NOCKIS
“Wir sehen uns als astreine Schlagerinterpreten!” – Das große smago! Exklusiv-Interview mit “Friedl” Würcher zur neuen NOCKIS CD “Ich will dich”!

smago! Chefredakteur Andy Tichler sprach mit Gottfried Würcher über die neuen Songs, über Andrea Jürgens sowie über mangelnde Auftrittsmöglichkeiten im TV …:

 

 

 

Lieber Friedl, die wichtigste Frage zuerst: Wie geht es dir?

Mir geht es gut, danke der Nachfrage!

Kannst du dein Leben relativ unbeschwert genießen, gerade auch ohne Angst vor einem zweiten Infarkt?

Das weiß vorher ja niemand. Ich habe auch nicht gewusste, dass ich einen kriegen würde. Es steht in den Sternen. Man kann noch so gesund leben – trotzdem bin ich nicht verschont geblieben. Aber ich trage einiges dazu bei, dass sich das nicht wiederholen wird.

In deinem Buch „Mein zweites Leben“ hast du schon 2004 das Thema „Raubbau an meinem Körper“ aufgegriffen. Kann man so gesehen in deinem Fall bereits von einem dritten Leben sprechen?

Ich weiß nicht, ob man bereits von einem „dritten Leben“ sprechen kann. Die Wahrheit ist, dass viele Menschen nach einem einzigen Herzinfarkt gestorben sind. Da spielt sicherlich auch eine Rolle, wie stark der Infarkt ist – und auch Angst spielt eine Rolle. Ich habe da Glück gehabt, es war „nur“ ein normaler, also kein starker Herzinfarkt und kein „Hinterwand“-Infarkt. Ich habe eigentlich immer gesund gelebt. Ich habe nie geraucht, ich habe keinen Kaffee getrunken, normal gegessen und viel Sport betrieben. Was allerdings natürlich ein Faktor ist, ist die Stress-Komponente.

Wenn man dann erblich etwas vorbelastet ist, dann hätte man vielleicht doch etwas mehr auf den Arzt hören sollen, der mir schon vor längerer Zeit eigentlich die Einnahme von Tabletten, wenn auch in leicht dosierter Form, empfohlen hatte. Aufgrund der drohenden Nebenwirkungen habe ich mich dagegen entschieden – im Nachhinein muss ich sagen, ich hätte sie vielleicht doch nehmen sollen. Aber andrerseits ist alles wie es ist. Ich glaube an Vorbestimmungen und ich glaube, das war wohl meine Vorbestimmung. Daraus musste ich lernen, was ich getan habe. Ich trage nun alles dazu bei, dass mir das hoffentlich nicht noch einmal passiert.

Eure neue CD „Ich will dich“ könnte eure 12. Nummer 1 in Österreich werden. In wieweit ist man noch aufgeregt, wenn die Charts kommen, ob es wieder geklappt hat?

Natürlich ist man gespannt ob es klappt und es gelungen ist, dann freue ich mich natürlich. Dann weiß man, dass man einiges richtig gemacht hat. Wir haben versucht, wieder ein Album auf den Markt zu bringen, an dem die Leute sich erfreuen können, ein bisschen Party machen können. Das ist die Mischung, wie man sie von uns ja erwartet. Das haben wir beim Album „Ich will dich“auch wieder so gemacht. Unsere Fans erwarten von uns natürlich „NOCKIS-Musik“. Wie üblich, bieten wir sozusagen eine vielseitige Schlagerreise. Wir haben uns für die Produktion viel Zeit gelassen und Wert darauf gelegt, die richtigen Titel auszuwählen. Die bisherigen Rückmelungen unserer Fans deuten darauf hin, dass uns das gelungen ist – die Freunde unserer Musik sind sehr zufrieden.

Die aktuelle Single Amore Vero kämpft in Österreich gerade um Platz 1 der Airplay-Charts mit HELENE FISCHER – hast du eine Idee, wie das Rennen ausgehen wird?

Das kann ich natürlich nicht prophezeien. Aber HELENE FISCHER ist natürlich nicht irgendjemand. Sie ist auch bei uns in Österreich sehr populär. Wie man im Sport sagt: Der Bessere möge gewinnen. Auf jeden Fall freue ich mich sehr, dass der Titel einen so guten Anklang findet und dass man auch in den Radiostationen den Song mag.

Euer Song „Schachmatt“ kommt im „Born To Be Alive“-Rhythmus daher. Ist das „Zufall oder Schicksal“?

Ich mag „Born To Be Alive“. Ich kenne diesen Titel auch. Wir haben uns durchaus von diesem Titel bei „Schachmatt“ inspirieren lassen, ohne den Song zu kopieren.

Eine Frage zu Song Nummer 5: Kannst du Gedanken lesen bzw. Menschen dahin gehend einschätzen, ob sie an dir als Privatperson interessiert sind oder quasi nur an dem Star?

Nein, das kann ich leider nicht. Gedanken lesen zu können, wäre manchmal zwar gut, für alle Lebensbereiche aber nicht. Wenn man Gedanken lesen könnte, wäre die Privatsphäre schon sehr eingeschränkt – eigentlich würde es die sogar gar nicht geben. Darüber zu singen, ein bisschen zu träumen, finde ich gut – es real zu können – das fände ich nicht gut.

Mit „Ein Brief an dich“ gibt es auf dem Album eine ausgesprochen starke Ballade auf dem Album. Schreibst du eigentlich selber noch Briefe im E-Mail-Zeitalter?

