GÉRARD
Mit „Koketterie“ veröffentlicht er ein Album mit Geschichten aus dem Leben!

Zwischen Liebe, Verlust und Neuanfang: Der Österreicher legt ein vielseitiges Album vor, das sich zwischen Schlager und Austro-Pop bewegt!

 

 

 

Mit „Koketterie“ präsentiert GÉRARD sein zweites Soloalbum mit ausschließlich selbst geschriebenen Songs. Die zehn Titel erzählen von den unterschiedlichen Facetten des Lebens – von großer Liebe und schmerzhaften Trennungen über Selbstfindung und familiären Zusammenhalt bis hin zu augenzwinkernden Alltagsgeschichten. Musikalisch bewegt sich das Album dabei bewusst zwischen klassischem Schlager, Country, Reggae, Austro-Pop und Rock’n’Roll und gibt jedem Song seinen eigenen Charakter.

Was alle Stücke verbindet, ist ihre Nähe zum echten Leben. GÉRARD setzt auf klare Bilder, eingängige Melodien und Geschichten, die viele Hörer aus eigener Erfahrung kennen dürften. Mal stehen Emotionen und Erinnerungen im Mittelpunkt, mal Humor und Leichtigkeit – immer aber geht es um Begegnungen, Entscheidungen und die kleinen wie großen Momente, die das Leben prägen.

Als Opener setzt „Das muss wohl Liebe sein“ direkt den thematischen Rahmen des Albums und funktioniert wie eine verdichtete Rückschau auf eine Beziehung, die sich aus anfänglicher Unklarheit zu einer selbstverständlichen Konstante entwickelt hat. GÉRARD arbeitet hier mit bewusst reduzierter, fast mantraartiger Sprache: Die wiederkehrende Zeile „das muss wohl Liebe sein“ wirkt weniger wie eine Frage als vielmehr wie eine nachträgliche Bestätigung dessen, was sich über Jahre stabilisiert hat. Aus einer Distanz der Erinnerung – erst Funkstille, dann plötzliche Wiederannäherung – entsteht ein narrativer Bogen, der Zweifel und Sicherheit gegeneinander ausspielt, bis Zweifel vollständig von Routine und emotionaler Gewissheit absorbiert werden. Der Satz „einmal mit dir heißt immer mit dir“ fungiert dabei als Verdichtung einer exklusiven Bindung die sich im Verlauf des Songs nicht mehr hinterfragt, sondern als Lebensrealität etabliert. Als Album-Intro wirkt der tanzbare Track, an dem auch Fox-Tänzer ihre Freude haben werden, damit programmatisch: Er eröffnet einen emotionalen Raum, in dem Liebe nicht mehr als Momentaufnahme, sondern als langfristiger Zustand verhandelt wird. Besonders zu gefallen weiß das im Solo im Saxophon-Sound. Im etwas volkstümlicheren Sound kommt der Song im Instrumental-Mix als Bonus-Track daher.

Aus und vorbei“ stellt nach dem programmatischen Opener den ersten klaren Bruch im emotionalen Verlauf des Albums dar und verschiebt die Perspektive von retrospektiver Gewissheit hin zu Verlust und Unabänderlichkeit. GÉRARD arbeitet hier mit einer bewusst repetitiven Struktur, in der die Phrase „es ist aus und vorbei“ weniger als einzelne Aussage denn als Zustandserklärung fungiert, der sich gegen jede Relativierung immunisiert. Der Text schwankt zwischen Erinnerung an Intimität („Zärtlichkeit und Liebe war im Spiel“) und der Ernüchterung einer Zeit, die diese Nähe entwertet und Zukunftsentwürfe kollabieren lässt. Besonders markant ist die personifizierte Externalisierung des Scheiterns über „Schicksal“ und „Zeit“, die als antagonistische Kräfte die Beziehung von außen zerlegen und damit individuelle Schuld relativieren. Musikalisch (auch hier Saxophon-Solo inklusive) wie inhaltlich wirkt der Track dadurch wie ein klassischer Anti-Liebes-Song: kein dramatischer Streit, sondern ein schleichendes Auseinanderdriften.

