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Kunden in der Warteschlange: „WISO“-Doku im ZDF!

Deutschland = Entwicklungsland, was schnelles Internet betrifft?

 

Bis 2018 sollten alle Haushalte mit schnellem Internet ausgestattet sein. Was ist aus diesem Versprechen, das Teil der „Digitalen Agenda“ der Bundesregierung von 2014 ist, geworden? Die „WISO“-Dokumentation „Kunden in der Warteschleife – Die langen Leitungen von Telekom, Vodafone & Co.“ zieht am Montag, 24. Juni 2019, um 19.25 Uhr im ZDF Bilanz. Der Film von Jessica Martin und Oliver Koytek war vorab unter dem Titel „Funkloch und Schneckennetz – Ärger mit Telekom, Vodafone & Co.“ bereits in ZDFinfo zu sehen und ist in der ZDFmediathek verfügbar.

Auch 2019 scheint Deutschland noch ein digitales Entwicklungsland zu sein: Funklöcher allerorten, kaum eine Spur vom Internet mit 50 Megabit pro Sekunde. Schnelle Verbindungen braucht Unternehmer Thorsten Mensching aus Niedersachsen für seinen Fuhrpark aus Baumaschinen und Erntefahrzeugen, wie er in der Dokumentation erläutert: damit die Maschinenführer auf dem Feld ihre anstehenden Aufträge und Arbeitsanweisungen direkt aufs Tablet herunterladen können.

So ärgerlich langsames Internet ist – immer noch besser als gar kein Internet, beispielsweise ausgelöst durch einen Anbieterwechsel. Jörg Löhning aus Rheinberg berichtet in der Dokumentation stellvertretend für viele von einem bizarr anmutenden Gerangel um Kunden und Anschlüsse, von permanenten Terminverschiebungen und endlosen Warteschleifen in der Telefon-Hotline. Ein ehemaliger Callcenter-Mitarbeiter bestätigt Löhnings Aussagen: Es gehe im Callcenter nur um das Abarbeiten von Fallzahlen, nicht um das Lösen von Problemen.

Der Film schildert auch, wie manche Gemeinden den Netzausbau selbst in die Hand genommen haben. Sven Weigt, Bürgermeister von Karlsdorf-Neuthard in Baden-Württemberg, hatte sich bei der Telekom und anderen Netzanbietern nach einem schnellen Breitbandausbau für seine kleine Gemeinde erkundigt, bekam dazu aber keine planbare Perspektive aufgezeigt. Deswegen war Eigeninitiative gefragt: Doch kaum waren die ersten Tiefbauarbeiten für ein gemeindeeigenes Glasfaserkabelnetz abgeschlossen, riss die Telekom die Straße wieder auf und verlegte ihre eigenen Rohre. Der Netzausbau der Gemeinde musste daraufhin gestoppt werden, weil die Refinanzierung der öffentlichen Gelder durch die unerwartete Konkurrenz nicht mehr gesichert war.

Die sächsische Gemeinde Amtsberg baut ein Glasfasernetz in Eigenregie auf. Bisher war die Versorgung mit Internet mitten im Erzgebirge äußerst schlecht. Weder der örtliche Netzbetreiber Telekom noch andere Unternehmen erklärten sich bereit, für nur 4000 Haushalte das Netz auszubauen – zu wenig lukrativ. Mit Fördergeldern baute die Gemeinde ein eigenes Glasfasernetz aus, das im Besitz der Kommune bleibt und an die Telekommunikationsanbieter verpachtet wird.


Textquelle/Bildquelle:
ZDF (Texvorlage)

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