ANDREAS GABALIER
smago! Event-Bericht "Die Volks-Rock'n'Roll Show": Da wird selbst ein Robbie Williams blass!

smago! Chefredakteur Andy Tichler stattete dem „Volks-Rock´n´Roller“ und „Mountain Man“ am Sonntagabend (25.10.2015) einen Besuch bei dessen ´Heimspiel´ ab …: 

Laut Wikipedia.de ist ANDREAS GABALIER ein Sänger der volkstümlichen Musik.

Nun, in der Realität gestaltet sich das dann doch ein klein wenig anders: "Das hat internationales Pop-Format, das hat nichts mehr mit Zeltfest zu tun", jubelt Bernd Melichar ("Kleine Zeitung"). In der Tat ist aus dem anfänglich noch ziemlich schüchtern wirkenden ehemaligen Jurastudenten ein Vollblut-Entertainer gereift, der im deutschsprachigen Showgeschäft (und eigentlich auch noch weit darüber hinaus), der seinesgleichen sucht. Und so dürfte "Die Volks-Rock'n'Roll-Tour" – "Andreas Gabalier & Band live auf großer Arena-Tour 2015/2016" die wohl gigantischste und aufwändigste Tournee-Produktion eines männlichen Künstlers der letzten Jahre sein. Die 6 Sattelschlepper und 3 Nightliner sprechen für sich.

Und dass der "Mountain Man" dem "Volks-Rock'n'Roller" in letzter Zeit des Öfteren mal im Sturzflug zu Hilfe kommen musste, um jenen vor den von der Boulevardpresse wie Rattenköder ausgelegten Fettnäpfchen zu bewahren, – geschenkt. Andreas Gabalier ist und bleibt (Gott sei Dank), wie er ist. Und lässt sich den Mund nicht verbieten.

Am Sonntagabend (25.10.2015) fand in der restlos ausverkauften Stadthalle in Graz das 12. Tournee-Konzert statt. Heimspiel für Andreas Gablier!

Das Vorprogramm wurde von den Poxrucker Sisters gestaltet, die man getrost als eine Art Wilson Phillips der Neuen Volksmusik bezeichnen kann. Die drei 'Schwesterherzen' aus St. Ulrich im Mühlkreis (Österreich) machten einen ganz ausgezeichneten Job (und verbrachten hernach den gesamten Abend im zugigen Foyer der Stadthalle).

Ein herrlicher "Blickfang" waren die an einem der Bühnengerüste an der Decke angebrachten Büstenhalter. Ganz offensichtlich "Reliquien" aus vergangenen Konzerten (Auflösung folgt …). Man fühlte sich wie im Hofbräu-Festzelt (also doch ein bisschen Festzelt …) auf der Wiesn, denn auch dort kommt es des Öfteren vor, dass der eine oder andere BH treffsicher auf dem Engel Aloisius, der in der Zeltmitte das Geschehen bewacht, landet – was stets unter großem Gejohle vonstatten geht. Das kommt zwischenzeitlich – sehr zum Missfallen der Security – häufig genug vor, dass der Engel Aloisius nahezu täglich "gesäubert" werden muss  Ob ihm hierbei ein zünftiges "Luja sog i!" entfernt, ist nicht überliefert.

Nach einer dann doch noch einmal etwas längeren Umbaupause konnte dann endlich die gut 2 ½-stündige Volks-Rock'n'Roll-Show beginnnen und das Mensch gewordene Testosteronbündel namens Andreas Gabalier durfte die Stadthalle Graz für gute 150 Minuten in einen schieren Hexenkessel verwandeln.

Zu köstlich: der Zeichentrick-Einspielfilm, in dem Andreas Gabalier in bester Popeye-Manier als "Mountain Man" seine "Olivia" nicht nur einmal vor Gefahren bewahrt.

"We Salute You" bildet den perfekten Einstiegssong. Und Andreas Gabalier und seine Band rocken, was das Zeug hält. (Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis auch Wacken einmal anfragt …)

LED-Landschaften, wohin das Auge reicht; ein "Laufsteg" (ins Publikum), der sich fast durch die ganze Arena zieht, bei dieser Tournee wurde wirklich mehr geklotzt als nur gekleckert.

Gleich an die zweite Stelle hat Andreas Gabalier seinen Superhit "I sing a Liad für di" gesetzt. Diesen wird er beim letzten Refrain in "Der Himmel hat mir eine randvolle Stadthalle in der Steiermark gebracht" umtexten.