Das Beste an mir“ markiert innerhalb des Albums eine deutliche Verschiebung hin zu einer fast hymnischen Liebesdefinition, die die persönliche Identität als Beziehungsspiegel versteht. GÉRARD verdichtet den Song stark über Wiederholung von Textpassagen und reduziert komplexe Lebensbeschreibungen zugunsten einer klaren emotionalen Setzung: Die geliebte Partnerin wird zur zentralen Bezugseinheit des Selbst. Zwischen Momentaufnahmen eines exzessiven, teilweise ziellosen Lebens („Nächtelang“, „im Bett“) und sozialer Verankerung im Freundeskreis entsteht ein Kontrastfeld, in dem das Gegenüber als stabilisierender Fixpunkt fungiert. Auffällig ist dabei der Wechsel zwischen hochdeutscher und dialektaler Sprache, der dem Song eine zusätzliche Intimitätsebene verleiht. Sehr schön sind auch die Akkordeon-Einlagen im Song. Neben dem Saxophon darf diesmal auch die Gitarre ein Solo zelebrieren.

Die emotionale Ballade „Am Tag danach“ erzählt in einfachen, direkten Bildern von einem kurzen Urlaubsflirt, der intensiv beginnt, aber schnell wieder endet. GÉRARD beschreibt dabei eine Situation, die viele kennen: eine spontane Begegnung, mit viel Gefühl und Nähe im Moment, aber ohne echte Zukunft. Der Song zeigt den Wechsel zwischen „Gefühle siegen“ und der ernüchternden Realität am nächsten Morgen, wenn man alleine aufwacht und die andere Person verschwunden ist. Besonders wichtig ist der wiederkehrende Satz „am Tag danach“, der wie ein Nachklang funktioniert und das Gefühl von Leere und Nachdenken verstärkt. Inhaltlich steht der Track damit für den Kontrast zwischen intensiven Momenten und ihrer schnellen Vergänglichkeit. „Am Tag danach“ zu erwachen, wenn er an einem fremden Ort ist, weil man vielleicht „zu schnell intim“ geworden ist, war wohl ein Fehler – so kommt es im Song, der mit einem schönen Piano-Solo veredelt wurde, rüber.

Der Song „Das Cowgirl“ zeichnet eine klassische Country-Erzählung über Nähe und Distanz: Sie ist ein Cowgirl, er lebt in der Stadt, und zwischen beiden steht von Anfang an die räumliche Entfernung. GERARD erzählt die Begegnung als kurzen, intensiven Moment – ein erstes Treffen beim Tanzen, bei dem sofort eine Verbindung entsteht, die aber im Alltag nicht bestehen kann. Die 100 Kilometer Distanz werden dabei zum zentralen Hindernis, das nicht dramatisch eskaliert, sondern einfach Realität bleibt. Statt eines großen Bruchs entwickelt sich eine leise Akzeptanz: Die Beziehung ist schön gewesen, aber nicht tragfähig. Im Mittelpunkt steht schließlich das Bild des tanzenden Cowgirls, das im Line Dance Trost findet – nicht als Flucht, sondern als Weitergehen. Der Country-Sound (Steel Guitar inklusive) unterstreicht dabei diese Mischung aus Melancholie und Neuanfang, in der Verlust und neue Hoffnung gleichzeitig existieren.

Der Reggae-geprägte Song „Der Weg“ ist eine klare Selbstreflexion über Fehler, Konsequenzen und einen persönlichen Neuanfang. GÉRARD beschreibt eine Phase des Kontrollverlusts („zu schnell unterwegs“, „gegen Mauern gerast“), in der eigene Entscheidungen lange verdrängt oder ignoriert wurden, bis die Realität sie zwangsläufig eingeholt hat. Aus dieser Rückschau entwickelt sich ein Prozess der Veränderung: Der „Blindflug“ wird beendet, und statt Leugnung steht nun Einsicht im Mittelpunkt. Das Bild des „Lebensschiffs“, das im Kreis fährt, unterstreicht dabei die Orientierungslosigkeit der Vergangenheit, die nun durch eine bewusstere Haltung ersetzt wird. Zentral ist der Gedanke von Vergebung ohne Vergessen. Das ist eine Reifeformel, die nicht auf Verdrängung, sondern auf Verarbeitung basiert. Im Verlauf des Songs verschiebt sich der Fokus zunehmend auf Dankbarkeit und Gegenwart, insbesondere im Moment des Wiederauftretens „vor euch“, der als emotionaler Höhepunkt gelesen werden kann. Der Track endet damit nicht in Reue, sondern in einem stabilisierten Selbstbild, das seine Vergangenheit kennt und trotzdem weitergeht.

