WOLFGANG AMBROS & DIE WÖDMASTA
„Die Sunnseitn vom Lebn“ = „Always Look On The Bright Side Of life“!

Ambros goes Monty Python! Vorweg: Es ist KEIN Fußball-WM-Song! Sehen Sie HIER den Videoclip …:

 

Vorweg: Es ist kein Fußball-WM-Song! Das wäre wohl zu billig, wenn der Name Ambros am Cover steht. Vielmehr ist die Wiener Band die Wödmasta eine echte Nummer im Genre Austro-Dialekt-Rock und Wolfgang Ambros sowieso eine eigene Instanz, was das betrifft. Und jetzt überrascht plötzlich dieses Juwel: Die Sunnseitn vom Leben!

Also gut. Wir gehen zurück ins Jahr 2003, zum Album Namenlos. Darauf zu finden so großartige Songs wie ‚Oid wurdn‘. Du bist oid wurd′n. Oba des is dir scheissegal, besingt darauf ein gerade erst einmal 51-jähriger Ambros sein erstes halbes Jahrhundert im Album-Opener. Neun Jahre später schenkte er sich und seinen Fans mit 19 03 52 sein Geburtstagsalbum zum 60er. Was immer auch passiert, es war noch nie zu spät, dass man zu sich selber findet und auf die Reise geht, ist eine prägende Textzeile bei diesem Album-Opener.

Beide Songs sagen viel aus, beschäftigen sich mit dem Altern und am Ende lief alles auf die Erkenntnis hinaus, dass der Singer-Songwriter Wolfgang Ambros, für sich, nach 41 Jahren Karriere, beschloss, keine neuen Songs mehr zu veröffentlichen. Vorerst. Die Zeit strich ins Land, Herr Ambros ging nicht in Rente, dieses Wort kennt er gar nicht. Er beehrte die Bühnen und wenn auch immer wieder die falschen Propheten ein Ende der Karriere ausriefen, derartiges juckte das Perpetuum Mobile der österreichischen Popularkultur nie. Ja, er ist oid wurdn, feiert 2027 wieder einen Runden aber genauso singt er regelmäßig mit großer Freude und augenzwinkernder Hingabe ‚Für immer jung‘. Wolfgang Ambros ist der Kater der hiesigen Musikszene. Er hat mehr als sieben Leben und jedes einzelne hat sich tief in den Mann eingegraben. Sein Auftreten, seine Sprache, die Gestik, die Art wie er mit seinem Publikum kommuniziert… Authentizität ist bei diesem Künstler kein Schlagwort. Er ist kein Asterl im Wind, sondern viel mehr der komplette Wienerwald. Sturmgeprüft.

Wolfgang Ambros ist seit Jahren mit seinem ‚Pur‘-Programm unterwegs. Seine Songs reduziert. Aufs wesentliche. Das kleine Besteck aus feinstem Silber. Ihm zur Seite auch zwei ‚Wödmasta‘. Eine Generation jünger als der Mann an der Bühnenkante. Was sie eint, ist die Liebe zu Rock, Dialekt und Texten, die sich hören lassen können. Aus demografischen Gründen ein schwindender Zungenschlag. Sich dagegen zu stemmen ist sinnlos. Die eigene Sprache zu pflegen etwas ehrenvolles. Fast vergessene Wörter wieder vor den Vorhang zu holen, gesungen von einer Stimme, die wie keine andere mit diesem Dialekt in Verbindung gebracht wird. Seit dem Jahr 1971 und einem Herrn Hofer, der tot im Rinnsal vorgefunden wurde… Ein Mord, eine Moritat. Wiener Bänkelsang des 20sten Jahrhunderts der zum Superhit mutierte. In England verhielt es sich nicht viel anders. Denken wir an die berühmte Szene aus ‚Das Leben des Brian‘: Die Gekreuzigten beschwören die Lust am Leben. Always look on the bright side of life! Ohne Worte! ‚Wir sind alle große Monty Python Fans‘ meint Wödmasta Roland Vogl und damit sind wir schon mittendrin in der Geschichte des ersten neuen Ambros-Song nach 14 Jahren!

