HEINO
(smago! Konzert-Bericht) Von wegen „Und tschüß!“: 80-jähriger Heino in der Form seines Lebens!

Gestern Abend (03.03.2019) trat Heino im MC Connexion Complex Mannheim eindrucksvoll den Beweis an, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört …:

 

Unter der Überschrift „Heino ist die geilste Sau der Welt!“ beschrieb smago! Chefredakteur Andy Tichler am 6. Juni 2013 den triumphalen Tour-Auftakt des blonden Barden mit der schwarzen Brille und seiner phänomenalen Live-Band am 01.06.2013 in Hamburg  in der „Großen Freiheit 36“
.
Gut sechs Jahre später ist HEINO noch immer „die geilste Sau der Welt“, um noch einmal im Jargon seiner treuen Hamburger Fans zu sprechen.

Mit einem zünftigen „Und Tschüß!“ will sich Heino jetzt tatsächlich von der Bühne verabschieden. Der Untertitel „Die letzte Tour“ lässt allerdings noch erhoffen, dass es vielleicht noch „Die allerletzte Tour“ geben wird.

smago! kann nur allen Musikfans raten, sich dieses Show-Spektakel unbedingt anzusehen, denn der 80-jährige Heino befindet sich in der Form seines Lebens. Seine durch Mark und Bein gehende Stimme hat nichts – aber auch absolut gar nichts – von ihrer Substanz und von ihrer Kraft verloren.

Und: Heino und seine 11-köpfige Band schleudern die Fans von einer Stilistik zur anderen.

Das Programm bringt zahlreiche Überraschungen an den Tag. Gleich nach dem Einstiegs-Song „Tage wie diese“ (Die Toten Hosen) kredenzt Heino der jetzt schon restlos begeisterten Meute den Gefangenenchor aus Nabucco und besingt – für ein Rock-Konzert eher unüblich – die „Teure Heimat“. Mit „Hohe Tannen“ setzt er sodann noch eine Schippe drauf. Eine herrlich abgefahrene ‚Rocker-Version‘ von „Rosamunde“ ist der nächste Programmhöhepunkt, bevor Die Ärzte mit „Junge“ zu ihren Ehren kommen.

Seinen Spagat zwischen diesen Musikwelten erklärt Heino wie folgt: „Jede Generation hat ihre eigenen Hits und Melodien“. Bei ihm stehe jedoch auch die „Lust auf Veränderung“ im Vordergrund, weswegen als nächstes Die Ärzte mit „Junge“ zu ihren Ehren kamen. (Und man könnte immer noch annehmen, dass „Junge“ eigens für Heino geschrieben worden sei.)

Begeistert gefeiert wird auch Heinos Enkel Sebastian Kramm, der mit seinem Song „Der Junge mit der Gitarre“ ebenso zu begeistern vermag wie mit „Hallelujah“ von Leonard Cohen. Sein Enkel wachse „sehr wahrscheinlich in die Liedermacher-Szene rein“. Sebastian habe zwei Semester Medizin studiert. Dann jedoch hat ihn die Erkenntnis übermannt, dass Musik seine einzige Medizin ist.

Und da Heino ein fortschrittlicher Großvater ist, hat er EBEN NICHT – „Was soll das?“ gesagt, sondern „Augen auf“ („ich komme“) und seinem Enkel auf diese Weise Mut gemacht.

Nach Herbert Grönemeyer und Oopmph! war es jetzt Zeit für die Seemannslieder-Abteilung („Diese Lieder wird man immer singen“): „La Paloma“ und „Seemann (deine Heimat ist das Meer)“.

Nach „Willenlos“ (Westernhagen) und „Das Model“ (Kraftwerk) gab es wieder Heino pur („Ja, ja, die Katja“ und „Schwarzbraun ist die Haselnuss“). Heino ließ es sich auch nicht nehmen, die „Wilden Rosen“ und „Angie“ aus seinem Abschiedsalbum „Und Tschüß!“ zum Vortrage zu bringen.

Nun war es an der Zeit, den schwarzen Ledermantel abzulegen und die „rote Jacke“ überzustreifen. Mit „Tampico“, „Und sie hieß Lulalei“ und „Karneval In Rio“ schenkten Heino & Band den nach nahezu jedem Song „Heino !!! Heino !!!“ skandalierenden Fans das erste Hit-Medley.

Einen bestimmten Song habe Heino bereits 1972 angeboten gekommen. Damals habe er jedoch gerade den ‚Enzian‘ und „La Montanara“ gehabt. Erst sehr viel später kam es dann dazu, dass auch Heino „Sierra madre“ aufgenommen hat.

Mit einem (weiteren) Hit-Potpourri, bestehend aus „Die schwarze Barbara“, „Kabamba, Karacho, ein Whisky“, „Monikana Shalalie“ und – natürlich – „Blau  blüht der Enzian“ endete der offizielle Teil.

Doch Heino und seine Band ließen sich nicht lumpen und boten einen großzügig angelegten Zugaben-Teil mit „Ein Kompliment“ (Sportfreunde Stiller), „Über sieben Brücken musst du geh’n“ (Karat // Peter Maffay) und als selbst danach die „Wir woll’n den Heino seh’n, wir woll’n den Heino seh’n, wir woll’n, wir woll’n, wir woll’n den Heino seh’n“ Rufe nicht verstummen wollen, wurde mit „Hoch auf dem gelben Wagen“ noch einmal nachgelegt.

Gut 100 Minuten „am Streifen“, wie Wolfgang Trepper sagen würde, hat Heino einmal mehr beweisen, dass man auch mit 80 noch der größte Unterhaltungskünstler Deutschlands sein kann.

 


Textquelle/Bildquelle:
Andy Tichler, Chefredakteur www.smago.de

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