{"id":98323,"date":"2014-09-23T00:00:00","date_gmt":"2014-09-23T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=98323"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"UDO-JUERGENS-Fuer-Sie-vorab-ges-98322","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/UDO-JUERGENS-Fuer-Sie-vorab-ges-98322\/","title":{"rendered":"UDO J\u00dcRGENS <br \/>F\u00fcr Sie vorab gesehen: die Dokumentation &quot;Der Mann, der Udo J\u00fcrgens ist&quot;!"},"content":{"rendered":"<p>Stephan Imming hat sich den 90-Minuten-Film, der am 29.09.2014 im Ersten \/ in der ARD l\u00e4uft, am Sonntagabend (21.09.) auf ARTE angeschaut&#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wer wissen will, wer das ist &ndash; &bdquo;der Mann, der Udo J&uuml;rgens ist&ldquo;, dem kann man den gleichnamigen Dokumentarfilm nur dringend ans Herz legen.<\/p>\n<p>&Uuml;ber viele Jahre hinweg wurde der gleiche alte Wein in immer wieder neue Schl&auml;uche gepackt, wurden die ewig gleichen Geschichten von angelegten Ohren, wilden Frauen-Aff&auml;ren, Alkohol-Problemen etc. ausgepackt. Okay &ndash; ganz ohne diese Dinge kommen auch die Macher des Udo-J&uuml;rgens-Portraits nicht aus &ndash; die immer gern genommene Entstehungs-Geschichte des &bdquo;griechischen Weins&ldquo; m&ouml;ge da ebenso als Beispiel dienen wie Udos Familiengeschichte.<\/p>\n<p>Dennoch unterscheidet diese Hommage an Udo J&uuml;rgens sich von fast allen anderen Versuchen, seine gigantische Karriere w&uuml;rdig zusammenzufassen. Werden ansonsten die immer gleichen Film-Schnipsel aneinander gereiht, sind in dem Film gleich reihenweise sehr selten zu sehende Bilder und Clips zu betrachten &ndash; teilweise auch sehr interessant zusammengeschnitten (, wenn z. B. im Wechsel erst der &bdquo;alte&ldquo; und dann der &bdquo;junge&ldquo; Udo den Klassiker &bdquo;Was ich Dir sagen will&ldquo; vortr&auml;gt).<\/p>\n<p>Immer wieder bewegend &ndash; aber hier besonders auff&auml;llig ist der augenscheinlich starke Zusammenhalt in Udos <strong>Familie.<\/strong> Wenngleich er ja selber bekennt, seine Vaterrolle aus Karriere-Gr&uuml;nden nicht zufriedenstellend ausgef&uuml;llt zu haben, ist die innige Verbindung zu seinen Kindern Jenny und John wie auch zu seinem Bruder Manfred nach meinem Empfinden auch f&uuml;r Au&szlig;enstehende f&ouml;rmlich sp&uuml;rbar. Lieder wie &bdquo;Der gekaufte Drachen&ldquo;, &bdquo;Mein Baum&ldquo;, &bdquo;Eine F&uuml;nf Minus&ldquo;, &bdquo;Damals wollt&lsquo; ich erwachsen sein&ldquo;, &bdquo;Mein Bruder ist ein Maler&ldquo; und viele viele andere wirkten auf mich immer sehr authentisch und glaubhaft. Die im Film zu h&ouml;renden Statements seiner Kinder und seines Bruders verst&auml;rken diesen Eindruck.