BATA ILLIC
Bata Illic verzaubert Dessau: Ein Abend voller Schlagerliebe, Herzlichkeit und großer Gefühle!

Die Schlager-Legende begeistert mit seinen Kult-Hits, mit italienischer Sehnsucht (und italienischem Temperament) und ganz viel Herz …:

 

 

 

Wenn BATA ILLIC die Bühne betritt, ist die Schlagerwelt für einen Moment genau so, wie sie sein sollte: voller Herzlichkeit, großer Melodien und unvergänglicher Erinnerungen. Am 9. Oktober 2026 gastierte der 87-Jährige exklusiv im Mitteldeutschen Theater in der Marienkirche zu Dessau-Roßlau, dessen Intendant Dieter Hallervorden ist. Was folgte, war ein Konzertabend, der eindrucksvoll bewies, dass wahre Bühnenpräsenz keine Frage des Alters ist. Bata Illic brauchte weder spektakuläre Effekte noch aufwendige Showeinlagen. Er hatte seine Lieder, seine Geschichten, sein unverwechselbares Lächeln – und ein Publikum, das sich nur allzu gern von ihm mitnehmen ließ.

Den Auftakt machte er mit dem Klassiker schlechthin: „Michaela“! Viel passender hätte der Abend kaum beginnen können. Doch statt sich einfach feiern zu lassen, wandte sich Bata gleich zu Beginn mit entwaffnender Offenheit an seine Gäste. „Ich habe im Vorfeld gehört, dass es nicht ausverkauft ist“, verriet er. Um unmittelbar danach klarzustellen: „Aber, glauben Sie mir: Ich bin so glücklich, dass SIE da sind. Und ich werde das Beste zu geben versuchen, was in mir steckt.“

Das war keine routinierte Begrüßungsfloskel, sondern Bata Illic pur: ehrlich, bescheiden und voller Dankbarkeit. Besonders bewegend wurde es, als er von seiner Ehefrau erzählte, die ihn an diesem Abend begleitete. „Ich habe meiner Frau immer erzählt von dieser schönen Kirche und von dem Gefühl, das man in der Kirche steht und singt, das ist wunderschön. Und jetzt ist sie mit mir hierher gekommen. Ich freue mich, dass sie da ist und dass sie das auch miterleben darf.“

Spätestens da war klar: Dieser Abend würde mehr werden als eine Aneinanderreihung bekannter Schlager. Es war ein persönliches Konzert, bei dem auch die Zwischentöne zählten.

Von verbundenen Augen und unmoralischen Knöpfen

 

Mit „Mit verbundenen Augen“ folgte ein weiterer Schlager-Evergreen, den Bata als „eine wunderschöne Erinnerung für mich“ ankündigte. Und weil zu einem richtigen Bata-Illic-Abend auch ein wenig Schalk gehört, nahm das Programm schon bald eine überraschende Wendung.

Beim „unmoralischen Lied“ „Ich möcht‘ der Knopf an deiner Bluse sein“, komponiert von Christian Bruhn nach einem Text von Günther Behrle, kam Bata auf den legendären Komponisten zu sprechen. Und wenn man schon einmal bei Christian Bruhn ist, warum dann nicht gleich ein paar weitere musikalische Erinnerungsstücke aus dessen Feder anstimmen?

Kurzerhand gab es Kostproben von „Wunder gibt es immer wieder“, „Wärst du doch in Düsseldorf geblieben“ und sogar der legendären Werbemelodie „Milka, die zarteste Versuchung – seit es Schokolade gibt“. Eine kleine musikalische Verbeugung vor einem Komponisten, dessen Melodien sich tief ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben.

Auch die Geschichte hinter dem vermeintlich anstößigen Knopf-Lied durfte nicht fehlen. Einige Radiostationen hätten den Titel damals auf den Index gesetzt. Doch Bata wusste, wie die Geschichte ausging: „Das Publikum hatte das letzte Wort und hat dieses Lied zum Hit gemacht.“

Wie recht er damit hat! Schließlich sind es die Menschen, die Lieder über Jahrzehnte hinweg lebendig halten. Und wenn ein Titel auch heute noch für verschmitztes Lächeln und Wiedererkennung sorgt, hat er offenbar alles richtig gemacht.

Vom verhinderten Heldentenor zum Schlagerliebling

 

Mit „Der junge Träumer“ gewährte Bata seinem Publikum einen weiteren persönlichen Einblick. Ursprünglich, so erzählte er, hätte er gerne eine Karriere als Heldentenor eingeschlagen. Dann aber entdeckte er Frank Sinatra. Man darf wohl sagen: Die Schlagerwelt hatte Glück, dass das Leben für Bata Illic einen anderen musikalischen Weg bereithielt.

