wie sich die Fans über deine „Eichhörnchen-Frisur“ aufgeregt haben? Das war ja fast „der Skandal des Jahres“. Hat es dich als Künstler verletzt, dass die Fans mehr auf deine Frisur als auf deine Musik geachtet haben?

Ich muss dir gestehen, auch wenn man es mir nicht glauben mag, es hat mich keineswegs verletzt. Ich komme ja noch aus der alten PR-Schule: „Any press is good press“, so lange es nicht zu schlimm wird. Es zeigt auch wieder, wie abstrus die Presse funktioniert und was da für Eigendynamiken entstehen. Ich hätte nicht gedacht, dass sich ein ganzes Land mit der Frisur von JAY KHAN beschäftigt – aber nun gut. Dem war so. Ich habe herzlich darüber gelacht.

Für „Entfach mein Feuer“ konntet ihr keine Geringere als MICHELLE gewinnen. Sie wird aber in keinem Promotion- und Pressetext erwähnt. War das „Part of the deal“ oder soll das für später eine Überraschung werden?

Wenn es ein Geheimnis wäre, wäre es nicht auf dem Album und auch nicht namentlich erwähnt. Wir überlassen ihr den Vortritt, das mit anzukündigen. Wir fühlen uns extrem geehrt, dass wir so eine Ikone für unser Debutalbum gewinnen konnten.

Wir schätzen sie sehr, auch ihren musikalischen Weg und Lebensweg. Sie ist eine Künstlerin, die es auch lange schon vor HELENE FISCHER gegeben hat und die damals neue Maßstäbe gesetzt hat. „Wer Liebe lebt“ war eine Nummer, die in meinem Teeniealter selbst an mir nicht vorbeigegangen ist, obwohl ich mich damals noch nicht so mit Schlager beschäftigt hatte. Demnach ist das für uns alle eine große Ehre und Freude.

Gestern ist die neue Staffel der VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ gestartet. Man will sich nicht ausmalen, was für ein Invest in TEAM 5ÜNF steckt. Hast du mal überlegt, dein Konzept in der Show vorzustellen? Habt ihr auch mal an Crowdfunding gedacht?

Ehrlich gesagt nein – ich finde Crowdfunding hat einen gewissen Nachgeschmack. Aber „Die Höhle der Löwen“, das ist eine lustige Idee, da mal ein Popthema vorzustellen – danke für den Impuls! Vielleicht mache ich das in Zukunft mal bei einem anderen Act.

Ihr seid auch in „Promi Shopping Queen“ zu sehen. Das ist ja quasi das „unmännlichste“ Format, das es überhaupt gibt. Du hast ja eher ein Macho-Image im positiven Sinn. Ist dir nicht die Galle übergelaufen, als die Anfrage kam? Oder sagte deine Freundin, dass du das unbedingt machen sollst?

Du wirst dich wundern – ganz und gar nicht. Meine Mutter liebt dieses Format. Und ich liebe GUIDO-MARIA KRETSCHMER. Ich kenne ihn schon seit Jahren. Das ist ein ganz herzlicher und sehr netter Mensch, der mir auch in schlimmsten Zeiten meiner Karriere immer sehr wohl gesonnen war. Demnach war es für mich eine große Freude, da mitzuwirken.

Wieviele Jungs hast du für TEAM 5ÜNF gecastet? Du hast das Casting ja glaube ich selber gemacht?

So richtig gecastet habe ich eigentlich niemanden – es war eher eine Suchaktion über die viralen Kanäle Instagram und Facebook. So richtig geliebäugelt habe ich mit 30-40 Leuten. Acht kamen in die engere Auswahl, und davon haben wir dann vier ausgewählt.

ELOY DE JONG hat ausgesprochen positiv auf „Liebe überall“ reagiert. Habt ihr auch von anderen Boybands positive Reaktionen von anderen Boygroups bekommen auf euren deutschen Versionen?

Von allen Mitgliedern von CAUGHT IN THE ACT haben wir richtig schöne Reaktionen bekommen. BASTIAN RAAGERS hat mit Herzchen schön kommentiert, dass wir darauf sehr stolz sein können, BENJAMIN BOYCE fand das auch gut.

Dass ELOY mit diesen schönen Worten unsere Version gewürdigt hat, fühlte sich sehr echt an, das tat gut. Dass er einen eigenen Post gemacht hat, war schön. Das ist für uns die Königsklasse, wenn ein Boyband-Veteran, dessen Nummer wir gecovert haben, uns lobt – mehr geht nicht.

