KAY DÖRFEL (Stargast: PETER ORLOFF)
„Die Roy Black Gala“: 60 Jahre „Ganz in Weiß“ … und die Legende lebt weiter!

Kay Dörfel begeistert in der Stadthalle Gersthofen mit einer hochemotionalen Roy-Black-Gala – 35 Jahre nach dem Tod des Schlageridols und mit Stargast Peter Orloff!

 

 

Gersthofen bei Augsburg, 1. Oktober 2026. Es gibt Abende, an denen die Zeit für ein paar Stunden stillzustehen scheint. Abende, an denen Erinnerungen plötzlich wieder lebendig werden, Melodien längst vergangener Jahrzehnte unmittelbar ins Herz treffen – und ein Künstler, der seit 35 Jahren nicht mehr unter uns ist, dennoch allgegenwärtig scheint.

Genau solch einen Abend erlebten die Besucher der Stadthalle Gersthofen bei der diesjährigen „Roy Black Gala“ von Kay Dörfel. Und dieser Abend war ein ganz besonderer: 60 Jahre „Ganz in Weiß“, der 35. Todestag von Roy Black– und nicht zuletzt Kay Dörfels 50. Geburtstag, den der Sänger im März dieses Jahres feiern konnte. Drei Jubiläen, die einer ohnehin außergewöhnlichen Gala eine ganz besondere emotionale Strahlkraft verliehen.

Schon mit „California Blue“ eröffnete Dörfel das Programm und machte vom ersten Ton an deutlich, worum es an diesem Abend ging: um Musik, Erinnerungen – und vor allem um die ungebrochene Liebe zu Roy Black.

Die „Roy Black Gala“ sei, so Dörfel, „eine Hommage an den unvergessenen Schlagerstar Roy Black“. Seit vielen Jahren sei er in dieser Mission unterwegs. „Und es ist immer wieder eine ganz, ganz große Freude und eine ganz besondere Ehre, hier in seiner Heimat zu Gast sein zu dürfen.“

Tatsächlich ist Dörfel längst weit mehr als ein Interpret, der sich dem musikalischen Erbe Roy Blacks verschrieben hat. Seit mehr als drei Jahrzehnten trägt er dessen Lieder und die Erinnerung an den großen Schlagerstar durch die Welt. Seine Auftritte führten ihn dabei sogar bis in die USA und nach Kanada. Was einst als musikalische Hommage begann, ist längst zu einer Lebensaufgabe geworden.

Und so war auch dieser Abend von Anfang an geprägt von jener besonderen Mischung aus Leidenschaft, Respekt und persönlicher Nähe, die Dörfels Roy-Black-Abende auszeichnet.

Nach „Ein Mann darf niemals weinen“ wurde spürbar, wie eng der Sänger inzwischen mit der Fangemeinde verbunden ist.

„Das stimmt mich so glücklich, wenn man weiß, dass jedes Jahr aufs Neue hunderte Menschen aus der ganzen Republik zu diesem ganz besonderen Konzert kommen“, erzählte Dörfel. Vor 35 Jahren sei Roy Black von uns gegangen – und dennoch seien seine Lieder und die Popularität seiner Songs bis heute ungebrochen.

Besonders berühre ihn, dass er immer wieder Zuschriften von jungen Menschen erhalte. Sie erzählten ihm, dass manche Liedzeile von Roy Black geradezu autobiografisch aus ihrem eigenen Leben spreche.

Roy Black ist damit längst mehr als Erinnerung. Seine Musik wird weiterhin entdeckt, weitergegeben – und vor allem gefühlt.

Wie tief diese Verbundenheit reicht, zeigt sich auch abseits der großen Bühnen. Dörfel berichtete von Fans, die sich aus eigener Initiative um die Roy-Black-Büste kümmern und den Platz reinigen. „Es gibt niemanden vor Ort, der sich kümmert. Da fühlt sich niemand zuständig.“ Also übernehmen es die Fans selbst – teilweise reisen sie von weit her an, nur um dafür zu sorgen, dass andere Besucher Freude an diesem Denkmal haben.

Auch um Roy Blacks Grab kümmern sich Anhänger bis heute liebevoll. Dörfel erzählte von Fans, die angesichts des gesundheitlich angeschlagenen Roy-Black-Bruders Walter Höllerich regelmäßig nach Straßberg auf den Friedhof fahren. Besonders rund um den Todestag richten sie das Grab her und stellen frische Blumen auf.

