"STADLSHOW"
Gast-Kommentar von Dieter Gerauer: "Stadlshow" – ein Servus auf Raten?
Er sieht hierbei „eine ganz gezielte und infame Taktik der Chefetage“ …:
Es kam, wie es kommen musste. Die vermeintlich jungen Zuschauer blieben trotz aller Erwartungen der Fernsehmacher fern, und die sogenannten Stammseher der traditionellen Sendungen mit Andy Borg hatten nach wenigen Minuten die Nase voll und schalteten um oder ab.
Wie hatte es noch vor der neugestalteten Show geheißen: „Neuer Name – neue Moderatoren und neue flotte Musik = Erfolg
Von wegen, in die Hose ging dieses Unterfangen ganz gewaltig. Für erfahrene Hasen der Szene war dieser Umstand durchaus vorhersehbar, für die Programmverantwortlichen von ARD, ORF und SF jedoch eine bittere Enttäuschung. Sie nämlich waren es, die geglaubt hatten, das Fernsehen neu zu erfinden und vor allen Dingen eine etablierte Sendung wegen der angeblich zu betagten Zuschauer zu entsorgen. Recht geschieht den Leuten, welche sich bei der Erfindung der Stadlshow im Bereich von Sagen und Märchen kundig machten.
Mit Genugtuung und etwas Schadenfreude wird auch Andy Borg – und dies vollkommen zu Recht – den Fehlstart aufgenommen haben. Den unzähligen bösen und abwertenden Kommentaren im Internet kann man ohne Zweifel entnehmen, dass diese Sendung eine der größten Fehlgeburten der oben genannten Fernsehsender der letzten Jahrzehnte war und ist. Auch ich selbst habe sie mir in voller Länge angesehen und konnte immer wieder nur den Kopf schütteln. 98 % Bum Bum, hämmernder Rhythmus, wo ich nicht mit muss, schlechte Tonqualität und eine Bildführung, welche am nächsten Tag einen Augenarztbesuch zur Folge hat und noch einiges mehr hätten auch mich zum Abschalten gezwungen, wenn ich diesen Kommentar nicht verfasst hätte. Die Frage, wie lange es diese Show zum Abgewöhnen noch gibt, erledigt sich spätestens nach den nächsten beiden Sendungen von selbst. Dies entscheidet die Quote und die kann eigentlich bei diesen Inhalten nur noch mehr in den Keller gehen.
Warum macht man nicht w ieder einfach gestrickte, ehrliche und gemütliche Sendungen, ohne ständig Krawall und eingepeitschte gekünstelte Stimmung erzeugen zu müssen. Dies wäre so einfach, vielleicht eben zu einfach in unserer hektischen und schnelllebigen Zeit.
Aber aufgepasst, ich sehe hierbei eine ganz gezielte und infame Taktik der Chefetage. Man braucht wieder einmal Argumente, um die ungeliebte Zielgruppe 50 plus als treue Fernsehzuschauer zu vertreiben. Andere Radio– und Fernsehsender haben dies ja schon zur Genüge getan. Denn auf diese Art und Weise braucht sich keiner der verantwortlichen Programmgestalter hinzustellen und seine Meinung über traditionelle und beliebte Sendungen kundzutun und somit vielleicht doch irgendwo anzuecken.
Die Quote wird’s schon richten…
Fazit: Den Musikantenstadl in seiner bisherigen Form hätte man für ca. 4 Millionen Zuschauer belassen können, noch dazu hätte man ihn in die dritten Programme verlagern können. Somit hätte man am Samstagabend im Ersten einen begehrten Sendeplatz für ein anderes Format zur Verfügung. So wie es am 12.0915 mit der Stadlshow gelaufen ist, kann man getrost einen Platz auf dem Sendungsfriedhof bereithalten und die Bestattungsfeierlichkeiten bereits jetzt in vollem Umfang planen und ohne Hektik auf das baldige Sterbedatum der Stadlshow.
Dieter Gerauer
http://www.ip-media.at/
http://www.musikantenstadl.tv

