SEMINO ROSSI
Das große Exklusiv-Interview zu seinem "Best Of" Album…

…oder sagen wir vielleicht besser: Das große Exklusiv-Interview zu den 5 (!!!!!) „Best Of“ Konfigurationen, die seit Freitag im Handel sind! Auf Wunsch des Künstlers fand das Gespräch in der „´Du´-Form“ statt…: 

Es ist jetzt zehn Jahre her, dass Du Dein Debüt-Album „Alles aus Liebe“ veröffentlicht hast. Wie hast Du Dich damals zur VÖ gefühlt? Warst du aufgeregt, was jetzt wohl passieren wird?

Aufgeregt ist gar kein Wort. Ich war außer mir vor Freude, weil ich wusste: Das ist meine ganz große Chance. Auf die VÖ dieser CD hatte ich so viele Jahre gewartet. Sie endlich in den Händen zu halten, gab mir ein riesiges Glücksgefühl. Jetzt fehlte nur noch eine große Fernsehsendung, um den 41-jährigen „Nachwuchs-Sänger“ Semino Rossi vorzustellen. Franz Selb, damals Geschäftsführer meiner Plattenfirma, rief mich eines Abends an und sagte mir: „Wir haben eine Sendung!“ Und so war ich überglücklich, als ich am 9. Februar 2004 in Florian Silbereisens „Winterfest“ in Chemnitz auftreten und meine erste Single „Tausend Rosen für dich“ singen durfte. Noch im selben Monat erschien die CD, die sich auf Anhieb 20.000-mal verkaufte. Für einen Neuling war das sensationell.

Stimmt es, dass Du kurz vor deinem Durchbruch fast aufgegeben hättest?

Ja, absolut! Als ich 40 wurde, bekam ich einen Anruf meines besten Freundes Nika aus Mexiko. Damals, am Telefon, schwor ich ihm: Wenn ich im kommenden Jahr nicht den Durchbruch schaffe, gebe ich meinen Traum von der Schlager-Karriere auf. Einen Monat später wurde ich von Franz Koch am Rande einer privaten Feier entdeckt.

Hast Du damals ansatzweise daran gedacht, dass Du mal zu den erfolgreichsten Sängern im deutschsprachigen Raum gehören würdest?

Nein. Damit konnte keiner rechnen. Bis heute, zehn Jahre danach, macht es mich glücklich, dankbar und manchmal auch sprachlos. Ich wusste schon als Kind, dass ich Sänger werden wollte. Aber ich wollte keine Goldenen Schallplatten gewinnen, sondern einfach nur auf der Bühne stehen und singen.

Kannst Du Dich noch an dein erstes großes Konzert vor vielen tausend Menschen erinnern?

Das war 2003. Lutz Ackermann vom NDR hatte mich zu einer großen Schlager-Tournee durch Norddeutschland mit so großen Kollegen wie G.G. Anderson, Bernhard Brink und Andy Borg eingeladen. Als Newcomer durfte ich in diesem Programm zwar nur ein einziges Lied singen. Trotzdem war ich der glücklichste Mensch auf Erden, weil ich fast jeden Abend Standing Ovations bekam.

Wie schafft man es so lange erfolgreich zu sein?

Dazu gehört eine große Portion Glück. Außerdem habe ich sehr viel Disziplin, die ich von der deutschen Mentalität gelernt habe. Diese Tugend hilft mir, auch stressige Tage während meiner Tourneen durchzustehen. Ich stehe früh auf, mache etwas Sport, esse in Maßen und gehe nach dem Konzert sofort ins Bett. Anders würde ich es nicht schaffen.

Gibt es so etwas wie die schönsten Momente Deiner Karriere? Wenn ja, welche waren das?

Als meine Mama mich das erste Mal live in Wien gesehen hat. Die Halle war so groß, dass meine Mama fragte, welche Künstler noch spielen würden. Sie konnte es nicht fassen, dass so viele Menschen zu meinem Konzert kommen.

Hast Du Dich in den zehn Jahren als Top-Star verändert?

