MARC MARSHALL
Mutiger Beitrag zur aktuellen Situation der Konzertbranche!
Für diese offenen und ehrlichen Worte kann man Marc Marshall einmal mehr nur wieder die größte Hochachtung aussprechen …:
Diese Woche wird an vielen Stellen darüber berichtet, dass es der Konzertbranche schlecht geht. Berühmte Künstler sagen Konzerte ab. Zu wenige Tickets wurden verkauft, die Produktionskosten sind zu hoch! In Nebensätzen ist auch von überhöhten Gagen die Rede. Da sehe ich das Hauptproblem!
Anstatt sich als Künstler mit den Veranstaltern zu solidarisieren, fordern sie – oder meist ihre Manager – Gagen, die nicht mehr darstellbar sind. Und ich weiß heute mehr denn je, dass wir das nur gemeinsam retten können. Ich gönne jedem seinen künstlerischen und wirtschaftlichen Erfolg, aber nicht, wenn dieser durch Gier getrieben auf Kosten anderer entsteht.
Ich stehe seit über 50 Jahren auf der Bühne und durfte das volle Paket erleben: goldene CDs, Spitzenplätze in den Charts, eigene TV-Shows, circa 4.000 Konzerte vor 2 bis 100.000 Menschen usw. Mich hat das demütig gemacht.
Es gibt so viele wunderbare Acts, die es verdient haben, dass man sie hört und unterstützt. Wir sind so privilegiert, dass wir heutzutage sowohl das Spektakel im Stadion als auch das intime Konzert im Club oder Theater erleben können. Aber gerade jetzt muss die analoge Konzertwelt stabil bleiben! Emotionen, Nähe und Echtheit als lebensnotwendige Alternative zu KI!
Ich bleibe mir treu und freue mich über jedes verkaufte Ticket. Denn jeder, der sich für mich entscheidet, ist mir wichtig – völlig losgelöst davon, ob 10 oder 1.000 Tickets verkauft werden.