Feuer und Eis“ arbeitet mit einem klassischen Gegensatzmodell, das im Country-geprägten Sound emotional stark aufgeladen wird und gleichzeitig sehr schlicht bleibt. GÉRARD beschreibt eine Beziehung zwischen zwei Menschen, die in vielen Punkten gegensätzlich ticken – Tag und Nacht, Ja und Nein, heiß und kalt. Diese Unterschiede werden dabei nicht als Bruch oder Scheitern erzählt, sondern als konstante Spannung, die die Verbindung überhaupt erst möglich macht. Die Metapher von „Feuer und Eis“ bzw. „zwei Planeten“, die sich anziehen und aus ihrer Umlaufbahn geraten, verstärkt den Eindruck einer Beziehung, die eher von physischer Anziehung und Dynamik als von rationaler Harmonie lebt. Gleichzeitig bleibt immer eine Unsicherheit im Raum: Die extreme Gegensätzlichkeit kann entweder zur Stabilität oder zur Selbstzerstörung führen („verbrennen oder erfrieren“). Der Song bewegt sich damit zwischen romantischer Idealisierung von Gegensätzen und der leisen Frage, ob genau diese Differenz langfristig tragfähig ist.

Mavie“ ist ein sommerlich arrangierter, von Hammond-Orgel getragener Rückblick auf eine vergangene Liebe, die stark idealisiert und emotional überhöht dargestellt wird. GÉRARD erzählt hier von einer Person, die das Leben des Protagonisten vollständig geprägt hat – als etwas, das „alles wert“ war und gleichzeitig eine Zeit markiert, die unwiederbringlich verloren ist. Im Zentrum steht dabei weniger die Entwicklung der Beziehung als vielmehr ihr abruptes Verschwinden: Mavie ist da, prägt intensive Glücksmomente, und ist dann plötzlich ohne Erklärung weg. Diese Leerstelle bestimmt den gesamten Song und verwandelt Erinnerung in eine Mischung aus Nostalgie und offener Frage. Trotz des sommerlich-leichten Sounds bleibt der Inhalt deutlich melancholisch, da die Gegenwart permanent vom Fehlen dieser Person geprägt ist. Der Name „Mavie“ (französisch: „ma vie“ – mein Leben) selbst wirkt dabei fast wie ein poetisches Symbol für diese verlorene Zeit, die nicht abgeschlossen, sondern weiterhin präsent bleibt.

Die berührende Ballade „Mein Kind“ ist ein ruhiger, sehr direkt gehaltener Abschlussmoment im Album, der in Form einer väterlichen bzw. elterlichen Ansprache funktioniert und stark auf Schutz, Rat und Lebensbegleitung ausgerichtet ist. GÉRARD formuliert hier eine Art Lebensbotschaft an ein neugeborenes oder heranwachsendes Kind, in der Freude über das neue Leben mit dem Bewusstsein für seine zukünftigen Herausforderungen verbunden wird. Der Text bewegt sich dabei zwischen Optimismus und realistischer Schwere: Einerseits steht die Welt offen und „der schönste Teil“ soll selbstbewusst angenommen werden, andererseits wird klar angesprochen, dass das Leben nicht immer verständlich oder fair ist und auch Verluste bereithält. Besonders prägend ist der wiederkehrende Imperativ „komm, leb dein Leben“, der wie ein leitender Refrain wirkt und die Grundhaltung des Songs zusammenfasst. Trotz seiner Einfachheit entfaltet der Track eine starke emotionale Wirkung, da er Verantwortung, Fürsorge und Loslassen gleichzeitig miteinander verbindet. Einmal mehr gibt ein schönes Saxophon-Solo dem Song eine besondere Tiefe.

