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NDR Intendant Marmor: „Mediale Interessen der Ostdeutschen besser berücksichtigen!“!

Besondere Aufgabe des NDR als Ost-West-Sender!

 

Die eigene Arbeit zu erklären und den Wert des eigenen Systems für die Gesellschaft darzustellen ist für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wichtiger denn je. Das sagte NDR Intendant Lutz Marmor bei der Abschlussdiskussion eines medienpolitischen Workshops, zu dem die Gewerkschaft ver.di am Mittwoch (17. Oktober) nach Hamburg eingeladen hatte. Die Veranstaltung unter der Überschrift „Öffentlich-rechtlicher Rundfunk europaweit unter Beschuss – gemeinsam und offensiv verteidigen!“ fand in den Konferenzräumen des NDR im Stadtteil Lokstedt statt.

In seinem Impulsvortrag betonte Marmor u. a. die Rolle der Programme von ARD und ZDF als Garanten für programmliche Vielfalt – nicht zuletzt auch in der Unterhaltung. Marmor: „Der Gesetzgeber verpflichtet uns ausdrücklich auch zur Unterhaltung. Das soll bitte so bleiben. Unterhaltung ist ein elementares menschliches Bedürfnis. Unterhaltung verbindet die Menschen miteinander. Und im besten Fall animiert sie auch zum Mitdenken, Mitraten, Mitfiebern – so wie bei ‚Wer weiß denn sowas?‘“

Auch für den Sport als bedeutenden Teil des öffentlich-rechtlichen Programmangebots warb Marmor. „Es glaubt doch niemand ernsthaft, dass es im Interesse der Menschen ist – und um die geht es hier -, wenn Angebote wie die Champions League nur bei kommerziellen Anbietern im Pay-Angebot zu sehen sind.“

Die tragende Säule des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, das stellte der NDR Intendant zugleich fest, ist die Information. „Wir leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass vertrauenswürdige Informationen im Umlauf sind oder, um im Bild der Währung zu sprechen: Es geht um echte Noten, nicht um Blüten!“, so Marmor. Dazu gehöre auch, Fehler, wenn sie denn passierten, schnellstmöglich transparent zu machen und das Publikum um Entschuldigung zu bitten.

Eine besondere Funktion kommt dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk nach Auffassung Marmors auch weiterhin beim Dialog von Ost und West in Deutschland zu: „Es macht mir große Sorge, dass sich offensichtlich viele Menschen in Ostdeutschland vor allem in den nationalen ARD-Angeboten nicht hinreichend wiederfinden. Hier hat der Norddeutsche Rundfunk als Ost-West-Sender eine besondere Aufgabe und gleichzeitig eine besondere Chance. Wir können im NDR das Thema noch intensiver aufarbeiten.“ Der öffentlich-rechtliche Rundfunk müsse den Osten und den Westen gleichermaßen im Blick haben und zum wechselseitigen Verständnis beitragen. Hier biete u. a. das kommende Jahr vielfältige Gelegenheiten, so Marmor: „Das Thema 30 Jahre Mauerfall wird im NDR ein großer Schwerpunkt sein – mit besonderem Engagement des Landesfunkhauses Mecklenburg-Vorpommern.“

Mit Blick auf Anfeindungen, Angriffe und Restriktionen, denen sich öffentlich-rechtliche Sender in europäischen Nachbarländern ausgesetzt sehen, betonte Marmor: „Wichtig ist, dass wir unseren journalistischen Auftrag erfüllen und uns nicht verunsichern lassen. Wir müssen die journalistischen Tugenden auch unter Zeitdruck und trotz manchen Gegenwinds in öffentlichen Diskussionen hochhalten.“

An der Abschlussdiskussion unter der Überschrift „Programm im Vordergrund: Bündnis für den Erhalt des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“ nahmen neben dem NDR Intendanten ebenfalls teil Cornelia Haß, Leiterin Bereich Publizistik und Medien ver.di, Jana Schiedek, Staatsrätin der Behörde für Kultur und Medien Hamburg, Dr. Benedikt Strunz, NDR Info und Prof. Dr. Barbara Thomaß, Professorin für Kommunikations- und Medienwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum und Mitglied des ZDF-Verwaltungsrats.

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Textquelle: NDR (Textvorlage); Bundesfinanzministerium

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