<\/p>\n<p>Zu Wort kommen in der Reportage auch Udos <strong>Manager<\/strong>. Ohne es so zu formulieren, hat der Film in meinen Augen klar herausgestellt, dass Udo offensichtlich immer zur richtigen Zeit den richtigen Manager hatte. In den kargen Anfangsjahren gab es wohl keine starke Manager-Pers&ouml;nlichkeit. Wenngleich f&uuml;r Udo Schlager von der ersten Garde der damaligen Schlager-Komponisten geschrieben wurden, floppten alle diese Lieder &ndash; vermutlich, weil genau das fehlte, was Udo von vielen seiner Kollegen abhebt, n&auml;mlich die Glaubhaftigkeit. Udo stand nicht hinter den Songs. Hans R. Beierlein erkannte das gro&szlig;e Talent Udos und durchschaute genau, wie Udo zu &bdquo;vermarkten&ldquo; war, n&auml;mlich als Interpret seiner eigenen anspruchsvollen deutschen Chansons, die aber &ndash; wie er selber in der Dokumentation wohl mit Recht sagt &ndash; &bdquo;nicht Udo gefallen m&uuml;ssen, sondern seinem Publikum&ldquo;. Ganz offensichtlich hat Beierlein Udo eher mit harter Hand gef&uuml;hrt und ihn auch &ndash; so kommt es r&uuml;ber &ndash; zu seinem Gl&uuml;ck teilweise zwingen m&uuml;ssen; als Beispiel nennt der Film Udos Grand-Prix-Teilnahme 1966, die bekannterweise ja mit einem Sieg in Luxemburg f&uuml;r den &nbsp;Song &bdquo;Merci Cherie&ldquo; endete.<\/p>\n<p>Bis 1977 baute Beierlein Udo zu einem Weltstar auf &ndash; erneut begeistert die Doku hier mit sehr selten zu sehenden Belegen seines Erfolges in aller Welt. 1977 wurde dann aber die Zusammenarbeit im Streit beendet; Hintergrund war eine Steueraff&auml;re (seinerzeit stritten sich &Ouml;sterreich und Deutschland darum, in welchem Land Udo steuerlich ans&auml;ssig war &ndash; der Streit wurde auf Udos R&uuml;cken ausgetragen). In dieser Zeit begann die Zusammenarbeit mit dem&nbsp; souver&auml;nen Schweizer Freddy Burger, der bis heute Udos Geschicke in Sachen Management erfolgreich leitet. Ganz offensichtlich war Udo fortan eine partnerschaftlich-freundschaftliche Beziehung wichtiger als die Beierlein-Linie der totalen Unterordnung im Sinne des gemeinsamen Erfolges. (Nur in einem Punkt war Burger wohl Hardliner _ Udo &bdquo;musste&ldquo; nach Z&uuml;rich ziehen &ndash; diese Entscheidung hat Wahl-Schweizer Udo aber offensichtlich nie bereut.) Wenn man in der Doku h&ouml;rt, dass Freddy Burger einen sehr guten Draht zu Udos Vater hatte, der ihn als &bdquo;vierten Sohn&ldquo; anerkannt hat, ahnt man, wie wichtig Burger f&uuml;r Udo ist.&nbsp; Dennoch ist es sehr spannend zu sehen, dass zwei wohl extrem unterschiedliche Wege beide &uuml;beraus erfolgreich waren, weil wie gesagt wohl immer zur richtigen Zeit der richtige Weg gew&auml;hlt wurde.<\/p>\n<p>Sehr interessant sind auch die Statements von Udos <strong>Musiker-Kollegen und Textdichtern<\/strong>.<\/p>\n<p>Wie im famili&auml;ren Bereich, ist auch beruflich (zumindest subjektiv auf mich so wirkend) die gro&szlig;e Wertsch&auml;tzung des Musikers und Menschen Udo J&uuml;rgens sp&uuml;rbar. Pepe Lienhard, seit Jahrzehnten Chef von Udos Begleit-Orchester, berichtet mit strahlenden Augen von Udos einzigartiger Professionalit&auml;t. Aber auch ein Musiker aus der Tournee-Anfangszeit, Siggi Uebelherr, spricht mit gro&szlig;em Respekt &uuml;ber Udo &ndash; z. B. von der Zeit, als Udo die sinfonische Dichtung &bdquo;Wort&ldquo; mit den Berliner Philharmonikern aufnahm.