ZUPFGEIGENHANSEL
Zupfgeigenhansel: Zum 50-jährigen Plattenjubiläum wird ihr erstes Lied veröffentlicht: „Mein Kind wir waren Kinder“!

Live aufgenommen bei ihrem allerletzten Live-Konzert im legendären Laboratorium!

Am 06.02.1976, vor genau 50 Jahren erschien ein Album, das die deutsche Musik-Szene maßgeblich beeinflussen sollte: Mit „Volkslieder I“, dem Debüt-Album des Stuttgarter Duos ZUPFGEIGENHANSEL, begründeten Erich Schmeckenbecher (Gitarre, Mandoline und Gesang) und Thomas Friz (Leadvocals und Gitarre, † 2023) ihren Ruf  als Erneuerer der Volksmusik, wurden von Journalisten wie Fans wahlweise als „Sex Pistols des Folk“ oder „die deutsche Antwort auf Simon and Garfunkel“ gefeiert. Wobei Musik-Legende Brian Eno sie sogar staunend als „even better than Paul und Art“ einschätzte.

Mit Titeln wie dem von ihnen zum frechen Lästerlied gemachten „Es wollt ein Bauer früh aufstehn“, dem neuarrangierten „Es es und es“, vor allem aber ihrer inbrünstigen Version des Lieds „Ich bin Soldat, doch bin ich es nicht gerne“, der, bereits im 19. Jahrhundert verfasst, erst 2022 (!) zum millionenfach gestreamten Antikriegs-Hit mutierte, gehört „Volkslieder I“ zu ihren Meisterwerken. Zurecht wurden Erich und Thomas dafür mit einem IMPALA-Award in Gold ausgezeichnet.

Und natürlich durfte auch dieses Lied nicht fehlen: „Mein Kind wir waren Kinder“, die Vertonung eines herzberührenden Gedichtes von Heinrich Heine. „Das war unsere allererste Komposition und eines meiner Lieblingssongs,“ wie Thomas Friz noch kurz vor seinem Tode betonte.

Thomas Friz war es auch, der am 27. September 1972, damals noch ohne Partner Erich, zur Eröffnung eines der legendären Kleinkunst-Clubs Deutschlands auf der Bühne stehen durfte: dem Stuttgarter Laboratorium. Schauplatz vieler großer Abende: Hier traten sie alle auf: von Reinhard Mey bis Loriot von Hannes Wader bis –natürlich auch: Zupfgeigenhansel, die hier 1974 ihren ersten Auftritt unter diesem Namen absolvierten.

Und als deren Macher am 27. September 2022, zum 50-jährigen Jubiläum luden, war klar, Thomas und Erich anzufragen, und sie – 40 Jahre nach ihrer Trennung – wieder zu einem gemeinsamen Auftritt zu motivieren. Und tatsächlich sagten sie zu. Fünf Songs gaben sie zum Besten. Darunter natürlich auch ihr Erstlingswerk: „Mein Kind wir waren Kinder“. Welch ein Glück, dass ein Stuttgarter Alternatives Radio den Aufritt mitschnitt. Und die geladenen Gäste – darunter Prominenz wie Theaterhaus-Legende Werner Schretzmeier, Staatssekretärin Petra Olschowski oder Lieder-Kollege Manfred Maurenbrecher – lauschten gebannt und still – um später umso lauter zu applaudieren.

Vielleicht auch in der stillen Vorahnung, den vielleicht allerletzten Auftritt dieser Liederlegenden erlebt zu haben.

Denn zu geplanten weiteren Auftritten sollte es nicht mehr kommen. Am 29. August 2023 verstarb Thomas Friz.

Ihm zu Ehren, und zur Feier des 50-jährigen Jubiläums ihrer Debüt-LP wird nun einer der schönsten Songs darauf, zugleich ihr allererstes Werk, gespielt beim allerletzten Auftritt, und aufgenommen vom Stuttgarter Raketenradio für alle Freunde leiser Lieder zum Streamen und als Download verfügbar gemacht: „Mein Kind wir waren Kinder (50 Jahre Live in Stuttgart)“.

Wer Zupfgeigenhansel nicht kennen sollte: Insgesamt acht wegweisende Alben haben die Folk-Legenden in knapp zehn Jahren eingespielt, die sich insgesamt 1,4 Millionen Mal verkauften, mit mehreren Schallplattenpreisen ausgezeichnet wurden, ehe sich das Duo 1984 trennte – nach einem umjubelten Konzert mit Folklegende Pete Seeger in Bochums Zeche.

 

*IMPALA, in Brüssel beheimatet, repräsentiert als Offizieller Dachverband 4.000 unabhängige Plattenlabels in Europa.

 

 

 

CD-Tipps

Wer mehr von und über Zupfgeigenhansel hören möchte, dem seien drei Klangprodukte empfohlen:

•    Die aufwändig ausgestattete 3er-CD Box „Miteinander – 50 Jahre 70 Lieder“ war zeitweise vergriffen, ist aber jetzt wieder erhältlich. Sie enthält in vier Booklets mit vielen Bildern und Liner Notes alles Wissenswerte über Songs und Geschichte.

•    Im Album „Legendäre Lieder neu Interpretiert“ würdigen 20 bekannte und unbekannte Acts jeglicher stilistischen Coleur das Werk von Zupfgeigenhansel: vom punkigen „Waldfest“ der Gruppe NoRMAhl bis hin zur Hardrockversion der Histo-Rocker Schandmaul“.

•    Mit dem Album „Hommage an Zupfgeigenhansel“ zeichnet der Marburger Musiker Matthias Almstedt das Wirken von Zupfgeigenhansel in Wort und auch Songs nach – und schaffte damit eine Nominierung für den Deutschen Schallplattenpreis.

 

Alle Alben gibt es als CD im Handel oder (auch als Bundle zum Sonderpreis) unter www.zupfgeigenhansel.com. Alle Lieder sind ebenfalls zum Streaming oder Download verfügbar.

Textquelle: D7 (Textvorlage)

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