BEN ZUCKER
Fastenkur mit Florian Silbereisen!

In der MDR-Talkshow „Riverboat“ sagte er auch, warum er vom Timmendorfer Strand nach Berlin zurückgezogen ist und dass er noch immer ein Alkoholproblem hat …:

 

 


… bekam zum Einzug Zahnpasta geschenkt.

Kim Fisher: Wann bist Du vom Timmendorfer Strand zurück nach Berlin gezogen?

Am 1. November. Ich wohne auf einem stillgelegten Fabrikgelände und habe ganz liebe Nachbarn. Sie haben mir zum Einzug Zahnpasta geschenkt, denn sie stellen diese her. Ich bin eine Berliner Pflanze. Natürlich bin ich in Ueckermünde an der Küste geboren, aber in Berlin aufgewachsen. Ich wollte natürlich zuerst zurück zu meinen Wurzeln und habe dann deswegen sehr entschleunigt fünf Jahre am Timmendorf Strand gelebt, dort waren alle im Urlaub und entspannt. Ich habe dann aber wirklich meine Familie und Freunde vermisst. Man sagt zwar, es sind nur 3,5 Stunden und man fährt das mal easy – das macht man  dann aber doch nicht. Ich bin nicht mobil – ich habe keinen Führerschein. Deswegen ging es zurück nach Berlin.

Kim Fisher: Du hast mit Florian Silbereisen 2019 eine Fastenkur gemacht …

2019 haben wir zusammen eine Heilfasten-Kur gemacht. Wir hatten eine Suite mit Wohnzimmer, aber jeder hatte sein eigenes Zimmer und WC. Sonst geht es echt nicht. Das konnte ich wirklich auch nur mit ihm machen. DJ Ötzi hat uns davon erzählt und so sind wir drauf gekommen. Ziemlich naiv haben wir beide das beschlossen und es war wirklich ein Erlebnis.

Kim Fisher: Deine Sixpack-Challenge willst Du wiederholen…

Ja, das habe ich vor. Ich habe das damals durchgezogen und geschafft und will das nochmal. Die Leistung, die man damals auf dem Cover sah, hatte ich ja auch so erbracht. Dann hat sich aber mein Belohnungssystem wieder zugeschaltet und es hat sich ein bisschen schnell erübrigt. Ich wollte einmal erreicht haben, bis ich 40 Jahre alt bin. Und jetzt bin ich wieder dabei, den Sixpack wieder aufleben zu lassen.

 … ich habe immer noch ein Alkoholproblem

Kim Fisher: Irgendwann gab es Corona und bei Dir die Idee: Da gibt es danach vielleicht gar nichts mehr …

Ich kam von meiner ersten Arena-Tour mit einem großen Wow und großartigen Gefühlen und zwei Wochen später ging es dann schon los mit komischen Dingen in China. Und auf einmal waren wir alle Zuhause. Ich habe das erst als gute Pause erkannt und dann wurde meine zweite Arena-Tour abgesagt. Da wurde ich ängstlich und dachte, Mensch, wie machen wir denn das jetzt? Ich habe zwanzig Jahre dafür gekämpft. Finanziell hatte ich das glücklicherweise das Privileg, das gut zu überstehen. Darum ging es mir aber nicht. Ich wollte raus auf die Bühne und arbeiten gehen. Dann habe ich begonnen, mich wahllos zu zu schütten mit allem, was ich in die Hände bekommen habe und habe zuviel gegessen. Einfach, um die Gefühle zu kompensieren.

… der Alkohol wird immer zu mir gehören

Es gab definitiv Phasen, in denen ich eine ganze Flasche Wodka an einem Tag getrunken habe. Mir ist wichtig zu sagen: Man kann sein Leben im Griff haben und trotzdem ein Alkoholproblem entwickeln. Es ist meine Geschichte, die inspirieren soll, sich selbst zu fragen: Habe ich auch ein Problem oder nicht. Es ist für mich ein Problem, dass ich immer haben werde. Es gibt sehr starke Phasen und dann aber auch wieder schwächere Phasen. Aber es gehört zu mir.

Die Reaktion auf meine Offenheit dazu war erstaunlich. Auch viele Kollegen haben sich bei mir gemeldet – diese Dunkelziffer war  mir gar nicht bewußt. Ich glaube für mich, es ist ein Problem bei mir. Ich gehe das aber an und lebe und kämpfe damit. Und ich will sagen: Auch mit dieser Schwellen-Phase, ich bin weder voll drin noch voll in Abstinenz – kann man gut leben.

Kim Fisher: Ich habe mal Herbert Grönemeyer gefragt, was er nach einer Show macht. Er sagte, er geht in Techno-Clubs, weil er danach Beats braucht.

Das ist bei mir gar nicht so. Ich kann danach schön durchatmen und mich ins leise Hotelzimmer setzen. Das mag ich sehr, ja.

Kim Fisher: Wie ist es an Weihnachten / Silvester mit dem Alkohol?
Da kommen soviel Klischees zueinander, da ist es für mich zu naheliegend, da komme ich gut mit klar. Da ist die Herausforderung für mich nicht herausfordernd genug. Für mich ist es eher schwierig, wenn ich mit meinen Freunden zusammen bin, die ich lange nicht gesehen habe. Da heißt es dann: Komm, lass uns einen Drink zelebrieren – und das sollte ich dann lieber nicht tun.
Textquelle: Plan A PR, Antje Pohle (Textvorlage)

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