FRANK ZANDER
“Alles Gute zum Geburtstag”: Die große FRANK-ZANDER-Story zum 80.!

Mit einer sehr ausführlichen musikalischen Biografie gratuliert smago! dem Berliner Urgestein …:

 

 

Am 4. Februar 1942 wurde FRANK KURT ZANDER als Sohn eines Mitarbeiters einer Krankenkasse in Berlin geboren. Seine Mutter war Hausfrau, er wuchs gemeinsam mit seiner 11 Jahre älteren Schwester CHRISTA auf.

Der als Schüler wohl (vorsichtig formuliert) nur mäßig erfolgreiche ZANDER konzentrierte sich zunächst auf seine Begabung zu zeichnen und schloss 1966 eine Ausbildung in einer Meisterschule für Grafik als Grafiker nach acht Semestern mit „gut“ ab – dieses Talent nutzte er später auch für einige seiner Platten-Covers (z. B. für die als FRED SONNENSCHEIN aufgenommenen Hamster-Schallplatten).

Beruflich war er kurze Zeit als Verpackungsentwerfer für einen Chemiekonzern tätig und als Panorama-Maler (er malte für ein Kaufhaus „Öl-Schinken“, also Landschaftsbilder in Öl).

Musikalisch begann FRANK ZANDER, nachdem er bereits 12-jährig in der WATERSIDE SKIFFLE GROUP tätig war, als Gitarrist der Berliner „GLOOMY MOON SINGERS“ (später „GLOOMYS”) – neben eigenen Produktionen (z. B. „Day Break“ und „Kein anderes Mädchen hat Augen so wie du“) verdingte sich die Band auch als Begleitgruppe von CHRISTIAN ANDERS und MICHAEL HOLM. Im Laufe der Jahre stellte sich aber heraus, dass FRANK eher Solo-Musiker ist und sich als Begleitmusiker unwohl fühlte.

So ist nachzulesen, dass ZANDERs Frau nicht damit einverstanden war, dass der Anfang der 1970er Jahre bereits sehr erfolgreiche CHRISTIAN ANDERS bei gemeinsamen Auftritten mit den GLOOMYS eine weit höhere Gage einfuhr als der seinerzeit noch unbekannte FRANK ZANDER.

Zwischenzeitlich stieg FRANK ZANDER (vielleicht deshalb?) wohl auch aus dieser Band aus, um später doch dort wieder anzuheuern. Es heißt auch, dass das Verhältnis der beiden Schlagergrößen untereinander bis heute nicht das beste sei – ob das stimmt, können die beiden selber sicher am besten selber beantworten, beim smago!-Award 2014 konnte diesbezüglich allerdings nichts beobachtet werden.

Jedenfalls dürfte FRANKs Stimme, deren Unverwechselbarkeit wohl auf einer nicht auskurierten Mandelentzündung Anfang der 1970er Jahre basiert, zu einem großen Teil zum Erfolg als Solo-Interpret beigetragen haben.

Bereits 1973 brachte Zander unter dem Pseudonym „EDE AND THE POMMESFRITEZ“ seine erste von MICHAEL HOLM produzierte Eigenkomposition „Erna“ als Single heraus – die Single kam später im Zuge des Erfolges im Frühjahr 1975 sogar für einen Monat in die deutschen Verkaufscharts.

Im gleichen Jahr heuerte der Berliner beim umtriebigen Plattenlabel Hansa an. Dort gab es eine Reihe „der andere song“ – passend dazu schrieb Zander mit seinem Kumpel GUNTER GABRIEL seine erste unter eigenem Namen veröffentlichte Single: „Nick Nack Man“. Mit sehr schwarzem Humor wurden teuflische Eigenschaften beschrieben – auch fast 50 Jahre später ist der Song über einen Mann, der Leute, die sorglos leben, ins Verderben schickt, erstaunlich aktuell.

Wie FRANK zu der „Grusel-Masche“ kam, hat er 1975 der BRAVO verraten: „Ich habe schon in verschiedenen Bands gespielt und gesungen. Ich merkte auch, dass ich als normaler Sänger gar keine Chance habe. Da ich mir gerne Gruselfilme ansehe, kam ich auf die Idee, mich zu verkleiden. Ich möchte die Leute schocken – aber auf heilsame Art.

Nicht umsonst ist auf der Rückseite der Debutplatte zu lesen: „Schwarzer Humor und tiefere Bedeutung. Vor etwa vier Jahren begann ein sensibler junger Berliner Musiker, seine zweite Stimme zu ‚kultivieren‘. Frank Zander startete mit der ‚Q-Band‘ den Comic-Rock. Für Parodie, Travestie und Persiflage schuf Frank Zander sich eine stimmliche Maske, die heute geradezu sein Markenzeichen ist. Speziell der ‚schwarze Humor‘ (mit tieferer Bedeutung) hat Frank Zander riesigen Erfolg auf der Bühne gebracht“. Auch mit genauen Daten ist man auf der Single nicht geizig – die darauf enthaltenen Songs wurden am 28. Juni 1973 im Intro-Studio eingespielt.

In seiner offiziellen Biografie behauptet Frank, mit seinem „Nick Nack Man“ den ersten deutschen Rap der Musikgeschichte abgeliefert zu haben – da muss man erst mal das Gegenteil beweisen. Interessant ist aber, dass eigentlich als A-Seite der ersten Single Franks Song „Dann prost, mein Freund“ vorgesehen war.

In dem Intro-Studio der Hansa wurde aber nicht nur schwarzer Humor betrieben – nein, dort wurde auch der quäkend-fröhliche Sound der Hamster, mit denen Frank als „FRED SONNENSCHEIN“ auftrat, erfunden – er war der Meinung, dass zu diesem Konzept sein Name „zu viele Gräten“ habe. Gemeinsam mit seiner Ehefrau EVY entwarf FRANK ZANDER die Kostüme der singenden Hamster, der Sänger hatte deren Köpfe entworfen und EVY die Kostüme genäht.

Die Hamsterdarsteller und –„sänger“ waren illustre Namen – Hamster „FRITZCHEN“ war niemand geringerer als HUGO EGON BALDER, der damals selber als Sänger beim Hansa-Label „der andere song“ in Erscheinung trat und Hamster „MÄXCHEN“ war UNDINE SELZ vom Meisel-Verlag.

