MICHAEL FISCHER
Sein Ex-Manager Uwe Hübner ist voll des Lobes über ihn!

Uwe Hübner nutzt die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, „was ‚Immer wieder sonntags‘ für den deutschen Schlager geleistet hat“ …:

 

 

 

Ich habe gestern ganz bewusst noch einmal „Immer wieder sonntags“ geschaut – obwohl ich sonntags in Spanien normalerweise ganz andere Dinge im Kopf habe. Natürlich auch wegen MICHAEL FISCHER. Wir haben Michael selbst mal gemanagt und waren deshalb besonders gespannt auf seinen Auftritt. Und ich darf voller Freude sagen: Jung, das war richtig klasse. Natürlich, selbstbewusst, souverän, überhaupt nicht nervös und vor allem nicht überzogen. Man merkt, dass Michael gereift ist und zu den Künstlern gehört, die auf die Bühne gehören. Seine neue Ausstrahlung (er hat viel abgenommen und trainiert) tut ihm ausgesprochen gut.

Aber auch die Sendung selbst hat mich diesmal besonders berührt. Vielleicht ein Stück weit aus Nostalgie, weil ich diese Welt lange selbst begleitet habe. Da waren so viele sympathische Gesichter im Publikum zu sehen – ganz unterschiedlichen Alters und mit ganz unterschiedlichen Charakteren. Genau das hat mir gefallen. Es wirkte nicht künstlich zusammengestellt, sondern einfach wie das echte Leben. Und vielleicht war gerade das so tröstlich und zugleich so bewegend: Dieses vertraute Bild war noch einmal da, obwohl man bereits weiß, dass es bald nicht mehr selbstverständlich sein wird.

Bei Stefan weiß man, dass er schon immer gern persönlich war. Und jetzt merkt man, dass er gerade in seinen letzten Sendungen noch weicher wirkt. Er lässt noch mehr private Dinge und Gefühle einfließen als früher und zeigt damit sehr deutlich den Menschen hinter dem Moderator. Gerade wenn man im Hinterkopf hat, dass etwas zu Ende geht, kann ich das sehr gut verstehen. Ich finde nicht, dass man ihm das vorwerfen sollte – im Gegenteil: Diese persönliche Seite macht die letzten Sendungen besonders berührend. Sie lässt spüren, dass hier nicht einfach nur eine Sendung endet, sondern ein Stück gemeinsamer Fernsehgeschichte.

Was „Immer wieder sonntags“ für den deutschen Schlager geleistet hat, war und ist großartig. Diese Sendung hat so vielen Künstlern eine Bühne gegeben und Menschen, manchmal für sogar nur eineinhalb Minuten einen Moment geschenkt, auf den sie wahrscheinlich ihr ganzes Leben stolz sein werden. Auch wenn ich die „Sommer-Hitparade“ als Wettbewerb nie besonders prickelnd fand – vor allem, weil Künstler dort sehr schnell wieder als Verlierer vom Platz gehen mussten und Schlagersänger gefühlt immer wieder gegen Akkordeon-Spieler das Nachsehen hatten –, so weiß ich doch, wie wertvoll diese Auftritte für viele waren. Diese Bühne, diese Aufmerksamkeit und diese besonderen Momente wird man vielen Menschen nicht vergessen können. Und sie selbst werden es gewiss auch nicht.

Ich kenne „Immer wieder sonntags“ nicht nur als Zuschauer. In meiner aktiven Zeit als Moderator und Manager war ich hinter den Kulissen gerne dabei und wurde dort von Kimmig Entertainment immer ausgesprochen freundlich, höflich und wertschätzend behandelt. Dafür möchte ich heute einfach einmal Danke sagen. Und diese Wertschätzung gebe ich sehr gerne zurück. Gerade jetzt, wo sich dies Kapitel schließt, werden solche Erinnerungen noch einmal besonders wertvoll.

Genauso möchte ich Stefan ausdrücklich danken. Obwohl es im deutschen Schlager ja manchmal fast schon verdächtig ist, wenn einer den anderen lobt. 😉 Ich habe allerdings auch früher nie den Reflex gehabt, Kollegen als Konkurrenz zu betrachten oder irgendwelche Vergleiche anzustellen. Heute bin ich in der glücklichen Situation, das auch glaubwürdig sagen zu können, weil es für mich um nichts mehr geht. Ich darf inzwischen einfach (heute noch freier als früher) sagen, was ich empfinde – und wenn etwas gut war, dann war es gut. Und „Immer wieder sonntags“ war über viele Jahre hinweg etwas ganz Besonderes.

Und deshalb glaube ich auch nicht, dass man „Immer wieder sonntags“ unbedingt neu erfinden sollte. Diese Sendung sollte man – ähnlich wie die „ZDF-Hitparade“ – in Goldpapier packen, eine dicke Schleife darum machen und in den Schrank der Erinnerungen stellen. Es ist vielleicht einfach besser so. Eine Neuauflage oder eine ähnliche Sendung wird es schwer haben. Allein schon weil ich nicht glaube, dass man heute noch die finanziellen Möglichkeiten hätte, ein solch großes Format in derselben Qualität auf die Beine zu stellen. Dazu kommt: Manche Dinge verlieren so oder so ihren Zauber, wenn man versucht, sie unbedingt zurückzuholen. Leider.

Der Schlager hat im Fernsehen in den vergangenen Jahren einige wichtige Stützen verloren. Nun bleiben vor allem der „ZDF-Fernsehgarten“ und andere beliebte Formate – mit ihren eigenen Regeln, Möglichkeiten, aber eben auch Problemen. Darüber kann man an anderer Stelle gerne noch einmal sprechen. Und damit bestimmt „heiße Eisen“ anzupacken. Heute möchte ich vor allem festhalten, was bleiben wird: Die Erinnerungen an viele Sonntage, an Künstler, an Begegnungen, an eine Sendung, die für viele Menschen ein fester Bestandteil ihres Lebens war.

Für heute bleibt mir somit vor allem eines: Danke, Stefan. Danke für die vielen Sonntage, für die Künstler, denen Du eine Bühne gegeben hast, für die vielen Menschen, die sich dort wiedergefunden haben und für eine großartige Zeit im deutschen Fernsehen. Ich wünsche Dir für die beiden letzten Sendungen von Herzen alles Gute, schöne Momente und vor allem Gesundheit. Und ich hoffe, dass Du selbst spürst, wie viel diese Sendung den Menschen bedeutet hat.

All das schreibe ich bewusst heute, denn: Live werde ich am kommenden Sonntag nicht dabei sein können. Wir sind mit unserer 40-köpfigen DJ-Truppe im „ZDF-Schlager-Fernsehgarten“, um Andrea Kiewel und ihrem Team zum 40. Geburtstag zu gratulieren, und am Sonntag darauf steht unser eigenes Sommerfest an. Aber vielleicht ist genau das auch schön: Das Leben geht weiter – und trotzdem darf man einen Moment innehalten, zurückblicken und Danke sagen. Manche Shows verschwinden zwar aus dem Programm, aber nicht aus den Herzen der Menschen. ❤️
Textquelle: Facebook-Seite von Uwe Hübner (Textvorlage)

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