PETER PLATE
„Einfach weitermachen“ – Peter Plate über seine Solokarriere!

 

Nach einem überwundenen Burnout und einer angekündigten Pause mit "Rosenstolz" macht Peter Plate jetzt alleine Musik. Der 45-jährige Sänger aus Berlin hat ein neues Album produziert und einiges in seinem Leben verändert. Der bekennende homosexuelle Künstler ist auch Träger des Bundesverdienstkreuzes, das er für den Kampf gegen Aids verliehen bekam.

 

ZDFonline: Herr Plate, wie geht es Ihnen?

Peter Plate: Natürlich sind Sie nicht der erste, der das fragt. Aber ich beantworte die Frage dennoch sehr gerne. Mir geht es ausgesprochen gut. Ich bin zufrieden, ruhig, gelassen und kreativ.

ZDFonline: Das war ja nicht immer so. Woran liegt es?

Plate: Ich bin wieder richtig gesund. Ich habe meinen Burnout überwunden. Das ist eine böse Krankheit. Und wenn man krank ist, dann ist das keine schöne Sache. Ich war ja richtig runter und wusste einige Zeit nichts mit mir anzufangen. Diese Phase ist zum Glück vorbei.

ZDFonline: Sie haben jetzt einiges in Ihrem Leben geändert.

Plate: Ja, die Überwindung des Burnout bot eine echte Chance dafür. Ich habe die Langsamkeit entdeckt, lebe jetzt bewusster und arbeite weniger. Ich nehme mir Zeit, mit meinem Freund spazieren zu gehen und am Wochenende gut zu kochen. Ich schalte das Handy aus, und wenn ich es nach zwei Tagen wieder anmache, ist die Welt auch nicht untergegangen.

ZDFonline: Wie würden Sie Ihre aktuelle künstlerische Phase beschreiben? Ist es eine Art Comeback?

Plate: Eine schwierige Frage. Es ist aber kein Comeback. Ich mache einfach weiter und zwar das, was ich schon immer gemacht habe. Genauer: seitdem ich 13 Jahre alt bin. Ich komponiere, singe und trete gerne mit meiner Musik auf, wenn sie den Leuten gefällt.

ZDFonline: Was sagt Ihre ehemalige Partnerin von "Rosenstolz", AnNa R., dazu?

Plate: Ich glaube, sie findet das ziemlich ok. Aber ehrlich, wir kommentieren und bewerten jetzt nicht jede Note, die einer von uns solo produziert. Wir wünschen uns per SMS viel Glück vor großen, wichtigen Auftritten und Shows. Dann ist es aber auch gut.

ZDFonline: Die Trennung von "Rosenstolz" sorgte für viele Schlagzeilen. Hat Sie das gestört?

Plate: Es hat mich eher verwundert. Denn es war ja kein dramatisches Ende, wie bei anderen Bands. Außerdem haben wir uns ja nicht für immer aufgelöst, sondern einfach eine Pause auf unbestimmte Zeit eingelegt. Ganz bewusst sogar. Ich mag es nicht, wenn sich Bands erst mit viel Getöse trennen und nach drei Jahren einfach weitermachen als sei nichts gewesen.

ZDFonline: Das gibt Hoffnung für "Rosenstolz", oder?

Plate: Hoffnung gibt es immer. Aber aktuell habe ich andere Pläne.

ZDFonline: Sie treiben Ihre Solokarriere voran?

Plate: Ich sehe das viel bescheidener. Ich möchte am liebsten ein paar Clubkonzerte spielen, für andere komponieren und arbeite an einer Filmmusik. Das alles ohne kommerziellen Druck. Vor allem möchte ich raus aus dem Kreislauf Album, Tour, Album, Tour. Und das schaffe ich auch!

ZDFonline, Torsten Haselbauer

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