OLAF BERGER
Kein Mann für eine Nacht!

In der MDR-Talkshow erzählte der Sänger und Entertainer von einer Begegnung mit einer Prostituierten in Westberlin und seinen Erlebnissen an der Druschba-Trasse …:

 

Kim Fisher: Als braver DDR-Bürger durftest Du dann auch mal auf eine Studienreise nach Westberlin. Welches Konzert Du da besucht hast, ist das eine – aber wem Du da begegnet bist, das finde ich so lustig. Bitte erzähle diese Geschichte.

Man muss dazu sagen, nach 30 Jahren Grenzöffnung: Es war immer das größte Ziel für uns Sportler und Künstler, einmal in den Westen zu dürfen. Das war wirklich das Größte. Man hat seinen Job gemacht und alles – aber diese Reisefreiheit hat für uns wirklich eine ganz große Rolle gespielt. Ich wollte nicht in Westdeutschland bleiben oder ausreisen – ich wollte einfach diese Reisefreiheit genießen. Irgendwann hatte ich die Gelegenheit, auf einem Betriebsfest der Deutschen Reichsbahn zu spielen. Die haben auch schon zu DDR-Zeiten in Ost- und Westberlin zusammengearbeitet. Irgendwann bin ich dann mit meinem Auto nach Westberlin. Vorher wurde alles abgecheckt, ob in meiner Familie alles in Ordnung ist und ich auch wieder komme. Dann bin ich nach Berlin losgefahren und auf die „Straße des 17. Juni“ mit meinem Auto eingebogen. Nun muss man wissen: Dort hatten sich damals die Prostituierten platziert. Ich natürlich, aus Dresden kommend, wusste nicht, wo ich da hinfahre. Stelle mein Auto da ab und gehe zu dieser Veranstaltung. Danach komme ich zurück mit einem wunderschönen Blumenstrauß, den ich bekommen habe. Auf der Straße steht nur noch mein Auto ganz alleine und auf der Motorhaube sitzt eine Dame. Das war natürlich eine Prostituierte und ich als junger Mann aus Dresden komme dahin, sehe sie und denke, es wäre eine Artistin aus dem Programm gewesen, das wir eben gespielt haben. So, wie sie angezogen war. Sie sah meinen Blumenstrauß und sagte: Das wäre ja nicht nötig gewesen, und ich fragte dann, als es mir dämmerte: Was willst du haben? Sie: 50 DM. Ich: Ne, is mir zu teuer. (Lacht). So war das damals (lacht).
Kim Fisher: Du bist mit deiner Familie an der Druschba-Trasse gewesen.

Also, mit meiner Familie ist übertrieben. Es waren mein Vater und mein Bruder, die mit mir in der Band gespielt haben. Das war die Erdgasleitung, welche die DDR gebaut hat, ein ca. 500 km langes Teilstück haben die betreut. Da wurden Kulturprogramme für die Arbeiter veranstaltet und für uns Künstler im Osten war das eine tolle Sache, mal rauszukommen ins Ausland. Wir haben uns damals mit einem Programm beworben. Für mich war es ein Abenteuer mit Anfang 20. Wir flogen von Berlin nach Moskau. Und haben uns ein bisschen umgeschaut und waren auch im Kaufhaus GUM. Dort habe ich einen Koffer Essbesteck-Koffer 24-teilig gekauft (lacht). Irgendwie weil alle das kauften, habe ich das auch gekauft. Ich habe es lange nicht gebraucht, aber hatte dann einen (lacht). Dann haben wir noch den Kreml und den roten Platz angesehen und von da aus ging es dann mit dem Zug nach Westsibirien. Ich hatte überhaupt keine Vorstellung, wie groß Russland ist, das war Wahnsinn. Wir stiegen ein und fuhren und fuhren und ich fragte meinen Vater: Wie lange geht das denn noch? Dann wurde irgendwann Bettwäsche ausgeteilt und von da ab sind wir weitere 12 Stunden im Zug gefahren. Wir sind dann angekommen und mussten sofort auf die Bühne, das erste Konzert lief gleich früh um 5 für die Nachtschicht. Wir haben dann täglich drei Konzerte à 2 Stunden gegeben. Das war wirklich eine geile Zeit, so Anfang 20 in der Musikszene an der Druschbatrasse. Das war eine tolle Zeit.

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