MARIANNE ROSENBERG ((Support Act: JOSHVILLE))
Zwischen Disco-Glamour und Haltung: Marianne Rosenberg begeistert in Düsseldorf!

Bei ihrem „Bunter Planet“-Tours-Stopp im Stahlwerk verbindet die Ikone persönliche Rückblicke, große Hits und klare Botschaften zu einem bewegenden Konzertabend!

So ärgerlich die kurzfristige Absage von drei Konzertterminen (Hamburg – Berlin – Leipzig) im Herbst 2025 für die Fans war, so löblich ist es, dass MARIANNE ROSENBERG diese drei Termine (zuzüglich eines weiteren in Wittenberge) nicht nur nachgeholt hat (der Nachhol-Termin im Tempodrom Berlin ist heute), mit dem Stahlwerk in Düsseldorf ist sogar noch eine weitere Location / ein weiterer Tour-Stopp mit dazu gekommen. Der MEWES Entertainment Group ist es gelungen, die „Bunter Planet“ Tour zu einem wahren Triumphzug für Marianne Rosenberg werden zu lassen.

Den Abend eröffnet jedoch zunächst ein anderer Act, der stilistisch auf den ersten Blick aus einer ganz anderen musikalischen Welt kommt – und doch erstaunlich gut passt: Joshville. Der Sänger, der schon als „der deutsche Keith Urban“ bezeichnet wurde, steht für modernen Country-Pop mit deutschsprachigen Texten und hat sich in den vergangenen Jahren mit eingängigen Songs im Radio etabliert. Auch im Stahlwerk trat er im Duo auf und präsentierte im Vorprogramm Titel wie „Auf dem Weg“, „Unbesiegbar“, „Küss mich nur einmal“, „1.000 Sterne“ und „Der pure Wahnsinn“. Ein warmer, eingängiger Auftakt, der das Publikum früh auf Betriebstemperatur bringt. „Marianne hat vor drei Wochen angerufen und gefragt: Habt Ihr Zeit?“, berichtete Joshville in der Pause smago! Chefredakteur Andy Tichler. So leicht kann es gehen …

Nach einer kurzen Umbaupause war es dann soweit: Marianne Rosenberg eröffnete ihr Konzert mit dem Titelsong ihres aktuellen Albums „Bunter Planet“.

„Ich freue mich, dass diese Tournee jetzt endlich weitergeht“, sagt sie mit sichtbarer Erleichterung. Es ist dieser direkte Draht zum Publikum, der den Abend von Beginn an prägt. Rosenberg erzählt, reflektiert, stellt Fragen – und singt sich dabei durch ihre eigene Biografie.

Auffällig – und durchaus erstaunlich – ist dabei, wie selektiv diese Rückschau ausfällt: Im Grunde spannt sie einen Bogen von ihren frühen Erfolgen (1970 – 1977) bis in die Gegenwart (ab 2020), lässt dabei jedoch die komplette Zeitspanne von 1977 bis 2020 komplett aius. Ganze 44 Jahre Karriere werden kurzerhand übersprungen. Kein nostalgisches Abarbeiten an jeder Phase, kein lückenloses Nacherzählen – stattdessen konzentriert sie sich auf Ursprünge, Haltung und das Hier und Jetzt.

Sie blickt zurück auf ihre Anfänge: „Als ich ein Teenager war, sehnte ich mich nach der großen Liebe, über die ich damals sang, und über die ich so wenig wusste“. Diese Mischung aus jugendlicher Sehnsucht und später gewonnener Klarheit zieht sich wie ein roter Faden durch das Konzert.

Natürlich darf auch ihre berühmte „Eifersucht“-Geschichte aus den 70ern nicht fehlen. Augenzwinkernd erinnert sie sich: „ein Song, den ich eigentlich gar nicht singen wollte“. „Warum auch“, fragt sie rhetorisch, „sollte ich einem Mann hinterher hecheln, den ich ohnehin nicht bekommen kann?“ Und doch: Sie tat es – „mit einer Inbrunst“. Die Folge ist bekannt: „Wie wir alle wissen, wurde es ein großer Hit“, einer, der sich „auf mehrere Generationen übertragen“ hat – „wie ein Virus“.

