ANNA-MARIA ZIMMERMANN
Ihre neue CD "himmelbLAu" in der Kritik von Stephan Imming!

„Der Produzentenwechsel auf AMZ´s neuem Album wirkt sich sehr positiv aus“ …: 

ANNA-MARIA ZIMMERMANN hat Geschichte geschrieben. Als erste DSDS-Teilnehmerin schlug sie einen Weg als (Pop-)Schlagersängerin ein und veröffentlichte bereits 2007 gemeinsam mit den JoJo’s ihre erste Single, „Der erste Kuss“. Richtig Fahrt nahm ihre Karriere mit den Hits „Wer ist dieser DJ?“ (2008) und vor allem Tausend Träume weit“ (2009) auf. Auch als Duettkünstlerin war „AMZ“ erfolgreich – bereits 2012 besang sie mit Olaf Henning den „Freundschaftsring“ und im vergangenen Herbst mit ihrem Kumpel Achim Petry den Song „Tinte“.

Über zwe Jahre nach der Veröffentlichung ihres letzten Top-20-Erfolgsalbums „BauchGefühl“ setzt die junge Sängerin nun zu einem weiteren Karrieresprung an und hat ihr Team dazu neu aufgestellt – Merke: „Ein Künstler kann nur so gut sein wie sein Team um ihn herum“ (Zitat aus dem Booklet). Als Produzenten hat sie Helmuth Rüßmann engagiert, der u. a. mit Wolfgang Petry große Erfolge erzielen konnte. Bereits seit zwei Jahren ist sie im Management von Jan Mewes, der bekanntlich sehr erfolgreich u. a. für Heino tätig ist.

Die smago! Award-Preisträgerin ließ bereits mit ihrer ersten Vorabauskopplung aufhorchen. Sie stellte die Single „Himmelblaue Augen“ in Florian Silbereisens Show „Schlagercountdown“ vor und erntete für ihren Auftritt und das von Carsten Wegener geschriebene Lied viel Lob. Der originelle Rhythmuswechsel vom Walzertakt zum Discobeat ist gerade für einen Discotheken-Titel nicht unbedingt typisch. Den Mutigen gehört aber die Welt – Anna-Maria bekam den von der Bild Zeitung ausgelobten Titel „Mallorca-Hit des Monats April 2017“ für ihren aktuellen Schlager. Die Bild war es auch, die über den kleinen Disput zwischen Anna Maria und ihrem Göttergatten berichtete, der wohl etwas eifersüchtig auf den im Video der „himmelblauen Augen“ agierenden Schauspieler war – aber diesbezüglich ist dem Vernehmen nach wieder alles im Lot.

Modernen Popschlager bietet Anna Maria mit ihrem Song „Was ist mit Liebe?“, einer sehr gut tanzbaren Nummer (vielleicht demnächst eine Single?) mit einem kessen Text: „Dein Puls vibriert im Takt mit mir – ich bin verrückt nach Dir“ – o la la.. – wobei mir die Textpassage „Die Nacht pulsiert – alles bewegt sich“ etwas bekannt vorkommt, das macht fast „atemlos“….

Der Titel „Verheddert“ beginnt wie eine Mischung der Popsongs „Move Like Jagger“ und „We No Speak No Americano“. Mit diesem Song  geht „AMZ“ neue Wege – im bester „Doo Wop“-Manier interpretiert sie den Refrain im mehrstimmigen Gesangsarrangement. Neben Anna höchstselbst wurde Birgit Rüßmann (vermutlich verwandt oder verschwägert? Es könnte sein, dass es sich um die Sängerin Birgit von der Most handelt, die bereits als „Pas de Bas“ bei der Eurovision mitwirkte und zuvor für BAP tätig war) als Chorsängerin engagiert… – Eine stimmige Komposition, ein origineller Text der Österreicherin Erika Hagler – auch der Titel hat durchaus Hitpotenzial…

Auf dem Vorgängeralbum „BauchGefühl“ befand sich ein Lied namens „Jeder Atemzug für Dich“. Die Aussage dieses Liedes wird in ihrem neuen Song „Die einzig wahre Liebe“ fortgesetzt. Der Titel ist im typischen Wolfgang-Petry-Sound gehalten- kein Wunder, Petry hat es persönlich(!) komponiert – der Text stammt von Anna Maria Zimmermann. Es ist anzunehmen, dass sie das Lied ihrem Mann gewidmet hat.