Im Buch „Die Hit-Fabrik“ kann man nachlesen, wie die Hamsterstimmen aufgenommen wurden: „Die Bandmaschine wurde eine Quinte heruntergefahren, dann wurde normal darauf gesungen und das Ganze wieder mit Normalgeschwindigkeit abgespielt. Die dadurch eintretende Verzerrung ist nur mit analoger Aufnahmetechnik, nicht digital möglich“.

Lange vor den SCHLÜMPFEN verlieh FRANK ZANDER seinen Hamstern diese eigentümliche Stimmfarbe. Auch an der Idee mit dem schnelleren Abspielen der Bandmaschine soll Sohn MARCUS nicht unschuldig gewesen sein, so hieß es im Musikmarkt vom 15. Juni 1975: „Sohn Marcus, mit der Technik eines Tonbandgerätes nicht so vertraut, spielte dieses Lied schnell ab, zu hören war eine herrlich kreischende Stimme – die Geburtsstunde der Hamster ‚Max und Fritz‘“.

Bereits im April 1974 wurde die erste Single von FRED SONNENSCHEIN veröffentlicht – interessanterweise war es erneut die B-Seite, die „einschlug“ – das von RENEE MARCARD (bürgerlich RENATE MEISEL) getextete Lied „Alles Gute zum Geburtstag“ avancierte über die Jahre zum echten Evergreen, obwohl als A-Seite der Single die „Hamsterserenade (Tiritom Bam Bam)“ vorgesehen war.  Das Lied schrieb Zander zu Ehren seines Sohnes MARCUS.

FRANK ZANDERs erste Single, die in die Verkaufshitparade kam, „Ich trink‘ auf Dein Wohl Marie“, weist eine Besonderheit in der Charts-Historie auf, die nur selten zu finden ist. Wurde am 13. und 20. Januar 1975 noch die B-Seite, „Der Ur-Ur-Enkel von Frankenstein“, in den offiziellen Musikmarkt-Charts notiert, findet sich ab dem 27. Januar die andere (A-)Seite der Single namens „Ich trink‘ auf Dein Wohl, Marie“, die es in den Charts bis auf einen sensationellen 4. Platz brachte und imposante TV-Auftritte damit absolvierte (u. a. in RUDI CARRELLs „Am laufenden Band“).  Zu fortgeschrittener Stunde ist das Lied bis heute bei Karaoke-Veranstaltungen gerne genommen.

Hintergrund könnte sein, dass der „Ur- Ur- Enkel“, von einigen Fans als Vorläufer deutscher Rap-Musik Marke DIE FANTASTISCHEN VIER bezeichnet, ein veritabler Radio-Hit war – lange Zeit war dieser Song der erfolgreichste deutschsprachige Titel der WDR-Rundfunkhitparade „Schlagerrallye“. Beispielsweise war am 18.01.1975 in dieser Radio-Hitparade FRANK ZANDER auf Platz 2 – er musste sich mit dem “Ur-Ur-Enkel” damals nur QUEEN („Killer Queen“) geschlagen geben und notierte sogar noch vor den damals sehr populären RUBETTES („Juke Box Jive“), die sich mit Platz 3 begnügen mussten. –

Später interpretierte FRANK ZANDER dann seinen „anderen Song“ (so nannte die Plattenfirma Hansa wie erwähnt die Song-Reihe, innerhalb der die Platte damals veröffentlicht wurde) „Ich trink auf Dein Wohl, Marie“ im Fernsehen – vielleicht wurde in den Charts fortan deshalb dieser Song genannt.

Im „Marie“-Song lässt Frank Zander seine gescheiterte Ehe Revue passieren und betrinkt sich dabei zusehends. Autobiografische Züge dürfte die Nummer weniger haben, ist Zander doch seit Ende der 1960er Jahre mit seiner EVY verheiratet. Es ist zu vernehmen, dass sie als Frau im Hintergrund (vielleicht vergleichbar mit HILDE bei ihrem PETER ALEXANDER) als Managerin die Zügel in der Hand hält und somit wirtschaftlich die Fäden in der Hand hielt und hält im Hause Zander. Für den großen Erfolg erhielt ZANDER am 3. Juni 1975 als „interessanteste Neuentdeckung“ eine „Goldene Europa“ der Europawelle Saar.

In Deutschland bekam der Berliner von seiner gleichnamigen Plattenfirma die „Hansa-Kogge“ als erfolgreichster Interpret der Company des Jahres 1975 überreicht. Vorjahressieger GUNTER GABRIEL überreichte die Auszeichnung unter den Augen des damaligen Plattenfirmen-Chefs HANS BLUME.

Nicht nur in Deutschland schlug Zanders Durchbruch-Single ein – in Österreich konnte er aus den Händen des damaligen Ariola-Österreich-Chefs STEPHAN VON FRIEDBERG im Rahmen der von PETER RAPP moderierten Jugendpop-TV-Show „Spotlight“ eine Goldene Schallplatte entgegennehmen. Dort kam der „Ur-Ur-Enkel von Frankenstein“ gar bis auf Platz 1 der Austria-Charts.

Zum Jahresende 1975 veröffentlichte FRANK die Nachfolgesingle zu seinem Superhit. Auch die „Disco Polka“ fand wieder zahlreiche Fans, der Song schrammte knapp an einem Top-20-Hit vorbei. In dem Lied mit Textzeilen wie „Schöne Schuhe hat er, aber gelbe Zähne“ verballhornt Zander u. a. DJs – einen nennt er namentlich: „TERRY EXPLOSION“. Unter diesem Pseudonym brachte er die Single dann noch mal in englischer Sprache auf den Markt („Disco Polka – The Original English Version“).

Auch im Fernsehen begann FRANK ZANDER durchzustarten – am 23. Februar des Jahres lief erstmals die von ihm und HELGA FEDDERSEN moderierte Klamauk-Musiksendung „Plattenküche“ über die Bildschirme – zunächst noch in den Dritten Programmen (außer Bayern), dann sogar im Ersten. Bis 1980 wurde die Show, zu deren Bestandteilen auch vier GoGo-Girls gehörten, (insbesondere bei Jugendlichen) erfolgreich ausgestrahlt.

Das Jahr 1976 sollte wohl aus FRANK ZANDERs Sicht nach dem Motto laufen: „Was einmal funktioniert, das probieren wir noch mal aus“ – folglich dachte man sie eine weitere Geschichte um Marie aus – diesmal nannte man sie „Ich wünsch‘ Dir für die Zukunft alles Gute (Marie Teil 2)“ – es wurde kein besonderer Erfolg.