 

 

 

 

Always look auf die Sunnseitn vom Leben.

Man stelle sich nun vor, Wolfgang Ambros besingt die Sunnseite vom Leben. Der Kater freut sich über die Sonnenseite seiner sieben Leben. Auf seine Art. Knorrig und auch ein wenig melancholisch. So geschehen zum ersten Mal bereits vor Jahren. Live, als Teil des Pur- Programmes. Wödmasta Roland Vogl hat das Lied behutsam ins Heimische getextet. In unsere Sprache. Mittlerweile ist es ein Highlight in jedem Konzert. Je blöder die Zeiten, umso größer der Zuspruch der Leute. Am Ende singen alle im Saal mit und Wolfgang den Menschen aus dem Herzen. Lange hat es gebraucht, bis das Lied aufgenommen wurde. Von der Idee aus der Schmiede der Wiener Band Die Wödmasta bis zum fertigen Masterband. So einfach ist es nämlich nicht ohne Rechteklärung das Ding in die freie Wildbahn zu entlassen. Doch die Freigabe kam. Monty Python Eric Idle ist der Autor des Originals und der gab seines Sanctus. Mit dem OK machten sich Roland Vogl und Dietmar Baumgartner an die Produktion. Die Wödmasta gingen ins Studio: Schlagwerker Wolfgang Luckner diesmal tätig am Cajon, Bass spielt Mischa Krausz, E Gitarre Dietmar Baumgartner und Roland Vogl an der Akustikgitarre. Und, eh klar, geht’s um Tasten, darf es nur den einen geben. Stets an der Seite von Wolfgang Ambros: Günter Dzikowski, der diesmal die Quetschn, respektive das Schifferklavier bedient. Am Mikro unverkennbar die knorrigste Eiche der No.1 vom Wienerwald. Da passt einfach alles. Der Song, die Stimme, der Text. Alles so herrlich analog! Die Sunnseitn vom Leben! Das Lied lebt weiter, auf wienerisch. Wunderbar zeitgeistig, ohne sich dieser eigenartigen Zeit anzubiedern.

Das Video

Wenn Wolfgang Ambros einst sang ‚i bin oid wurdn‘ dann hat sich daran nichts geändert. Wie auch. Für immer jung findet nur auf der Bühne, im Herzen und im Hirn statt. Und in Erinnerungen. Aber so wie Wolfgang Ambros mit dem Alter umgeht, umweht ihm stets der Wind der Entschlossenheit. Er geht mit seinen Stecken auf die Bühne, nimmt Platz am Hocker und macht sein Ding. So wie immer. Ist da, nahezu auf Knopfdruck. Es sind stets magische Momente. Ein altern in künstlerisch-menschlicher Würde, performed mit der nötigen Portion Ehrlichkeit. Nach dem Motto ‚Es ist wie es ist aber mir taugts!‘

Zur Sunnseitn vom Leben gibt es ein Video. Vielmehr ein Kurzfilm. Liebenswert. Wolfgang Ambros, 74 Jahre alt, davon 55 Jahre im Musikbetrieb unterwegs, gibt im Plot den Regisseur für eine auf einer Kleinbühne agierenden Theatertruppe. Wenn man so will, überlässt der Ur-Vater des Dialekt-Pop dem Nachwuchs viel von seiner Erfahrung. Mit dabei auch immer so versteckten Anleihen an Monty Python, respektive deren ‚Ritter der Kokosnuss‘.

Selbst die filmische Umsetzung des Liedes ist so herrlich retro. Die Producer Vogl und Baumgartner schufen eine analoge Insel im digitalen Gebrüll. Wohltuend echt. Vom Song zum Video bis hin zum Cover haben die Herren Ambros und die Wödmasta einfach der Versuchung widerstanden und auf neumodisches KI-Zeugs verzichtet. Ein Lied, Musik, ein Filmchen und eine Geschichte die in die österreichische Welt hinausfliegen soll. Motto: Es geht um die Sunnseitn vom Leben.

 

 

@ Herwig Peuker

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