THOMAS ANDERS
Thomas Anders begeistert rund 1.300 Fans – „Modern Talking“ 500 Meter unter der Erde!

Fast ausverkauftes Konzert im Erlebnisbergwerk Merkers: Eine gigantische Lasershow, unvergessliche Pop-Hits und eine außergewöhnliche Location machten den Abend zu einem besonderen Erlebnis.

 

 

 

Merkers. Eine Konzertlocation, die ihresgleichen sucht, ein Künstler, dessen Songs Musikgeschichte geschrieben haben, und knapp 1.300 begeisterte Fans: Das Erlebnisbergwerk Merkers bot den spektakulären Rahmen für das fast ausverkaufte Konzert „Thomas Anders sings Modern Talking“. Rund 500 Meter unter der Erdoberfläche verwandelte der Sänger den ehemaligen Salz-Großbunker in eine Bühne für eine musikalische Zeitreise durch die Erfolgsgeschichte von Modern Talking. Für 98 Euro pro Ticket erwartete das Publikum ein Abend voller Kult-Hits, Erinnerungen und Überraschungen.

Schon die Location ist ein Erlebnis: Der ehemalige Salzlagerbunker ist rund 250 Meter lang, 22 Meter breit und bis zu 17 Meter hoch. Wo einst gewaltige Mengen Salz lagerten, sorgen heute die monumentalen Dimensionen, eine außergewöhnliche Akustik und eine aufwendige Lichtinszenierung für eine unvergleichliche Atmosphäre. Der Veranstalter vergleicht den Klang der Halle mit dem eines gotischen Kirchenschiffs. Ein riesiger Schaufelradbagger erinnert eindrucksvoll an die industrielle Vergangenheit des Ortes. Wenn sich hier Musik, Licht und Klang verbinden, entsteht ein Konzerterlebnis, das eine gewöhnliche Veranstaltungshalle kaum bieten kann.

Thomas Anders zeigte sich entsprechend beeindruckt. Er sei „total geflasht, so fasziniert“ von dieser außergewöhnlichen Location. In seiner Karriere habe er bereits ein Konzert in 4.000 Metern Höhe über dem Meeresspiegel gegeben. 500 Meter unter der Erde aufzutreten, sei dagegen Neuland. Damit habe er in seiner Laufbahn insgesamt 4.500 Höhenmeter an Konzerterfahrungen gesammelt – in zwei völlig unterschiedlichen Richtungen.

Dass die Besucher an diesem Abend nicht einfach die Halle verlassen konnten, wann immer sie wollten, nahm Anders mit gewohntem Humor. Es sei schließlich „ein Konzert, wo niemand abhauen kann“. Mit einem Augenzwinkern kündigte er an: „Ich singe die ersten zwei Alben von Yoko Ono. Ihr kommt hier ja nicht weg.“ Das Publikum wusste die scherzhafte Drohung zu nehmen. Statt Yoko Ono gab es das Beste aus beiden Modern-Talking-Epochen.

Eine gigantische Lasershow für unsterbliche Pop-Hits

 

Optisch wurde der Abend von einer gigantischen Lasershow begleitet, die den gewaltigen unterirdischen Raum eindrucksvoll in Szene setzte. Passend zur Umgebung hatte Thomas Anders ein steingraues Jackett gewählt. Zwischen Felswänden, Bergbautechnik und spektakulären Lichteffekten entstand eine Konzertatmosphäre der besonderen Art.

Musikalisch spannte Anders einen weiten Bogen durch die Geschichte von Modern Talking. Natürlich durfte der Welthit „You’re My Heart – You’re My Soul“ nicht fehlen. Auch „You Can Win – If You Want“, „Cherokee Highway“, „Jet Airliner“, „China In Your Eyes“, „Win The Race“ und „Geronimo’s Cadillac“ standen auf dem Programm. Die bekannten Melodien sorgten für Erinnerungen an die große Erfolgszeit des deutschen Pop-Duos.

Doch Anders beließ es nicht bei den erwartbaren Höhepunkten. Er hatte bewusst auch Titel ausgewählt, die seltener im Mittelpunkt stehen, aber für die Geschichte von Modern Talking eine besondere Bedeutung besitzen.

„In 100 Years …“ – ein Rückblick auf das erste Ende von Modern Talking

 

Mit „In 100 Years …“ präsentierte Anders einen Song, der eng mit dem ersten Ende von Modern Talking verbunden ist. Die Single erreichte damals Platz 30 der deutschen Singlecharts, während das zugehörige Album „In the Garden of Venus“ bis auf Platz 35 der Albumcharts kam. Eine weitere Single wurde aus dem Album nicht mehr ausgekoppelt.

Auch „You Are Not Alone“ durfte nicht fehlen. Anders bezeichnete den Song als „die allererste neue Single nach zwölf Jahren“ – eine Erinnerung an die Rückkehr von Modern Talking im Jahr 1998.

