DANIELA ALFINITO
„Splitter aus Glück“ ODER Das vertraute Interview …

… zwischen smago! Chefredakteur Andy Tichler und Daniela Alfinito!

 

 

 

Liebe Daniela, zunächst einmal – aus aktuellem Anlass -: Was sagst du dazu, dass die Amigos auf SWR3 gelaufen sind?

Ich find’s super.

Dein Vater und Thomas Gottschalk sind jetzt wirklich „Brothers In Arms“?

Zunächst einmal muss ich sagen: Bis auf einen Satz, den er sich gerne hätte sparen können, fand ich es gar nicht so schlimm, was Thomas Gottschalk gesagt hat. Aber dass er dann noch den Mumm hat und meinen Vater live auf Sendung im Tonstudio anruft, das fand ich genial.

Dein Album erscheint jetzt mitten im harten Lockdown. Gab es nicht die Überlegung, die Veröffentlichung zu verschieben?

Auf keinen Fall! Solange es keine Auftrittsmöglichkeiten gibt und wir auf die Live-Konzerte verzichten müssen, gibt’s die neuen Songs als CD und DVD. Und auch Social Media und das Fernsehen sind noch eine vertraute Verbindung zum Publikum.

Natürlich vermisse ich die Bühne unglaublich, den direkten Draht, das Live-Feedback auf die Songs. Und auch meine Fans sind alle „ausgehungert“ … Die freuen sich wie ich, dass jedes Jahr im Januar ein neues Album von mir kommt. Ich kann und möchte sie nicht warten lassen. Auf keinen Fall! Ich denke, das Album, das läuft … Ich habe schon unglaublich viele tolle Reaktionen auf „Splitter aus Glück“ bekommen. Auch 95 Prozent der smago! Leser*innen freuen sich unwahrscheinlich auf das neue Album, wie du mir eben aus Gästebuch-Einträgen verraten hast, Andy. (lacht herzlich)

Wie sehr lastet der Druck auf dir, jetzt unter Umständen die dritte Nummer eins in den Offiziellen Deutschen Charts in Folge landen zu „müssen“?

Andy, du kennst mich schon so lange! Müssen muss ich gar nichts, dafür bin ich nicht der Typ. Ich gebe mein Bestes und nehm’s dann wie’s kommt. Und wenn diese neuen Songs wieder gut ankommen, dann nehme ich das dankend an. Auch wenn ich auf Platz 99 einsteige, ist mir das sowas von Wumpe. Wichtig ist für mich, dass ich meine Fans glücklich mache und sie sich in den Liedern wieder finden.  Allerdings …: In den letzten Tagen hab ich schon ab und zu den Gedanken: Schön wär’s schon… Aller guten Dinge sind drei. Einmal hätt‘ ich sie schon noch gern. Das fühlt sich einfach toll an.“

Von dir ist der schöne Satz „ein Splitter aus Glück ist besser als gar nichts“ überliefert. EIgentlich ein typischer „Ulrich-Spruch“, könnte man sagen. Denn bei „Familie Ulrich“ ist das Glas immer halb voll …

Genau! Das, was wir sind, sind wir aus der Summe unserer Erfahrungen. Jeder hat in seinem Leben schon einmal vor einem Scherbenhaufen gestanden und hat daraus seinen Splitter aus Glück gefunden.

Der Song „Eigene Wege“ ist eigentlich ein Liebeslied, „Eigene Wege“ wäre aber auch der ideale Titel für deine Biographie. Wie wichtig ist es dir, seit jeher eigene Wege zu gehen? 

Ich habe immer gesagt: Ich bin ich! Mich kann man nicht verbiegen. Und ich habe es durchgezogen! Mit meinen Haaren, mit meinen Klamotten, mit meinen Liedern! Ich möchte die Menschen da draußen berühren mit meinen Songs. Viele Menschen identifizieren sich mit meinen Titeln, kommen immer wieder aufs Neue auf mich zu und sagen Boah,: ‚Das Lied, das hat mich total bewegt, das ist mir genau so passiert‘. Das Herz geht seine eigenen Wege.