<\/p>\n<p>Joachim &quot;Blacky&quot; Fuchsberger, der in diesem Film laut einem Zeitungsbericht ja sein letztes Interview gab, berichtete hoch interessant davon, wie die textliche Zusammenarbeit mit Udo J&uuml;rgens funktioniert. Interessant zu h&ouml;ren war, dass schon damals Udo bei der Themen-Auswahl stark mitwirkte und offensichtlich an jedem Wort, jeder Silbe feilte. F&uuml;r mich w&auml;re interessant gewesen, wenn auch Udos aktuelle Textdichter zu Wort gekommen w&auml;ren wie z. B. Wolfgang Hofer, Uli Heuel, Rainer Thielmann oder Katharina Gerwens &ndash; andrerseits sind auch ca. 90 Minuten knapp bemessen, um wirklich alle Facetten von Udos Karriere umfangreich zu beleuchten.<\/p>\n<p>Von gro&szlig;er Bedeutung sind sicherlich auch Udos <strong>Frauen<\/strong>. Seine zahlreichen Aff&auml;ren, zu denen er im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen steht,&nbsp; spielen f&uuml;r seine Karriere wohl nur am Rande eine Rolle, wobei hier und da auch solche Geschichten Song-Themen waren (&bdquo;Und dabei k&ouml;nnt sie meine Tochter sein&ldquo;, &bdquo;Engel einer Nacht&ldquo;, &bdquo;Donnerstag&ldquo; etc.). Auch wenn viele es nicht gerne h&ouml;ren, ist Udos Statement, dass Treue weniger eine Sache des Charakters als eine Frage der Gelegenheit sei, sicher nachdenkenswert. Er selber steht ja dazu, sich bietende Gelegenheiten nicht ausgelassen zu haben und ist daher auch diesbez&uuml;glich glaubw&uuml;rdig.<\/p>\n<p>Von ungleich gr&ouml;&szlig;erer Bedeutung sind sicher Udos Ehefrauen bzw. seine Lebensgef&auml;hrtinnen. Interessanterweise mochte sich (im Gegensatz zu Udos Kernfamilie) wohl aktuell keine der Damen vor der Kamera &auml;u&szlig;ern, allerdings wurde ein &auml;lterer TV-Ausschnitt gezeigt, in dem Erika &bdquo;Panja&ldquo; Meier, Udos erste Ehefrau,&nbsp; zu Wort kam mit der &Auml;u&szlig;erung, dass (sinngem&auml;&szlig;) in einer Beziehung, in der der eine Teil im Rampenlicht sich sonnt, der andere Teil im Hintergrund seine eigene Pflicht zu erf&uuml;llen habe, was in ihrem Fall die (aus ihrer Sicht gelungene) Kindererziehung gewesen sei. Dem zu entnehmen ist, dass sich &bdquo;Panja&ldquo; wohl ebenso wenig in Udos Karriere eingemischt hat wie (die im Film namentlich nicht erw&auml;hnte) seine zweite Ehefrau Corinna. (Zu Udos Leidwesen konnten Panja sogar nicht mal etwas mit seiner Musik anfangen).<\/p>\n<p>In diesem Punkt unterschieden sich die Damen wohl von Udos (auch namentlich nicht genannter, aber als Person erw&auml;hnter) aktueller Lebensgef&auml;hrtin, deren Einfluss &ndash; wenn man Insider-Ger&uuml;chten glaubt &ndash; auf Udo auch in Karriere-Dingen stark zu sein scheint. Vermutlich h&auml;tte man dieses Thema gerne aufgegriffen, aber es scheint recht tabuisiert zu sein, so dass schon die Erw&auml;hnung, dass Udo in einer neuen Beziehung lebt, mich verwundert hat &ndash; selbst das habe ich in &bdquo;offiziellen&ldquo; (autorisierten) Unterlagen nach meiner Erinnerung noch nicht wahrgenommen.<\/p>\n<p>Unter dem Strich hebt sich dieser Udo J&uuml;rgens-Film von sehr vielen &auml;hnlich gelagerten Portrait-Versuchen ab. Bis heute gibt es kein gelungenes Buch &uuml;ber Udos Karriere &ndash; das aktuell erschienene Taschenbuch zu diesem Thema ist einer von vielen als komplett misslungen anzusehenden Versuchen, sein Werk aufzuarbeiten.