TONI KRAUS ((einst: TONI, DE KLAANE FLUGFICHT))
„Ich habe wieder ein sehr schönes Verhältnis zur Volksmusik!“
In der MDR-Talkshow „Riverboat“ sagte der mittlerweile 29-Jährige …:
Klaus Brinkbäumer: Wie blickst Du heute auf deine Kindheit als Kinderstar zurück?
Zwiegespalten. Es war kein Druck, ich habe es damals geliebt. Ich habe auch gern die Volksmusik gemacht und habe die quasi mit der Muttermilch eingesogen. Ich stand gern auf der Bühne und heute sehe ich, dass ich da unheimlich viel Spaß hatte. Ich bin nie gezwungen worden, ich habe das immer freiwillig gemacht. Es hatte aber auch Schattenseiten. Und je älter ich geworden bin, desto mehr habe ich mir die vergegenwärtigt. Zum einen wurde ich in der Schule für die Musik gehänselt. Je älter ich geworden bin und selbst wieder Musik gemacht habe, habe ich gemerkt, welche Maschinerie da im Hintergrund lief. Die Plattenfirmen, die Produktionsfirmen und es ist schon krass, als Erwachsener zu merken, wie ich als Kind da eigentlich funktionieren musste. Ich war irgendwann 2006 einmal bei Stefan Raab bei „TV total“ und niemand hat mich darauf vorbereitet. Niemand von der Plattenfirma und der PR. Niemand hat mir gesagt, dass er Witze über mein Umfeld macht oder die Leute, die ich mag. Hat er dann auch gemacht und ich war neun Jahre alt. Ich habe da Gott sei Dank nichts Dummes erwidert oder gesagt. Jetzt als Erwachsener hat mich das erschrocken, wie das damals lief.
Meine Eltern haben sich getrennt, als ich drei Jahre alt war. Ich war der größte „Randfichtn“-Fan, den es gab. Wenn ich abends manchmal traurig war und meinen Papa vermisst habe, habe ich auf dem Disc-Man „De Randfichten“ gehört. Wir haben uns zeitweise mehr hinter der Bühne als Zuhause gesehen und deswegen bin ich schon sehr über die Musik mit meinem Papa verbunden.
Ich habe wieder ein sehr schönes Verhältnis zur Volksmusik. Mein Vater und auch ich hatten uns ja eine zeitlang etwas abgewendet davon. Das war auch wichtig für mich, um alles zu verarbeiten, was weh getan hat.