Verändert als Mensch nein. Aber ich bin sehr dankbar für die letzten 10 Jahre und dass ich jetzt in der Lage bin, eigene Ideen zu verwirklichen und umzusetzen.

Hast Du selbst eine Idee dazu, was deinen Erfolg ausmacht? Du hast es ja mittlerweile geschafft im Schlager ein Dauerbrenner zu werden…

Gott hat mir eine besondere Stimme geschenkt, die vielen Leuten ins Herz geht. Außerdem spiele ich dem Publikum nichts vor. Ich bin authentisch und ehrlich – und das schätzen die Menschen.

Wer hat die Songs dieses "Best Of" Albums ausgesucht? Welcher Song oder welche Songs bedeuten Dir am meisten?

Ich habe die Songs selber ausgesucht. Mir sind daher auch alle Songs gleich wichtig.

Gibt es einen Song, den Du als Deinen größten Hit bezeichnen würdest?

„Rot sind die Rosen“ und „Aber Dich gibt es nur einmal für mich“.

Woher kamen die neuen Songs des "Best Of" Albums? Gibt es Geschichten zu den Songs?

"Belen Belen": Die wahre Geschichte ist, dass ich einen Tänzer aus Kuba kennengelernt habe, der mit uns auf Tour ist. Als ich ihn sah, viel mir sofort für ihn der Name Belen ein.

"Manuelita": Ist ein Kinderlied, das mir meine Mutter immer vorgespielt hat. Es handelt sich um eine Schildkröte, die sich verliebt und über den Atlantik schwimmt um in Paris eine Schönheitsoperation zu machen. Der deutsche Text steht im Booklet der CD.

"Dich zu lieben ist schön": Ist in wunderbarer schönes Liebeslied, das Alfons Weindorf geschrieben hat.

Wie kam es zu den grandiosen Duetten mit Andrea Berg und Helene Fischer?

Das hat meine Plattenfirma eingefädelt. Ich schätze Andrea und Helene sehr. Sie sind bezaubernde Kolleginnen, und unsere Stimmen ergänzen sich perfekt. Die Duette mit ihnen sind das Sahnehäubchen auf meinem "Best Of"Album.

Deine Frau Gabi hat Dich am Anfang deiner Karriere finanziell und auch persönlich sehr unterstützt. Sie ist von ihrer Persönlichkeit her aber kein Mensch, der den "Roten Teppich" liebt. Wie steht sie heute zu dem ganzen Starrummel?

Gabis Haltung hat sich diesbezüglich nicht geändert. Sie begleitet mich nur selten zu beruflichen Events, weil sie persönlich ganz andere Wünsche und Ziele hat. Es bedeutet ihr nichts, in der Öffentlichkeit zu stehen. Im Gegenteil! Aber natürlich respektiert sie, dass ich meinen Weg gehe. Hin und wieder, wenn ich eine Auszeichnung erhalte, begleitet sie mich. Auch bei Konzerten ist sie manchmal inkognito dabei.

Gabi könnte jetzt eigentlich die Hände in den Schoß legen. Was gefällt ihr so sehr an ihrem Job als Hebamme?

Sie brennt für ihre Arbeit genauso wie ich für meine. Ihr Beruf fasziniert sie heute wie vor 25 Jahren. Für sie ist es noch immer ein wunderschönes Gefühl, anderen Frauen bei der Schwangerschaft und Geburt  beizustehen und dieses unbeschreibliche Wunder mitzuerleben.

Was machen Deine Töchter gerade? Leben sie noch zu Hause?

Ja, sie leben noch zu Hause, gehen aber zunehmend ihre eigenen Wege. Laura ist mittlerweile 23 und studiert in Innsbruck Psychologie. Sie hat vor einem Jahr bereits die Bachelor-Prüfung abgelegt, was mich sehr stolz macht. Vanessa (15) geht noch zur Schule. Beiden geht es prächtig.

Kannst Du in deinem Heimatort Mils eigentlich frei und ungestört einkaufen oder ins Restaurant gehen?