Auch die Hamster wurden 1976 wieder tätig und sangen mit „FRED SONNENSCHEIN“ nach bewährtem Strickmuster: „Nur Du bist der Allerbeste“, erneut ein Thema passend zum Thema Geburtstag.

Im November 1976 geschah etwas, was bei FRANK ZANDER inzwischen fast Tradition hatte – erneut war die B-Seite der große Hit – und die A-Seite (diesmal ging es in dem Song „Rosita (Heinz Schwalbe, der Pauschal-Tourist)“ um das Thema Urlaub und ein missglücktes Liebesabenteuer) kein Kracher.

Die B-Seite hingegen schlug ein wie eine Bombe: „Oh Susi (der zensierte Song)“ hielt sich weit über ein halbes Jahr in der deutschen Verkaufshitparade und kam bis auf Platz 2 der Charts. Die witzige Idee an dem Titel war, dass vermeintlich „frivole“ bzw. anstößige Worte in dem Lied durch Geräusche ersetzt wurden – deshalb „der zensierte Song“. Witzigerweise wurde trotz der vermeintlichen „Selbstzensur“ das Lied u. a. vom Bayerischen Rundfunk mit Sendeverbot belegt – so ein Verhalten führte schon oft zu einem Superhit, auch bei „Oh Susi“ hat das funktioniert. Um Franks „Not“ deutlich zu machen, werden Fotos veröffentlicht, auf denen sein Mund mit Leukoplast verriegelt wurde und eine barbusige Dame sich seiner annimmt.

Der BRAVO hat FRANK damals die Entstehungsgeschichte des Songs erzählt: „Das war zu einer Zeit, als viele Rundfunkanstalten die Lieder meiner Kollegin GILLA („Tu es“, „Ich brenne“) nicht spielten, weil sie angeblich gegen die guten Sitten verstoßen. Da beschloss ich, einen Song zu schreiben, in dem nur ‚saubere‘ Wörter vorkommen und alle anderen durch Husten, Quietschen, Pfeifen, Stöhnen ersetzt werden.

Die LP „ZANDERs Zorn“ mit dem „Susi“-Song war auch überaus erfolgreich, hielt sich über Monate in den Longplay-Charts und erreichte dort einen 4. Platz.

Im Sommer 1977 nahm Zander sich eines BOBBY-DARIN-Hits an – und machte aus dessen Splish Splash Song „Splish Splash Badewannen Party“. In dem Lied kommt übrigens wieder „Susi“ vor – meine Lieblingszeile in dem Song ist demnach klar „Ich hab den drallen Busen von der Susi im Gesicht“. Den Text schrieb übrigens „FRANK THORSTEN“.

Angesichts von Auftritten mit GoGo-Girls und solchen Texten – man denke auch an den „Marie-Song“ („Deine Figur war wie ein Kleiderständer“) war Zander wohl nicht der perfekte Repräsentant der Emanzipation. In einem Schlagerbuch formuliert der Autor ANDRÉ PORT LE ROI das  wie folgt:

Dieses Platz vier der Verkaufscharts erreichende Elaborat (gemeint: ‚Ich trink auf Dein Wohl, Marie‘) sichert seine ordinäre Kritik an den Frauen durch den Kunstgriff des trinkenden, also nicht zurechnungsfähigen Mannes ab: Offenbar trauten sich die Männer nicht mehr, Kritik an der neuen Rollenverteilung offen auszusprechen. 1977 lamentierte Frank Zander in ‚Die Frau von Gegenüber‘ erneut über die Schrecken der modernen Zeiten: ‚Diese verdammte Emanzipation, die macht uns Männer so klein, klitzeklein‘“. Kein Wunder, dass Zander 1979 von österreichischen Frauenvereinigungen für seine Auftritte in der „Plattenküche“ zur „Mistsau des Jahres“ gewählt wurde – ein fürwahr großartiger Adelsschlag…

Dan Fans scheint es gefallen zu haben – für seinen großen Erfolg erhielt Zander den Bronzenen Otto 1977 der Jugendzeitschrift BRAVO. Vom Branchenblatt „Musikmarkt“ wurde FRANK ZANDER sogar als erfolgreichster deutscher Interpret gekürt.

Der gerade zitierte Song „Die Frau von gegenüber“ wurde die erste 1978 erschienene Single. Es kam, was (beim Zander) kommen musste – diese „Spanner-Ballade“ hielt sich nur eine Woche in den Charts. Erneut startete die B-Seite als Hit der Single durch.

Hintergrund könnte in diesem Fall die Umstellung der ZDF-Hitparade sein. Seit jenem Jahr waren die Verkäufe in den Media-Control-Verkaufscharts dafür zuständig, ob jemand in die Heck-Show kommen durfte. So ergab sich, dass am 06.03.1978 Zander erstmals überhaupt in seiner Heimatstadt Berlin in der Kultshow auftreten durfte. Vermutlich wollte man dort dann wohl lieber den unverfänglichen Titel „Disco Planet (wir beamen)“ vorstellen. Die Rechnung ging auf – der Song, den FRANK mit der kultigen Puppe „Oxygen IV“ vortrug, wurde ein Hit. Die Verballhornung der damaligen Disco-Welle kam gut an. BONEY M., SANTA ESMERALDA, AMANDA LEAR und BACCARA bekommen bei dem Lied „ihr Fett weg“.

1978 betätigte sich FRANK ZANDER auch als Produzent für die Berliner Band „WEDNESDAY“, die LP „A Way To Get High“ wurde allerdings kein Erfolg. DIE BRAVO schrieb damals: „WEDNESDAY ist eine fünfköpfige Rock-Formation aus Berlin, die von FRANK ZANDER entdeckt und produziert wurde. Ihr „Back Tot he River“ besticht durch klaren, ausgereiften Sound, der ein bisschen an die ehemalige Supergruppe CREEDANCE CLEARWATER REVIVAL erinnert.“

In jenem Jahr war auch mal wieder ZANDERs „Alter Ego“ FRED SONNENSCHEIN am Start und veröffentlichte das 1908er Alt-Berliner Couplet „Der kleine Finkenhahn“ auf Single („Nach ‚Alles Gute zum Geburtstag‘ und ‚Nur Du bist der Allerbeste‘ erscheint auf Wunsch vieler Hörer und speziell der Hörer des NDR die dritte Single von Fred Sonnenschein und seinen Freunden.“).

