BJÖRN CASAPIETRA
„Ich hab‘ kein sonderlich gutes Verhältnis zu ostdeutschen Künstlern!“
„Die meisten von denen sind nicht ganz dicht hinterm Zaun“, befindet er auf seiner Facebook-Seite! Und dabei moderierte er 2024 an der Seite von UTA BRESAN die Show „Festival der Sieger“ im Ersten / in der ARD!
Zugegeben, dieses Facebook-Posting von BJÖRN CASAPIETRA ist nicht mehr so ganz taufrisch, denn es wurde bereits am 24. Januar 2026 „abgesetzt“.
Im Zusammenhang mit dem Tod von Angelika Mann schwadronierte der 55-Jährige, der 2004 an der Seite von Uta Bresan die von Dieter Thomas Heck produzierte Sendung „Festival der Sieger“ (als Nachfolger von Andy Borg wohlgemerkt …) moderierte…:
„Ich kannte Angelika Mann nicht. Ich kann das wirklich nicht behaupten. Wir haben uns eigentlich nur hier, bei Facebook immer wieder „gesehen“. Und mich hat es gewundert, eine Zeit lang wirklich gewundert, wie sehr sie meine Postings gemocht und immer wieder geliked hat. Erst recht jene, in denen ich mit meinem Osten hart ins Gericht gehe. Was ich gerne tue.
Ich hab kein sonderlich gutes Verhältnis zu ostdeutschen Künstlern. Die meisten von denen sind nicht ganz dicht hinterm Zaun. Israel ist denen suspekt, impfen manchmal auch (Dirk Michaelis in der Pandemie: „Was tut ihr unseren Kindern an!!!“, er meinte nicht etwa das Virus, sondern die Impfstoffe dagegen), und immer mehr sympathisieren sie dann doch mit diesem Rechtsruck und der AfD. Jedenfalls sehr viele von Ihnen. Mehr, als einem lieb sein kann.
Mir fiel auf, dass wir zumindest hier bei Social Media sehr oft einer Meinung waren. Und dann, dann wurde mir alles klar. Das war bei einem kurzen und zufälligen Treffen in Berlin. Ich weiß nicht mehr was für eine Party das war aber es war hier in Berlin-Mitte und ich bin da ganz kurz vorbei mit meinem Hund. Weil ich solche Partys eigentlich nicht sonderlich mag. Ich bin da wirklich in Straßenklamotten rein, weil ich eine Einladung hatte und ich kam vermutlich gerade vom Gassi gehen mit Winnie, und da saß sie dann, die Lütte. Sah mich, sah Winnie, nahm Winnie gleich in den Arm wie das nur gute Menschen tun, und dann saßen wir nebeneinander und haben kurz geredet. Und dann sagte sie die entscheidenden Sätze. Ohne dass ich sie danach gefragt oder das Thema angeschnitten hätte. Ich kann sie wirklich nicht mehr genau zitieren, aber sinngemäß sagte sie: ‚Ich bin damals genau wegen diesen Dingen aus der DDR abgehauen. Und jetzt tun die alle so, als wäre der Osten das Paradies auf Erden gewesen.‘.
Da war mir klar, sie konnte bei Social Media nicht genau diese Dinge sagen. Weil sie damit vermutlich einen großen Teil ihres doch sehr großen Publikums vergrätzt hätte. Aber als sie mir das sagte, war mir klar, die Frau hatte ihren moralischen Kompass nicht aufgegeben. Nicht verbogen. Nicht verkauft.
Als ich gestern gelesen habe, dass sie gestorben sei, war ich zu 100 % sicher, dass das eine Falschmeldung sein musste. Und hab sofort gegoogelt. War sie doch noch im November in Dresden und hat bei einer Vorstellung ihrer Kollegen zugeschaut. Wenn ich für das Wort ‚Lebensfreude‘ ein zweites finden müsste, es wäre ihr Vorname gewesen. Die in Teilen ostdeutsche Anbiederung an den Kriegsverbrecher Putin hat sie angewidert, das Thema Israel fand sie spannend, und mit dieser furchtbaren Verherrlichung und Verklärung der DDR konnte sie so gar nichts anfangen.
Ich habe Angelika nie singen gehört. Den ‚Traumzauberbaum‘ kenne ich auch nicht. Sie war bestimmt eine tolle Sängerin. Das kann man alleine aus ihrer Lebensfreude ableiten. Aber was sie war, und ich hoffe, ich gehe nicht zu weit damit, da ich sie ja nicht wirklich kannte. Ich glaube sie war das, was Margot Friedländer von uns allen verlangt hat.
Sie war: ‚A Mensch‘!
Insofern, möge dir die Erde leicht sein. Ruhe in Frieden, liebe Angelika.“
Textquelle: Facebook-Seite von Björn Casapietra (Textvorlage)

