FLORIAN SILBEREISEN
„Gebühren-TV als ‚Champions League‘?“ – Offener Brief an Florian Silbereisen! Von Benjamin Grothe!

Genau genommen ist das Schreiben sogar als „Offener Brief zu arroganter Silbereisen-Aussage“ betitelt! Warum smago! Partei für den Showmaster ergreift …:

Benjamin Grothe hat einen „offenen Brief an Florian Silbereisen“ geschrieben – Betreff: „Gebühren-TV als ‚Champions League‘?“.

Gleich einmal vorweg: Wie smago! bereits mehrfach betont hat, ist Florian Silbereisen bei seinen großen Feste-TV-Shows zwar der „Oberkellner“, der das Menü serviert. Florian hat jedoch keinerlei Einfluss auf die (Künstler-)Besetzung.

Und die absoluten Rekordwerte der Sendung „Silvester-Schlagerbooom 2026 live – Die Wunderlichtershow“ geben den „Köchen“, die das Menü zubereiten (und vor allem „Chefkoch“ Michael Jürgens) nahezu uneingeschränkt Recht.

Dennoch halten wir die Meinung von Benjamin Grothe zu weiten Teilen für durchaus berechtigt.

Und Florian Silbereisen mag ALLES sein. Nur eben nicht arrogant …

Sehr geehrter Herr Silbereisen,


Ihr jüngster Vergleich Ihrer öffentlich-rechtlichen Schlagershows mit der „Champions League“ des Fußballs in der Schweizer Zeitung „Blick“ ist nicht nur schief, sondern offenbart ein bemerkenswertes Missverständnis Ihrer Rolle – und eine Arroganz, die im gebührenfinanzierten Rundfunk nichts verloren hat.

Die Champions League ist ein privatwirtschaftlicher Wettbewerb. Ihre Teilnahme folgt klaren, transparenten Kriterien: sportlicher Leistung, Tabellenplätzen, Qualifikationen. Niemand wird dort „aufgebaut“, niemand erhält Sichtbarkeit aufgrund redaktioneller Nähe, persönlicher Netzwerke oder dauerhafter Präsenz in immer denselben Formaten.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hingegen ist kein Wettbewerbssystem, sondern ein gesellschaftlicher Auftrag. Er wird von Millionen Bürgerinnen und Bürgern finanziert – auch von jenen Künstlern, die in Ihren Sendungen seit Jahren nicht oder nicht mehr stattfinden. Vielfalt, Ausgewogenheit und kulturelle Breite sind keine netten Extras, sondern der Kern dieses Auftrags.

Wenn Sie nun erklären, der „Schlagerbooom“ sei die Champions League und dort spielten eben „die Besten, Erfolgreichsten und Beliebtesten“, verschleiern Sie einen entscheidenden Punkt: Erfolg im Schlager entsteht nicht im luftleeren Raum. Erfolg entsteht durch Sichtbarkeit. Und Sichtbarkeit entsteht – gerade im Schlager – in erheblichem Maße durch genau jene Bühnen, die Sie und Ihr Redaktionsteam kontrollieren.

Wer ständig eingeladen wird, bleibt erfolgreich. Wer nicht eingeladen wird, verschwindet. Das ist kein sportlicher Wettbewerb, sondern ein sich selbst stabilisierendes System.

Besonders problematisch wird Ihre Argumentation vor dem Hintergrund, dass Ihre Sendungen nicht nur Karrieren beeinflussen, sondern zugleich regelmäßig Werbeplattformen für kommerzielle Interessen darstellen – etwa für Tourneen, an denen Sie selbst beteiligt sind. Öffentlich-rechtliche Sendezeit dient hier faktisch der Promotion privater Projekte. Auch das ist kein Champions-League-Prinzip, sondern ein Interessenkonflikt, über den erstaunlich selten gesprochen wird.

Niemand bestreitet Ihre Verdienste. Niemand bestreitet, dass viele heute etablierte Künstler frühe Auftritte in Ihren Shows hatten. Doch diese Vergangenheit rechtfertigt keine Gegenwart, in der ein enges, immer gleiches Künstler-Ökosystem als naturgegebene Elite verkauft wird – finanziert durch Gebühren, legitimiert durch Einschaltquoten und verteidigt mit Fußballmetaphern.

Kritik an Gästelisten ist kein Neid. Sie ist eine Frage von Fairness, Transparenz und Verantwortung.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist kein exklusiver Club. Er ist kein Ligabetrieb.

Und er ist ganz sicher keine Champions League, in der immer dieselben Namen „als Fanerwartung“ gesetzt sind.

Wer öffentlich-rechtlich sendet, sollte sich dieser Verantwortung bewusst sein – und sie nicht mit Vergleichen relativieren, die vor allem eines tun: Macht kaschieren.

Mit nachdrücklichen Grüßen

Benjamin Grothe

Textquelle: Benjamin Grothe (Textvorlage)

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