„Das finde ich einfach Wahnsinn“, sagte Dörfel sichtlich bewegt. „Dass Menschen auch über drei Jahrzehnte nach ihrem Ableben einfach noch bei uns sind.“

Und dann fand er Worte, die wohl vielen im Saal aus dem Herzen gesprochen haben: Er sei „ganz felsenfest davon überzeugt“, dass Roy Black von oben herunterschaue und sage:

„Von Herzen vielen herzlichen Dank all denen, die mich bis heute nicht vergessen haben.“

Eine Reise durch Roy Blacks musikalische Welt

Musikalisch hatte Dörfel sein Programm bewusst mit einer gewissen Spontaneität zusammengestellt – „einfach so ins Blaue hinein“, wie er augenzwinkernd verriet.

Nach einem stimmungsvollen Nostalgie-Medley mit „Eine Rose schenk ich dir“, „Meine Liebe zu dir“ und „Ich denk an dich“ durfte schließlich das Publikum selbst bestimmen, welche Lieder es hören wollte.

Denn genau das macht die „Roy Black Gala“ aus: Sie ist kein distanziertes Erinnerungsprogramm. Sie ist ein lebendiger Abend mit und für die Fans.

Dass diese Fans ihre eigenen Vorstellungen haben, weiß auch Elli Schwedes, die sich seit Jahrzehnten darum kümmert, dass Roy Black nicht vergessen wird.

„Die Roy Black Fans sind ganz besonders kritisch“, weiß sie.

Dörfel kann darüber inzwischen herzlich lachen. „Und ganz besonders kritisch waren sie am Anfang mit mir. Also: Es haben mich nicht alle gemocht. Und ich auch nicht alle Fans.“

Dann folgte sein ganz persönliches Geheimnis – natürlich mit dem für ihn typischen Augenzwinkern:

„Die Fans konnten sich aussuchen, ob sie zu meinem Konzert kommen. Ich aber nicht, ob sie sich reinsetzen …“

Der Saal quittierte die Anekdote mit Gelächter und Applaus. Längst ist aus der anfänglichen Skepsis eine enge Verbindung zwischen Künstler und Publikum geworden.

Und so ging die musikalische Zeitreise zunächst mit  „So wie damals“ weiter.

„Ganz in Weiß“ – Fluch und Segen zugleich …

Doch ausgerechnet jener Titel, der an diesem Abend noch zum großen Finale werden sollte, ist für Kay Dörfel durchaus ein ambivalentes Thema.

„Ich rege mich immer tierisch auf, wenn ich frage: ‚Was wünscht Ihr Euch denn für Songs?‘ – und das Publikum immer gleich als erstes ‚Ganz in Weiß‘ ruft.“ Dörfel kann darüber lachen, auch wenn er die Problematik dahinter sehr gut versteht. Denn er weiß: Für Roy Black war dieser gigantische Erfolg zugleich Fluch und Segen. „Ich kann das sehr, sehr gut verstehen, dass der Originalsänger mit dem Titel nie seinen Frieden finden konnte“, erklärt Dörfel. Immer wieder werde alles auf dieses eine Lied reduziert. Und immer wieder werde ein Künstler dadurch „an einer ganz besonderen Schublade festgemacht“.

Gerade deshalb ist es Dörfel wichtig, die ganze musikalische Bandbreite Roy Blacks zu zeigen – und gleichzeitig auch seine eigene musikalische Vielseitigkeit zu bewahren. „Ich bin wahnsinnig glücklich, dass ich durch viele unterschiedliche Projekte auch richtigen Rock’n’Roll machen kann mit meiner Band, dass ich unterschiedliche Themenkonzerte spielen kann.“

Und dennoch bleibt da diese ganz besondere Verbindung zu Roy Black und seinen Liedern.

„Ich hatte immer große Lust, diese Songs von Roy zu singen. Weil ich sie nicht jeden Tag singen muss. Weil ich sie nicht bei jedem Gastspiel singen muss.“

Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis seiner langjährigen Hommage: Dörfel singt „Ganz in Weiß“ nicht aus Pflicht, sondern aus Überzeugung.

Und deshalb hat der berühmteste Roy-Black-Song bei ihm auch seinen ganz besonderen Platz. „Deswegen singe ich immer am Ende – als letztes Lied – ‚Ganz in Weiß‘.“

Ein Satz, der an diesem Abend eine ganz besondere Bedeutung bekommen sollte. Denn 60 Jahre nach der Veröffentlichung wurde aus dem einstigen Fluch für einen kurzen Moment wieder das, was der Titel immer war: ein unsterblicher musikalischer Segen.