Auf seiner 1977 erschienenen LP „F. B. I. – Franks beknackte Ideen“ befand sich u. a. ein im Country-Stil gehaltener Song namens „Rauchen macht frei“, den das Bundesministerium für Gesundheit und Umweltschutz(!) Österreichs als Flexi-Single herausbrachte, um Jugendliche vom Rauchen abzuhalten bzw. zu motivieren, sich das Laster abzugewöhnen. Frank Zander in der hohen Politik – wer hätte das gedacht…!?

Nach den ewigen Verwirrungen um A- und B-Seite ging die Plattenfirma mit der nächsten Single auf „Nummer sicher“ und bewarb die Scheibe wie folgt: „Humor ist, wenn Sie mit Frank Zander lachen! Zwei beknackte, wahnsinnige A-Seiten, die alles in den Schatten stellen“. Diesmal hätte man nicht so vorsichtig sein müssen – der Weltraum-Song „Captain Starlight“ entpuppte sich als klarer Hit.  Damit konnte ZANDER sich im Frühjahr 1979 erneut drei Mal in der ZDF-Hitparade platzieren. Auch damit war der Berliner über Monate in den deutschen Charts.

Im Frühsommer 1979 gab es wieder einen (O-Ton) „Mordsspaß für alle Hamsterfans“ – „Fred Sonnenschein“ nahm sich mit seinen Hamster-Freunden des BILLY-MO-Evergreens „Ich wünsch‘ mir lieber ’nen Tirolerhut“ an.

Die 1970er Jahre schloss FRANK ZANDER unspektakulär mit der wenig beachteten Nummer „Ich könnte Frau’n klau’n“ ab.

Anfang der 1980er Jahre fing der Berliner wieder an zu „rappen“, wobei die Nummer „Crazy Harry“ (Co-Autor war ein gewisser „B. DÖDEL“) kein Erfolg wurde, obwohl er sie am 03.06.1980 in seiner „Plattenküche“ vorgestellt wurde.

Nachdem die Plattenküche beendet wurde, ging es mit FRANK ZANDERs Fernsehkarriere weiter – am 18.12.1980 wurde die „FRANK-ZANDER-Show“ ausgestrahlt, passend dazu wurde wieder eine LP veröffentlicht mit der Single „Tu doch meine Asche in die Eieruhr“, die er als Neuvorstellung in der ZDF-Hitparade präsentierte.

FRANK ZANDERs TV-Karriere ging nahtlos weiter – nachdem die „Plattenküche“ 1980 eingestampft wurde, war er auch Bestandteil des Ensembles der Nachfolgesendung „Bananas“, die ab dem 24. März 1981 bis Ende 1984 über die Bildschirme flimmerte.

1981 grassierte das Ententanz-Fieber. Die ELECTRONICA‘S aus Holland hatten mit ihrem Instrumentaltitel „Dance Little Bird“ einen Riesen-Hit. Gemeinsam mit „RENÉ MARCARD“ schrieb ZANDER dazu einen deutschen Text und veröffentlichte das Lied mit seinen Hamster-Freunden als „FRED SONNENSCHEIN“. „Ja, wenn wir alle Englein wären“ wurde FRANK ZANDERs erster und bislang einziger Nummer-1-Hit in Deutschland – es wurde ein riesiger Erfolg. „FRED“ gab in dem Lied den Schwerenöter, der immer artig ist, wofür seine Hamster ihn quasi auslachten. Die Stimme gab weiterhin u. a. Hugo Egon Balder, bei TV-Auftritten saßen in den Hamstern die Teenager SABINE THIESLER als Max und URSULA STAMPFLI als Fritz. Später wurden sie durch andere Protagonisten ausgetauscht.

In der Berliner Discothek „Sugar Shack“ wurde für 650.000 verkaufte Singles eine goldene Schallplatte verliehen – es war in Deutschland ZANDERs erste „Goldene“. – Das war Motivation genug für seine Plattenfirma, eine TV-beworbene LP (Etat: 1,2 Mio. DM) auf den Markt zu werden – „Die fröhliche Hamster-Parade“ – die Scheibe erreichte zwar immerhin Platz 14 der Longplay-Charts – vermutlich hatte man sich aber mehr davon versprochen.

Im Herbst des Jahres wurde Zander auch in anderer Hinsicht kreativ – er schuf ein Fantasiewesen namens „Wusel“. Gemeinsam mit seinem Freund CLAUDI FRÖHLICH arbeitete Frank zwei Jahre an der LP mit dem Science-Fiction-Hörspiel namens „Das Wusel von der Venus“. Die gleichnamige Single wurde gesungen von „FRANK ZANDERs Wusel und den Venuskindern“.

In vielseitiger Manier brachte FRANK ZANDER noch ein komplett anderes musikalisches Projekt auf den Weg – gemeinsam mit KLAUS ZUFALL veröffentlichte er 1981 unter dem Pseudonym ZAZU den englischsprachigen Song „When the War Broke Out“.

Im Januar 1982 gab es eine weitere Single von „FRED SONNENSCHEIN“, die erneut Platz 1 der ZDF-Hitparade stürmte: „C’est la vie – so ist nun mal das Leben“ – historisch ist das insofern interessant, als im April 1982, als FRANK die Hitparade gewann, erstmals das TED-Verfahren als Abstimmungsmodus verwendet wurde.

Die nächsten Fred-Sonnenschein-Songs, „Der Ohrwurm“ (mit dem Lied der GEBRÜDER BLATTSCHUSS bewarb sich GOTTLIEB WENDEHALS seinerzeit sogar für die Eurovision) und der Remake des Klassikers „Pack die Badehose ein!“, den er am 5. Juni 1982 in der ROBERTO-BLANCO-Show (damals Nachfolgesendung von RUDI CARRELLs „Am laufenden Band“) präsentierte, konnten nicht mehr an den Riesen-Erfolg des Ententanz-Hits anknüpfen.

Folglich wurde FRANK ZANDER wieder mit seinem eigenen Namen aktiv – und damit hatte er wieder einen durchschlagenden Erfolg. Im Sommer 1982 veröffentlichte er eine Ulkversion des TRIO-Hits „Da da da“ – er machte daraus „Da da da – ich weiß Bescheid, Du weißt Bescheid“. Mit dem Titel schaffte er das Kunststück, sowohl in Deutschland als auch in Österreich als auch in der Schweiz jeweils bis auf einen sensationellen 2. Platz der Single-Hitparaden zu kommen.