Schon auf ihrem Album „Hautnah“ schilderte Anna-Maria bereits ihre „wilden Gefühle“, in der sie im Stil ihrer „Fast-Namensvetterin“ Anna-Carina Woitschack recht eindeutig zweideutig Bedenken äußert, sich zu vergessen bzw. zu befürchten, dass ihr Verstand sie verlässt. Mit „Die Gefühle von gestern Nacht“ verfolgt Anna Maria diesen Gedanken weiter, wobei sie nicht ganz so ins Detail geht wie Anna-Carina. Dennoch ist bei den „Gefühlen von gestern Nacht“ zu beklagen: „Ich weiß, wir zwei – wir sind nicht frei“…

Mit ihrem poppigen Titel „Brich mir mein Herz“ unterstreicht AMZ das Klischee, dass Frauen es bisweilen mögen, wenn Männer gleichgültig und lieblos sind – gerade dann heißt es: „Komm und bleib doch hier – und mach, was Du willst, mit mir“ – ein typischer Text des Schlagerurgesteins Dr. Bernd Meinunger.

Als Udo Jürgens seinen Weltklasse-Song „Ich würd es wieder tun“ geschrieben hat, wusste er vermutlich nicht, was er damit für eine Lawine lostritt. Man ist fast geneigt zu sagen, dass jede Schlagersängerin, die etwas auf sich hält, einen Song dieses Namens veröffentlicht. 2008 packte Claudia Jung den Franke/Horn-Bernges-Song auf ihr Album, 2016 nannte Michelle ihr Album so. Auch die Kastelruther Spatzen hatten 2001 einen Titel dieses Namens, und Howard Carpendale setzte mit „Ich würd es immer wieder tun“ noch einen drauf. In dieser Riege darf auch Anna Maria Zimmermann nicht fehlen – sie ließ sich ihren Song von Carsten Wegener schreiben, wobei Anna-Maria auf den sonst bei diesem Titel üblichen Pathos weitgehend verzichtet.

Mit dem nächsten Thema kommt der Albumtitel wieder ins Spiel – Anna fühlt sich „wie der Himmel ohne Blau“ – und zwar „Immer, wenn die Sehnsucht erwacht“. Wer sich so einen Text ausdenkt? Ganz einfach, eine Person mit dem „originellen“ Namen „Milly Jonen“…

Gemeinsam mit Achim Petry ging Anna-Maria im vergangenen Herbst ins Studio, um den Titel „Tinte“ einzusingen. Hintergrund ist, dass genau dieser Song quasi das Hochzeitslied von Anna und ihrem Ehemann Christian ist. Das Lied gefiel Anna-Maria so gut, dass sie beschloss, es mit Achim Petry als Duett aufzunehmen – sehr zum Leidwesen ihrer Plattenfirma, weil Achim bei einem anderen Label unter Vertrag ist, so dass es diesbezüglich sogar eine gerichtliche Auseinandersetzung gab, die aber jetzt geklärt ist. Weil Anna Maria ihren Titel bei Auftritten meist solo singt (Achim Petry ist ja nicht immer zugegen), wurde nun für ihr neues Album noch mal eine Soloversion des Hits in ihrer Tonlage produziert.

Den Gedanken, sein Leben selbstbestimmt zu leben und nicht immer auf Andere zu hören, greift Anna im Song „Tu’s für Dich“ auf: „Du bist besonders, Du bist stark – wenn Du Dich endlich traust“.

Wo schläfst Du heut Nacht?“ ist ein Jive im Stile der 80er Jahre – Katharina & the Waves und ihr „Walking On Sunshine“ oder auch der Song „Footloose“ lassen grüßen. Den schmissigen Song hat Anna-Maria dem feierwütigen Volk als Live-Premiere am 13. Mai in Herne-Crange präsentiert. Der von Dr. Bernd Meinunger getextete Song ist wieder frivol gehalten: „Ich hab Lust auf Dich – mehr int’ressiert mich nicht. Wenn nicht jetzt, wann dann? Die Nacht ist lang“ – Texte dieser Art sind bei der neuen Schlagergeneration nicht unüblich. Gerüchten zufolge hat AMZ diesen Text ihrem Partner zugeflüstert, der in ihrem „Himmelblaue Augen“-Video mitgespielt hat (kleiner Scherz…)

In ihrem Song „Nie wieder allein“ aus ihrem „Hautnah“-Album singt Anna-Maria die Zeilen: „Niemand, der mich berührt, berührt mich so tief wie Du“. Vielleicht war dieser Song aus dem Album „Hautnah“ ja die Vorlage für die Ballade „Niemand berührt mich wie Du“ – ein Titel der auch bei der Eurovision vielleicht gute Chancen gehabt hätte – er wurde von Andreas Linse komponiert, der eine Zeit lang mit Ralph Siegel zusammengearbeitet hat. Schade, dass der NDR auch in diesem Jahr meinte, internationale Autoren seien besser als deutsche (die berechtigte Quittung holt sich der NDR ja alljährlich ab).

Auch mit dem Titel „Mehr und mehr“ zeigt sich  „AMZ“ von ihrer romantischen Seite, diesmal stammt der Text von einem ESC-Veteranen – erneut betätigte sich Dr. Bernd Meinunger als Textdichter.