Der im „Achy Breaky Heart“-Shuffle angelegte, rockig-ironische Track „Kieberer Blues Renew“ bricht deutlich mit der bisherigen Albumdramaturgie und setzt stärker auf Humor, Alltagssatire und sprachliche Zuspitzung. (Das „Renew“ im Songtitel ist eine Anspielung darauf, dass es sich um eine Neuaufnehme eines Klassikers des Künstlers mit seiner damaligen Band OMEGA handelt). GÉRARD zeichnet hier eine absurde Straßenszene, in der Ordnung, Missverständnisse und spontane Entscheidungen ineinanderkippen: ein Polizist („Kiwara“) versucht zu helfen, Verkehr und Reaktionen geraten durcheinander, und am Ende bleibt eine Frau zurück, die eigentlich gar nicht in die Situation hineingewollt hat. Der „Blues“ wird dabei nicht klassisch musikalisch, sondern als ironische Zustandsbeschreibung genutzt – ein Gefühl von Überforderung im Alltag, das aus kleinen Fehlkommunikationen und zufälligen Momenten entsteht. Durch die bewusst überzeichnete Sprache und den dialektalen Einschlag wirkt der Song zugleich komisch und leicht chaotisch, ohne jedoch seine Beobachtungsgabe zu verlieren. Insgesamt funktioniert der Track als humorvolle Brechung innerhalb des Albums, in dem Ernst und Emotion für einen Moment durch Ironie und Alltagskabarett ersetzt werden.

„Koketterie“ zeigt einen Künstler, der bewusst auf eingängige Melodien und nachvollziehbare Geschichten setzt. Die stilistische Vielfalt – von sommerlichem Schlager über Country-Einflüsse und Reggae-Grooves bis hin zum rockigen Shuffle – sorgt dafür, dass jeder Titel eine eigene Atmosphäre entwickelt, ohne den roten Faden des Albums zu verlieren. Die Songs laden nicht nur zum Tanzen ein, sondern auch dazu, ihren Texten aufmerksam zuzuhören.

Gerade diese Mischung aus musikalischer Abwechslung und persönlichen Themen macht „Koketterie“ zu einem sehr vielseitigen Album. Es erzählt vom Leben in all seinen Gegensätzen – von Glück und Verlust, Hoffnung und Zweifel, Humor und Nachdenklichkeit – und unterstreicht damit GÉRARDs Anspruch, Schlager zu schreiben, die gleichermaßen unterhalten und berühren.

Textquelle: smago!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen.

31 − = 23

Diese Webseite benutzt Cookies. Aktuell sind Cookies, die nicht essentiell für den Betrieb dieser Seite nötig sind, blockiert. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind nur auf essentielle Cookies eingestellt. Um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. essentielle Cookies: PHP Session - Dieses Cookie ist nötig für die Funktion der Seite um wichtige Informationen an folgende Seiten weiterzugeben. nicht essentielle Cookies - Der Seitenbetreiber hat diese Cookies genehmigt, Sie sind sie jedoch deaktiviert: YOUTUBE-Videos - Beim Einblenden der Youtube-Videos werden Cookies von Youtube/Google als auch deren Partner eingebunden. Youtube und deren Partner verwenden Cookies, um Ihre Nutzererfahrung zu personalisieren, Ihnen Werbung basierend auf Ihren Interessen anzuzeigen sowie für Analyse- und Messungszwecke. Durch das Einblenden der Videos und deren Nutzung stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu, die in der Cookie-Richtlinie auf https://policies.google.com/privacy?hl=de näher beschrieben wird. Spotify-Playlist - Beim Einblenden der Spotify Playliste werden Cookies von Spotify als auch deren Partner eingebunden. Spotify und deren Partner verwenden Cookies, um Ihre Nutzererfahrung zu personalisieren, Ihnen Werbung basierend auf Ihren Interessen anzuzeigen sowie für Analyse- und Messungszwecke. Durch das Einblenden der Playlist und deren Nutzung stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu, die in der Cookie-Richtlinie auf spotify.de näher beschrieben wird.

Schließen