STEFAN MROSS
Rekord-Quote für „Immer wieder sonntags“: Stefan Mross erreicht Staffel-Bestwert!
19,5 Prozent Marktanteil – und damit sogar vor dem „Tatort“: Wie lange will der SWR diesen Erfolg eigentlich noch ignorieren?
Das ist eine Ansage, die man beim SWR eigentlich nicht überhören kann: „Immer wieder sonntags“ hat am vergangenen Sonntag einen neuen Staffel-Bestwert aufgestellt. Die zehnte Ausgabe der diesjährigen Saison erreichte mit Stefan Mross 1,283 Millionen Zuschauer und starke 19,5 Prozent Marktanteil. Damit holte die Show den höchsten Marktanteil der gesamten bisherigen Staffel.
Und es kommt noch besser: Mit diesen 19,5 Prozent lag „Immer wieder sonntags“ sogar vor dem sonntäglichen „Tatort“.
Der Krimi „Tatort: Borowski und das ewige Meer“ kam am Abend auf 3,62 Millionen Zuschauer und 19,4 Prozent Marktanteil. Stefan Mross erzielte am Sonntagvormittag damit tatsächlich einen höheren Marktanteil als das ARD-Aushängeschild am Sonntagabend.
Nur die „Tagesschau“ lag mit ihren herausragenden 25,8 Prozent noch vor „Immer wieder sonntags“.
Mross holt den Tagessieg (beim Marktanteil)
Die Zahlen sind bemerkenswert:
| Sendung | Zuschauer | Marktanteil |
|---|---|---|
| „Tagesschau“ | 4,730 Mio. | 25,8 % |
| „Immer wieder sonntags“, Folge 10 | 1,283 Mio. | 19,5 % |
| „Tatort: Borowski und das ewige Meer“ | 3,620 Mio. | 19,4 % |
, wobei man die „Tagesschau“ eigentlich gar nicht mitzählen kann …
Bei den absoluten Zuschauerzahlen kann man die Sendungen aufgrund ihrer unterschiedlichen Sendezeiten selbstverständlich nicht eins zu eins vergleichen. Beim Marktanteil, der Währung der Neuzeit, wie smago! immer sagt, ist der Befund allerdings eindeutig: Stefan Mross lag vor dem „Tatort“.
Damit landete „Immer wieder sonntags“ mit seinen 1,283 Millionen Zuschauern auf Rang 19 der Quoten-Charts des Tages.
Und genau hier wird die Sache für den SWR interessant.
Denn eigentlich sollte man angesichts solcher Zahlen nicht darüber diskutieren, wie man ein Erfolgsformat beendet, sondern darüber, wie man es möglichst lange erfolgreich weiterführt.
Auch das ZDF kann mit seinem „Fernsehgarten“-Quiz punkten
Der Sonntag lieferte zudem einen weiteren bemerkenswerten Beleg für die Stärke der großen öffentlich-rechtlichen Unterhaltungsshows.
„ZDF-Fernsehgarten – Das Quiz“ kam auf 1,447 Millionen Zuschauer und 18,0 Prozent Marktanteil. Das bedeutete Rang 15 in den Tages-Charts.
Auch diese Zahlen sind beachtlich. Und sie zeigen vor allem eines: Das Publikum hat offenbar weiterhin Lust auf diese Art von sommerlicher Unterhaltung.
Umso erstaunlicher ist es, dass ausgerechnet „Immer wieder sonntags“ nach dieser Saison nicht mehr weitergehen soll.
Die Quoten sprechen eine ziemlich deutliche Sprache
Man kann über Geschmäcker streiten. Man kann darüber diskutieren, ob ein Format nach Jahrzehnten eine Auffrischung braucht. Man kann auch über Produktionskosten und Programmstrategien sprechen.
Was man aber nicht wegdiskutieren kann, sind 19,5 Prozent Marktanteil.
Das ist kein Nischenwert. Das ist kein Signal für ein Format, das niemand mehr sehen möchte. Und es ist schon gar kein Quotendesaster.
Im Gegenteil: Die zehnte Ausgabe erzielt den besten Marktanteil der gesamten Staffel – ausgerechnet in der letzten Staffel.
Das ist fast schon eine Ironie der Fernsehgeschichte.
Während anderswo Formate mit deutlich schwächeren Werten verlängert, verschoben, umgebaut oder mit neuen Staffeln ausgestattet werden, läuft „Immer wieder sonntags“ seinem bisherigen Staffelrekord hinterher – und soll trotzdem Geschichte werden.
Lieber SWR, ist das wirklich euer Ernst?
Hier darf man dann auch einmal deutlicher werden:
Lieber SWR – bitte erklären Sie das.
Was muss ein Format eigentlich noch leisten, damit man ihm eine Zukunft zugesteht?
Mehr als eine Million Zuschauer am Sonntagmorgen? Hat „Immer wieder sonntags“.
Einen Marktanteil von fast 20 Prozent? Hat „Immer wieder sonntags“.
Den besten Marktanteil der laufenden Staffel? Hat „Immer wieder sonntags“.
Einen Marktanteil, der sogar über dem des sonntäglichen „Tatorts“ liegt? Hat „Immer wieder sonntags“.
Und trotzdem soll Schluss sein?
Das ist zumindest erklärungsbedürftig.
Natürlich kann ein Sender Entscheidungen treffen. Natürlich müssen Programme regelmäßig auf den Prüfstand. Aber wenn die Zuschauer gerade in der angeblich letzten Staffel ein derart klares Signal senden, sollte man als öffentlich-rechtlicher Sender vielleicht auch die Größe besitzen, eine einmal getroffene Entscheidung noch einmal zu hinterfragen.
Vielleicht ist die richtige Entscheidung einfach die falsche?
Der SWR sollte sich deshalb eine unangenehme Frage stellen:
Was wäre eigentlich schlimmer – ein Erfolgsformat fortzusetzen oder einen nachweislich weiterhin erfolgreichen Publikumsliebling voreilig zu beerdigen?
Eine Fortsetzung muss ja nicht zwingend bedeuten, dass alles exakt so bleibt wie bisher. Man könnte über eine kürzere Staffel nachdenken, über Veränderungen am Konzept, neue Rubriken, neue musikalische Akzente oder eine behutsame Weiterentwicklung.
Aber das Format einfach abzuschalten, obwohl die Quoten gerade zeigen, dass es beim Publikum funktioniert?
Das wirkt angesichts dieser Zahlen zunehmend wie eine Entscheidung gegen das Publikum.
Unser Appell an den SWR: Drehen Sie diese Entscheidung um!
Deshalb sollte der SWR jetzt nicht einfach auf stur schalten.
Setzen Sie sich noch einmal an den Tisch. Rechnen Sie noch einmal nach. Schauen Sie noch einmal auf die Quoten. Und sprechen Sie mit Stefan Mross.
Denn 1,283 Millionen Zuschauer und 19,5 Prozent Marktanteil sind ein ziemlich überzeugendes Argument.
Vielleicht ist die zehnte Ausgabe nicht der Auftakt zum Abschied.
Vielleicht ist sie der Beweis dafür, dass der Abschied eine schlechte Idee ist.
SWR: Geben Sie „Immer wieder sonntags“ noch eine Chance. Verlängern Sie das Format.
Denn wenn ein Format im Jahr 2026 am Sonntagvormittag mehr Marktanteil erzielt als der „Tatort“ am Sonntagabend, dann sollte man es nicht beerdigen.
Dann sollte man es feiern – und weitermachen.
Textquelle: Andy Tichler, Chefredakteur www.smago.de