Gemeinsam mit seinem Stoff-Hund „Herr Feldmann“, der „Co-Moderator“ seiner am 11. Oktober 1982 gestarteten TV-Show „Vorsicht Musik!“ (Nachfolgesendung von ILJA RICHTERs „Disco“) war (die Puppe trug erneut die Stimme von HUGO EGON BALDER), besang ZANDER gegen Ende des Jahres die deutsche Version des MUSICAL-YOUTH-Hits „Pass the Dutchie“ und machte daraus „Ach Du weißt ja nicht wie gut Dir’s geht“.

Es kam wie so oft: Immer, wenn der Berliner mit TV-Shows sehr erfolgreich war, gelang ihm kein echter Hit. Die Nachfolgenummer von „Da da da“ floppte gnadenlos. Auf der Rückseite der Single wurde Werbung für eine LP gemacht, die ältere Songs beinhaltete namens „Zanda Da Da“. Über diesen Tonträger war Zander alles andere als erfreut – erstaunlich deutlich äußerte er sich im Branchenblatt Musikmarkt: „In meinen Augen ist das ein Beispiel von unrichtiger Firmenpolitik, so typisch nach dem Motto: Der hat schon lange nichts veröffentlicht, also müssen wir einmal nachhelfen, woraufhin sich alle auf eine neue Zander-LP freuten, die Vertreter ‚hallo‘ schrien und das Publikum alte Sachen vorgesetzt bekommt. Das ist nicht in meinem Sinn“.

FRANK ZANDER war stets bemüht, nah am Zeitgeist zu bleiben. Im Zeitalter der Aerbobic-Welle 1983 galt daher für ihn (O-Ton Plattenfirma): „Die Aerobic-Welle ist übergeschwappt und der Zander übergeschnappt. VORSICHT MUSIK für Frauen mit Texten für Männer – über ein Thema für Kenner!“. Die zugehörige Single „Aerobiegsam“ wurde u. a. am 19. Juni 1983 in der Schlussziehung der ARD-Fernsehlotterie vorgestellt – ein Erfolg wurde das (im Gegensatz zu den Aktivitäten von SYDNE ROME) nicht.

Auch zur nächsten Zander-Single ließ die Plattenfirma sich nicht lumpen und erfand weitere Werbesprüche: „Ist die Lage auch bescheuert, jetzt wird Zander abgefeuert! – Diesmal muss der Super-Hit ‚Vamos a la Playa‘ dran glauben. Nonsens total!“. Zu Hochzeiten der Neuen deutschen Welle gab es wohl genügend anderen Nonsens, diese Coverversion („Hurra! Hurra! Wir leben!“) von FRANK ZANDER zog beim Publikum nicht, obwohl der Barde mit dem Titel die letzte Folge seiner TV-Reihe „Vorsicht Musik“ am 4. Januar 1984 abschloss.

Ende 1983 wurde noch mal „FRED SONNENSCHEINs“ Klassiker „Alles Gute zum Geburtstag!“ ausgebuddelt. Diesmal mit neuem Singlecover, auf dem vermerkt ist „Alles Gute für…“ und dann individuell das Geburtstagskind eingetragen wird. Vermutlich war das die Grundidee, die von FRANK dann weiterentwickelt wurde. Er hatte die Idee, einem Geburtstagslied dadurch eine ganz persönliche Note zu geben, dass der Name des Geburtstagskindes darin genannt würde. Eine solche Individualproduktion hielten alle darauf angesprochenen Plattenfirmen für nicht realisierbar.

Somit beschloss FRANK ZANDER, die Idee selber zu verwirklichen – er gründete zusammen mit seinem Sohn MARCUS, dem ehemaligen Hansa-Studiochef TOM MÜLLER und dem Tonmeister INGO STEINBACH das Label „Handgebrannt“. ZANDER singt dann auf Wunsch jeden Namen individuell ein. Die Idee wurde später auch auf Hochzeitsplatten und für „Verzeih mir“-Projekte erweitert. Bereits 1985 wurden erste Ideen dieser Art (damals noch per „Flexi-Disc“) mit der Firma „Trend Geschenke GmbH“ umgesetzt (damals unter dem Motto „Hurra! … hat Geburtstag!“).

Die FRED-SONNENSCHEIN-Idee schien inzwischen hingegen „ausgelaugt“ zu sein, Anfang 1984 probierte man es noch mal mit dem erfolglosen Song „Bum Da Da Bum Da Da“.

Die langjährige Zusammenarbeit mit der Berliner Hansa wurde 1985 eher unspektakulär mit der Single „Na dann woll’n wir noch mal“ beendet.

Anschließend wechselte FRANK ZANDER zur Hamburger Teldec. Die erste auf dem Label erschienene Single, „Ba da da uuh (eine ganz normale Liebesgeschichte)“, war zwar kommerziell nicht sonderlich erfolgreich, führte ZANDER aber wieder etwas „Back To the Roots“, indem er die Strophen sprach und den Refrain sang.

1986 gelang mit einer Eigenproduktion wieder ein großer Hit – Zander verballhornte mal wieder einen Song, diesmal war FALCO und dessen Skandalsong „Jeanny“ dran. Der Berliner machte daraus „Jeannie – die ganze Wahrheit“ und fuhr damit erneut einen Top-15-Hit ein. Mit Textpassagen wie „niemand wird mich finden, denn ich liege unter dem Tisch“ und „Der 21-jährige Sänger Falco verklagte seinen Friseur“ nahm er FALCOs vermeintlich brisanten Song die Brisanz.

Die bereits letzte Teldec-Single veröffentlichte FRANK ZANDER unter dem Pseudonym „FRANKIE & THE CRAZIES“. „Der Nasenbärsong“ war die deutsche Version eines Liedes der damals populären britischen Puppenreihe SPITTING IMAGE“, die mit „The Chicken Song“, dem englischen Original, einen Hit hatten.

Mit seiner ersten Single bei der neuen Plattenfirma „Blow Up“ im Vertrieb von Intercord machte ZANDER sich über die damals sehr aktive Discoszene erneut lustig. Diesmal waren es Acts wie MODERN TALKING, die sich verar… – äh, durch den Kakao ziehen lassen mussten. „Der Disco King“ kam zwar nicht in die Charts, insbesondere die Maxi-Version des Liedes hat es vielen Fans aber angetan.

