INKA BAUSE
„Abzuhauen hätte ich mich nicht getraut“:

Inka Bause über 30 Jahre Mauerfall beim „Käpt’ns Dinner“ mit Michel Abdollahi! Sendetermin: Freitag, 08./09.11.2019,, 00:00 Uhr, NDR fernsehen; bereits ab 14.00 Uhr in der NDR Mediathek

 

 

„Abzuhauen hätte ich mich nicht getraut. Weil meine Eltern ja noch in der DDR gewesen wären. Ich hätte mich nie von meinen Eltern trennen können und von meiner Familie.“ Das sagt die Moderatorin und Sängerin Inka Bause („Bauer sucht Frau“) beim „Käpt’ns Dinner“ mit Michel Abdollahi. Auf einem ausrangierten U-Boot im Hamburger Hafen blickt sie zurück auf ihre Karriere als Popstar in der DDR und beschreibt ihren Blick auf das wiedervereinte Deutschland. Das NDR Fernsehen zeigt das Gespräch am Freitag, 8. November, direkt nach der „NDR Talk Show“ um 0.00 Uhr. In der NDR Mediathek ist es bereits ab 14.00 Uhr zu sehen.

Mit dem Mauerfall geriet auch Inka Bauses erste Karriere als Sängerin ins Wanken: „Ich war beruflich entlassen. Wie gekündigt. Kann jedem passieren. Das ist ja eigentlich ein normaler Prozess im Leben.“ Den Prozess der Wiedervereinigung sieht sie kritisch: „Man hat uns in der DDR nicht beigebracht, eigenständig zu denken, zu handeln, kreativ zu sein und zu sagen: Leute, was kostet die Welt. Das hat uns keiner beigebracht. Das wollte man aber von uns von einem Tag auf den anderen. Und es war nicht möglich.“

Als „Ossi“ fühle sie sich inzwischen nicht mehr so häufig, sagt die 50-Jährige, die in Ost-Berlin aufgewachsen ist. Direkt nach dem Mauerfall sei das anders gewesen: „Da hatte einer einen Hund und der hieß ‚Ossi‘. Und er hat ganz laut gerufen: ‚Ossi‘! Und ich habe sofort den Kopf umgedreht.“ Über Ostdeutsche sagt sie: „Wir erkennen uns auch nicht mehr, das finde ich schön. Wenn Du nicht sofort erkennst, wer aus der ehemaligen DDR ist. Am Sprachgebrauch, am Habitus, am immer über den Osten reden. Das haben wir ja auch oft an uns, wir Ossis. Das wir sofort erklären müssen, bei uns war das anders und so. Wir Ostler können ja auch richtig nerven.“

Beim „Käpt’ns Dinner“ im NDR Fernsehen lädt Michel Abdollahi regelmäßig in der Nacht von Freitag auf Sonnabend Prominente zum Gespräch auf die Brücke eines ehemaligen sowjetischen U-Boots in Hamburg. Jürgen Drews, Ulrich Wickert, Barbara Schöneberger, Gregor Gysi und viele mehr saßen hier schon und sprachen über Privates und Politisches – und die Lage der Nation.

Mehr zum „Käpt’ns Dinner“ finden Sie unter www.NDR.de/kaeptnsdinner


Textquelle/Bildquelle:
NDR (Textvorlage)

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