<\/p>\n<p>Wenn man das sprichw&ouml;rtliche &bdquo;Haar in der Suppe&ldquo; finden mag, k&ouml;nnte man kritisch anmerken, dass Meilensteine wie Udos Musicals (&bdquo;Helden Helden&ldquo; und &bdquo;Ich war noch niemals in New York&ldquo;) ebenso wenig Thema waren wie Udos US-LP &bdquo;Leave a Little Love&ldquo;, die Fu&szlig;ball-LPs, die Diskussionen um sein &bdquo;Gehet hin und vermehret Euch&ldquo;-Lied, sein Buch &bdquo;Der Mann mit dem Fagott&ldquo; oder&nbsp; seine Solokonzerte. Angesichts der einzigartig langen Karriere (ca. 60 Jahre) und der begrenzten Dauer des Films finde ich das verzeihlich &ndash; unter dem Strich hat man nach meinem Daf&uuml;rhalten die Priorit&auml;ten richtig gesetzt, zumal unfassbare handwerkliche Fehler wie beim &bdquo;Fagott-Film&ldquo; hier zum Gl&uuml;ck ausblieben.<\/p>\n<p>Was ich an der Dokumentation besonders mag ist, dass sie Udos ganze Bandbreite aufzeigt und dem Anspruch gerecht wird, darzulegen, wer er denn ist, dieser &bdquo;Mann, der Udo J&uuml;rgens ist&ldquo;. Udos Auftritte bei Carmen Nebel und Co. sind ja mit ihren Vollplayback-Einlagen fast zum Fremdsch&auml;men, so dass Au&szlig;enstehende oft nicht nachvollziehen k&ouml;nnen, warum man diesen Mann derart verehrt. Der Film liefert Erkl&auml;rungsans&auml;tze, warum die Verehrung f&uuml;r diesen Musiker das normale Ma&szlig; manchmal etwas &uuml;berschreitet. Kompositorische Geniestreiche, tiefsinnigste Texte, die einfach glaubhaft r&uuml;berkommen &ndash; verpackt in bombastische Arrangements, die von einem 20-Mann-Weltklasse-Orcheter interpretiert werden &ndash; das ganze&nbsp; gepaart mit launigen &Auml;u&szlig;erungen eines Mannes, der bis heute &bdquo;mitten im Leben&ldquo; steht &ndash; all diese Aspekte sind zumindest im Ansatz in dieser Hommage zu erkennen.<\/p>\n<p>Fraglich ist nat&uuml;rlich, ob in heutiger Zeit eine Gala mit Publikum ziehenden Namen (ohne Bezug zu Udo) nicht dennoch ein viel gr&ouml;&szlig;eres (TV-)Publikum anspricht. Ob das Publikum bereit ist, sich knapp 90 Minuten voll auf Udo und seine Karriere einzulassen, bleibt abzuwarten. Ich w&uuml;rde es ihm (und mir) sehr w&uuml;nschen. F&uuml;r die viele (Recherche-)Arbeit, die in dem Film steckt, h&auml;tten die&nbsp; Macher sicher einen TV-Preis verdient.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<em>Stephan Imming, 22.09.2014<\/p>\n<p>Foto-Credit:&nbsp;<\/em><em>Karim Khawatmi <\/em><\/p>\n<p>Stephan Imming f\u00fcr www.smago.de (Textvorlage)<br \/>http.\/\/www.ariola.de<br \/>http:\/\/www.udojuergens.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stephan Imming hat sich den 90-Minuten-Film, der am 29.09.2014 im Ersten \/ in der ARD l\u00e4uft, am Sonntagabend (21.09.) auf<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":98324,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98323"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=98323"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98323\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98324"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=98323"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=98323"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=98323"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}