CHRISTIN STARK
„Wertschätzt, was Frauen leisten!“
In der MDR-Talkshow „Riverboat“ sagte sie im Gespräch mit Wolfgang Lippert …:
Wolfgang Lippert: Du hast Anfang des Jahres etwas Schlimmes erlebt: Du hattest eine Fehlgeburt und Euer zweites Kind verloren. Du hast es nicht verschwiegen, sondern Du hast darüber gesprochen.
Das ist natürlich immer noch Hardcore und geht mir jetzt immer noch sehr nahe, und ich bin dankbar, dass ich darauf antworten kann. Wir sehen hier ein Posting von mir auf Instagram, dass ich sechs, sieben Wochen nach der Fehlgeburt auf meinem Kanal gepostet habe. Ich habe diesen Post nicht für mich gemacht, dass will ich ausdrücklich sagen. Ich wollte damit Mut machen. Ich habe diese große Einsamkeit gespürt und dieses Gefühl von Verletzlichkeit als Mutter. Ich finde, dass gerade so ein Schicksalsschlag wie eine Fehlgeburt ganz oft in so eine Stille rutscht. Und dann kommen auch so gut gemeinte Ratschläge wie: Hey, Du kannst es ja nochmal versuchen. Ich wollte verhindern, dass weiterhin darüber geschwiegen wird, dass das passieren kann. Jeder darf jedes Gefühl fühlen. Ich kenne alle Gefühle dieser Welt und kann sie in Musik verpacken. Die Gefühle einer Fehlgeburt, die so unglaublich weh tun, müssen Frauen sehr oft heute noch allein erleben. Wir sind aber keine Maschinerien, die einfach immer nur funktionieren und immer alles einfach so wegstecken. Ich wollte sagen: Schaut bitte hin, und wertschätzt, was Frauen leisten. Ich habe manchmal das Gefühl, Trauer wird oft als Luxus betrachtet. Dass uns Frauen dafür nicht der Raum gegeben wird.
Wolfgang Lippert: Wie hat Dein Gegenüber, wie haben Matthias darauf reagiert oder Deine Fans? Welche Antworten gab es darauf?
Das ist ne gute Frage, Wolfgang. Es gibt zwei Ebenen: Es ist einerseits mein Zuhause und ich hätte mich einigeln können. Ich wurde toll aufgefangen von meinem Mann und meine Mum war an meiner Seite. Ich hatte Zeit, das zu verarbeiten und die Wunde langsam heilen lassen zu können. In der Öffentlichkeit ist es ein offenes Buch. Du machst dich angreifbar in dem Moment, in dem du offen drüber sprichst. Jeder hat eine Meinung dazu und das ist auch ok und das kann man zulassen. Was ich nicht zulassen möchte: Das Frauen heimlich im Badezimmer zusammenbrechen und am nächsten Tag trotzdem wieder aufstehen, weil sie stark sein müssen. Deswegen habe ich es gepostet.
Woaaah … Ja. Schon (lacht). Matthias und ich sind jetzt seit 13 Jahren zusammen, und ich habe so lang einem Meister über die Schultern sehen können. Da ist es dann wohl auch normal, dass ich nun alleine meinem Weg gehen will – dass es noch authentischer und echter ist. Ich habe auch einen Heidenrespekt vor ihm und er sagt schon: Oh, dass kann ich aber besser. Dann sage ich: Ja, mag sein. Du bist Matthias Reim, aber ich bin Christin Stark.
Ich möchte Zoe ein so normales Leben wie möglich geben. Ich lasse sie während meiner Tour Zuhause bei meiner Mama. Ich möchte nicht, dass sie mit mir von Hotel zu Hotel zieht, in Backstage-Bereichen aufwächst und Stress hat. Sie soll alles machen können, was ein Kind gern will: In Pfützen hupfen mit Socken, in die KiTa gehen, in der Natur sein. Ich weiß, ich werde ganz sehr leiden, auch wenn ich weiß, dass sie bei meiner Mama in den wirklich allerbesten Händen ist.
Wieso wusste ich, dass noch so eine Frage kommt? Ja, muss ich (lacht). Frage ich Matthias, hey Baby, können wir demnächst drei Tage mit Zoe wegfahren, dann antwortet er: ja, gern, muss ich mal nachsehen. Die Antwort kommt dann vielleicht eine Woche später. Rufe ich aber in seinem Büro an, habe ich das in 10 Sekunden geklärt. Das ist einfach der kürzeste Weg (lacht).