Abgerundet wird Anna Marias neue CD mit einem Remix des renommierten DJs Fosco (Arbeitsmotto: „Just A Good Party“), der die „Himmelblauen Augen“ in einem anderen Gewand präsentiert. Der Originalmix gefällt mir besser – aber auch DJ Foscos Version, die wohl eher für die Tanztempel der Republik gemacht ist, nimmt dem Titel nicht seinen Reiz. A propos – Tobias Reitz, der bei den letzten AMZ-Alben regelmäßig mitwirkte, ist überraschenderweise diesmal nicht als Textdichter an Bord…

Das fünfte Album Anna-Maria Zimmermanns hebt sich klar von ihren bisherigen CDs ab, ihre Produktion ist deutlich moderner und abwechslungsreicher geworden. Kein Wunder, wurde ihr Produzent doch schon vor ziemlich genau 25 Jahren heilig gesprochen – und zwar von – bitte anschnallen! – den „Böhsen Onkelz“, bei deren ersten Alben er am Mischpult saß. Im Booklet der Onkelz-CD „Heilige Lieder“ heißt es: „Geheiligt werde … Helmut Rüssmann, für ihre Verdienste an diesem Werk, Amen.“ Seit 1994 hat Rüßman in Hennef sein eigenes Studio. Seine Produktionen sind vielleicht deshalb weit überdurchschnittlich, weil er mit (alter) Röhrentechnik, also nicht digital produziert, was laut seiner Aussage den kreativen Prozess positiv beeinflusst – dieser Aussage kann man nur zustimmen.

Rüßmann war Gesellschafter und weiterhin Partner von Christian Wolff und dessen Plattenfirma „Na klar!“, bei der u. a. die großen Wolfgang Petry-Hits entstanden. Dort werden damals wie heute die legendären HitMix-Kompilationen produziert. Spannend ist, dass auf der Rückseite der „HimmelbLAu“-CD beide Plattenfirmen genannt sind – sowohl „Na klar!“ als auch Telamo. Das lässt vielleicht darauf schließen, bei welchem Label „AMZ“ künftig vermutlich ihre Alben veröffentlichen wird.

Man merkt, dass die Künstlerin wirklich sehr professionell agiert. Das betrifft nicht nur ihr Umfeld, bei dem sie für jeden Bereich Spezialisten engagiert hat (eine Mitarbeiterin für die Pressearbeit, eine Firma für Online-Promotion, eine Mitarbeiterin für Airplay-Promotion, eine Mitarbeiterin für TV-Promotion und einen Mitarbeiter für das Produktmanagement). Toll ist, wie „AMZ“ sich im Booklet bei ihrem Team bedankt und dabei wirklich viele Zuarbeiter namentlich erwähnt – ein Zeichen von Wertschätzung, das die Künstlerin wirklich sympathisch macht. Überhaupt hat Anna in Sachen Booklet nichts dem Zufall überlassen. Um das (sommerliche) Himmelblau auch auf Fotos erkennbar zu machen, ist sie Anfang des Jahres nach Los Angeles gereist und hat dort traumhaft schöne Fotos gemacht, die im Booklet abgebildet sind. Wenn Anna sich im Booklet bei den –  O-Ton – „tollsten Fans der Welt“ mit dem „größten Dank“ bedankt, wirkt das ehrlich, weil sie ja wirklich jedes Detail ihres neuen Albums durchdacht hat.

Nebenbei war die hübsche Sängerin auch sehr fleißig – für die „limitierte Fanbox“ ihres Albums signierte sie tausende von Postkarten (mit so genannten „Grüßen aus L. A.“) – der Mehrwert der Box ist aber u. a. auch eine Remix-CD der „Himmelblauen Augen“, ein Schlüsselband und ein Kühlschrankmagnet. Da lacht das Fanherz…

Man darf gespannt sein, ob der Mut, ein Popschlager-Album genau eine Woche nach dem Release von Helene Fischers neuer CD zu veröffentlichen, belohnt wird. Eins steht fest – die Promotionarbeit ist mehr als professionell, es wird nichts dem Zufall überlassen. Positiv festzuhalten ist, dass schon sehr früh ein intensiver Einblick in die Produktphilosophie gewährt wurde, so dass man als Rezensent gut informiert und ohne zeitlichen Druck agieren konnte – dafür ein großes Kompliment, das ist nicht selbstverständlich!

Anna-Maria Zimmermann hat mit diesem Album den Sprung von einer Partysängerin zu einer ernstzunehmenden Schlagersängerin gemacht – ich prognostiziere eine sehr gute Chartsnotiz für ihr Album – vermutlich die bislang beste ihrer Karriere…
 

Stephan Imming, 15.05.2017
http://www.telamo.de
http://www.annamariazimmermann.de/index.php/homepage

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