DIETER HALLERVORDEN
„Ich habe großes Lampenfieber – immer noch!“ 

In der MDR-Talkshow „Riverboat“ sagte er …:

Hier ist mein Geld begraben: Meine Theaterliebe und das Schlosspark Theater in Berlin

Ich bin als Schauspielschüler oft am Schlosspark Theater gewesen. Irgendwann sah ich es geschlossen und dachte: Dafür sind Theater nun wirklich nicht gemacht. Ich habe mich dann beworben mit zehn anderen Leuten, das Theater wieder zur eröffnen, und eigenartiger Weise habe ich den Zuschlag 2009 erhalten und bei Klaus Wowereit den Vertrag unterschrieben. Ich habe dann auch den Zeitplan für den ganzen Umbau und Renovierung mit allen Denkmalschutzauflagen eingehalten und pünktlich eröffnet. Ich dachte: „Nun gut, alleine werde ich es wohl schaffen müssen. Und: Hier wird mein Geld nun wohl begraben sein.“ Der Architekt sagte, ich würde wohl mit 400.000 Euro rechnen müssen, bezahlt habe ich 1,7 Millionen. Alles ist bezahlt. Das zeigt also auch meine große Theaterliebe.
Ich habe großes Lampenfieber – immer noch

Kim Fisher: Gehst Du eigentlich noch jeden Abend auf die Bühne und dankst Deinen Eltern? Ich habe das mal gelesen und wollte Dich fragen, ob Du das noch tust. 
Ich muss sagen, dass ich ein sehr, sehr rührendes Elternpaar hatte und eine sehr, sehr schöne Kindheit. Ich stelle mir dann immer vor, was würden sie sagen, wenn sie unten im Zuschauerraum säßen? Sie haben das leider nicht mehr erleben können. Ich habe sehr viel Lampenfieber und bin immer sehr aufgeregt. Der Gedanke, sie säßen dort, beruhigt mich sehr, muss ich sagen. Wenn ich daran denke, sie würden unten sitzen und mir die Daumen drücken.
Mein Vater musste das Bein abgenommen werden, und ich habe nicht einmal erlebt, dass er aufgegeben oder kapituliert hat. Er ist immer wieder aufgestanden. Wenn jemanden trotz dieses Schicksals so eine Willenskraft und ein Rückgrat hat – das hat meinen Lebensweg natürlich nachhaltig beeinflußt. Das hat mich als Kind in Dessau begleitet und meinen Weg wirklich sehr beeindruckt.
 
Ich bin der Stasi gerade so von der Schippe gesprungen …

Ich habe als Übersetzer gearbeitet und habe natürlich das Gegenteil von dem gesagt, was mir die Parteileute vorgeschrieben haben. Und das ist meist auch gut gegangen, denn die verstanden fast kein Französisch. Auf einen großen Symposium auf Usedom habe ich aber etwas übersehen und habe von meinem Techniker gesteckt bekommen, dass in den Blumengestecken Mikrofone versteckt waren und die Bänder gerade ausgewertet werden. Da bin ich Hals über Kopf ausgezogen und in den Westen abgehauen. Ich habe dann meiner Wirtin in Ost-Berlin noch meine Miete zukommen lassen, und da berichtete sie mir von zwei Herren, die zwei Stunden nach meinem Auszug da waren und sehr enttäuscht darüber, dass sie mich nicht mehr angetroffen haben. Ich bin also der Stasi quasi von der Schippe gesprungen.
Ich lebe meine Meinungsfreiheit ganz bewusst ohne Rücksicht auf private oder berufliche Vor- oder Nachteile

Ich habe Leitplanken für mein Leben: Gerechtigkeit, Frieden, Verantwortung und das lebe ich aus. Diese ganze Meinungsfreiheit, die nicht mehr gelebt wird, weil viele sich nicht mehr trauen, sich zu Themen zu äußern, die durchbreche ich ganz bewußt ohne Rücksicht auf private oder beruflich Vor- oder Nachteile. Während wir hier sitzen und hoffentlich ein dritter Weltkrieg an uns vorbei schrammt, frage ich:
Warum sagt man zu Putin „völkerrechtsniedriger Angriff auf die Ukraine“ und warum sagt man es bei dem Angriff der USA auf den Iran nicht? Erich Kästner schrieb einmal: Der Frieden ist ein wahres Meisterwerk der Vernunft. Frieden kann für mich auch ein Gefecht sein. Ein Gefecht der Worte, die man aber nur hören kann, wenn die Waffen schweigen. Ich habe den Krieg in Dessau mitbekommen, das Fallen von Bomben, das aus dem Schlaf reißen, das Trümmerfeld meiner Heimatstadt Dessau. Ich kann wirklich nur alle warnen, die jetzt werben für die Bundeswehr: Die Freiheit verteidigen, damit es irgendwann Frieden gibt? Kriegstüchtigkeit herstellen ist eine Schwafelei sondergleichen. Kriegstüchtigkeit ist für mich das Unwort des Jahrhunderts und eine Unverschämtheit. Wir sollten wie Spanien uns widersetzen und Militärbasen schließen. Keine Waren mehr aus Israel annehmen. Wir müssen auf dieses Unrecht hinweisen, das dort passiert. Wir müssen uns auf die Seite der Palästinenser stellen und uns für eine Zwei-Staaten-Lösung einsetzen.
 
Ich liebe und ich werde geliebt: Das ist das Tollste

Es ist wichtig, zu wissen, wie man alt wird. Mich würde die Zahl nicht umbringen der Jahre, die ich auf dem Buckel habe. Mich würde ein Ruhestand umbringen. Ich will ackern. Ich will einen Unruhestand haben und habe sehr viel Lebensfreude in mir, auch mit über 90 Jahren. Ich habe auch eine emotionale Gesundheit: ich liebe und ich werde geliebt. Das ist das Tollste!
Textquelle: Plan A PR, Antje Pohle (Textvorlage) ww

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