HOWARD CARPENDALE
„Ich bin ein ganz junger Mensch, der lange gelebt hat“ – gelungene Album-Premiere „Zeitlos“ in Düsseldorf!
Im Henkelsaal, der dem „Schlager Café“ angeschlossen ist, präsentierte Howard ausgewählte Songs aus seinem Nr. 1 Album „Zeitlos“!
Am Freitagabend (27.02.2026) präsentierte HOWARD CARPENDALE, begleitet von einer Chorsängerin und zwei Chorsängern, einige Titel aus seinem aktuellen Nr. 1 Album „Zeitlos“. Die Veranstaltung fand im Henkelsaal des Schlager Cafés in Düsseldorf statt.
Leonard Prasuhn, quasi der Plattenboss von Howard bei Electrola / Universal Music, verwies darauf, dass es äußerst selten sei, dass „ein Lebenswerk, eine Karriere bei einer Plattenfirma“ eine Seltenheit seien. Passenderweise hat Howard in den 60er Jahren einen Titel namens „Lebenslänglich“ veröffentlicht. In weiser Voraussicht, dass er einen „Vertrag auf Lebenszeit“ hat. „Solange er Musik machen möchte, kann er das.“ Howard habe sich „immer weiterentwickelt“ und sei dabei „immer einzigartig und authentisch geblieben“, führte Prasuhn weiter aus. „Howard hat ein Lebenswerk geschaffen, dass zeitlos ist.“
Howard Carpendale startete sein zeitloses Programm mit „Hello Again“. „Es ist etwas ganz, ganz Anderes, ob man 50, 60, 70 oder 80 wird. 80 ist wirklich spät“, befand er und verwies darauf, dass die Sterberate bei Männern in Deutschland bei 79 Jahren liegt. „Ich bin jetzt schon bei den Zugaben.“ Im Laufe des Abends gab der Entertainer auch viel Persönliches preis wie „Ich würde meine Frau um nichts auf dieser Welt verlassen.“.
Dass er tatsächlich ein wenig mit seinem Alter hadert, zeigte sich, als er feststellte: „Ich bin nicht 80. Ich bin 4.000 Wochen alt. 4.000 Wochen klingt so jung …“
„Zeitlos“ sei „nicht ein normales Album“, sagte er und beschwichtigte zugleich: „Ich wollte euch die ‚alten Dinger‘ nicht wegnehmen“. (Mit „die alten Dinger“ meint Howard die Originalversionen seiner großen Hits.) Er wollte seine Songs eben nur „ein bisschen zeitgemäßer“ präsentieren.
Das A und O beim Singen sei die Phrasierung. „Nur, wenn man phrasiert, kann man einem Text Emotionen geben.“ In diesem Zusammenhang verriet, dass er den Titel „Hey, versuch’s nochmal mit mir“ – zunächst mit einem gänzlich anderen Text – im Tonstudio von Gloria Estefan in Miami aufgenommen hat. Joachim Horn-Bernges sei dann im Nu ein neuer Text eingefallen.
Mit „Hurra, der Pumuckl ist da“ hat Howard Anfang der 80er einen echten Ohrwurm geschrieben. (Dieser wurde kurz eingespielt.)
„Ich bin ein ganz junger Mensch, der lange gelebt hat.“ – Mit diesem Satz hat er die „80“ wohl final für sich verarbeitet …
Mit „Es geht um mehr“ folgte ein weiterer Carpendale-Klassiker im neuen „Zeitlos“ Sound.
Für ihn sei diese Veranstaltung „eine Probe“ (in ca. zwei Wochen startet Howard seine Abschiedstournee). „45 Konzerte in den nächsten drei bis vier Monaten“ stehen bevor.
Zum Thema social media sagte er: „Mit macht das manchmal keinen Spaß. So viel social media für uns alle ist nicht das Gesündeste“, mahnte er.
Das liebe Geld sei nicht der Ansporn für ihn, mit 80 noch auf der Bühne zu stehen. „Wenn einer 60 Jahre singt und 25 Tourneen hinter sich hat, der braucht keine Kohle.“ Gleichzeitig räumte er offen und ehrlich ein: „Ich bin froh, dass ich Geld habe.“
Seine Abschiedstournee sei für ihn eine „ganz große Verpflichtung“. „Es ist ein unglaubliches Gefühl. Und eine Verpflichtung.“
Dann äußerte Howard eine Bitte: „Packt die Handys weg. Bitte! Das wäre mir sehr lieb.“ „Diese Handy-Arie!“, schimpfte er. Völlig zu Recht.
