UWE HÜBNER
„Nochmal eine ‚ZDF-Hitparade‘ ?!“, fragt Uwe Hübner!

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Als ich vorgestern (30.08.2026) im „ZDF-Fernsehgarten“ war, haben mich DJs, Zuschauer und Künstler gefragt: „Uwe, wäre nicht gerade jetzt die richtige Zeit, die Hitparade wieder aufleben zu lassen?“ Gerade weil im Schlager vieles zurückgefahren oder ganz aufgegeben wird. Und natürlich berührt einen das. Mein Herz hängt an dieser Sendung. Das wird auch immer so bleiben. Die Erinnerung daran, auch nach so langer Zeit, ist erstaunlich. Und in der Tat hier und da bewegend. Danke dafür.

Aber man muss realistisch sein. Und ja, ich habe es in meiner eigenen Hitparaden-Zeit oft genug erlebt: Das größte Problem sind die großen Namen, die so eine Neuauflage auf jeden Fall braucht. Wer stellt sich heute noch freiwillig einem echten solch doch „riskanten“ Wettbewerb? Wer will sich auf Platz zwei, drei oder fünf verweisen lassen? Schon damals wollten manche nicht antreten, weil sie nicht verlieren wollten / konnten. Heute ist der Druck noch größer. Da sitzen noch mehr die Managements, Plattenfirmen und Labels mit am Tisch, die auf jedes Risiko achten müssen. Weil es mehr denn je ums liebe und knapp gewordene Geld geht. Jeder möchte natürlich den Erfolg. Verlieren passt da nicht unbedingt ins Konzept. Aber genau davon lebte die Hitparade: Vom echten Wettbewerb. Einer gewinnt. Die anderen eben diesmal nicht. Verlieren gehörte dazu. Weil man es manchmal dann dennoch gepackt hat. Es war eine tolle und turbulente Zeit. Heute ist das alles gefährlicher für die eigene Karriere. Auch weil Boulevard-Medien einen schnell(er) im Visier haben und bei Facebook & Co. man mit Häme und Hass rechnen muss.

Was auf jeden Fall mein Ding wäre: Ich wäre heute genauso wie damals auf der Seite der Newcomer. Denn das war für mich immer eine der großen Stärken dieser Sendung. Sie hat neuen Leuten eine Chance gegeben. Ohne große Vorbehalte. Da durfte jemand auf diese Bühne, den vielleicht noch nicht jeder kannte und plötzlich kannte ihn ein Millionenpublikum. Die Hitparade hat nicht nur Trends gezeigt, sie hat manchmal welche mit auf den Weg gebracht. Dafür habe ich damals gerne gekämpft. Und manchmal musste man auch kämpfen. Das war es mir wert.

Heute wäre all das schwieriger. Den einen großen Fernsehabend für die ganze Familie gibt es kaum noch, na ja, wenn wir ehrlich sind, eigentlich gar nicht mehr. Aber das kann man schnell auch als „Ausrede“ gelten lassen. Ich weiß. Dieser Vorbehalt müsste erst bewiesen werden. Was jedoch weitaus bedenklicher ist: Beim Voting hätten wir sofort Diskussionen über Fanclubs, Social Media, Einflussnahme und Manipulation. Und eine neue Hitparade müsste im Netz unglaublich präsent sein. Nicht ein bisschen nebenher. Das wäre eine Mordsarbeit.

Und dann kommt eben das liebe Geld. Eine gute Hitparade braucht ein starkes Team, ein super Studio, Künstler, Herzblut – und vor allem Kontinuität. Sie müsste wachsen dürfen. Und genau da habe ich meine Zweifel. Wer gibt einer solchen Sendung heute noch diese Zeit? Und die Finanzen. Da kann man sich keine Experimente wagen, da muss man Verlässliches liefern. Meine Sorge wäre: Man probiert es zwei-, dreimal, die Zahlen stimmen nicht sofort – und schon wird der Stecker gezogen. Dafür ist mir der Name „ZDF-Hitparade“ einfach zu schade.

Und nein, ich müsste eine neue Hitparade um Gottes Willen nicht moderieren. Es gibt tolle Moderatorinnen und Moderatoren. Wenn meine Erfahrung irgendwann gefragt wäre – als Ratgeber, Unterstützer, hinter den Kulissen oder wo auch immer – wäre ich natürlich mit dem Herzen dabei. Oder auch einfach nur als Zuschauer. Oder Kritiker ?! 😉 😉

Eines hat sich bei mir nie geändert: Hauptsache, der Schlager lebt. Hauptsache, wahre Leistung wird belohnt. Und Hauptsache, die Neuen bekommen eine echte Chance.

Die Erinnerung an die Hitparade also ist wunderschön. Vielleicht gerade deshalb sollte man mit ihrem Namen sehr behutsam umgehen. Manchmal gehört eben auch zur Liebe an die alte Zeit, die Dinge so zu sehen, wie sie heute sind.

 

 

DER CLOU: Auf der Facebook-Seite von Uwe Hübner gibt es die Möglichkeit, einen Kommentar zu diesem Thema zu hinterlassen (unter dem entsprechenden Artikel)! Uwe Hübner wird alle Kommentare lesen und nach drei Tagen ein Resümee aller Antworten ziehen, welches dann exklusiv auf www.smago.de veröffentlicht wird.

Textquelle: Facebook-Seite von Uwe Hübner (Textvorlage)

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