Planst du denn, eine Biographie zu veröffentlichen?

Ich behalte mein Leben gerne noch ein bisschen für mich … (lacht)

Inwieweit ist dein neuer Titel „Wenn ich tanzen geh“ als Fortsetzung deines Erfolgshits „Dann zieh ich meine Blue Jeans“ an zu verstehen, als eine Art „Blue Jeans – Teil 2“?

Nicht so ganz. Ich habe das eigentlich als eigenständige Lied stehen lassen. Wenn du meinst, das könnte eine Fortsetzung sein, jawohl! Eigentlich sollte es ja heißen „Blue Jeans 2.0“. Aber wir hatten uns dann doch überlegt: „Ne, es gibt keine ‚Blue Jeans 2.0‘. Es gibt nicht nochmal so ’ne ‚Blue Jeans‘, wie ich sie 2019 herausgebracht habe. Aber ich fand das Lied so genial, dass ich gesagt habe: Für dieses Lied – „Wenn ich tanzen geh“ – ziehe ich wirklich noch mal meine alten Blue Jeans an von 2019 – ich habe sie extra aufgehoben -, ziehe auch meinen markanten Hut wieder auf und schieße noch einmal mit dieser ‚Blue Jeans‘ raus. Aber wenn du genau hinhörst, ist es doch ein ganz anderes Zusammenkommen mit diesem Song. Die Story steht für sich und ist eigenständig.

Wie autobiografisch ist speziell der Song „Alle Runden geboxt“.

Andy, mich schickst du nicht in die Seile … (lacht). Jeder ist mal angezählt, aber mich haut so schnell nichts um. Das Jahr 2020 war schon heavy und hat viele Veränderungen gebracht, aber auch da boxen wir uns wieder raus.

So war es gar nicht gemeint, sondern eher dahingehend, dass man dich – trotz bereits großer Erfolge – doch über Jahre eher verhindert als unterstützt hat. Ist der Titel auch eine „Kampfansage“ an deine Kritiker und Neider?

Das auf jeden Fall. Ich kann gut einstecken, aber wer austeilt, sollte auch ein stecken können. Mit diesem Album kann man mich kennen lernen. Aber ganz speziell ist dieser Song für alle Frauen – auch für Männer -, die in ihrem Leben schon so viel Scheiße durchgemacht haben, und gerade deshalb selbstbewusst sagen können: ‚Ich hab‘ alle Runden im Leben geboxt, aber ich lebe noch und ich stehe noch. Ich habe auch viel verpeilt und auch Haken gefangen, aber ich gehe da durch.“

Ein Song, der völlig aus dem Rahmen fällt, ist der Titel „Besser als gar nichts“. Ist das deine persönliche Liebeserklärung an den Sound der 80er Jahre?

Als ich den Song angeboten bekommen habe, dachte ich: Das gibt’s doch nicht. Das Lied hat Freddy Steinmann, viele kennen ihn als Keyboarder der Dorfrocker, geschrieben. Freddy habe ich 2019 kennengelernt und er hat mir die Demo vorgespielt. Der Titel hat mich total an Michael Cretu und Sandra erinnert. Die 80er Jahre waren ja meine Jugend. Auch mein Produzent Michael Dorth sagte: „Das lassen wir im schönen 80er Jahre Stil“.

Welche Stars der 80er haben dich besonders geprägt?

a-ha, Hubert Kah, Fancy, Limahl, Boy George – die haben mich alle begleitet in den 80ern. Natürlich liefen auch Amigos … (lacht).

Wie gehst du mit dem gesteigerten Interesse der Regenbogenpresse an deiner Person um, die seltsamerweise erst vor 1 – 2 Jahren eingesetzt hat?

Wie meinst du das?

Wie du damit umgehst, dass du auf einmal selbst im Blickfeld der (Medien-)Öffentlichkeit stehst?

