BONNIE TYLER
Bonnie Tyler 75-jährig verstorben!
Bonnie Tyler MBE (* 8. Juni 1951 als Gaynor Hopkins in Skewen, Neath; † 8. Juli 2026 in Faro, Portugal) war eine britische Pop- und Rocksängerin. Der Durchbruch gelang ihr 1976 mit Lost in France, es folgte 1977 It’s a Heartache. In den 1980er Jahren hatte sie Hits wie „Total Eclipse Of The Heart“ und „Holding Out For A Hero“. Sie war mehrfach für den „Grammy“ und den „Brit Award“ nominiert und erhielt zahlreiche Auszeichnungen.
Jugend und Privatleben
Tyler wurde 1951 im walisischen Skewen geboren und wuchs mit fünf Geschwistern auf. Ihr Vater war Bergarbeiter. Die Mutter, ein Opernfan, teilte die Liebe zur Musik mit ihren Kindern. In ihrer Jugend sang Tyler in einer Gruppe namens Bobby Wayne and the Dixies, gründete dann eine eigene Band und nannte sie Imagination. Nahezu ein Jahrzehnt lang trat sie mit ihrer Band in Kneipen und Nachtclubs in Südwales auf. Ab 1973 war sie mit Robert Sullivan verheiratet, einem ehemaligen Judoka.
Karriere
Anfänge (1975–1977)
1975 veröffentlichte Tyler bei RCA Records ihre erste Single mit dem Titel „My! My! Honeycomb“, die jedoch nicht in die Hitparaden gelangte. Ihre zweite Single „Lost In France“ erreichte die Top 10 der britischen Popmusik-Charts. Die Single wurde auch auf dem europäischen Kontinent ein großer Erfolg und erreichte Platz drei in Deutschland.
Der Erfolg von „Lost In France“ veranlasste Tyler 1977, ihr erstes Album „The World Starts Tonight“ aufzunehmen. Es war außer in den skandinavischen Ländern nur mäßig erfolgreich. Die folgenden Singles wurden zumindest kleine regionale Hits: Das poppige „More Than A Lover“ erreichte die Top 30 in Großbritannien, während das Country hafte Heaven in die Top 25 der deutschen Single Charts gelangte. Kurz darauf unterzog sich Tyler einer Operation, um Knötchen von ihren Stimmlippen entfernen zu lassen. Da sie der Anweisung ihres Arztes, für eine bestimmte Zeit nicht zu sprechen, nicht folgte, wurde ihre Stimme rau, womit ihre Karriere im Musikgeschäft zu Ende zu sein schien. Tatsächlich wurde die „Reibeisenstimme“ zu ihrem Markenzeichen.
Internationaler Durchbruch (1978–1987)
Bereits mit der nächsten Single „It’s A Heartache“ aus ihrem zweiten Album „Natural Force“ landete sie 1978 einen internationalen Hit. Die Single erreichte Platz eins in Frankreich und Australien, Platz zwei in Deutschland sowie die Top fünf in Großbritannien, einigen anderen europäischen Ländern und in den USA. In dieser Zeit unternahm sie ihre erste Tournee durch die USA.
Danach ließ der internationale Erfolg zunächst nach, jedoch konnte sie einige regionale Hits verbuchen: Im Sommer 1978 erreichte „Here Am I“ die Top 20 in Deutschland und Skandinavien, im Jahr darauf erklomm sie mit dem Country-Song „My Guns Are Loaded“ Platz drei in Frankreich und konnte mit dem Filmsong „(The World Is Full of) Married Men“ auch in der britischen Heimat einen Top-40-Erfolg verbuchen.
Die folgenden Alben „Diamond Cut“ (1979) und „Goodbye To The Island“ (1981) hatten nur mäßigen Erfolg, und Tyler wurde mit ihren Aufnahmen immer unzufriedener, zumal ihr Produzententeam sie zunehmend zum Country drängte, in dem sie sich nicht wohl fühlte. Deshalb wechselte sie 1982 die Plattenfirma und unterschrieb einen Vertrag mit CBS Records. Ihr Album „Faster Than The Speed Of Night“ aus dem Jahr 1983 wurde sehr erfolgreich, und der Song „Total Eclipse Of The Heart“, geschrieben von Jim Steinman, erklomm die Charts in zahlreichen Ländern diesseits und jenseits des Atlantiks und blieb dort für Wochen auf Platz eins. Das millionenfach verkaufte Album, das in Großbritannien auf Platz eins einstieg, brachte Tyler 1984 zwei „Grammy“-Nominierungen als beste Popsängerin und beste Rockmusikerin.
Im selben Jahr nahm sie mit Shakin’ Stevens das Rock-’n’-Roll-Duett „A Rockin‘ Good Way“ auf und landete damit einen weiteren Top-fünf-Hit in den britischen Single Charts. Ebenfalls 1984 hatte sie einen großen Erfolg mit der Single „Holding Out For A Hero“ (Platz zwei in Großbritannien, Platz 19 in Deutschland). 1985 erhielt sie erneut eine „Grammy“-Nominierung als beste Rockmusikerin und für den Song „Here She Comes“. Das zweite Album, das unter Jim Steinman eingespielt wurde, erschien 1986 unter dem Titel „Secret Dreams And Forbidden Fire“. In den USA hatte es keinen Erfolg und verkaufte sich auch in Großbritannien und Deutschland mäßig. Lediglich in den skandinavischen Ländern, Frankreich und der Schweiz konnte es an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen. Die daraus ausgekoppelten Singles waren ebenfalls nicht überall erfolgreich, so geriet die Rockhymne „If You Were A Woman (And I Was A Man)“ zwar in Frankreich zu einem Top-10-Hit, konnte sich aber im Rest der Welt ebenso wenig durchsetzen wie die aufwendige Bombast-Ballade „Loving You’s a Dirty Job“ im Duett mit Todd Rundgren.