Wenn die Obersteirer kommen, gibt's kein Halten mehr – das ist wohl wahr.

Absolut herausragend: die kernigen und wirklich grandios guten Live-Arrangements von Mathias "Matze" Roska, durch die sich den Ohren der gut 10.000 anwesenden Fans völlig neue Erlebniswelten erschließen.

Nach dem fünften Song "Bergbauernbuam" zieht der Volks-Rock'n'Roller – bis auf sein weißes Unterhemd – obenrum blank. (Das Gekreische ist kaum mehr auszuhalten.)

Es sei ein "großes Heimspiel in der Steiermark" –  "was für ein Empfang!", freut sich Andreas Gabalier und sagt ein "Dankeschön dem Steirerland für dieses herzliche Servus. Das ist mein 'Dahoam'."

"Die 4. Tournee-Woche kostet unendlich viel Kraft", gibt der "VRR" unumwunden zu, gleichzeitig freue er sich über "mein drittes rappelvolles Konzert". Zumal "die gesamte Verwandtschaft aus der Obersteiermark" und auch sein "Freundeskreis" geschlossen in die Stadthalle Graz gekommen waren. (Seine Mutter hatte übrigens am Sonntag Geburtstag. Jede Wette: Diese "Feier" wird auch sie so schnell nicht vergessen …)

"So viel mediale Aufregung" habe es in jüngster Zeit um ihn gegeben, aber: "Ich gehe lieber mit Ecken und Kanten durchs Leben als ohne!". Was die Presse betrift: "Es ist ein großes Nehmen und Geben". Allerdings könne er sich bisweilen des Eindrucks nicht erwehren, dass es bisweilen wohl auch darum gehe, eine kernige Schlagzeile in die Welt zu setzen. Nichtsdestotrotz plädiere er dafür, dass jeder "A Meinung haben" haben (und diese auch vertreten!) solle. Spricht's – und präsentiert den gleichnamigen Song ("A Meinung haben"). Tosender Applaus. "Zugabe!!!" Rufe ohne Ende. Und das nach dem 9. Lied, wohlgemerkt.

Mit den Worten "Jeden Blödsinn muss man nicht mitmachen" schließt Andreas Gabalier das Thema dann vorläufig ab. Sein Hauptanliegen sei eigentlich nur, die steirische "Geselligkeit hinauszutragen" in die weite, weite Welt.

Bei "So liab hob i di" verwandelt sich die Stadthalle in ein regelrechtes Lichtermeer. Schunkelstimmung ganz ausdrücklich erlaubt!

(Natürlich!) "Mit einem Augenzwinkern" kommt der Titelsong seines aktuellen Albums "Mountain Man" daher, bevor der Volks-Rock'n'Roller nach seinem legendären "Uh La La La" (s)einen neuen Brunftschrei ausstößt: "Hula-Palu".

Selbstverständlich haben sich in Graz auch einige Prominente unters Volk gemischt, darunter u. a. Alfons Haider (Andreas Gabalier: "Das ist ein Herzblut!"), Monika Martin sowie Charly Brunner (OHNE Simone). Auch sie sind im Gabalier-Fieber!

Speziell zu Charly Brunner sei noch angemerkt, dass sein Bruder Jogl (Brunner) und er in jedem Fall unbedingt dem Kreis der ganz großen Gabalier-Förderer zuzuordnen sind. Denn sie waren bereits von der Einzigartigkeit Andreas Gabaliers überzeugt, als nahezu alle noch zu ihnen sagten: „Was wollt Ihr den mit dem?“, als sie ihn spontan zu allen Österreich-Terminen ihrer großen "In den Himmel und zurück" Tournee eingeladen hatten. Und so beobachtete Charly Brunner mit väterlichem Stolz, was Andreas Gabalier u. a. aus dieser Chance gemacht hat.

Irgendwann kommt Andreas Gabalier dann auch auf die von der Decke herabhängenden BHs ("ein Teufelszeug") zu sprechen. Hierbei handele es sich ausschließlich um BHS von gestern. Für jeden Büstenhalter, der auf die Bühne fliegtt, lobt er eine Karte für das größte Volks-Rock'n*Roll-Konzert aller Zeiten Mitte nächsten Jahres im Olympiastadion München aus. Viele der "Madeln" tun, wie ihnen geheißen. "Der is ja no woarm", freut sich Andreas Gabalier diebisch-diabolisch. Und einen XXXXXXL-BH kommentiert er mit den Worten "Ist das dein Ernst?". Er liebt es einfach, mit dem ihm von der Klatschpresse aufdrukturierten Macho-Image zu spielen. Ein Andy Gabalier bleibt eben in jeder Situation souverän und behält immer Oberwasser.