Ja, das funktioniert prima. Die Menschen in unserem Ort sehen mich nicht als Star, sondern als ganz normalen Mitbürger.

Wie sieht ein normaler Semino-Tag zu Hause aus?

Ich stehe auch zu Hause meist schon um sechs auf, bringe meine Tochter zur Schule und frühstücke dann mit Gabi. Vormittags verbringe ich meist einige Stunden im Büro, nachmittags unternehmen wir oft spontane Dinge. Gabi und ich lieben das Spaziergehen, Wandern oder Motorradfahren.

Du bist in Rosario in eher ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen und hast bis zu deinem 39. Lebensjahr als Straßenmusiker auch nie viel Geld gehabt. Was bedeutet Dir Geld heute?

Ich habe meine Herkunft und meine Vergangenheit nie vergessen. Luxus ist mir nicht besonders wichtig. Er ist genauso vergänglich wie Ruhm. Es ist schön, heute nicht mehr so arm zu sein wie früher. Aber ich werfe trotzdem das Geld nicht zum Fenster raus.

Steht das Finanzielle nach all den Entbehrungen im Mittelpunkt deiner Karriereplanung, oder was  treibt Dich an?

Geld ist zweitrangig, denn ich hatte nie vor, Millionär zu werden. Viel wichtiger ist für mich, dass ich heute wie damals weiß: Ich darf meinen Traumberuf ausüben. Dieses Glück ist nicht mit Geld zu bezahlen.

70 Prozent Deiner Fans sind Frauen. Schmeichelt Dir ihre Bewunderung?

Natürlich. Es ist schön, Bestätigung zu bekommen und als Mann bei Frauen gut anzukommen.

Was schreiben Dir die Frauen? Gibt es auch unmoralische Angebote?

Das nicht, aber natürlich erhalte ich schon mal Nachrichten von Frauen, die mich nach einem Konzert gern im Hotel treffen würden. Aber auf so etwas gehe ich niemals ein. Die meisten Briefe sind aber harmlos. Die Fans wissen, dass ich glücklicher Familienvater bin – und respektieren das weitgehend.

Du bist ein sehr gläubiger Mensch. Wie lebst Du den Glauben?

Ich bete jeden Abend, dass er mir und allen Menschen, die mir wichtig sind, hilft. In fremden Städten besuche ich auch gern Kirchen, um im stillen Gebet Zwiesprache mit Gott zu halten. Jeder von uns hat eine Art zu Glauben. Die Gewissheit, dass meine Gebete erhört werden, gibt mir immer wieder Trost. Außerdem glaube ich daran, dass wir Menschen alle miteinander verbunden sind: durch Musik, durch bestimmte Energie. Der Verstand kann dies nicht begreifen, aber dennoch gibt es diese Kraft, da bin ich ganz sicher.

Gab es Momente in Deinem Leben, in denen Du Dich Gott nah gefühlt hast?

Gerade in schweren Stunden habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich mich von Gott getragen gefühlt habe. Mit dieser Gewissheit fühle ich mich niemals verlassen oder allein.

Glaubst Du, dass Gott Dich zur Musik geführt hat? Wenn ja, warum?

Schon möglich. Ich glaube jedenfalls, dass alles im Leben vorbestimmt ist. Ebenso glaube ich an eine ausgleichende Gerechtigkeit. Deshalb versuche ich, aufrecht durchs Leben zu gehen und niemanden zu verletzen. Denn am Ende kommt immer die Wahrheit ans Licht.

Es wird ja immer viel über dein besonderes Verhältnis zu Deiner Mutter gesprochen. Welche Bedeutung hatte Dein Vater für dich? Was hat er Dir mit auf den Weg gegeben?

