LEBEN 2.0
„Als ich noch klein war“: Wenn Kindheitstrauma zu Klang wird!
ARNO HERBACH beweist: Heilung beginnt dort, wo man aufhört zu schweigen – und anfängt, seine Geschichte zu erzählen!
Mit der Single „Als ich noch klein war“ legt das Projekt LEBEN 2.0 einen Song vor, der sich nicht anbiedert, nicht beschönigt und keine Umwege geht. Es ist ein Lied, das direkt aus einer verletzten Biografie spricht – und genau deshalb so kraftvoll ist. Hinter LEBEN 2.0 steht ARNO HERBACH, der in diesem Projekt durchaus ein inneres Tagebuch in Klang übersetzt.
Der Song erzählt von einer Kindheit, in der Geborgenheit die Ausnahme und Angst der Normalzustand war. In eindringlichen Bildern beschreibt der Text einen Jungen, der sich in der Schule verloren fühlt, der sich nach Zugehörigkeit sehnt und immer wieder an sich selbst zweifelt. Die einzige wirkliche Zuflucht ist die Großmutter – ein Ort von Wärme in einer Welt, die sonst kalt und fordernd erscheint. Zuhause dagegen herrschen Härte, Überforderung und emotionale Distanz. Worte wie „Aus dir wird nie was“ brennen sich ein und begleiten das lyrische Ich bis ins Erwachsenenalter.
Besonders stark ist die symbolische Kraft der Keller-Szene: Dunkelheit, Enge, Angst und das verzweifelte Suchen nach Licht stehen hier nicht nur für eine konkrete Erinnerung, sondern für das gesamte innere Erleben eines Kindes, das sich allein gelassen fühlt. Diese Bilder sind schmerzhaft, aber sie sind auch ehrlich – und genau darin liegt die Stärke des Songs, in dem sich vermutlich leider der eine oder andere Fan wiederfindet.
Musikalisch spiegelt „Als ich noch klein war“ diese innere Reise eindrucksvoll wider. Der Song beginnt leise, fast zerbrechlich, getragen von einem warmen Piano. Die etwas an den Gesangsstil von BENZ ZUCKER erinnernd rauchige Stimme wirkt nah und doch verletzlich, als würde man direkt in einen Gedanken hineinhören. Mit dem Refrain öffnet sich der Klangraum: Die Musik wird größer, cineastischer, emotionaler – als würden die unterdrückten Gefühle endlich ausbrechen dürfen. Dieser Kontrast zwischen Zurückhaltung in den Strophen auf der einen Seite und emotionaler Explosion im Refrain auf der anderen Seite macht den Song besonders intensiv.
Doch so düster die Erinnerungen sind, so klar ist die Botschaft des letzten Teils: Es bleibt nicht bei der Opferrolle. Das erwachsene Ich begegnet dem inneren Kind, nimmt es an die Hand und gibt ihm das, was damals gefehlt hat – Schutz, Anerkennung und Liebe. „Du bist genug, so wie du bist“ ist wohl der emotionale Kern des Songs. Aus dem Schmerz entsteht Selbstmitgefühl, aus der Ohnmacht eine neue Stärke.
Diese Haltung zieht sich durch das gesamte Projekt LEBEN 2.0. Entstanden in einer Zeit tiefster persönlicher Verluste – nach dem Tod beider Eltern – wurde Musik für ARNO HERBACH zu einem Weg, mit Trauer, Leere und Erinnerung umzugehen. Viele der Songs begleiten ihn schon seit Jahren, jetzt bekommen sie endlich eine Stimme. Der Name LEBEN 2.0 steht dabei sinnbildlich für einen Neuanfang: nicht das Verdrängen der Vergangenheit, sondern das bewusste Weitergehen mit ihr.
„Als ich noch klein war“ ist deshalb nicht nur ein autobiografischer Song. Es ist ein Lied für all jene, die sich in ihrer Kindheit nicht gesehen, nicht gehört oder nicht geliebt gefühlt haben. Für Menschen, die lange geglaubt haben, falsch zu sein – und heute beginnen, sich selbst anders zu sehen. LEBEN 2.0 verwandelt persönliche Narben in Musik, die tröstet, aufrüttelt und verbindet.
Textquelle: smago!