Dafür folgen zunächst einige weitere Hit-Klassiker: „Du bist nicht allein“, „Das Mädchen Carina“ und „Sand in deinen Augen“ – jener Titel von Ralph Siegel, mit dem Roy Black nach achtjähriger Abstinenz ein fulminantes Comeback in der „ZDF-Hitparade“ feierte.

Für „Schön ist es auf der Welt zu sein“ holte Dörfel spontan eine Michaela aus dem Publikum auf die Bühne, die er am Vortag beim Fanclub-Treff kennengelernt hatte.

„Sie hat sich nicht getraut – und hat’s dann doch gemacht“, lobte er seine spontane Duettpartnerin.

„Für mich ist er der Hitparaden-König schlechthin“

Dann war es Zeit für den großen Stargast des Abends.

„Als ich ein ganz, ganz kleiner Junge war, da habe ich nicht nur die Musik von Roy Black gemocht. Ich hörte auch …“ – Peter Orloff.

Dörfel machte aus seiner Bewunderung keinen Hehl: „Er stand mit Roy Black in der ersten ZDF-Hitparade auf der Bühne. Er ist für mich der Hitparaden-König schlechthin.“

Und dann betrat Peter Orloff die Bühne.

Der mittlerweile 82-Jährige brauchte nicht lange, um die Stadthalle Gersthofen in einen Hexenkessel zu verwandeln. Nach seinem markanten Titanen-Intro startete er mit „Immer, wenn ich Josy seh“ und nahm das Publikum anschließend mit auf eine temperamentvolle „Schlagerparty“ der 60er und 70er Jahre.

„Roy Black und ich haben uns sehr gut gekannt. Von Anfang an“, erinnerte sich Orloff. 1967 habe er gemeinsam mit Roy Black in der Silvestershow von Truck Branss auf der Bühne gestanden. Zwei Jahre später folgte der gemeinsame Auftritt in der ersten „ZDF-Hitparade“.

Orloff erinnerte an eine Zeit, in der Namen wie Udo Jürgens, Peter Alexander, Roy Black, Heintje und Peter Orloffdie Schlagerwelt prägten.

„Gerade heute hören wir diese älteren Lieder. Und das soll auch so bleiben.“

Und wie es bleiben soll!

Mit „Königin der Nacht“, „Der Junge mit der Mundharmonika“ und „Du kannst nicht immer siebzehn sein“ ließ Orloff die großen Jahre noch einmal aufleben.

„Der Schlager ist meine Geschichte in der Vergangenheit. Und er wird auch wieder meine Zukunft sein“, erklärte der Sänger mit Blick auf seine geplante Abschiedstournee mit dem Schwarzmeer Kosaken-Chor.

Sein Lebensmotto hatte er musikalisch gleich selbst parat: „Du kannst nicht immer siebzehn sein.“

„Der Titan“ – und ein Hit für die Ewigkeit

Auch im weiteren Verlauf seiner Show bewies Orloff, warum ihn Dörfel als „Hitparaden-König“ bezeichnet hatte.

Nach „Pretty Woman“ von Roy Orbison präsentierte er mit „Du“ eine ganz persönliche Geschichte. Der Titel war einst seine eigene Komposition – von der Plattenfirma zunächst abgelehnt, später gemeinsam mit einem Kollegen produziert und für diesen zum größten Hit seiner Karriere.

Doch damit nicht genug.

Denn schließlich kam der Moment, auf den viele im Saal gewartet hatten: das Wiedersehen zweier musikalischer Welten.

Dörfel kündigte den gemeinsamen Titel als „das absolute Lieblingslied meinerseits“ an – ein Lied, das Peter Orloff einst für Roy Black komponiert und getextet hatte.

„Ich hatte einen Schaffensrausch“, erinnerte sich Orloff.

Und dann erklang der Song.

Orloff präsentierte ihn in einer Happy-End-Version, die sich von der bekannten Roy-Black-Aufnahme unterschied.

Danach fiel ein Satz, der wie das emotionale Resümee des gesamten Abends wirkte:

„Roy Black lebt!“

„Fremde Erde“ und – eine musikalische Rarität

Doch auch Kay Dörfel hatte noch einige Überraschungen im Gepäck.

Im zweiten Programmteil folgte nach „Blue“ mit „Fremde Erde“ ein ganz besonderer Höhepunkt. Der Titel, im Original „Vino amaro“ von Gianni Nazzaro, hatte am 9. März 1981 Platz eins der „ZDF-Hitparade“ erreicht – und gehört damit zu den besonderen Stationen in Roy Blacks Karriere.

