DIETER HALLERVORDEN
„Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit“!
Dieter Hallervorden wirbt bei Gesprächsabend für Meinungsfreiheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt!
Mit klaren Worten hat Schauspieler und Kabarettist DIETER HALLERVORDEN bei einem Gesprächsabend unter dem Motto „Demokratie ist … jetzt erst recht!“ in den Neuen Kammerspielen Kleinmachnow für den Erhalt der Demokratie geworben. Vor zahlreichen Besucherinnen und Besuchern sprach er über seine Beweggründe, sich vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt politisch zu engagieren, über die Bedeutung der Meinungsfreiheit und die Verantwortung jedes Einzelnen, demokratische Werte zu verteidigen.
Schon zu Beginn machte DIETER HALLERVORDEN deutlich, warum ihm Sachsen-Anhalt besonders am Herzen liegt. Dort wurde er geboren, ging zur Schule und legte sein Abitur ab. Die Verbundenheit mit seiner Heimat habe ihn nie verlassen. Gerade deshalb beobachte er die politische Entwicklung mit großer Sorge.
Auslöser seines Engagements sei die Befürchtung gewesen, dass die AFDbei der kommenden Landtagswahl stärkste Kraft werden oder sogar allein regieren könnte. Gemeinsam mit zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern habe er deshalb eine Initiative ins Leben gerufen, die die Bürgerinnen und Bürger dazu aufruft, demokratische Parteien zu wählen.
Besonders „kämpferisch“ wirkte DIETER HALLERVORDEN, als er von persönlichen Anfeindungen berichtete. Vertreter der AfD hätten ihm bereits signalisiert, dass sein Engagement Folgen haben könne. So sei ihm sinngemäß gesagt worden, nach der Landtagswahl am 6. September (– einen Tag nach seinem 91. Geburtstag … –) könne er sein Mitteldeutsches Theater in Dessau „zumachen“. Solche Einschüchterungsversuche wolle er jedoch nicht hinnehmen. Im Gegenteil: Gerade sie bestärkten ihn darin, sich weiterhin öffentlich für Demokratie und Meinungsfreiheit einzusetzen. Wer aus Angst schweige, überlasse anderen das Feld. Verantwortung bedeute für ihn deshalb auch, Haltung zu zeigen – selbst dann, wenn dies persönliche Nachteile mit sich bringen könne.
„Es geht mir nicht darum, für eine bestimmte Partei Werbung zu machen“, machte DIETER HALLERVORDEN deutlich. Entscheidend sei für ihn, demokratische Mehrheiten zu sichern und eine Regierungsbildung zu ermöglichen, die auf den Grundwerten der Demokratie basiert.
Dabei räumte er ein, dass viele angefragte prominente Persönlichkeiten ihre Unterstützung aus Sorge vor beruflichen Nachteilen oder öffentlichen Anfeindungen abgelehnt hätten. Dennoch sei es gelungen, eine Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern für die Kampagne zu gewinnen.
Obwohl DIETER HALLERVORDEN nie Mitglied einer Partei gewesen sei, unterstützt er in diesem Wahlkampf den CDU-Spitzenkandidaten SVEN SCHULZE. Diese Entscheidung bezeichnete er als pragmatisch. Angesichts der politischen Lage müssten demokratische Kräfte bereit sein, über Parteigrenzen hinweg Verantwortung zu übernehmen.
Ein Schwerpunkt des Abends war DIETERs Verständnis von Demokratie. Demokratie lebe davon, dass unterschiedliche Meinungen offen ausgesprochen und diskutiert werden könnten. Der Wettbewerb der besten Argumente sei die Grundlage jeder freien Gesellschaft. Deshalb komme auch Kunst und Kultur eine besondere Bedeutung zu: Sie dürften provozieren, Fragen stellen und Denkanstöße geben.
Besorgt äußerte sich die Schauspiel-Legende über die Entwicklung der öffentlichen Debattenkultur. Immer weniger Menschen wagten es seiner Ansicht nach, ihre Meinung frei zu äußern. Ursache seien vor allem soziale Medien und eine zunehmende Empörungskultur. Aus Angst vor öffentlicher Kritik oder beruflichen Konsequenzen würden viele lieber schweigen.
An eigenen Erfahrungen machte DIETER HALLERVORDEN deutlich, dass kontroverse Meinungen häufig zunächst auf heftigen Widerstand stoßen. Dennoch gehöre es zur Demokratie, unterschiedliche Positionen auszuhalten und sachlich miteinander zu diskutieren. Gleichzeitig betonte er, dass Meinungsfreiheit dort ihre Grenzen finde, wo Menschenwürde oder demokratische Grundrechte infrage gestellt würden.
Auch die Ursachen für den Erfolg populistischer Parteien wurden thematisiert. DIETER HALLERVORDEN verwies auf Enttäuschungen vieler Menschen, insbesondere in Ostdeutschland. Viele fühlten sich auch Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung nicht ausreichend wahrgenommen. Hinzu komme eine zunehmende gesellschaftliche Polarisierung, bei der häufig nicht mehr zugehört, sondern nur noch die eigene Meinung verteidigt werde.
Dass sein Engagement nicht ohne persönliche Konsequenzen bleibt, verschwieg DIETER nicht. Im Zusammenhang mit seinem Theater in Dessau habe es bereits kritische Reaktionen und Anfeindungen gegeben. Dennoch wolle er seinen Weg fortsetzen. Verantwortung bedeute für ihn nicht nur, für das einzustehen, was man tue, sondern auch für das, was man unterlasse.
In der anschließenden Fragerunde diskutierten die Besucher engagiert mit DIETER HALLERVORDEN. Themen waren unter anderem die Beteiligung jüngerer Künstler an politischen Initiativen, der Umgang mit gesellschaftlicher Polarisierung sowie die Frage, wie demokratisches Engagement im Alltag gestärkt werden kann. Einigkeit bestand darüber, dass Demokratie vom Mitmachen lebt und jede und jeder Einzelne Verantwortung trägt.
Zum Abschluss erhielt DIETER HALLERVORDEN lang anhaltenden Applaus. Sein Appell, sich einzumischen, miteinander im Gespräch zu bleiben und demokratische Werte aktiv zu verteidigen, bildete den Schlusspunkt eines ebenso nachdenklichen wie engagierten Abends.
Textquelle: smago!
