STEFAN MROSS
smago! meint: „Immer wieder sonntags“ darf nicht sterben !!!

Trotz historischer Rekordquoten steht das Traditionsformat vor dem Aus!

 

 

 

Ausgerechnet jetzt. Ausgerechnet in einer Saison, in der STEFAN MROSS eindrucksvoll beweist, dass klassische Familienunterhaltung im Fernsehen nach wie vor Millionen Menschen begeistert, soll „Immer wieder sonntags“ eingestellt werden. Das wirkt nicht nur unverständlich – es wirkt geradezu absurd.

Denn die Zahlen sprechen eine Sprache, die sich kaum wegdiskutieren lässt.

Mit der siebten Ausgabe der Saison am 12. Juli 2026 hat Stefan Mross einen historischen Rekord aufgestellt: In der jungen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen erreichte „Immer wieder sonntags“ einen sensationellen Marktanteil von 13,5 Prozent. Ein Wert, an dem sich selbst ein Florian Silbereisen die Finger lecken könnte. Der Mediendienst DWDL.de bringt es auf den Punkt: „Ein noch höherer Wert (in dieser Altersgruppe) lässt sich in unserem Quoten-Archiv nicht finden.“ 

Und damit nicht genug: Bei den 14- bis 49-Jährigen lag „Immer wieder sonntags“ mit 153.000 Zuschauerinnen und Zuschauern und 13,5 Prozent Marktanteil sogar vor dem „ZDF-Fernsehgarten“, der auf 151.000 Zuschauer und 13,4 Prozent Marktanteil kam. Stefan Mross belegte damit Platz 16 der Quoten-Charts des Sonntags, Andrea Kiewel landete auf Rang 17.

Aufmerksame smago! Leserinnen und Leser wissen längst, dass der Marktanteil die Währung der Neuzeit ist. Und der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen, der „jungen Zielgruppe“, ist die absolute Königsdisziplin.

Wer angesichts solcher Zahlen behauptet, das Format habe seine Zeit hinter sich, sollte erklären können, warum ein angeblich überholtes Konzept ausgerechnet bei den jüngeren Fernsehzuschauern historische Bestwerte erzielt.

 

 

„Sendungen zu streichen, ist kein nachhaltiger Reformweg“

 

Torsten Welling (CDU), Koordinator der Rundfunkkommission der Länder, brachte es Anfang Juli 2026 in einem Interview mit der „FAZ“ kurz und bündig auf den Punkt: „Programme und Sendungen zu streichen, die man inhaltlich sinnvoll findet, ist kein nachhaltiger Reformweg und stärkt auch nicht die Akzeptanz.“ (Lesen Sie HIER den vollständigen Bericht des Mediendienstes DWDL.de!)

 

 

 

Ein Schlag gegen Künstler, Fans und eine ganze Branche

 

„Immer wieder sonntags“ war nie einfach nur eine Unterhaltungssendung. Für viele Künstlerinnen und Künstler aus dem volkstümlichen Schlager- und Popschlager-Bereich war die Sendung eine der letzten großen Bühnen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

Beispiele dafür gibt es genug: Robin Leon, Gewinner der „Sommerhitparade“ vor zehn Jahren, konnte kürzlich sein Bühnenjubiläum vor Tausenden Fans im Straßburger „Le Zénith“ feiern. Solche Karrieren entstehen nicht im luftleeren Raum – sie brauchen Plattformen, Sichtbarkeit und Reichweite. Genau das bot „Immer wieder sonntags“ über Jahrzehnte hinweg.

Wer jungen Künstlern Chancen geben will, muss ihnen auch eine Bühne bieten. Diese Bühne einfach abzubauen und gleichzeitig mehr Nachwuchs zu fordern, passt nur schwer zusammen.

