HERBERT KÖFER
Herbert Köfer im Alter von 100 Jahren gestorben!

Er war der älteste – noch aktive – Schauspieler der Welt!

 

HERBERT KÖFER ist tot. Der älteste – noch aktive – Schauspieler der Welt verstarb am 24.07.2021 im Alter von 100 Jahren.

Das MDR FERNSEHEN hatte ihm zu seinem 100. Geburtstag einen 30-Minuten-Film „Herbert Köfer – Spielen ist mein Leben“ von Leonore Brandt gewidmet.

 

„Herbert Köfer – Spielen ist mein Leben“ (Quelle: MDR FERNSEHEN)

 

 

HERBERT KÖFER war das, was man einen Volksschauspieler nennt, ein Unterhaltungskünstler mit vielen Facetten, ein Mann des Films, des Fernsehens und des Theaters. Auch mit 95 stand er noch auf der Bühne: in der Comödie Dresden in „Opa ist die beste Oma“, bis vor kurzem auch in „Rentner haben niemals Zeit“. Das Stück entstand nach einer der erfolgreichsten DDR-Fernsehserien. Damals spielte Köfer an der Seite von Helga Göring. 2015 nun feiert Herbert Köfer sein 75-jähriges Bühnenjubiläum, blickt auf rund 1.000 Rundfunk-, Film-, Fernseh- und Bühnenauftritte zurück.

Eine Schauspielkarriere war dem Berliner Arbeiterkind aus dem Prenzlauer Berg nicht in die Wiege gelegt. Auf Wunsch der Eltern startet er eine Kaufmannslehre, bricht sie gelangweilt ab und bewirbt sich heimlich an einer Schauspielschule. Bis 1940 spielt er Theater im schlesischen Brieg. Dann wird er an die Ostfront eingezogen, wird verwundet, kommt ins heimatliche Lazarett. Mit viel Glück spülen ihn die Kriegswirren in britische Gefangenschaft.

Nach dem Krieg spielt Herbert Köfer im Privattheater, im Kabarett, spricht Rundfunksendungen, und eines Tages steht er endlich auf der Bühne des Deutschen Theaters Berlin. Intendant Wolfgang Langhoff gibt ihm Rollen in „Pygmalion“ und „Egmont“, setzt viele Hoffnungen in ihn. Doch der Ruf des neugegründeten Fernsehens übt die größere Anziehung auf den Schauspieler aus.

Beim Sendeauftakt 1952 ist Köfer der erste Sprecher der „Aktuellen Kamera“, in der Silvesternacht 1991/1992 gehört er zu denen, die in der letzten Stunde des DFF das Licht ausmachen. In den fast vierzig Jahren dazwischen wird er zu dem Erzkomödianten, als den man ihn heute vor allem kennt. Doch er verkörperte auch ernsthafte Rollen: den bestialischen Hauptsturmführer Kluttig in Frank Beyers Buchenwaldfilm „Nackt unter Wölfen“ oder den pragmatischen Gutsverwalter von Studmann in der Fallada-Verfilmung „Wolf unter Wölfen“.

Der Film erzählt vom facettenreichen beinahe 100-jährigen Leben des Schauspielers Herbert Köfer, von einem Mann, der die Weimarer Republik, die Nazizeit, die DDR und das vereinte Deutschland erlebt hat, von Köfers Ansprüchen an sich selbst, von Selbstzweifeln, seinem Streben nach Perfektion, die er sich bis ins hohe Alter erhalten hat, seinen politischen Ansichten, aber auch vom Privatmann Herbert Köfer, dem dreifachen Ehemann, Vater und Großvater.

 

 

 

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