Ich muss gestehen: Leider nein! Aber ich habe die Zeit natürlich erlebt, in der man Briefe geschrieben hat, als man das Wort „Internet“ noch gar nicht schreiben konnte und noch niemand an „What’sApp“ gedacht hat. Ich kann mich noch erinnern, dass man mir vor vielleicht ca. 30 Jahren gesagt hat, dass es mal ein Telefon geben könne, mit dem man während einer Auto- oder Zugfahrt telefonieren könne. Nur kurze Zeit später erzählte mir ein Freund, dass man nur einen Vertrag abschließen müsse und dafür ein Handy für 0 Schilling – die gab es damals noch – bekomme.

Es ist tatsächlich so gekommen, und jetzt machen wir sogar Fotos und Filme mit unseren Handys, die sogar verschickt werden können. Das war für mich ehrlich gesagt ein bisschen so ein kleiner Schock, der immer noch etwas in mir ist, weil ich mich frage: Wie weit geht das noch mit dem technischen Fortschritt? Was wird noch alles kommen? Es muss ja mal ein Ende haben – oder wird es so weit kommen, dass ich sage: Ich hätte gerne in zwei Minuten ein Wiener Schnitzel… – ich frage mich tatsächlich, wie weit die Technik noch voranschreitet und was wir noch alles erleben werden.

Leider steigert das auch die Kriminalitätsrate – Leute, die vielleicht keine Arbeit haben, dadurch aber viel Zeit, sich mit der Technik zu beschäftigen und diese auszunutzen. Das finde ich schon bedenklich.

Was ist die Geschichte hinter „Navalava Tsu Tsu“? Ein schöner Zungenbrecher übrigens?

Das ist ein schönes Wort, das erst schwer auszusprechen ist, später aber leicht von der Zunge geht. Ich sitze jetzt hier im Büro, mache das Interview und freue mich auch darüber. Und genau hier ist es passiert. Ich spielte mit meiner Gitarre für mich und dachte, dass ich mal wieder was komponieren könnte, wenn die Inspiration da ist. In der Regel probiere ich das so eine Viertelstunde – wenn mir dann nichts einfällt, lege ich die Gitarre erst mal weg.

In dem Fall fiel mir einfach diese Melodie ein (singt: ) „Navalava Tsu Tsu…“. Das gefiel mir und ich habe es auskomponiert – also nur den Gesang. Ich rief meinen Freund, den Tiroler PETER FIEDLER, an und fragte ihn, ob er Lust habe, sich das mal anzuhören. Er bejahte das. Ich fragte ihn, ob es total daneben oder gut sei. Er rief zurück und meinte, dass wir da was draus machen sollten und das cool sei. Der PETER hat um den Text eine Geschichte herumgebaut. Ich bin schon gespannt wie es unseren Fans und den Freunden unserer Musik gefällt.

Mitte der 1990er Jahre gab es mal ein Duett mit ANDREA JÜRGENS. Welche Erinnerungen hast du an sie?

Die ANDREA war wirklich wie ein Kumpel. Sie war eine lustige Person. Sie war nett, verlässlich. Eine liebe Frau, die vielleicht etwas einsam war. Ob sie in ihrem Leben glücklich war, kann ich natürlich nicht wirklich beurteilen. Wir waren oft zusammen. Das passte einfach. Gesellig war sie, sie hat gerne geredet, Spaß gehabt, gelacht und war lustig. Ich habe nur schöne und positive Erinnerungen an sie und unseren Duett Titel „Wir greifen nach den Sternen“

Ward ihr nur Kollegen oder war da auch mal mehr? Damals hat sich ja die Boulevardpresse überschlagen?

Ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn man man ein Duett rund um die Liebe singt das schön ist, das Anklang und Gefallen findet, will man das Lied und die Geschichte ja auch optisch „verkaufen“ und schaut sich tief in die Augen. Und wenn man sich dann auch versteht, entsteht der Eindruck, da könnte mehr sein. Wir waren aber „nur“ gute Freunde. Dabei blieb es. Wir mochten uns, haben uns gut verstanden – aber es blieb bei dieser kollegialen und tollen Freundschaft ohne Streit und ohne Last.

2010 hat AUDREY LANDERS mit ihrem Sohn euren Titel gecovert: „Wir greifen nach den Sternen“ – was war das für ein Gefühl, wenn ein internationaler Weltstar euren Titel singt?

Ich muss zugeben: Davon habe ich noch nie gehört, es freut mich aber natürlich sehr, wenn das ein Weltstar macht – cool. Das werde ich mal googeln und anschauen (schmunzelt).

Es gab schon längere Zeit kein Duett mehr – quasi NOCKIS plus. – Ist da was in Planung?

Sag niemals nie. Eventuell überraschen wir ja zu Start unseres Jubiläums beim Nockisfest in Millstatt (16.18.9.2022) mit einigen Duetten – mal sehen.

Ihr seid durch Auftritte mit volkstümlicher Musik in TV-Shows populär geworden. Shows dieser Art sind so gut wie ausgestorben. Bedauert ihr, diese Performance-Möglichkeiten nicht mehr zu haben? 

Ja, das ist bedauerlich. Die wenigen Shows, wo deutscher Schlager stattfindet, sind meist mit denselben Interpreten besetzt. Wir würden uns freuen, wenn wir zum 40-jährigen Jubiläum auch bei großen deutschen TV-Shows eingeladen würden. Die Diskussion, ob wir Schlager oder Volksmusik machen sollte aufhören. Wir sehen uns als astreine Schlagerinterpreten!

Letzte Frage: Habt ihr Ambitionen, auch euer 50-jähriges Jubiläum noch zu feiern?

Wir schauen, dass wir erst mal das 40-jährige feiern dürfen. Bislang war uns das ja nicht möglich – es wäre schön, wenn sich das noch ergeben würde.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

Foto-Credit: Electrola
Textquelle: Andy Tichler, Chefredakteur www.smago.de

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