Mit „Wie ein Liebeslied“, „Amor, Amor, Amor“ und „Sie“ – der deutschen Version des internationalen Klassikers „She“ – setzte er sein Programm fort. Hier zeigte sich die ganze Bandbreite eines Sängers, der nicht nur auf einen einzigen Hit reduziert werden kann. Bata Illic steht für romantische Melodien, internationale Einflüsse und jene besondere Mischung aus Charme und Leichtigkeit, die ihn über Jahrzehnte hinweg zu einem Publikumsliebling gemacht hat.

Nach „Immer wieder du“ wurde es wieder augenzwinkernd. „Das Finanzamt ist pleite“ stand auf dem Programm – musikalisch und im Arrangement eine Art Verwandter des berühmten Knopf-Liedes. In Fan- und Fachkreisen durfte man also durchaus schmunzelnd an „Ich möcht‘ der Knopf an deiner Bluse sein“ denken.

„Zweite Kasse“ – Hallervorden fehlte, der Humor blieb

 

Ein besonderer Programmpunkt war der Duett-Hit „Zweite Kasse“, den Bata Illic gemeinsam mit Dieter Hallervorden aufgenommen hat. Der Theaterintendant war an diesem Abend allerdings nicht selbst vor Ort: Hallervorden befand sich bereits auf dem Weg nach Rust, wo er am 10. Oktober ein Kinderhospiz unterstützen wollte. Also musste Bata den Titel kurzerhand ohne seinen prominenten Duettpartner präsentieren. Die Stimme von Christian Bruhn war im Zwischenteil dennoch zu hören.

Stolz verwies Bata darauf, dass das Video zu „Zweite Kasse“ auf YouTube bereits fast 500.000-mal angeklickt worden sei. Und auch seine Begeisterung für Hallervordens schauspielerische Leistung war unüberhörbar: „Dieter hat das so wunderbar geschauspielert. Ich habe es so genossen, ihm dabei zuzuschauen.“

Es sind solche Momente, die Bata Illics Konzerte so sympathisch machen: Er kann über Kollegen schwärmen, Geschichten erzählen und sich selbst dabei angenehm zurücknehmen. Der Star steht im Mittelpunkt, ohne sich selbst zu wichtig zu nehmen.

Autogramme statt Ausruhen: Bata kennt keine Pause

 

Wer nun glaubte, der 87-Jährige würde sich während der Konzertpause ein wenig erholen, hatte die Rechnung ohne Bata Illic gemacht. Statt sich zurückzuziehen, verbrachte er die Pause mit seinen Fans, schrieb Autogramme und erfüllte Selfie-Wünsche. Für viele Besucher dürfte gerade diese unmittelbare Begegnung mit dem Künstler zu den schönsten Erinnerungen des Abends gehört haben.

Als der zweite Konzertteil mit „Komm auf das Schiff meiner Träume“ begann, zog Bata selbst ein positives Zwischenfazit: „Die Pause hat mir so gut gefallen. Das hat Spaß gemacht.“

Man musste kein Hellseher sein, um zu erkennen, warum: Die Nähe zu seinem Publikum ist für Bata Illic offensichtlich keine lästige Pflicht, sondern ein wesentlicher Teil seines Künstlerlebens.

„Michaela“ trifft Michaela …

 

Mit „Schwarze Madonna“ folgte ein weiterer Klassiker. Dafür holte Bata zunächst Bianca aus Kassel auf die Bühne. Der Sänger staunte nicht schlecht, als er erfuhr, wie weit sie angereist war, um ihn zu hören: „Sie haben so eine lange Reise gemacht, um mich zu hören?“

Bianca verriet allerdings, dass ihre Mutter sogar noch ein deutlich größerer Fan sei. Und weil diese Mutter ausgerechnet Michaela heißt, war der nächste Programmpunkt praktisch vorgegeben. Bianca überließ ihrer Mutter die Bühne – und Michaela aus Kassel machte ihre Sache ausgesprochen gut.

Ein wunderbarer Moment, der den Konzertabend um eine kleine, ganz persönliche Geschichte bereicherte. Aus einem Schlagerhit wurde eine Begegnung, aus einem Konzert ein gemeinsames Erlebnis. Und natürlich durfte man sich ausmalen, wie besonders es sein muss, als Michaela ausgerechnet bei „Michaela“ selbst im Mittelpunkt zu stehen.