Im Zugabenteil küsst sein (erster) Trademark-Song "Volks-Rock'n'Roller" "Seven Nation Army" von The White Stripes und "Let Me Entertain You" von Robbie Willliams. (Der ziemlich blass aussehen dürfte, würde er einmal eine "Volks-Rock'n'Roll-Show" besuchen …)

Seine ‚Wiederauferstehungshymne‘ „Amoi seg‘ ma uns wieder“ hatte sich Andreas Gabalier bis ganz zum Schluss aufgehoben.

Rückblende! Am 20.08.2009 hatte Andreas Gabalier bei einem allersten Showcase in Deutschland in der "Fraunhofer Schoppenstube" in München bei Kult-Wirtin Gerti noch zu Protokoll gegeben: „Dieser Titel wird vermutlich nie eine Radio-Single werden. Dennoch erhalte ich speziell auf dieses Lied zwischen 5 und 10 E-Mails in der Woche.“ ((Man will gar nicht erahnen, wie viele Zuschriften er zwischenzeitlich täglich erhält!)) Andreas Gabalier war bereits vor über 6 Jahren überzeugt von seiner Botschaft: "‘Einmal sehen wir uns wieder‘ – irgendwo, in welcher Form auch immer“.

Electrola*-Vize Ralf Schedler (*, wobei: Vor 6 Jahren hieß der „Laden“ auch noch Koch …) lag vor 6 Jahren mit seinen Einschätzungen deutlich richiger: Andreas Gabalier habe in der Volksmusik völlig neue Akzente gesetzt, wobei er eigentlich mehr als Liedermacher bzw. als Vertreter des Austro-Pops zu bezeichnen wäre. (Den Begriff „Volks-Rock’n’Roller“ gab es seinerzeit natürlich noch überhaupt nicht!) Über die Veranstalter Dieter Semmelmann und Manfred Hertlein hatte Ralf Schedler seinerzeit zu Andreas Gabalier gesagt: "Die werden sich um Dich reißen, wenn sie Deine Performance gesehen haben". Wie man mittlerweile weiß, hat Manfred Hertlein den Zuschlag für Andreas Gabalier bekommen … Wenn man sich die aktuelle Show ansieht, kann man hier nur von einem absoluten Glücksfall für beide Seiten sprechen.

Und wie hatte sich Gabalier-Manager Klaus Bartelnuss am 20.08.2009 so „diplomatisch geäußert: "Schau ma, dass ma's voll zum Abfliag'n kriag'n". Eine chronische Untertreibung, wie man mittlerweile weiß. Denn nicht zuletzt der „etwas anderen“ Promotion- und Bookingagentur Adlmann Promotion (Sepp Adlmann) ist Andreas Gabalier zum absoluten Überflieger der letzten Jahre mutiert.

Die ihm damals bereits von seiner Plattenfirma zugeordneten ‚Attribute‘ "bodenständig", "erdig / geerdet", "emotional" und "unverwechselbar" haben bis heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren.

Er hat die Robbie Williams-Devise „Let Me Entertain You“ wie kein zweiter verinnerlicht und sich so ganz nebenbei auch noch gleich zwei eigene Trademarks erschaffen: den Volks-Rock’n’Roller und den Mountain Main. (Den Müller-Milch-Mann lassen wir jetzt mal weg, sonst regen sich die österreichischen Bauern wieder unnötig auf.)

TITELLISTE – SETLIST(E)
 

01. We Salute You
02. I sing a Lied für di
03. Obersteirer
04. Sweet Little Rehlein
05. Bergbauernbuam
06. Verliebt, verliebt
07. Dahoam
08. Auf der Alm
09. A Meinung haben
10. So liab hob i di
11. Mountain Man
12. Hula Palu
13. Fesche Madln
14. Das kleine Haus
15. Kleiner Schmetterling
16. Sie
17. Die Beichte
18. Zuckerpupppen
19. Great Balls Of Fire

20. VolksRock'n'Roller
21. I sing a Liad für di
22. Steirerland

23. Amoi seg' ma uns wieder

Andy Tichler, Chefredakteur www.smago.de
http://www.universal-music.de/company/umg/electrola
http://www.andreas-gabalier.at/


Textquelle/Bildquelle:

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