GIOVANNI ZARRELLA
„Meine Mama ist meine absolute Heldin!“

In der MDR-Talkshow „Riverboat“ sagte er im Gespräch mit Kim Fisher …:

 

 

Kim Fisher: Giovanni, warst Du im Kreißsaal bei den Entbindungen Deiner beiden Kinder dabei?

Ja, war ich. Die schönsten Momente in meinem Leben.
Kim Fisher: Hast Du auch helfen und unterstützen können?

Die Arbeit hat Jana Ina gemacht, das ist klar. Ich glaube, ich konnte tatsächlich ein bisschen helfen. Ich musste mir viel anhören in diesen Stunden, aber ich habe wirklich versucht, alles mit reinzugeben, was ich an Unterstützung und Verständnis konnte. Ich bin bei allen Emotionen mitgegangen und wir haben das gemeinsam sehr gut geschafft. Zwei wirklich wundervolle Erlebnisse.
Kim Fisher: Wie Du Deine Mama ansiehst, wenn Sie spricht, Giovanni…

Sie ist meine absolute Heldin.
 
Kim Fisher: Clementina, sind Sie das Familienoberhaupt?

Clementina Zarrella: Ja (lacht). Ich bin schon die, die sagt: Wir machen das so und so und mein Mann geht dann meistens mit und denkt: dann habe ich endlich meine Ruhe (lacht).
Giovanni Zarrella: Sie gibt uns einfach immer Vertrauen und Motivation. Sie gibt uns den Mut, an eine gewisse Grenze zu gehen und uns Dinge zu trauen und zu wagen.
Clementina Zarrella: Das ist in Süditalien einfach so, wir sagen: Wir beschützen euch, wir sind immer für euch da. Und wir sagen es nicht nur, es ist auch so. So bekommen die Kinder mehr Mut. Und wir geben ihnen den Rückhalt, dass wir sie unterstützen, wenn etwas schief geht. Wenn etwas ist, sind wir da. Giovanni und ich brauchen uns nur anzusehen und verstehen uns wortlos.
Kim Fisher: Hat da eigentlich eine Schwiegertochter etwas zu sagen – kommt Jana Ina gut mit Ihnen aus?

Clementina Zarrella: Die schafft das mit uns ganz locker. Sie sagt nichts dazu, sie ist voll lieb, ich mag sie.
Giovanni Zarrella: Sie spielt mit (lacht).
Cementina Zarrella: Nein, wirklich, sie ist wirklich lieb und sagt immer, ihr könnte nichts Besseres passieren, als meine Schwiegertochter zu sein und mich als Schwiegermama zu haben. Sie sagt selbst, dass wir ganz locker miteinander sind, ein gutes Verhältnis miteinander haben und uns noch nie gestritten haben.
Giovanni Zarrella: Es sind auch beides ganz starke Frauen. Es sind beide sehr starke Persönlichkeiten und sie sind trotzdem als Team sehr gut. Es sind die beiden Frauen, die mich aus meiner ersten großen Krise geholt haben, damals nach der Trennung von „BroSis“. Sie haben mir immer wieder einen Boost und einen Turbo gegeben, mich nicht hängen zu lassen. Ich wusste immer, dass beide da sind und auch sehr ähnlich vom Charakter sind.
Clementina Zarrella: Er ist auch stark und selbstbewusst und kämpft sich durch an der Seite seiner beiden starken Frauen. Deine Frau stützt Dich, ich stütze Dich – da kann Dir nichts passieren.
Giovanni Zarrella: Ja, an der Seite der Mädels kann mir nichts passieren.
Kim Fisher: Wie ist das jetzt – Deine Frau Jana Ina dreht ja jetzt gerade noch zwei, drei Wochen ihre Serie. Bist Du dann mit den Kindern allein zu Hause?