Ach so … Ich sage einfach: Ich bleibe so authentisch, wie ich bin. Ich lass‘ mich nicht verbiegen. Es freut mich. Ich habe ganz, ganz viele treue Fans – und sie stehen felsenfest hinter mir. Auch jetzt, in der Corona Zeit. Auch dadurch, dass ich im Fernsehen zu sehen war, im Radio zu hören und auch in den Zeitschriften und auf Schlager-Plattformen wie smago berichtet wurde … – über Social Media war ich auch erreichbar.  Ich habe wirklich alles für meine Fans gemacht, was in dieser Zeit für mich machbar war. Und sie haben mir jetzt auch wirklich ganz, ganz groß gedankt. Ich bekomme viele Nachrichten, ganz viel Fan-Post, ich sitze jeden Abend bestimmt ’ne Stunde hier, und schreibe Autogramme. Ich freue mich über jeden Brief. Ich schreibe auch Briefe zurück. Ich nehme alles dankbar an.

Dein neues Album ist fast noch einen Tick moderner ausgefallen. Wie stolz bist du auf den Daniela-Alfinito-Sound, den Michael Dorth für dich kreiert hat?

Wir haben im Laufe der Jahre viel ausprobiert – von 2015 an, wo ich jetzt bei TELAMO bin, haben wir immer eine Schippe draufgelegt und am Sound gefeilt. Und ich glaube, jetzt bin ich angekommen. Und „Micha“, Michael Dorth, sagt auch immer: „Dani, wir müssen für dich einen extra Sound finden. Deinen ganz persönlichen Sound.“ Und ich glaube, den haben wir jetzt gefunden. Ich bin total glücklich. Und Michael ist es auch. 2019 #1, 2020 #1 sogar in allen drei Ländern D – A -CH. Das ist ein klares Ja vom Publikum. Und ich bin mal gespannt, was 2021 passiert …

Bei „Ich träume mich in deine Arme“ ist allein schon der Untertitel „Für Papa“ eine Liebeserklärung. Kannst du irgendwas zu diesem Song sagen?

Natürlich. Papa hat gesagt: Wir gehen zusammen auf Tour, da müssen wir doch auch mal wieder ein neues Lied haben. Dann hat er sich einfach hingesetzt und dieses Duett geschrieben, das beschriebt uns so genial, mit so viel Gefühl. Es ist wirklich der Wahnsinn! Nun habe ich gesagt: „Du, pass auf, genau dieses Lied möchte ich jetzt auch gerne als Musikvideo haben. Mein Wunsch ist erhört worden von TELAMO. Ich bin total glücklich. Wir haben ein super, superschönes Video, wir haben unser tolles Lied … – und ich denke, Corona kann jetzt bald vorbeigehen, dass wir die neuen Songs und das Duett dann auch wirklich auf der Bühne präsentieren können.

Nun feierst du im März ja einen runden Geburtstag. Hast du „Angst“ davor? Und was hast du an dem Tag vor? Weil: Man weiß im Moment ja überhaupt nicht, was man im März überhaupt alles anstellen kann …

Eine richtige Party zum 50er ist kein Thema, das ist mir auch gar nicht so wichtig und wird irgendwann nachgeholt. Aber, was wir schon besprochen haben: Karl-Heinz wird da sein, Papa wird da sein … Alles in kleiner Runde. Papa hat seinen Geburtstag auch nicht großartig feiern können. Ich habe gar nichts geplant und ich höre einfach, was Frau Merkel und Herrn Söder und Herrn Spahn sagen. Und was sie sagen, werde ich machen.

Dein letztes Album war in der Jahresausstellung der Schlager Charts erfolgreicher als das von Fantasy. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Ist das manchmal alles noch wie ein Traum für dich?

Das ist alles für mich jedes mal wieder wie ein Traum, Andy, und ich kann immer nur Danke, Danke, Danke sagen, dass das alles so gekommen ist. Und es gibt mir die Bestätigung, dass ich richtig liege und wirklich für die Menschen da draußen die Lieder singe, die auch sie berühren.

 

 

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