Italienische Sehnsucht und ein Hauch von „Volare“

 

Mit „Ich hab‘ noch Sand in den Schuhen aus Hawaii“ leitete Bata Illic zu einer weiteren musikalischen Leidenschaft über. „Ich habe mein Leben lang italienische Musik geliebt“, bekannte er. Und so ließ er seinem Faible für die italienische Unterhaltungsmusik freien Lauf.

Mit „Nel blu dipinto di blu“, weltweit als „Volare“ bekannt und durch Domenico Modugno berühmt geworden, erfüllte sich Bata einen musikalischen Wunsch. Italienisches Temperament, große Melodien und die unverkennbare Leichtigkeit des Südens hielten Einzug in die Marienkirche.

Bei „Mädchen mit den traurigen Augen“ wurde fleißig mitgeschunkelt. Zum „Bumm-Bumm“-Halbplayback von „Candida“ in der Version von Hansi Süssenbach klatschte das Publikum begeistert mit. Und mit „Buona Sera, Signorina“ durfte Bata noch einmal ganz seiner italienischen Leidenschaft frönen.

Hier wurde nicht einfach nur zugehört. Hier wurde mitgefühlt, mitgeschunkelt und mitgefeiert. Die Marienkirche verwandelte sich für einige Momente in einen Ort, an dem Schlager und italienische Lebensfreude eine geradezu unwiderstehliche Verbindung eingingen.

„Batamania“ und ein Abschied mit Zugabe

 

Natürlich durfte zum Ende hin auch die geballte Ladung Bata Illic nicht fehlen. Mit der offiziellen „Batamania“, dem Hitmix aus „Michaela“, „Schwarze Madonna“, „Ich hab‘ noch Sand in den Schuhen aus Hawaii“ und „Mit meiner Balalaika war ich der König auf Jamaica“, wurde noch einmal kräftig mitgefeiert.

Es war der perfekte musikalische Schlussspurt für einen Abend, an dem sich die Generationen begegneten. Großeltern, Eltern und jüngere Schlagerfreunde fanden in den vertrauten Melodien zusammen. Bata Illic braucht keine künstlich erzeugte Nostalgie: Seine Lieder sind längst selbst zu Erinnerungsstücken geworden.

Mit den Worten „Alles Liebe, Gott schütze sie!“ verabschiedete sich der Sänger von seinem Publikum. Doch ganz ohne Zugabe durfte er die Bühne selbstverständlich nicht verlassen. Mit „Svalutation“, dem Klassiker von Adriano Celentano, setzte Bata noch einen temperamentvollen Schlusspunkt.

… und die charmanteste Liebeserklärung seiner Frau Olga

Einmal mehr hatte Bata Illic bewiesen, dass Herzlichkeit, Humor und musikalische Leidenschaft keine Frage des Alters sind. Mit 87 Jahren stand er auf der Bühne, erzählte Geschichten, überraschte mit spontanen musikalischen Einfällen, nahm sich Zeit für seine Fans und sang sich mit seinen unvergänglichen Hits in die Herzen des Publikums.

Und dann war da noch seine Ehefrau Olga, die ihren Mann an diesem besonderen Abend begleitete. Seit mehr als 65 Jahren sind die beiden miteinander verbunden. Olga ist dabei möglicherweise nicht gerade der größte Schlagerfan der Welt. Umso bemerkenswerter fiel ihr Urteil nach dem Konzert in geselliger Runde aus: „Schlecht war es nicht.“

Man möchte ergänzen: Wenn nach mehr als sechs Jahrzehnten gemeinsamer Zeit ein solches Understatement als Konzertkritik durchgeht, muss das wohl wahre Liebe sein!

Für das Publikum in Dessau-Roßlau war dieser Abend jedenfalls alles andere als „nicht schlecht“. Es war ein liebevoller, unterhaltsamer und musikalisch abwechslungsreicher Ausflug in die Welt des deutschen Schlagers – getragen von einem Künstler, der sich seine Freude am Singen und an den Menschen bewahrt hat.

Bata Illic hat in der Marienkirche nicht einfach nur ein Konzert gegeben. Er hat Herzen berührt, Erinnerungen geweckt und einmal mehr gezeigt, dass echte Schlagerliebe kein Verfallsdatum kennt.

Warum Bata jedoch ausgerechnet den Titel „Goldene Zeiten“ nicht gesungen hat (schließlich lautete der Titel dieser Veranstaltung „Goldene Zeiten“), das wissen allerdings nur die Götter …

Textquelle: Andy Tichler, Chefredakteur www.smago.de

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