Gemeinsam mit HANNO BRUHN schrieb ZANDER dann wieder einen echten Hit, der so etwas wie ein Dauerbrenner werden würde – bis heute ist „Marlene“ ein viel gefragter Song vom Zander, obwohl er ein recht harmloser Schlager ist und fast eher in die „FRED-SONNENSCHEIN“-Schublade gepasst hätte. Im Frühjahr 1988 stürmte der Song die deutschen Charts.

Die Nachfolgesingle war die ähnlich gestrickte deutsche Version des damaligen gleichnamigen GIPSY-KINGSHits „Bamboleo“ – sie war nicht annähernd so erfolgreich wie „Marlene“. Passend zur 1988 erschienenen CD „Frankies Party“, bei der er u. a. in alphabetischer Reihenfolge(!)in Medley-Form Partyhits wie „Hello Mary Lou“ und „Kreuzberger Nächte“ aneinanderreihte, wurde ein weiterer Song dieser Schiene aus dem Album ausgekoppelt: „Da hilft kein Doktor mehr“ – es half in der Tat kein Doktor, der Song schlug nicht ein. Schließlich wurde noch eine Kurzform der Medleys als „Frankie’s Party“ veröffentlicht.

1989 wurde FRED SONNENSCHEIN reaktiviert. Kurios: Den auf dem kleinen „Keyboards“-Label erschienenen Song „Oh Du schöne Sommerzeit“ komponierte ERIK SILVESTER – ein Hit wurde es nicht, aber spannend ist es schon, dass es da offensichtlich mal eine Zusammenarbeit gab.

FRANK ZANDERs letzte Produktion der 1980er Jahre schlug wieder ein wie eine Bombe. Während Mitte der 70er Jahre angesichts MIKE KRÜGERs „Walter“-Song Träger dieses Namens nicht viel zu lachen hatten, galt das Ende des 80er-Jahrzehts für die „Kurts“. Dafür sorgte Zanders von HANNO BRUHN getexteter Riesenhit „Hier kommt Kurt“. Laut FRANKs eigener Aussage auf seiner Facebookseite ließ er sich einst sogar von Adolf in „Kurt“ umbenennen – so gesehen könnte der Song auch autobiografische Züge enthalten? Wobei ZANDER wohl eher nicht so ein „Möchtegern“ wie der von ihm beschriebene Protagonist ist: „Wo ich auftauch‘, taucht man unter, wo ich reinkomm, geht man raus. Wo ich Platz nehm‘, wird ein Platz frei, was ich anpack‘, pack ich aus“. Aufgrund des Erfolges wurde noch eine von Zander-Sohn MARCUS produzierte Remix-Version namens „Kurt will tanzen“ veröffentlicht.

Vielleicht daran angelehnt erinnerte man sich bei seiner früheren Plattenfirma Hansa noch an alte Erfolge und veröffentlichte eine über 7 Minuten lange Version von „Der Ur Ur Enkel von Frankenstein (Remake ’90 – Frankenstein will tanzen)“.

1990 reaktivierte Zander eine weitere seiner Puppenideen: er kreierte einen schlechtgelaunten, grünen „Miesling“, der seine „Karriere“ als Co-Moderator von Kindersendungen wie „Spaß am Dienstag“ und „Spielbude“ begann. Die Figur wurde für eine CD aktiviert: „FRANK ZANDER und sein zweitbester Freund Miesling“, als Single wurde das epochale „Mama, wir wollen Pommes haben“ ausgekoppelt. Co-Autor des Songs von DIETER LINDEMANN war KLAUS BÜCHNER – der kleine KLAUS von „KLAUS & KLAUS“, die den Song auch aufgenommen haben.

Ein Jahr später wurde der Miesling in die Mottenkiste gepackt. Die Fans fanden das sicher „Absolut gut“ – der gleichnamige Song wurde allerdings kein Hit, obwohl er in UWE HÜBNERs ZDF-Hitparade genau so vorgestellt wurde wie die nächste Single namens  „Au revoir, cherie – ich muss jetzt gehen!“. Passenderweise sagte ZANDER auch „Au revoir“ zu seiner Plattenfirma, es war die letzte Single bei Intercord.

Seinen Einstand beim damaligen neuen Sony-Schlagerlabel „Herzklang“ gab FRANK mit dem Schlager „Was wir haben, was wir brauchen (We Need Some Loving)“. Damit gab es noch Startschwierigkeiten, aber der zweite 1992 bei dem Label erschienene Song hat bis heute Kultcharakter und avancierte sogar zur Vereinshymne des Fußballclubs Hertha BSC Berlin – die deutsche Version von ROD STEWARTs „Sailing“ wurde ein Hit: „Nur nach Hause“ (Text: HANNO BRUHN und FRANK ZANDER). Bereits damals stellte Frank auch diesen Song in der ZDF-Hitparade vor.

Aus der seinerzeit erschienenen CD „Einfach Zanders“ wurde ein weiterer Song ausgekoppelt: „Der Monster-Rap (Munsters)“. Außerdem war er 1992 mit einer „Filmmusik“ unterwegs und sang den Titelfilm des TKKG-Films „Drachenauge“: „TKKG – Ihr seid o. k.“.

1994 lautete Frank Zanders Motto „Alles wird gut!“ – mit der Hitparaden-Position des gleichnamigen Titels allerdings leider nicht – und das, obwohl auf der Maxi-CD die englische Version seines Kurt-Hits zu finden ist.

Ein Jahr später lieferte der Sänger einen ungewöhnlichen Song ab – sein „Dracula ist wieder da“ trug den bezeichnenden Untertitel „Monster-Rave“. Sein letzter Titel bei der alten Plattenfirma war dann „Axel macht Musik“, den er im Februar 1996 in der ZDF-Hitparade vorstellte.

Für eine Single ging der Berliner dann zu einem anderen Label, das unter dem Dach von Sony aktiv war – bei „Portrait“ erschien Zanders Single „Oh Josephine“.

Anfangs im Vertrieb von „DA Music“ brachte Frank Zander fortan seine Tonträger fortan auf dem eigenen Label „Zett Records“ heraus. Die erste Produktion war eine Neuaufnahme des großen Erfolgs „Nur nach Hause – die offizielle Hymne von Hertha BSC“. (Eine weitere Update-Version wurde übrigens im August 2003 veröffentlicht).

Im Frühjahr 1998 erschien dann auf dem Label eine CD: „Zanders Power Pack“, darauf enthalten war die letzte Single der 1990er-Jahre „Frankie“.