Es folgte eine echte Rarität: „Sie ist nicht mehr da“. Dörfel berichtete, wie der Rechtsanwalt der Familie Höllerich einst mit einem Masterband an ihn herangetreten sei. Darauf befand sich ein Titel, den Roy Black offenbar bereits 1978 aufgenommen hatte, der aber erst 2017 erstmals veröffentlicht wurde. Für die Fans ein weiterer kleiner Schatz aus dem musikalischen Nachlass des Sängers.

Auch „Lucky“, ein Titel von Bernie Paul, fand an diesem Abend seinen Weg ins Programm. Dörfel hatte den deutschen Text so sehr ins Herz geschlossen, dass er den Song erstmals bei einem solchen Konzert präsentierte.

Und dann kam natürlich jener Titel, auf den die Fans immer wieder warten.

„Der natürlich immer kommen muss: dieser ganz spezielle Lieblingssong von Roy. Die Fans wünschen sich diesen auch immer wieder.“

Die ersten Takte von „Wahnsinn“ erklangen.

Und wieder war es da: dieses ganz besondere Gefühl, das die gesamte Gala durchzog.

Die Vergangenheit war plötzlich Gegenwart.

Roy Black und Amerika – und ein ganz persönlicher Lieblingssong

Mit „Ein kleines bisschen Zärtlichkeit“ setzte Dörfel die musikalische Reise fort, bevor er den Blick über den großen Teich richtete.

„Es gibt ja diese unsichtbare Verbindung zwischen Roy Black und Amerika“, erklärte er.

Was wäre gewesen, wenn Roy Black tatsächlich die Chance wahrgenommen hätte, international durchzustarten?

Dörfel spannte den Bogen zu Engelbert Humperdinck und der möglichen internationalen Karriere, die Roy Black vielleicht noch vor sich gehabt hätte.

Roy Black selbst war großer Fan von Roy Orbison und Elvis Presley.

Und so durfte natürlich auch Dörfels ganz persönlicher Lieblingssong nicht fehlen:

„In the Ghetto“.

„Das ist MEIN spezieller Lieblingssong“, erklärte er.

Eine wunderbare Elvis-Ballade, die Dörfel an diesem Abend erstmals in dieser Form in seine musikalische Reise einbettete.

Das große Finale: „Ganz in Weiß“

Doch einen Titel hatte Kay Dörfel ganz bewusst bis zum Schluss aufgespart.

„Ganz in Weiß“.

60 Jahre war es her, dass dieser Song 1966 Roy Black endgültig zum Superstar gemacht hatte. Und 60 Jahre später sangen ihn die Menschen in Gersthofen noch immer mit.

Es war der Moment, in dem aus einem Jubiläum ein Gänsehautmoment wurde.

60 Jahre „Ganz in Weiß“.
35 Jahre ohne Roy Black.
50 Jahre Kay Dörfel.

Drei Zahlen, die diesen Abend geprägt hatten – und die gleichzeitig eindrucksvoll zeigten, wie lebendig Musik sein kann.

Denn Roy Black war an diesem Abend nicht einfach nur Thema einer Gala.

Er war spürbar.

In jedem Mitsingen. In jedem Lächeln. In den Erinnerungen der Fans. In den Geschichten von Peter Orloff. In der Leidenschaft von Kay Dörfel. Und in den Liedern, die längst mehrere Generationen miteinander verbinden.

Als Zugabe verabschiedete sich Dörfel schließlich mit einem Volkslieder-Medley aus „Mein Vater war ein Wandersmann“, „Auf der Lüneburger Heide“ und „Muss i denn zum Städtele hinaus“.

Dann hieß es:

„Auf Wiederseh’n!“

Ein Abschied – aber ganz sicher kein Ende.

Denn wenn ein Abend wie dieser eines beweist, dann das:

Roy Black lebt weiter.

In seinen Liedern.
In seinen Fans.
In den Erinnerungen.
Und in Künstlern wie Kay Dörfel, die dafür sorgen, dass eine außergewöhnliche musikalische Geschichte niemals verstummt.

60 Jahre „Ganz in Weiß“ – und die Legende lebt weiter.

 

 

Das Foto (Credit: Stimmungszeit Musik & Media) zeigt (v.l.n.r.): Kay Dörfel, Peter Orloff, Tina Schüssler
Textquelle: Andy Tichler, Chefredakteur www.smago.de

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