Kein direktes Kompliment, aber sehr toll war, dass GARY BARLOW, der bekanntlich alles Songs für TAKE THAT geschrieben hat und bekannt dafür ist, sehr streng mit Genehmigungen im Verlagswesen zu sein, uns nach dem Anhören des Songs die Version von „Never Forget“, also „Niemals“ abgesegnet hat – das erfüllt uns natürlich mit ganz großer Ehre. Für mich gehört er zu den größten Songwritern unsrer Zeit.

Welche Boyband, die du gesehen hast,  hat dich persönlich am meisten live überzeugt?

Live überzeugt würde ich sagen TAKE THAT, NEW KIDS ON THE BLOCK und NSYNC. Aber auch wegen der Show. Die BACKSTREET BOYS hatten große Nummern, tolle Stimmen. Aber tänzerisch und vom Showfaktor kamen sie für mich persönlich nicht an die drei genannten Gruppen heran.

Wie sehr ärgert es dich, dass du als Textdichter der deutschen Fassungen nicht in den GEMA-Credits auftauchst? Das ist eine neue unverständliche Regelung…?

Das ist schade – aber man kann es aber nicht ändern. Das hätte ich nicht reklamiert. Es führte kein Weg daran vorbei. – Es ist schade, wenn es in der Form nicht gewürdigt wird. Immerhin bin ich als Textdichter der Texte namentlich genannt bin. Es freut mich deswegen, dass das so gut gelungen ist.

Es ist nicht selbstverständlich, brachiale Welthits so in die deutsche Sprache zu übernehmen, dass es immer noch flutscht und die Leute es auch annehmen. Ganz oft bekommen wir sogar das Feedback von Leuten, die sich mit unserem Repertoire beschäftigen, sich auch die Originalversionen anhören und die dann sogar befremdlich finden, die englische Version zu hören. Das ist ein ganz großes Kompliment. Da bin ich froh, dass das so gut funktioniert hat.

Gewürdigt wurde kürzlich dein Erfolg als Coautor von und für MAITE KELLY. Was hat der Autor JAY KHAN aktuell in der Pipeline, über das du als Songschreiber schon sprechen kannst?

 Ich habe gerade beim offiziellen DKMS-Song mitgeschrieben, der beim „Liveball“ präsentiert wird, das ist ein Herzensprojekt von mir. Ansonsten widme ich meine komplette Zeit TEAM 5ÜNF und bereite jetzt schon die ersten Schritte für das zweite Album vor.

Gibt es da schon aktuelle Pläne? Haltet ihr an dem Konzept fest, oder werdet ihr verstärkt eigenes Material einbringen?

Man soll sich immer überraschen lassen. Aber wir stehen ja wirklich für das Lebensgefühl Boybands, daher werden wir uns nicht von dem Konzept abwenden. Das Schöne ist, dass das Boyband-Repertoire so üppig ist, dass es für locker drei Alben allemal reicht.

Geht denn deine Solo-Karriere als JAY KHAN parallel weiter, oder schraubst du sie zurück, soweit es geht?

Sie geht im Sinne von Auftritten weiter – ich performe gerne hin und wieder gerne. Was Veröffentlichungen betrifft, ist die absolute Priorität bei TEAM 5ÜNF.

Bist du nach dem Aus von US5 im Jahr 2009 – ähnlich wie z. B. GIOVANNI ZARRELLA es erzählt hat – erst mal in ein tiefes Loch gefallen?

Ja sehr, total. Ich glaube, das ist nichts Unübliches, wenn man aus so einer Maschinerie, die durchstrukturiert ist, wie eine Popband, auf einmal gefühlt vor dem Nichts steht. Das war für mich extrem schwer. Ich bin glücklicherweise nicht den Drogen oder dem Alkohol verfallen. Ich habe mich darüber mit einem befreundeten Therapeuten unterhalten. Im Nachhinein war ich für 1-2 Jahre in einer klaren Depression. Ich habe sehr viel geschlafen, kam teilweise nicht aus dem Bett. Ich hatte keine Ambitionen, rauszugehen.

Das war eine schwere Zeit, in der ich Identifikationsprobleme hatte, nicht wusste, wofür ich stehe, was ich für einen Nutzen biete. Ich wusste nicht, was ich für ein Anrecht habe, an der Branche teilzunehmen. Durch Freunde und vor allem Familie habe ich mich zum Glück aufrappeln können. Das waren ein paar schwere Jahre, die hinter mir liegen. Im Verhältnis betrachtet, ist das trotz meiner gelegentlichen Eskapaden und Fehlgriffe „Klagen auf hohem Niveau“.

Ich habe ein gesegnetes Leben, eine tolle Familie, Menschen, die mich lieben, so viele Möglichkeiten, die mir geboten wurden – demnach bin ich immer noch sehr, sehr dankbar.

 

Foto-Credit: Anna Boshnakova

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