1987 sang Tyler den Titelsong „Islands“ des gleichnamigen Albums von Mike Oldfield. Im Jahr darauf brachte sie das Album „Hide Your Heart“ heraus, auf dem sie sich von einer sehr rockigen Seite zeigte und an dem als Songschreiber der Bon-Jovi-Produzent Desmond Child und die Hardrock-Gruppe Kiss beteiligt waren. Auf dem Album befand sich auch eine erste Version des späteren Tina-Turner-Hits „The Best“. Die Platte floppte bis auf die skandinavischen Länder und die Schweiz. Danach zog sie sich aus dem internationalen Musikgeschäft zurück.
Wechselhafter Erfolg in Europa (1990–2005)
1991 verhalf ihr Dieter Bohlen zu einem Comeback mit dem Titel „Bitterblue“ (Platz 17 in Deutschland), den er unter dem Pseudonym Howard Houston schrieb. Gemeinsam produzierten Bohlen und Tyler drei erfolgreiche Alben: „Bitterblue“ (1991), „Angel Heart“ (1992) und „Silhouette In Red“ (1993). Ein 1993 veröffentlichtes Hit-Album „The Very Best Of Bonnie Tyler“ erreichte in den deutschsprachigen Ländern Platinstatus. Für ihre großen Verkaufserfolge erhielt sie 1994 sowohl den „RSH-Gold Award“, den „ECHO“ als auch die „Goldene Europa“ als erfolgreichste Künstlerin. Neben den deutschsprachigen Ländern verkauften sich die Bohlen-Produktionen in Skandinavien gut, während Tyler in Großbritannien und den USA mit dieser Softpop-Musik nicht landen konnte. 1995 wechselte sie erneut die Plattenfirma und den Produzenten. Sie spielte mit „Free Spirit“ wieder ein Rockalbum ein. Trotz der namhaften Produzentenriege wie Jim Steinman und den Scorpions wurde die Platte vor allem aufgrund mangelhafter Vermarktung ein kommerzieller Flop.
In den Jahren danach ließen die Erfolge weiter nach, erst 2002 brachte ihr ein neues Greatest-Hits-Album eine Top-20-Notierung in Großbritannien und landete kurz darauf in weiteren europäischen Ländern in den Top 10. Im Dezember 2003 sang Tyler mit der französischen Sängerin Kareen Antonn Si Demain, eine französische Version von „Total Eclipse Of the Heart“ als Duett ein. Der Song wurde im Januar 2004 veröffentlicht und erreichte in den französischen, belgischen und polnischen Charts Platz eins. Die zweite Neuauflage, „Si tout s’arrête (It’s A Heartache)“, ebenfalls im Duett mit Kareen Antonn, konnte sich in den Top 20 der französischen Single Charts platzieren. Im Herbst 2004 veröffentlichte sie im Duett mit Matthias Reim das Lied „Vergiss‘ es (Forget It)“, das Platz 64 der deutschen Single-Charts erreichte. 2005 folgte das Studioalbum „Wings“.
Comebackversuch und Eurovision Song Contest (ab 2013)
Im März 2013 erschien das in Nashville produzierte Country-Rock-Album „Rocks & Honey“. Die Songs stammen unter anderem aus der Feder von Desmond Child und Frank J. Myers. Außerdem ist ein Duett mit Country-Sänger Vince Gill mit dem Titel „What You Need From Me“ enthalten. Im selben Monat wurde Tyler von der BBC nach einer internen Wahl zur Vertreterin Großbritanniens beim „Eurovision Song Contest“ in Malmö bestimmt. Dort trat sie im Mai 2013 mit dem Song „Believe In Me“ auf und erreichte mit 23 Punkten den 19. Platz. Im März 2019 erschien ihr nächstes Album „Between The Earth And Stars“ und 2023 ihre Autobiographie „Straight From The Heart“. Ein Konzert aus dem Mai 2019 im Berliner Admiralspalast erschien 2024 unter dem Titel „Bonnie Tyler: In Berlin“ als Doppelalbum. Tyler stand zuletzt im März 2026 in London auf der Bühne, weitere geplante Konzerttermine im Sommer 2026 konnte sie nicht mehr wahrnehmen.
Krankheit und Tod
Im Mai 2026 unterzog sich Tyler an ihrem Wohnort im portugiesischen Faro einer Notoperation wegen eines Darmdurchbruchs und wurde auf der Intensivstation in ein künstliches Koma versetzt. Im Juni erwachte sie aus dem Koma, danach verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand. Bonnie Tyler starb am 8. Juli 2026 im Krankenhaus in Faro im Alter von 75 Jahren.