Er war ein sehr direkter, geradliniger Mensch mit festen Werten. Papa war authentisch, natürlich und sehr hilfsbereit und ist bis heute mein großes Vorbild. Und: Er war mit einer wunderbaren Stimme gesegnet, die ich sicher von ihm geerbt habe. Allerdings stand er meinem Wunsch, Sänger zu werden, lange Zeit skeptisch gegenüber. Er wollte, dass ich ein Studium beginne und in der Bank arbeite, für die er als Fahrer arbeitete. Jahrelang hatten wir wegen meiner beruflichen Zukunft immer wieder hitzige Diskussionen. Doch irgendwann gab er nach und sagte zu mir: Junge, du musst tun, was dein Herz dir sagt. Wichtig ist nur, dass du deinen Weg gehst und dich nicht verbiegen lässt. Deine Mutter und ich werden immer zu dir halten. Diese Worte meines Vaters klingen bis heute in meinen Ohren.

Als Dein Vater vor 17 Jahren starb, konntest Du nicht von ihm Abschied nehmen. Hast Du keine Angst, dass das jetzt auch mit Deiner Mutter passieren könnte?

Nein. Ich habe 1985 entschieden, von Argentinien weg zu gehen – und meine Eltern haben mich damals zu 100 Prozent darin bestärkt. Die intensiven Jahre zuvor mit Mama und Papa kann mir keiner nehmen. Sie haben sich in mein Herz gebrannt.

Du warst gerade im Urlaub zu Hause in Argentinien. Erzähl uns ein bisschen davon…

Es war wunderschön, meine ganze Familie wiederzusehen. Ich achte darauf, mindestens einmal im Jahr nach Hause zu fliegen. In diesen Wochen tanke ich immer auf.

Wie geht es Deiner Mutter?

Sehr gut, Gott sei Dank. Trotz ihrer 79 Jahre ist sie sehr aktiv, trifft sich regelmäßig mit Freundinnen, macht Spielenachmittage. Sie ist glücklich und hat niemals Langeweile. Jetzt im Frühjahr kommt sie nach sechs Jahren erstmals wieder nach Europa. Darüber freue ich mich sehr.

Was bedeutet Dir Kuba – du hast ja kubanische Musiker auf Tour dabei?

Kuba ist ein wunderbares Land mit tollen Menschen, denen die Musikalität im Blut liegt. Vor allem Havanna hat mich beeindruckt. Havanna zeugt von Lebensfreude pur und die ganzen Oldtimer dort lassen einen in die 50er Jahre zurückkehren. Die ganze Stadt scheint zu pulsieren und aus Musik zu bestehen.

Die „Symphonie des Lebens“-Tournee läuft sehr erfolgreich. Unterscheidet sich die Fortsetzung der Tour vom ersten Teil? Wenn ja, was ist anders?

Im Grunde genommen unterscheidet sich der zweite Teil der Tournee nicht viel. Wir werden natürlich die neue Single „Dich zu lieben ist schön“ spielen sowie mein Lieblingslied „Ay Belen Belen“. Und natürlich gibt es noch einige Überraschungen.

Gibt es in Deinem Leben noch unerfüllte Träume?

Nein. Weißt du, ich habe in meinem Leben und besonders in den letzten zehn Jahren so viel Gutes und Schönes erleben dürfen. Dafür bin ich so dankbar, dass es mir fern liegt, noch mehr vom Leben zu verlangen. Deswegen versuche ich, die Sätze „Ich muss, ich muss, ich muss“ und „Ich brauche, ich brauche, ich brauche“ möglichst zu vermeiden. Der einzige Wunsch, den ich habe, ist Gesundheit.

Kannst Du Dir vorstellen auch mit 70 noch auf der Bühne zu stehen?

Ja, wenn meine lieben Fans mich dann noch sehen wollen und ich mir es gesundheitlich erlauben kann – warum nicht? Das ist eine Entscheidung, die letztlich das Publikum vorgibt.

Was macht ein erfülltes Leben für Dich aus?

Am Ende sagen zu können, wenn ich mein Leben anschaue und sagen kann: Mindestens 51 Prozent waren gut. Wir alle machen Fehler, treffen falsche Entscheidungen. Wenn mindestens die Hälfte richtig war, bin ich zufrieden.

Kahé PR & Dialog, Stefan Kahé (Textvorlage)
http://www.universal-music.de/company/umg/electrola
http://www.seminorossi.com/

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