FRANK SCHÖBEL
Eine Legende wird 80!

Wir blicken auf die erfüllte und beeindruckende Vita der lebenden Legende zurück …:

 

 

Als FRANK SCHÖBEL am 11. Dezember 1942 um 0.45 Uhr das Licht der Welt erblickte, wurde ihm die Musik quasi in die Wiege gelegt. Seine Mutter war Opernsängerin und auch sein Vater, der verstarb, als FRANK fünf Jahre alt war, war sehr musikalisch. Seine Mutter hätte FRANK gerne beim Thomaner-Chor gesehen – der hat sich davor aber geschickt „drücken“ können, allerdings erlernte er als Kind das Klavier- und Gitarrenspiel.

Obwohl FRANK als Teenager davon träumte, Meteorologe zu werden, begab er sich im Alter von 19 Jahren erstmals in ein Tonstudio. Er sang im Februar 1962 einen Walzer namens „Wenn die Liebe nicht wär“ ein. Geplant war, ihn unter dem Künstlernamen FRANK LOTHARSEN zu vermarkten – letztlich ist das aber (nachträglich betrachtet) alles zum Glück im Sande verlaufen. Seit dem 1. April 1962 ist FRANK dennoch beruflich Sänger geworden und heuerte beim „Tanzorchester der Sonderklasse HEINZ MÜLLER“ an und sammelte dort seine ersten professionellen musikalischen Erfahrungen.

Im Jahr 1964 erschien dann die erste recht erfolgreiche Platte von FRANK: „Looky, Looky“. (In seinem Buch erwähnt der Künstler, dass es vorher eine Duettaufnahme mit KARLA SCHREITER gab („He, he, Klaus, es sieht nach Schnee aus“) und deinen Twist namens „Ein paar Blumen“ – als Debut gilt aber der Titel „Looky, Looky“, dem Zeitgeist-typische Schlager wie „Blonder Stern“ und der „Party-Twist“ folgten – mit diesen Titeln war FRANK bereits in der damals legendären Tip-Parade erfolgreich und konnte jeweils Spitzenreiter werden – und das, obwohl sie im Rundfunk auf Anweisung von WALTER ULBRICHT, der mit „jäh, jäh, jäh“ nichts anzufangen wusste, später gesperrt wurden.

Auch im Kino sollte FRANK recht früh populär werden. Zwischen 1965 und 1973 entstanden vier DEFA-Musikfilme, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreuen – insbesondere der Film „Heißer Sommer“ genießt bei Fans bis heute Kultstatus. Der darin zu hörende Song „Wir“ drückt nach Meinung des Künstlers perfekt den Sound der damaligen Zeit aus.

Mit seiner damaligen Ehefrau CHRIS DOREK gründete er das Musikduo CHRIS & FRANK – und auch das brachte einen enormen Erfolg. Wie das musikalische Duett zustande kam, erzählt FRANK in seinem Buch: Er komponierte am Piano einen Song, während seine Frau CHRIS in der Küche abgewaschen hat und nebenbei die zweite Stimme sang. Gleich 2-mal gewann das Duo den angesehenen Schlagerwettbewerb der DDR (1967 mit „Lieb mich so, wie dein Herz es mag“ und 1969 mit „Abends in der Stadt“).

Zu Beginn der 1970er Jahre war FRANK mit einer weiteren Facette seines Könnens erfolgreich: Er moderierte mit „FRANKs Beatkiste“ eine richtungsweisende Radiosendung – die erste Rocksendung auf dem Deutschlandsender der DDR. Zuvor wurde er schon vom Fernsehen für die 30-Minuten-Sendung „Mode und Musik“ als Moderator eingesetzt.

Einen wichtigen Meilenstein als Sänger erreichte FRANK SCHÖBEL 1971 mit seinem wohl größten Hit „Wie ein Stern“, der auch im Westen sehr erfolgreich wurde. Kurios: Obwohl FRANK bereits mit einem anderen Titel („Komm, komm, komm“, deutsche Version von „Song Sung Blue“) für die ZDF-Hitparade qualifiziert war, wurde er seitens der Politik nicht zugelassen. Immerhin durfte er den „Stern“ am 2. Juni 1972 aber im damals populären „Studio B“ singen und war auch in Sendungen wie der „Schaubude“ und „Drehscheibe“ zu Gast.

ARNDT BAUSE, Papa von INKA BAUS, komponierte einen weiteren großen Erfolg, der FRANK buchstäblich „auf die Sprünge half“ (beim Vortrag des Songs bewies der Künstler, dass er ähnlich hoch springen konnte wie seinerzeit HANS ROSENTHAL): Ich geh vom Nordpol zum Südpol. Gerüchten zufolge war zunächst die Reise „von Frankfurt nach Frankfurt“ angedacht – aber das war dann vielleicht politisch schon etwas heikel.

Ein weiteres Highlight in der Karriere von FRANK SCHÖBEL war zweifelsohne, dass er 1974 als DDR-Vertreter bei der Fußball-WM-Eröffnung gesungen hat – in Frankfurt (am Main). Nach seinem großen Erfolg mit „Wie ein Stern“ im Westen war es naheliegend, dass FRANK die DDR auf der Eröffnungsveranstaltung vertreten sollte. Auch der Song „Der Fußball ist rund wie die Welt“ genießt inzwischen zweifelsohne Kultstatus.

Ein Jahr später betätigte sich FRANK einmal mehr als Pionier. Die Kinderlieder-LP „Komm, wir malen eine Sonne“ gilt als erstes Kinderliederalbum in dieser Art, das in der DDR auf den Markt kam. Parallel dazu wurde eine populäre TV-Show aufgezeichnet.