In das neue Jahrtausend startete der Barde mit dem Song „Noch ne Runde“ – die deutsche Version des Sam the Sham And the Pharaos-Hits „Wooly Bully“. Schon sehr früh ging Zander mit der Zeit – auf dem Inlay zur Maxi-CD ist vermerkt, dass die Maxi-CD auch PC-Daten wie Fotos und ein Video enthalte, ebenso einen Song im „MP3“-Format. Für das Jahr 2000 kann das schon als recht fortschrittlich angesehen werden.

Im Mai 2001 ließ der Berliner „Zanders Hammer“ krachen. Dahinter verbarg sich ein Medley aus den Songs „If I Had A Hammer“ und „Hey Baby“. Kurz zuvor hatte er für den Hessischen Rundfunk den „Grand Prix der guten Laune“ moderiert, wobei böse Zungen behaupten, es hätte Gründe gegeben, dass ZANDER selbst ganz besonders gute Laune hatte…

Für sein soziales Engagement – Zander setzte sich insbesondere für Obdachlose stark ein – wurde ihm am 4. Oktober 2002 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Kurz darauf präsentierte er dem Anlass entsprechend den Song „Wir steh’n auf“.

Lange Jahre, bevor HEINO mit einer ähnlichen Idee für Furore sorgte, präsentierte bereits FRANK ZANDER Schlagerlieder im Metal-Gewand – eine CD namens „Rabenschwarz“ sorgte 2004 für viel Aufsehen. Der provokante Slogan hieß damals: Das Ende des deutschen Schlagers. Hardrockmagazine und entsprechende Radiosender waren voll des Lobes für Zander, alteingesessene Schlagerfans sollen weniger begeistert gewesen sein. Als Single wurde der Song „Nachbarn“ ausgewählt.

Aufgrund des großen Aufsehens der CD wurde 2005 nachgelegt – Auf der CD „Rabenschwarz 2“ war seine Duettpartnerin des Songs „Liebeskummer lohnt sich nicht“ gar Punk-Ikone NINA HAGEN.

Zwanzig Jahre nach der „Wende“ bzw. der deutschen Wiedervereinigung entstand die Idee, den Westberliner FRANK ZANDER mit dem „Ossi“ FRANK SCHÖBEL ein Duett singen zu lassen – dabei heraus kam die Single „Wir gehören zusammen“, eine deutsche Version des SLADE-Klassikers „My Oh My“. 2009 wurde der Song in neuer Version auf den Markt gebracht.

Kurz darauf ließ sich Kaiser FRANZ (BECKENBAUER) anlässlich einer Pleite des FC Bayern gegen den Lokalrivalen 1860 München gehen, indem er das Spiel mit „Obergiesing gegen Untergiesing“ verglich. Was das mit Frank Zander zu tun hat? Der Spruch inspirierte ihn anlässlich der Fußball-WM 2006 zu einem Song, dessen Einnahmen der deutschen Sporthilfe gespendet wurden.

Am 3. Februar 2007 wurde der Sänger anlässlich seines 65. Geburtstags vom MDR mit der TV-Show „Hier kommt Kurt – der große Frank-Zander-Abend“ geehrt. Kurz darauf wurden seine ersten LPs „Wahnsinn“ und „Zanders Zorn“ als Neuauflage auf CD veröffentlicht.

Nachdem 2007 der Eisbär Knut in aller Munde war, ließ ZANDER es sich nehmen, seinen Kulthit „Hier kommt Kurt“ zu reaktivieren und umzutexten zu „Hier kommt Knut“. Der Text stammte erneut vom Textdichter des Originals, HANNO BRUHN. Nach längerer Zeit kam er mit der Hymne für den Eisbären immerhin wieder für 5 Wochen zu Charts-Ehren.

Im Sommer 2008 war es wieder Zeit für eine deutsche Version eines internationalen Hits. Aus „Centerfold“ von der J. GEILS BAND machte der Berliner „Spaß ist für alle da“ (unter das Motto wurde übrigens auch die MDR-Silvesterparty 2009/2010 gestellt), kurz darauf erschien das dazu passende Album „Reibeisen“. Auf der CD zeigte Zander auch seine nachdenkliche Seite mit der Single „Halt, mein Freund!“. Mit der Ballade plädierte er für Menschlichkeit und als Mahnung gegen Egoismus.

2009 galt es, einen besonderen Erfolg zu feiern: In dem Jahr wurde Frank Zander von media control und der RTL-Chartshow zum erfolgreichsten deutschen Comedy-Künstler aller Zeiten gekürt.

Zu Beginn des Jahres 2009 gab es weitere Zander-Leckerbissen für die Fans, indem die Original-Alben Nummer 3 und 4, „F.B.I. – Franks beknackte Ideen“ und „Donnerwetter“ neu auf CD veröffentlicht wurden. Im Sommer des Jahres gab es eine neue Single – ein Cover eines älteren SILLYSongs: „Der letzte Kunde“.

Ein Jahr später ging FRANK selber auf Kundenfang, indem er das Programm der Firma Handgebrannt, deren Spezialität ja die Erstellung persönlicher Geburtstags-CDs ist, auf die Herstellung von DVDs erweiterte. – Im Frühjahr des Jahres setzte er der Brandenburger Ikone „Fritze Bollmann“ ein musikalisches Denkmal. Kurz darauf gab es ein Treffen unter Generation – gemeinsam mit dem Rapper PRINZ PI veröffentlichte Frank den Song „Wo gehst Du hin, meine Schöne?“

2011 wurde es richtig skurril: Aus dem alten Schlager „Hallo Bimmelbahn!“ der Band NIGHTTRAIN machte die Gruppe BONEY M. mit „Gotta Go Home“ einen Welthit. Jahrzehnte später machte das US-DJ-Duo DUCK SAUCE aus dem Song einen Song namens „Barbara Streisand“ – mehr als dieser Name kam in dem Song nicht vor. Darauf basierend entstand der Song „Curry Sauce“ mit u. a. Frank Zander und dem einen oder anderen Rapper. Initiiert wurde das Projekt vom Berliner Jugend-Radiosender Kiss FM.

