DIETER BOHLEN
Dieter Bohlen im Interview über die neue DSDS-Staffel …

, die Doku „Absolut Dieter Bohlen“, die Deutschland-Tournee und sein Engagement bei Instagram!

 

Was erwartet die Zuschauer in der neuen DSDS Staffel?

Gott sei Dank geht es ja mit dieser tollen Jury wieder weiter. Ich freue mich mit Xavier, Oana und Pietro in der Jury zu sitzen. Das ist natürlich die Idealbesetzung. Warum? Xavier ist echt kompetent und ein riesen Sänger, Oana ist eine mega tolle Tänzerin. Sie kann auch mal über was anderes reden, als über Musik. Ich finde es gut, wenn wir auch mal einen anderen Blickwinkel haben. Dieses Jahr hat sie gar nicht mehr über Musik gesprochen, sondern über Performance, Ausstrahlung, wie sich die Kandidaten bewegen usw. Und Pietro ist einfach ein ganz lustiger Kollege. Und er ist mein Bro hier – wie man so schön auf Hochdeutsch sagt.

Wir verstehen uns prima. Deshalb sind auch ganz lustige Sachen passiert. Es wird viel zum Lachen geben, was für mich ganz wichtig ist, weil wir eine Unterhaltungssendung machen. Das ist das Wichtigste! Natürlich geht es um Musikalität und ob jemand singen kann. Aber wenn das stinklangweilig ist, dann interessiert es niemand. Ich glaube unsere Show ist einfach sehr sehr unterhaltsam. Und deshalb schauen uns auch die Leute. Wir versuchen Spökes zu machen und die Leute zu unterhalten. Da kann ich besonders gut mit Pietro. Das passieren Sachen, mit denen kein Mensch gerechnet hat. Ich möchte gar nicht so viel verraten, aber der Recall in Südafrika war schon lustig. Das hätte man alles gar nicht so planen können, was da passiert ist. Dass da Wellen kommen und auf einmal ist das Set weg, oder ich habe mich einmal überschlagen, das sah auch brutal aus. Alle möglichen lustigen Sachen sind da passiert.

Auch die Casting waren lustig, da waren sehr viele skurrile verrückte Leute. Aber auch was die gesangliche Qualität betrifft, würde ich sagen: Es ist bestimmt eine der besten Staffeln, die wir je hatten, weil wir wirklich sehr viele Leute dabei haben, die ganz toll singen können.

Am 28.12. sendet RTL eine 135-minütige Doku über dein Lebenswerk, deine Erfolge, Nr. 1 Hits etc.  Kannst du ein wenig darüber erzählen?

Wir haben auch auf den Konzerten der Tour gedreht, damit die Menschen mal sehen, was da los ist und was ich musikalisch mache. In den letzten Jahren haben die Leute ja immer nur Dieter Bohlen als Juror gesehen und gehört, dass ich komponieren kann. Aber, dass ich als Sänger auf der Bühne stand, das ist ja wirklich lange her seit Modern Talking und Blue System. Ich war sehr oft im Ausland, z.B. in Moskau und ich weiß nicht, wo ich überall gesungen habe. Aber in Deutschland war ich nicht mehr auf Tournee. Das will ich den Leuten zeigen. Und man wird in der Doku einen Überblick über mein Leben bekommen. Ich hoffe, dass die Produktionsfirma das gut macht, so dass man ein bisschen Einblick bekommt, wie ich wirklich ticke. Das wissen die meisten Leute gar nicht so richtig.

Ich freue mich natürlich, dass RTL eine dreistündige Sendung über mich macht – das ist schon eine Ehre. Das war auch wirklich eine lange Zeit. Ich beginne jetzt meine 30. Castingshow-Staffel bei RTL und feiere nächstes Jahr die 500. Castingfolge als Juror. Das muss man erstmal schaffen – das muss erst mal jemand nachmachen!

Du erfindest dich immer wieder neu, seit einiger Zeit bist unter die Influencer gegangen und hast mittlerweile 1,3 Millionen Follower. Wie kam es dazu? Und was ist das Gute dran?

Influencer nein! Ich mache halt Instagram, aber influencen will ich keinen.

Für mich ist das einfach eine ganz tolle Geschichte. Ich war manchmal wirklich verwundert, was die Presse so schreiben kann, gerade über mein Privatleben. Z.B.. was mit Carina gerade los sein soll. In einem Blatt ist sie schwanger, im anderen haben wir uns getrennt oder wir streiten wir uns angeblich nonstop. Früher musste ich Anwälte einschalten, mich um Gegendarstellungen kümmern, die dann keiner gelesen hat, Unterlassungserklärungen durchdrücken und all so ein Quatsch.

Heutzutage schreibe ich auf Instagram und die Leute sehen auf meinem Account zum Beispiel, dass Carina und ich uns super verstehen, dass alles okay ist.