Immer wieder beantwortete Howard während dieses ganz besonderen Abends Fragen seiner Fans. Zum Beispiel auch die Frage, ob eine DVD zu seiner Abschiedstournee geplant sei. Unter Verweis auf den enormen finanziellen Aufwand sagte er, dass „keine Aufzeichnung geplant“ („im Moment ist nichts geplant“). Da er „ein Wahrheitsfanatiker“ ist, erklärte er plausibel, warum er nach dieser Veranstaltung keine Autogramme geben könne.
Weiter ging’s mit „… dann geh doch“ und „Das schöne Mädchen von Seite 1“. Auf der CD übernimmt Howard die neuen Rap-Parts höchstselbst. Bei der Album-Vorstellung „Zeitlos“ überließ er das jedoch seinen Chorsängern … „Das schöne Mädchen von Seite 1“ ist „eine ganz, ganz wichtige Nummer in meiner Karriere“. Schließlich hat er damit seinerzeit – 1970 – die Deutschen Schlager-Wettbewerb in Mainz gewonnen. Seine Eltern seien in der Rheingoldhalle in Mainz gewesen. Und speziell sein Vater war wohl sehr stolz auf seinen Sohn.
Über „Piano in der Nacht“ sagte er: „Ich habe diesen Titel neu entdeckt.“. Entgegen Howards Aussage, dass dieser Song nie eine Single war, WAR „Piano in der Nacht“ eine Single … Der Song sei „vielleicht seiner Zeit zu weit voraus“ gewesen. Diesen Song sang Howard NICHT. Der Titel wurde vom Band eingespielt
„Es ist ein unglaubliches Gefühl“, so Howard über (das Wort) „Zeitlos“. „Dieses Wort erklärt so viel. Das ist das Gesamtpaket“.
„Mir fällt niemand ein, der so viele Arten von Titeln gemacht hat“, resümierte er. Dass die Zeiten immer härter werden, das weiß auch ein Howard Carpendale. Jedoch: „Ich mache mir über mich keine Sorgen. Es ist sehr, sehr schade, dass es gerade die deutsche Schlagermusik trifft“. Damit spielte er auf den Wegfall vieler populärer Radiosender (wie BR Schlager) an.
Howard sprach sein Duett mir Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys an: „Sophia Loren“. „Ein Lied mit FÜNF Ohrwürmern in einem Lied.“
Leonard Prasuhn überraschte ihn mit Gold für das Album „Das Beste von mir“.
„KI ändert sehr, sehr viel. Und Streaming auch“, erklärte Howard Carpendale.
Weiter ging’s mit „Wie frei willst du sein?“ und „Mit viel, viel Herz“.
„Wenn ich im Fernsehen auftrete, singe ich Vollplayback“, erläuterte er. Das läge mit an den Tontechnikern, die beim Fernsehen arbeiten. Diese hätten oftmals nicht das Gefühl wie die Tontechniker, die bei Live-Tourneen im Einsatz seien. Ihm sei jedoch auch bei TV-Auftritten „eine gute Klangqualität“ wichtig. „Deswegen singe ich im Fernsehen Vollplayback.“
Es folgte „Tür an Tür mit Alice“ in einer gelungenen Rock-Version – mit dem legendären „Black & White“ Gitarrenriff (Michael Jackson).
An Howard kann und sollte sich Gil Ofarim ein Beispiel nehmen. Howard sagt nämlich über seine (damalige und im Übrigen auch nur einmalige!) Entscheidung, seine Karriere am 13. Dezember 2003 zu beenden: „Es war ein Fehler“.
Die „Zeitlos“ Versionen seiner Hits seien allesamt „ein bisschen frischer“.
Über das „Schlager Café“ sagte Howard: „Dieses ‚Schlager Café‘ ist etwas Einmaliges. Das könnte der Schlagermusik ein neues Leben geben.“
An Deutschland störe ihn, „dass man immer in Schubladen denkt“. „Deutsche Musik geht kaputt! Und das ist eine Schande. Ich bin nicht damit einverstanden, dass das ganze Welt in die USA geht.“
Mit „Ti amo“ präsentierte er einen seiner größten Hits in seiner „Zeitlos“ Version.
Und über „Nachts wenn alles schläft“ sagte er: „Ich liebe diesen Titel!“.
Die bereits erwähnte „Sophia Loren“ wurde lediglich vom Band eingespielt.
„Ich hoffe, ich habe euch nicht gelangweilt.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich Howard von seinen Fans.
„Momente vergehen. Wahre Gefühle bleiben ‚Zeitlos‘.“ (Howard Carpendale)
Danke, Howard, für diesen kurzweiligen Abend.
Textquelle: Andy Tichler, Chefredakteur www.smago.de