Im gleichen Jahr nahm sich das Dance-Produzententeam 3select aus Österreich erneut eines Klassikers an – „Hier kommt Kurt 2011 reloaded“ konnte an den Erfolg des Originals leider nicht anknüpfen. Der Song war Bestandteil der anlässlich des 40-jährigen Bühnenjubiläums erschienenen CD „Best Of Wahnsinn“. In jendem Jahr wurde FRANK übrigens auch die große Auszeichnung „Die Krone der Volksmusik“ zugeteilt.

Im Frühjahr 2012 besang Frank „Manuela“, sein Sommerhit des Jahres hieß „Komm raus in die Sonne“, die offizielle und erste(!) deutsche Version des LYNYRD-SKYNYRDHits „Sweet Home Alabama“. Zum Jahresende gab es ein neues Album: „Typisch Wassermann“. Anfang 2013 wurde daraus „Irgendwie ist immer irgendwas“ ausgekoppelt. Im für ihn typischen Rapstil persifliert Frank mit dem Song Leute, denen man nichts recht machen kann.

Zum 40-jährigen Hamsterjubiläum erschien Ende 2013 ein Album mit den besten Hits von „Fred Sonnenschein“ – Motto: „40 Jahre Hamster-Hits“.

Danach gab es wieder einen Stilbruch – gemeinsam mit dem Tenor CLAUDIO MARTINO, den er 2013 in einer Pizzeria kennenlernte, veröffentlichte FRANK Anfang 2014 die Single „Fast so wie Caruso“. In dieser Zeit erschien auch eine Duett-Version des Klassikers „Marlene“ – ebenfalls in Duett-Version, hier mit JAY DEL ALMA und einem imposanten Single-Cover.

Im August 2014 hatte FRANK ZANDER wieder mal eine originelle Idee – seine neue CD incl. des darauf enthaltenen Songs „Dit is Berlin” (Schultheiss-Song) war zum geringen Preis (EUR 4,99) nur in Berliner Kneipen zu erstehen.

Ein weiterer Remix entstand Ende 2014: Diesmal ließen ERICH ÖXLER und sein Hitmix-Team „Marlene 2015“ auferstehen.

Kurz darauf erschien die CD „Immer noch der Alte!“, dessen biografisch angehauchter Titelsong im ERIC-CLAPTON-Sound als Single erschienen ist. Zweite Auskopplung aus dem Album ist „Angelina“, die deutsche Version des Klassikers von HARRY BELAFONTE.

Passend zur 21. Feier für Obdachlose wurde die anrührende Single „Nichts ist mehr so wie es war“ veröffentlicht.

Im Jahr 2018 feierte FRANK ZANDER seine Goldene Hochzeit – 50 Jahre Ehe, das ist im Showbusiness alles andere als alltäglich. Passend zum Ereignis, wirkte FRANK bei der Single von PIVO DEINERT mit: „Wir sind immer noch nicht müde“ – ein Loblied für die Ehe. Offensichtlich weiß der Berliner, wovon er singt, sein Familienleben kann durchaus als Vorbild für andere dienen, gerade auch in der Schlagerszene.

Nach längerer Zeit erschien im Herbst 2019 wieder ein neues Album von FRANK ZANDER mit dem Titel „Urgestein“ – gemeinsam mit seinen Produzenten FRANK KRETSCHMER und THOMAS REMM hat er einmal mehr alle Facetten seines Könnens gezeigt. Als Single wurde ein Lied ausgewählt, das ZANDER immer schon toll fand – aus dem 80er-Hit „Come On Eileen“ von DEXY’s MIDNIGHT RUNNERS machte er „Tanze Eileen“.

Der Titelsong des Albums „Urgestein“, 2018 entstanden im Rahmen eines Songwritercamps in den Berliner Hansa-Studios, wurde auch als Single veröffentlicht – damit setzte sich der Künstler in Form einer „kleinen musikalischen Autobiografie“ selbst ein Denkmal. Anders als es bei „Eileen“ der Fall war, ist der Song musikalisch und inhaltlich melancholisch gehalten.

In diversen TV-Shows stellte „FRANKIE-BOY“ seine von SIMON ALLERT und MARC LENNARD geschriebene Nummer „Ich hab noch lange nicht genug“ vor, in der es um ZANDERS lebensbejahende Art geht – der Song ist ein Bekenntnis gegen Egoismus, Neid und Hass und ein Plädoyer für Grundvertrauen zum Leben, zur Liebe und zur Menschlichkeit.

In Pandemie-Zeiten machte FRANK seinen Fans mit dem Song „Kopf oben“ Mut – auch wenn der Titel bei den Fans gut ankamen, gab es einmal mehr das Phänomen, dass die Radiostationen den Song nicht spielten, was der Meister höchstselbst als dickes Kompliment nehmen darf, weil viele seiner größten Hits ja von den Radioredakteuren als solche nicht erkannt worden sind.

Augenzwinkernd hat FRANK zu Beginn der Pandemie bereits den Song „Nur nach draußen gehen wir nicht“ in Anlehnung an „Nur nach Hause“ veröffentlicht – da hat wohl kaum jemand damit gerechnet, wie lange die Pandemie das öffentliche Leben im Griff haben würde…

Für Freunde weihnachtlicher Klänge holte ZANDER Ende 2020 dann noch mal seinen „Alter Ego“ FRED SONNENSCHEIN heraus und veröffentlichte das Album „Weihnachten mit FRED SONNENSCHEIN & SEINEN FREUNDEN – Alle Kinder dieser Welt“, auf dem sogar zwei neue hamsterliche Songs enthalten sind.

In einem Pressetext aus dem Jahr 2019 heißt es: „Die Medien haben versucht, ihn in nur eine Schublade zu quetschen – ohne Erfolg. Blödelbarde, Gruselrocker, Schlagerzar, Engel der Armen, Reibeisen oder auch Kult-Sänger. Für den in Neukölln geborenen Frank Kurt Zander ist eine Schublade eindeutig zu wenig.“ – Dieses Statement trifft es wohl auf den Punkt.

Vor einigen Jahren bereits wurde Frank Zander mit dem smago! Award für sein vorläufiges (!!!) Lebenswerk geehrt. Das Wort „vorläufig“ ist hier sicher von besonderer Bedeutung, weil Zander sowohl künstlerisch als auch menschlich sicher noch vieles in Bewegung setzen kann und ihm zu wünschen ist, dass er mit seiner intakten Familie noch viele glückliche, zufriedene Jahre verleben darf.

Wir gratulieren FRANK ZANDER sehr herzlich zum heutigen 80. Geburtstag!

Textquelle: smago!

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