Und wenn es dann manchmal zu doll wird in der Presse, wenn die nur noch rumspinnen, dann sage ich dort, wie es wirklich ist. Das gibt einem viele Möglichkeiten. Es ist ja nicht so, dass das, was ich dort sage, nur meine 1,3 Millionen Follower  lesen, sondern das wird wiederrum von der Presse kopiert und abgeschrieben . So kann man dann wenigstens ein bisschen Wahrheit unters Volk bringen. Die Presse kann nicht mehr einfach machen und tun, was sie will. Natürlich berichte ich auch gerne von meinen Konzerten oder von DSDS oder vom Supertalent und was hinter den Kulissen passiert…Das macht mir wirklich Spaß und das ist jetzt quasi mein eigener kleiner klitzekleiner Sender!

Das bedeutet natürlich auch Arbeit. Wieviel Zeit steckst du in deinen Instagram-Account?

Auf den heutigen Handys kann man ja genau sehen, wieviel Zeit man am Tag auf Instagram verbringt. Da war ich schon erschrocken. Wenn mich jemand gefragt hätte, hätte ich gesagt, so eine Stunde. Aber dann standen da manchmal 9 Stunden. Es hat Wochenenden gegeben, wo ich auf 4.000- 5.000 Kommentare geantwortet habe, das dauert dann wahnsinnig lang. Aber ich versuche das jetzt auf ca ein bis zwei Stunden am Tag herunter zu schrauben, weil man sonst völlig irre wird. Ich schaffe es auch nicht mehr zu jedem Kommentar große Geschichten zu schreiben, dann gibt’s eben nur ein Like oder so. Ich muss dazu sagen, dass mein Account sehr positiv ist und Beleidigungen oder und auch einen Shitstorm habe ich noch nie bekommen.

Nach 16 Jahren bist du wieder auf große Deutschland Tournee gegangen. Wie war das für dich?

Erst mal war es ein wahnsinniges Gefühl diese Menschen zu sehen, die jetzt seit 35 Jahren meine Musik mögen. Und es war ein wahnsinniges Gefühl in diesen ausverkauften Hallen zu stehen. Wir haben vor den Konzerten Meets & Greets gemacht, das ist Wahnsinn, wo die überall hergekommen sind: Peru, Los Angeles, Moskau, Israel. Auch aus Spanien sind ganz viele gekommen. Das hat mich manchmal wirklich umgehauen, da bin ich ganz ehrlich.

Wir waren in Dortmund ausverkauft, in Hamburg habe ich mein Heimspiel vor 10.000 gespielt oder in Berlin waren es 21.000 Leute – da haben wir zweimal gespielt. Das hat mich total umgehauen. Alles ging ja damit los, dass ich eigentlich nur ein Konzert spielen wollte und das war dann ganz schnell ausverkauft. Dann haben wir gesagt: Komm wir machen doch ein paar mehr.

Aber ich habe mich auch über eine andere Sache gewundert: nämlich dass es sehr sehr zeitaufwendig ist. Am Anfang habe ich gedacht, wir üben ein bisschen mit der Band, dann fahre ich zum Auftritt, dann spielen und dann fahre ich nach Hause. Aber die Arbeit im Hintergrund ist 20- 30 Mal so groß wie die Arbeit, die man auf der Bühne leistet.

Es ist eigentlich genauso wie bei DSDS. Man unterschätzt das!. Die Leute denken, bei DSDS setze ich mich für zwei Stunden ans Pult. Aber die Hunderte von Stunden, wo man darüber redet, wer sitzt in der Jury? Was können wir verändern?…. Nach dem Set redet man noch stundenlang, vor dem Set redet man stundenlang – so war es bei der Tournee auch.

Mariah Carey war ja zum Beispiel in Hamburg und hatte ca 3.800 Karten verkauft. Da ging mir natürlich die Düse. Ich dachte, wer soll denn hier ins Konzert gehen von Dieter Bohlen. Da muss man natürlich, um eine Halle mit 10.000 Leuten voll zu bekommen, ganz schön Gas geben.  Das habe ich ein bisschen unterschätzt. Deshalb, schaffe ich es einfach nicht 2020 nochmal zwölf Konzerte zu promoten. Wir machen jetzt 2020 erst mal nur zwei Konzerte und 2021 mache ich dann wieder eine große Tournee in allen großen Hallen in Deutschland. Aber auf Dauer DSDS, Supertalent, eine Tournee, dann habe ich ein noch paar Werbeverträge und natürlich habe ich auch noch sechs Kinder…., das schafft kein Mensch. Also ich denke, ich schaffe alles, aber ich habe dieses Jahr gesehen, wenn du jeden Tag einen Termin hast, und jede Sekunde Instagram machst, dann noch jetzt Werbung für Facebook und andere Firmen im nächsten Jahr….das schafft kein Mensch.

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