Die sind natürlich bei mir Zuhause. Nur heute – weil meine Mama und ich hier im Riverboat sind – sind sie gerade bei Opa Bruno. Heute Nacht fahren wir dann nach der Sendung zurück und sind dann wieder bei ihnen. Wir teilen uns auch als Team so auf. Wir besprechen immer jede Woche, wer wann da ist und verschieben auch Termine oder sagen die ab, dass wir bei den Kindern sein können – zumindest einer von uns. Das ist ich das erste Mal für Jana Ina, dass sie so lange weg ist von den Kindern und sie hat auch wirklich damit zu kämpfen. Mehr als die Kinder, glaube ich.
Kim Fisher: Clementina, Sie sind 1965 nach Deutschland gekommen. Mit Ihren Eltern, die als Gastarbeiter hierherkamen. Wie haben Sie mit Ihren Eltern hier in Deutschland gelebt?

Wir haben nicht schön gelebt. Mein Vater hat uns alles schön dargestellt und gesagt: Wenn Du herkommst, wirst Du sehen, wie schön das in Deutschland ist. Er sagte immer: Du brauchst Dich nur bücken und kannst Petersilie pflücken. Wir hatten nämlich  keinen Garten in Italien, die Landschaft war rau und felsig. Und natürlich haben wir das geglaubt. Wir sind in Deutschland in eine Baracke gekommen, mit einer Gemeinschaftsküche ohne Bad, da haben wir als Großfamilie gelebt. Danach sind wir in den Keller unter der Küchenmöbelfabrik gezogen, in der mein Vater arbeitete. Auch wieder nur ein Zimmer, das man aber teilen konnte. Da haben wir alle geschlafen und meine Mama hat auf zwei Camping-Kochplatten gekocht, ein riesiger Tisch stand noch drin. Das vergesse ich nie wieder.
 
Kim Fisher: Giovanni, Deine Eltern haben sich dann in Deutschland kennengelernt und eine Pizzeria gemeinsam eröffnet. Hattest Du das Gefühl, dass sie immer genug Zeit für Euch hatten?

Ja. Genau das war unser Gefühl. Meine Mama hat mir mal erzählt, dass Sie immer tagelang geweint hat, wenn ich krank wurde. Sie glaubte, ich werde krank, weil sie mir nicht genug Aufmerksamkeit geben konnte. Aber ich habe davon gar nichts gespürt. Die Pizzeria war unten, ich war oben und ich hatte immer das Gefühl, meine Eltern sind da für mich. Ich hatte nie das Gefühl, allein zu sein. Sie hat mir diese Geschichte erzählt, als ich ihr sagte, dass ich es oft blöd finde, dass ich wegen meines Jobs so wenig Zuhause bin. Da sagte sie mir: „Sage das nicht, denke es nicht. Es war damals bei mir auch so. Du hast es aber nie gefühlt, als du klein warst.“ Für mich ist es das größte Geschenk, mit diesen Eltern geboren zu sein. Dadurch habe ich eine Linie im Leben. Entscheidungen, die ich treffe, sind immer beeinflusst von der Liebe und dem Zuspruch, den du von meinen Eltern bekommen habe.
Kim Fisher: Clementina, hattet Ihr Probleme damals als Gastarbeiter-Familie oder gar negative Erfahrungen machen müssen?

Clementina Zarrella: Nein, also ich muss sagen: Wirklich nicht. Die haben uns geliebt. Mein Vater hatte so ein großes Herz, der hat die Deutschen immer eingeladen zum italienischen Essen, meine Mama konnte super kochen. Und es war neu damals, die Deutschen haben es geliebt. Er hat ihnen auch gezeigt, wie deutsche Gerichte wie Rouladen in Italien gekocht werden. Das war für sie schon etwas Besonderes: die italienischen Fleischbällchen, die Spaghetti etc.
Kim Fisher: Wie sprecht Ihr Zuhause?
Giovanni Zarrella: Meine Eltern und ich sprechen Italienisch miteinander, wir alle sprechen mit den Kindern aber Deutsch. Wir wollen das nicht, mit drei Sprachen durcheinander zu sprechen. Obwohl meine Kinder auch Italienisch verstehen.
Foto-Credit: Oliver Forstner

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