Spannend: Schon 1971 entstand im Zusammenhang mit dem Riesenerfolg von „Wie ein Stern“ die Idee, in jenem Jahr ein Weihnachtsalbum mit FRANK SCHÖBEL aufzunehmen. Als dem Sänger aber vorgeschrieben werden sollte, dass die traditionellen Lieder umgetextet werden sollte und z. B. das Wort „Jesus“ durch „Frieden“ ersetzt werden sollte, streikte FRANK. Und so dauerte es noch einige Jahre, bis er 1985 zusammen mit seiner Frau AURORA LACASA und den gemeinsamen Kindern DOMINIQUE und ODETTE das Album „Weihnachten in Familie“ aufnahm, das bis heute als das meistverkaufte Amiga-Album aller Zeiten gilt.

Der große Erfolg auch des TV-Formats „Weihnachten in Familie“ hallte so lange nach, dass der damalige Unterhaltungschef des MDR, UDO FOHT, beschloss, das Format in ähnlicher Form jeweils am Heiligen Abend im MDR fortzuführen (nach der Trennung von AURORA hieß die Sendung dann „Fröhliche Weihnachten mit FRANK“). Im Jahr 1993 wurde mit der weihnachtlichen Sendung die höchste damals je gemessene Einschaltquote des MDR festgestellt, so dass sich das Format über Jahrzehnte halten konnte – bis 2019.

Ende der 1980er Jahre war FRANK mal wieder seiner Zeit voraus. Auch wenn „Wir brauchen keine Lügen mehr“ eigentlich ein Liebeslied war, so konnte doch jeder zwischen den Zeilen lesen, welche Aussage dem Song eigentlich zukam – kurz vor der Wende hatte FRANK also einmal mehr genau den richtigen Song zur richtigen Zeit.

Nach der Wende hatten es viele Stars der ehemaligen DDR schwer, so natürlich auch FRANK SCHÖBEL. Anders als manche seiner Kolleginnen und Kollegen gelang es ihm, weiterhin sehr populär zu bleiben – im vereinten Deutschland, ganz besonders aber natürlich im Osten der Republik.

Anfangs war es noch nicht ganz leicht, eine Plattenfirma zu finden – bis es zu einer schicksalhaften Begegnung von FRANK mit MARCUS ZANDER, dem Sohn von FRANK ZANDER, kam. FRANK SCHÖBEL berichtete davon, dass er für seinen damals aktuellen Song „Wir brauchen neue Träume“ keine Plattenfirma habe – da hat MARCUS ZANDER natürlich sofort zugeschlagen. Mit dem Hause Meisel, mit ZETT-Records bzw. Monopol arbeitet FRANK SCHÖBEL seither eng zusammen, man kann fast schon von einer familiären Beziehung sprechen. Das geht so weit, dass FRANK MARCUS ZANDER in seiner aktuellen Autobiografie als einen der wichtigsten Protagonisten in seiner Karriere – bezogen auf die Zeit nach der Wende – bezeichnet.

Gemeinsam stellten sich einige tolle Erfolge ein. Die DVD „Das Beste aus Weihnachten in Familie Folge 1“ erreichte in Deutschland sogar Gold-Status, insgesamt wurden bei Monopol drei sehr erfolgreiche DVDs der Reihe „Weihnachten in Familie“ veröffentlicht. Seit 1993 hat FRANK bei Meisel fünf Studioalben veröffentlicht. Angesichts der familiären Verbundenheit gab es natürlich auch erfolgreiche Duette mit CHRIS DOREK, mit seiner Tochter DOMINIQUE und auch mit FRANK ZANDER, dessen Sohn MARCUS mit der Verpflichtung von FRANK SCHÖBEL einmal mehr einen guten Riecher bewiesen hat.

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Als im Jahr 1995 die erste Goldene Henne als beliebter MDR-Publikumspreis vergeben wurde, war FRANK einmal mehr Pionier: Er bekam die Auszeichnung als erster Sänger überhaupt. In jenem Jahr war es dann auch endlich so weit, dass er erstmals in der legendären ZDF-Hitparade aufgetreten ist.

Als FRANK 1998 seine erste Autobiografie „Frank und frei“ veröffentlichte, konnte er nicht ahnen, dass seine Karriere noch um viele Höhepunkte bereichert werden würde. 2007 wurde er mit dem AMIGA PLATIN AWARD für sein Lebenswerk ausgezeichnet, das er zum 60. Jubiläum des Labels als erfolgreichster Amiga-Künstler aller Zeiten erhielt.

Zu seinem 55. Bühnenjubiläum strahlte der MDR aus dem Beriner Admirals Palast eine glanzvolle Gala. Sein Leben wurde im Bühnenstück „FRANK-SCHÖBEL-Story“ unterhaltsam zusammengefasst, die Premiere fand im September 2021 im Dresdener Boulevardtheater statt. FRANK schrieb am Buch selbst mit und wirkte im 2. Teil des Programms auch höchstselbst mit.

Wo FRANK SCHÖBEL seinen Geburtstag verbringt? Das ist wohl eine rhetorische Frage. Er liebt seine Fans und die Fans lieben ihn. Natürlich wird er auf der Bühne stehen mit seiner aktuellen „Jubiläumsgala zur Weihnachtszeit 2022“. Wir wünschen dem sympathischen Sänger und smago!-Award-Preisträger nur das Beste zum Geburtstag und hoffen, dass er uns und seine Fans noch lange mit seiner Musik und seinen Moderationen erhalten bleibt. Herzlichen Glückwunsch zum Ehrentag, lieber FRANK SCHÖBEL!

 

 

Foto-Credit: Markus Nass
Textquelle: smago!

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