KERSTIN OTT
Auf dem Weg zur MDR-Talkshow „Riverboat“: Koffer im Zug vergessen!

Überhaupt plauderte Kerstin Ott frei von der Leber weg …:

 

 

Jörg Kachelmann: Kerstin Ott heute Abend bei uns – in leichter Reisekleidung. Sie haben Ihren Koffer vergessen, der fährt im Zug nach München. Wir haben die Hoffnung, dass er wiedergefunden wird. Was hätten Sie angehabt, wenn der Koffer bei Ihnen geblieben wäre?

Dann hätte ich eine Jeanshose angehabt und eine hübsche Jacke. Heute ist es dann die Jogging-Klamotte.
Ich war am Song texten im Zug und so vertieft, dass ich beim Umsteigen in Berlin nach Leipzig den Koffer vergessen habe und es tatsächlich auch erst in Leipzig bemerkt habe, dass mein Koffer weiter nach München fährt gerade. Heute war ich tatsächlich sehr vertieft in mein ganzes Tun. Und da es kann schon passieren, dass ich mit meinen Gedanken absolut in der Arbeit aufgehe und meine Frau dann Dinge wie Fahrkarten suchen etc. machen muss. Ich habe auch ehrlich ganz schön „Stift in der Hose“ heute, ich bin irre aufgeregt, weil ich so lange nicht unterwegs war zu Auftritten.
Jörg Kachelmann: Was haben Sie getextet und für wen?
Ich texte gerade für eine andere Künstlerin, und war so ein bisschen in den Abschlüssen.
Wer und was verrate ich beides nicht. Noch nicht.
Kim Fisher: Aber wir müssen doch wissen, wenn es ein Hit wird, dass er auf dem Weg zu uns geschrieben wurde!
Dann gebe ich Bescheid und komme noch einmal her (lacht).
Jörg Kachelmann: Ich habe von Ihrem Schicksal gehört, es gibt einen Labrador namens Jakob bei Ihnen. Der Hund hat in Ihr Haus gekackt und Sie haben gleichzeitig so einen automatischen Staubsauger. 
Wir haben Zuhause die Abmachung, dass wir abwechselnd früh mit den Hunden gehen. An diesem Tag war meine Frau dran und ich bin später aufgestanden. Als ich die Treppe runterkam, habe ich mich noch gefragt, warum so eine merkwürdige Stimmung herrscht. Da hat sie mir erzählt, dass der Staubsauger-Roboter, der immer nachts läuft, den Haufen von Jakob, den er in die Küche gekackt hat, aufgenommen hat und den Kackhaufen komplett durch die Küche und den Flur verteilt hat. Die Stunden vergehen ja dann und das trocknet an und man kann sich vorstellen, dass die Fliesen so eine leichte Patina hatten und es hat irre schlimm gestunken. Meine Frau war gerade fertig mit dem Wischen, als ich dann zwei Stunden später aufgestanden bin.
Jörg Kachelmann: So ein Labrador macht ja auch nicht gerade kleine Haufen…

Also ich sag mal so: Bei ihm kann man dann schon mit dem gelben Sack losziehen.

((HIER finden Sie den Video-Link zu dieser Gesprächsstelle!))

Jörg Kachelmann: Sie haben eben schon erzählt, dass Sie gerne gewerkelt haben in dieser Zeit. War die Baumarktöffnung für Sie auch ein epiphanischer Moment und die Welt war wieder in Ordnung?

Ja, ich habe mich super doll gefreut, denn ich wusste, ich kann mit in meiner Zeit, die ich da noch habe, sehr gut etwas anfangen. Einen superlustigen Moment gab es auch im Baumarkt, da ist ein Mann mit seinem Wagen an mir vorbeigefahren und sagte: „Na hättste mal lieber noch ’nen Hit geschrieben, wa?“ Das war eine tolle Situationskomik. Ich habe aber viel geschafft in der Zeit. Wir haben ein Musikstudio bei mir zuhause eingebaut, wir haben ein neues Büro gebaut und im Außenbereich alles lasiert, was lasiert sein muss. Ich kann jetzt also die nächsten drei Jahre auf Tour sein und mein Haus steht da und blitzt wunderschön.
Jörg Kachelmann: In Deutschland können jetzt gleichgeschlechtliche Paare heiraten, Sie haben das auch genutzt. Ist jetzt alles gut für gleichgeschlechtliche Paare, können wir da einen Strich drunter machen – oder müssen wir da noch etwas tun?

Ich glaube schon, dass es noch nicht in allen Köpfen angekommen ist, dass gleichgeschlechtliche Liebe auch eine gleichberechtigte Liebe ist. Da ist schon noch etwas zu tun, wobei ich auch sagen muss, dass sich da in den letzten Jahren schon sehr viel zum Guten verändert hat. Ich bin sehr dankbar dafür, dass die Politik da jetzt mitgezogen hat und ich finde, das wurde auch Zeit, wir leben im Jahr 2020. In den Schulklassen unserer Kinder ist das nach meinem Empfinden kein Thema mehr und die Jugendlichen gehen heute damit sehr viel lockerer um. Früher wurde das Thema viel zu oft totgeschwiegen.
Jörg Kachelmann: Was raten Sie Eltern, wenn sie merken, dass ihre Kinder gleichgeschlechtlich lieben?

Also, das Wichtigste ist, mit seinem Kind in Kontakt bleiben und immer wieder ein Gespräch anzubieten. Gerade Jugendliche haben dann auch oft das Gefühl, das mit sich alleine abzumachen oder sich zu verschließen. Da wäre ein Gespräch schon sehr gut, das willkommen heißen mit ihren Gefühlen.
 
Jörg Kachelmann: Sie singen gleich für Ihre Frau und da will ich Sie noch fragen: Was ist das Besondere an Ihrer Frau, was wollen Sie ihr noch sagen?

Dass sie einfach hundertprozentig zu mir passt. Ich kann mit ihr Pferde klauen und ich würde mit ihr wirklich überall zu Fuß hin laufen so wie Joey Kelly, weil ich weiß, wir würden das gemeinsam schaffen.
Jörg Kachelmann: Frau Ott, gibt es noch einen Wunsch-Duett-Partner von Ihnen, mit wem würden Sie gern noch ein Duett singen?

Kerstin Ott: Ich habe tatsächlich noch einen großen Traum, aber der wird sehr, sehr schwer umzusetzen sein.

Kim Fisher:
Du musst mich einfach nur fragen! (alle lachen)

Kerstin Ott:
Jetzt ist es raus (lacht). Tracey Chapman wäre mein ganz großer Traum. Und wenn das dazu kommen sollte, kippe ich wahrscheinlich vorher um. Falls Du das siehst, Tracey, ruf mich an!

Textquelle/Bildquelle:
Plan A | PR, Antje Pohle - Mit Zitaten und Statements aus der MDR-Talkshow "Riverboat" (Textvorlage)

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