Zwischen den Songs erzählt Rosenberg von Mode, von Ikonisierung („Die Fans haben Udo Waltz die Tür eingerannt“, ihr Vater Otto Rosenberg hatte ihre legendäre Frisur schlicht und ergreifend „Das Dach“ genannt …)

In ruhigeren Momenten wird sie nachdenklich. „Wir waren noch nie so gut miteinander vernetzt, aber noch nie so einsam.“ Dann spricht sie die Handy-Filmer ganz direkt an: „Du bist Beobachter. Aber bist du dabei? Mit deinen Augen? Mit deinem Herzen? Mit deiner Stimme?“ Es sind Sätze, die hängen bleiben.

Ein eingespieltes Video zu ihrer „Liebe kann so weh tun“ Version von 1993 schlägt die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Rosenberg selbst beschreibt ihren musikalischen Weg als Suche: „Nach vielen Ausflügen in verschiedene Genres war es auch mein Wunsch, wieder an den wunderbaren Philadelphia-Sound anzuknüpfen“ – allerdings „ohne uns zu kopieren“. Tatsächlich erinnern die aktuellen Arrangements mit ihrem warmen Groove an Disco-Größen wie Gloria Gaynor oder Love Unlimited – zeitlos und doch frisch.

Immer wieder geht es um Vergänglichkeit und Beständigkeit: „Es sind Zeiten wie diese, in der uns alles leichter erschien. In den 55 Jahren habe ich viele Sterne aufgehen, aber auch untergehen sehen.“ Und dann dieser fast intime Wunsch: „Ich möchte zurückkehren, als die Musik meine Haut, meine Seele berührt hat.“

Das Publikum folgt ihr durch all diese Ebenen – und singt – bei ihren Hits, die bei Marianne leider in der Minderzahl sind, lautstark mit. „Du weißt wieder alles auswendig. Die da vorne singen alle mit!“, freut sie sich sichtlich. Besonders bei Klassikern wie „Ich bin wie du“ oder „Er gehört zu mir“ wird das Stahlwerk zum Chorraum.

Rosenberg bleibt dabei stets reflektiert: „Ich habe nie auf den Erfolg geschielt. Mir war es wichtig, mir selbst treu zu bleiben.“ Ihren eigenen Beitrag relativiert sie fast bescheiden: „mein Anteil an der Langlebigkeit dieser Songs ((wie „Er gehört zu mir“, „Ich bin wie du“, „Lieder der Nacht“ oder „Marleen“) ist eher gering“. (Nicht immer hat Marianne Rosenberg den Schöpfern ihrer großen Erfolgshit diesen Respekt gezollt …) Und doch weiß sie um die Wirkung ihrer Songs – etwa als „Befreiungsschlag für viele Männer, die sich damals nicht outen konnten“ („Er gehört zu mir“).

Auch politische Töne fehlen nicht. Mit „Fremd (Liebe an die Macht)“ und „Im Namen der Liebe“ setzt sie klare Zeichen: für Offenheit, für Vielfalt – „weil unsere Demokratie von allen Seiten bedroht ist“. Ihre Botschaft: „die Vielfalt schätzen, weil sie uns vor Einfalt schützt“. Und: „Musik kann nicht nur Emotion(en), Musik kann auch Kommunikation.“

Am Ende bleibt ein Gefühl von Geschlossenheit. „Anfang und Ende“ – beides scheint hier ineinanderzufließen. Und mit einem warmen „Dankeschön Düsseldorf“ verabschiedet sich eine Künstlerin, die nicht nur ihre Songs, sondern auch ihre Haltung über Jahrzehnte hinweg bewahrt hat.

Ein Konzert, das zeigt: Marianne Rosenberg ist längst mehr als Nostalgie. Sie ist pure Gegenwart – und vielleicht relevanter denn je.

Textquelle: Andy Tichler, Chefredakteur www.smago.de

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