Auch wirtschaftlich war die Sendung ein bedeutender Faktor. Tausende Besucherinnen und Besucher pilgerten jeden Sommer nach Rust, Hotels und Gastronomie profitierten ebenso wie Künstler, Musiker, Techniker und Produktionsfirmen. „Immer wieder sonntags“ war und ist nicht nur Fernsehen – die Sendung war und ist ein Wirtschaftsfaktor und ein Stück gelebter Unterhaltungskultur.

 

 

 

Quoten stark – trotzdem eingestellt?

 

Genau deshalb sorgt die Begründung des SWR für Kopfschütteln.

Einerseits heißt es, die Entscheidung falle angesichts des großen Erfolgs schwer. Andererseits wird auf wirtschaftliche Zwänge und strategische Neuausrichtungen verwiesen.

Doch genau hier beginnt der Widerspruch.

Wenn ein Format Rekordquoten erzielt, selbst in der jungen Zielgruppe den direkten Konkurrenten schlägt und seit Jahrzehnten zuverlässig Millionen Menschen begeistert, drängt sich eine einfache Frage auf: Wenn nicht dieses Format eine Zukunft haben soll – welches dann?

Der Hinweis auf neue digitale Unterhaltungsangebote überzeugt viele Zuschauer nicht. Denn erfolgreiche Traditionsformate wurden in den vergangenen Jahren immer wieder mit ähnlichen Argumenten beendet. Ob die versprochenen Nachfolgekonzepte tatsächlich denselben Stellenwert erreicht haben, darf zumindest bezweifelt werden.

 

 

 

Der öffentlich-rechtliche Auftrag gerät aus dem Blick

 

Noch schwerer wiegt ein anderer Aspekt.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk finanziert sich durch Beiträge aller Bürgerinnen und Bürger. Umso wichtiger wäre es, auch Programme für unterschiedliche Zielgruppen anzubieten.

Natürlich müssen sich Sender weiterentwickeln. Aber Weiterentwicklung bedeutet nicht automatisch, erfolgreiche Formate einzustellen. Im Gegenteil: Gerade Formate, die Generationen verbinden, sollten eigentlich besonders schützenswert sein.

Die Rekordquote vom vergangenen Sonntag widerlegt zudem eindrucksvoll das oft bemühte Argument, klassische Unterhaltung erreiche nur noch ältere Zuschauer. Das Gegenteil ist der Fall. „Immer wieder sonntags“ beweist, dass gute Unterhaltung keine Frage des Alters ist.

Wenn dann aus den Führungsetagen erklärt wird, „alles habe seine Zeit“, klingt das für viele Zuschauer weniger nach einer sorgfältigen Programmentscheidung als nach einer Managementfloskel, die den tatsächlichen Stellenwert der Sendung völlig verkennt.

 

 

 

Ein Abschied mit bitterem Beigeschmack

 

„Immer wieder sonntags“ ist für viele Menschen weit mehr als eine Fernsehsendung. Es ist ein Stück Sommer, ein Stück Verlässlichkeit und für unzählige Familien seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil des Sonntags.

Gerade deshalb trifft die Entscheidung so viele Menschen ins Herz.

Es geht nicht nur um Stefan Mross. Es geht nicht nur um Schlager. Es geht um die Frage, welchen Stellenwert erfolgreiche Unterhaltung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen künftig überhaupt noch haben soll.

Wenn ein Format trotz historischer Rekordquoten, einer treuen Fangemeinde und nachweislicher Relevanz eingestellt wird, entsteht zwangsläufig der Eindruck, dass Erfolg allein heute offenbar kein ausreichendes Argument mehr ist.

Vielleicht wäre genau jetzt der richtige Zeitpunkt, die Entscheidung noch einmal zu überdenken.

Denn eines haben die Zuschauer am 12. Juli 2026 unmissverständlich gezeigt: „Immer wieder sonntags“ lebt.

Und genau deshalb darf diese Sendung nicht sterben.

Textquelle: Andy Tichler, Chefredakteur www.smago.de

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