PETER KRAUS u.a.
Heute (14.06.2013) zum Thema "Was wären die Jungen ohne die Alten?" in der Talk-Show "NACHTCAFé" zu Gast!

„Gäste bei Wieland Backes“ // Südwest Fernsehen, 22.00 Uhr – 23.30 Uhr! 

Sie sind aktiv, die meisten haben viel Geld und Zeit. Durchschnittlich 157 Euro pro Monat gehen von der Seniorengeneration als regelmäßige Finanzspritze an ihre Kinder, auch wenn diese längst auf eigenen Beinen stehen. Laut einer jüngst veröffentlichten Altersstudie geht es der Generation „65 Plus“ so gut wie keiner vor ihr – und davon profitieren eindeutig auch die Jungen.

 

Nicht nur der Geldhahn wird aufgedreht, auch bei der Betreuung der Enkelkinder stehen die Alten parat. Die Wirtschaft hat sie ebenfalls wieder entdeckt: Wurden noch vor wenigen Jahren ältere Mitarbeiter vorzeitig ausgemustert, so werben heute immer mehr Unternehmen gezielt wieder erfahrene Kräfte besonders für Führungspositionen an. Manchen Jungen ist diese Konkurrenz ein Dorn im Auge – und sie beklagen sich über die neue hedonistische Großelterngeneration, die lieber auf Kreuzfahrten geht als sich um die Enkelkinder zu kümmern.

Alte Hasen und junge Hüpfer – wie gelingt es, dass Jung und Alt doch voneinander profitieren?

 

Die Gäste:

Er galt einst als Deutschlands Antwort auf Elvis Presley und auch als 74-Jähriger rockt Peter Kraus noch heute die Show-Bühnen. Seine Bilderbuch-Karriere auch als Schauspieler verdankt der ehemalige Teenie-Star der Unterstützung seines Vaters Fred Kraus – heute steht der Entertainer seinem Sohn Mike mit Rat und Tat zur Seite. Trotzdem kennt seine Hilfsbereitschaft Grenzen: „Ein Opa, der nur noch für seine Enkel da ist und babysittet, werde ich nie sein.“

Cassandra Steen verdankt ihren Großeltern trotz widrigen Umständen eine glückliche Kindheit. „Sie haben mich angenommen wie ihr eigenes Kind und prägen mich bis heute“, sagt die Soulsängerin mit schwäbisch-amerikanischen Wurzeln. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt, als Zweijährige wurde sie auch von ihrer Mutter im Stich gelassen. Erst als 18-Jährige erfuhr sie die ganze schmerzhafte Wahrheit.

Auch Therapeutin Brigitte Lämmle würde für ihre zwei Enkelkinder alles tun. Sie bedauert Großeltern, die ihre Enkel nur einmal im Jahr sehen: „Meine Rolle als Oma ist die Wiederholung des Glücks mit den eigenen Kindern“, sagt die ehemalige TV-Psychologin mit Kultstatus. Die Münchnerin genießt ihre Rolle als fürsorgliche Oma – und entlastet trotz eigener voller Berufstätigkeit ihre Kinder bei der Erziehung stets so gut es geht.

Christa Gassmann hat zwar keine eigenen Enkel, wurde aber mit 72 Jahren im fernen Kanada zur Ersatzoma. „Ich habe selbst vier Kinder großgezogen und weiß, dass man dabei jede Hilfe gut gebrauchen kann“, sagt die Au-Pair-Oma, die zweimal mehrere Monate einer schwäbischen Auswanderfamilie mit drei Kindern beistand. Und dafür extra Englisch- und Computerkurse belegte.

„Ohne die Alten sind die Jungen komplett verloren“, sagt Unternehmer Dieter Reitmeyer und kritisiert den grassierenden Jugendwahn in der Berufswelt. Gegen den Trend stellt der Rheinländer bevorzugt Ingenieure und Fachkräfte jenseits der 50 ein – und ist begeistert von deren Erfahrung, Motivation und Arbeitsmoral: „Die Alten nehmen bei uns die Jungen an die Hand – Gewinner sind am Ende alle.“

„Die Republik ist fest im Griff der egoistischen Alten“, beklagt hingegen Martin Speer. Mit einer Mahnwache vor dem Kanzleramt kämpft der 26-jährige Aktivist derzeit für eine größere Mitbestimmung und mehr Rechte der Jungen. Für Speer ist ein breiter Protest längst überfällig: „Wir Jungen sollen nur noch brav für die Renten-Partys der Senioren schuften, zu sagen haben wir jedoch nichts!“

Droht also ein neuer Generationenkonflikt wie zuletzt in den 1960er-Jahren? „Keinesfalls, dafür gibt es keinen Anlass, ganz im Gegenteil. Noch nie gab es mehr Übereinstimmung in der Lebenseinstellung und den Wertevorstellungen zwischen Jung und Alt“, meint der Soziologe Prof. Dieter Otten und blickt dabei optimistisch auf die Zukunft unserer Gesellschaft.

An der Bar:

Lisa Oldhues war überzeugt, die perfekte Geschäftsidee zu haben und stand dennoch kurz vor der Pleite. „Ich ging sehr blauäugig und naiv vor, schnell drückten mich 100.000 Euro Schulden“, so die Jungunternehmerin. Bis Senior-Experte Wilfried Hülsmann in ihr Leben trat. Der erfahrene Handelskaufmann prüfte ihre Bilanzen und krempelte das Firmenkonzept völlig um. Heute floriert Oldhues‘ Unternehmen: „Zukunft braucht eben auch Erfahrung“, sagt der 75-jährige Retter in letzter Not.

Wiederholungstermine:

am 15.06.2013, 11.35 Uhr im SWR Fernsehen

am 18.06.2013, 23.30 Uhr im SWR Fernsehen
 
 
 
 
 
ZUR SENDUNGSHOMEPAGE…:

SWR (Textvorlage)

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