Eine besondere Überraschung war „There’s Too Much Blue In Missing You“. Das Stück nimmt innerhalb des Modern-Talking-Repertoires eine Sonderstellung ein, weil Dieter Bohlen den Titel selbst gesungen hatte. Dass Anders den Song nun nach mehr als 40 Jahren erstmals selbst interpretierte, sei „eine ganz neue Erfahrung für mich“. Zugleich bekannte er: „Ich singe diesen Song bei meinen Shows wirklich leidenschaftlich gerne.“

Gerade solche Momente verliehen dem Konzert zusätzliche Tiefe. Hier ging es nicht allein um die größten Hits, sondern auch um die Wiederentdeckung von Songs, die lange im Schatten der bekanntesten Singles gestanden hatten.

Ein Medley für echte Modern-Talking-Kenner

 

Ein weiterer Höhepunkt war das Medley mit „With A Little Love“, „Heaven Will Know“, „Princess Of The Night“, „Do You Wanna“ und „Angie’s Heart“. Anders stellte die Zusammenstellung als eine Auswahl von Liedern vor, „die nie eine Single waren“. Seiner Meinung nach hätten einige dieser Stücke durchaus eine Single-Auskopplung verdient gehabt.

Mit „Give Me Peace On Earth“ wurde es anschließend nachdenklicher. Anders erinnerte daran, dass der Titel 1986 während des Kalten Krieges veröffentlicht worden war. Seine Botschaft sei bis heute aktuell: „Leider hat sich bis heute nicht so viel verändert. Dieser Song hat seine Message nie verloren.“ Für einen Moment rückte neben der Unterhaltung auch der Wunsch nach Frieden in den Mittelpunkt.

Wertschätzung für die Band und ein Publikum „zum Filmen“

 

Nach „You Are Not Alone“ nahm sich Thomas Anders Zeit, seine Musiker „besonders“ vorzustellen. Die Band sei ihm sehr wichtig – eine Wertschätzung, die dem Konzert eine persönliche Note gab.

Danach folgte mit „No Face – No Name – No Number“ ein Titel, den Anders ganz besonders ins Herz geschlossen hat. Er liebe den Song, weil er so viel Lebensfreude ausstrahle: „Ich liebe diesen Song!“

Immer wieder kam der Sänger auf die außergewöhnliche Location zurück. Er sei „total fasziniert“ von diesem besonderen Bergwerksstollen, 500 Meter unter der Erde. Dass die gewaltige Halle schon nicht einstürzen werde, meinte er scherzhaft – fügte aber hinzu, ihm sei durchaus ein bisschen „blümerant“.

Auch im Umgang mit dem Publikum bewies Anders Entertainerqualitäten. Nachdem die Fans ihn über weite Strecken des Abends mit ihren Smartphones gefilmt hatten, drehte er kurzerhand den Spieß um: „IHR filmt MICH die ganze Zeit – ICH filme jetzt EUCH“. Mit einem verschmitzten „Ätsche Bäusche buh – wie du mir, so ich dir“ nahm er selbst ein Video von den restlos begeisterten Besuchern auf. Ein spontaner Moment, der für zusätzliche Lacher sorgte.

Zugaben mit Gänsehaut-Garantie

 

Zum Abschluss durfte selbstverständlich „Brother Louie“ nicht fehlen. Mit „Cheri Cheri Lady“ setzte Thomas Anders schließlich den Schlusspunkt unter einen Abend, der ganz im Zeichen der unvergänglichen Modern-Talking-Hits stand.

Das fast ausverkaufte Konzert im Erlebnisbergwerk Merkers war weit mehr als ein nostalgischer Rückblick. Es war eine aufwendig inszenierte Pop-Show, eine musikalische Reise durch zwei Modern-Talking-Epochen und ein Beweis dafür, wie lebendig diese Songs geblieben sind. Die monumentale Halle, die außergewöhnliche Akustik und die gigantische Lasershow verschmolzen mit Anders‘ humorvoller Moderation zu einem Konzerterlebnis mit eigenständigem Charakter.

500 Meter unter der Erde trafen große Pop-Melodien auf eine Location, die selbst schon spektakulär genug ist. Knapp 1.300 Fans feierten tief im Bergwerk die Musik, mit der Thomas Anders und Modern Talking Generationen geprägt haben.

Eine Ära geht zu Ende

 

Der Betreiber K+S hat angekündigt, den bisherigen Betrieb von Konzerten und Großveranstaltungen ab Sommer 2027 einzustellen. Als Grund nennt das Unternehmen den erheblichen Investitions- und Sanierungsbedarf, der für eine langfristige Fortführung nötig wäre. Besucherführungen sollen weiterhin stattfinden; ob künftig besondere Veranstaltungsformate möglich sind, wird noch geprüft.

 

 

Foto-Credit: Gerhard Arnold

 

 

Foto-Credit: Gerhard Arnold

 

 

Foto-Credit: Gerhard Arnold
Textquelle: Andy Tichler, Chefredakteur www.smago.de

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