{"id":97807,"date":"2014-10-07T00:00:00","date_gmt":"2014-10-07T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=97807"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"UDO-JUERGENS-smago-exklusiv-vor-97806","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/UDO-JUERGENS-smago-exklusiv-vor-97806\/","title":{"rendered":"UDO J\u00dcRGENS <br \/>smago! exklusiv vorab: Die Udo-J\u00fcrgens-Serie &quot;Sein Leben &#8211; seine Erfolge&quot;! Teil 2: &quot;&quot;Je t&#39;aime&quot;&quot;!"},"content":{"rendered":"<p>Ein Beitrag mit dem smago! Pr\u00e4dikat &#8222;ganz besonders lesenswert&#8220; von Ren\u00e9 Jochade!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Zwei Jahre waren seit dem zuletzt Geschehenen vergangen. Zwei Jahre, in denen J&uuml;rgen Udo Bockelmann im Alter von zehn, bzw. elf Jahren als Akkordeonist mit Paul Weber in Camp Prasdorf vor Kriegsgefangenen und Bauern seine ersten gro&szlig;en Auftritte hatte.<\/p>\n<p>Die Verh&auml;ltnisse hatten sich inzwischen soweit normalisiert, da&szlig; einer R&uuml;ckkehr nach &Ouml;sterreich nichts mehr im Wege stand. Die Musik allerdings lie&szlig; Udo nicht mehr los. Im Gegenteil: Mit zw&ouml;lf sah Udo im Theater von Klagenfurt Franz Leh&aacute;rs &quot;Land des L&auml;chelns&quot;, in welches ihn seine Eltern mitgenommen hatten. Udo war so beeindruckt, da&szlig; er sofort versuchte, es zu Hause nachzuspielen, was ihm auch scheinbar m&uuml;helos gelang. Und dessen nicht genug: Von nun an begann er, auch eigene St&uuml;cke zu komponieren, wie jenen entz&uuml;ckenden &quot;&quot;Valse Musette&quot;, welcher bereits ahnen lie&szlig;, welches Potential in ihm steckt. Auch das Klavier &#8211; jener gro&szlig;e schwarze Kasten, welcher aussah wie ein Sarg, und welcher ihm fr&uuml;her soviel Angst eingejagt hatte, verlor seine Schrecken f&uuml;r ihn. Er begann, dieses Instrument f&uuml;r sich zu entdecken und zu lieben.<\/em><\/p>\n<p><em>Nur die Schule, die war so gar nicht Udos Ding.<\/em><\/p>\n<p><em>&quot;Ich war ein miserabler Sch&uuml;ler&quot;, meint Udo sp&auml;ter. Der Lehrstoff interessierte mich herzlich wenig und ich brauchte furchtbar viel Zeit, um mein Pensum zu schaffen. Ich wu&szlig;te damals schon, da&szlig; die Musik mein Lebensinhalt werden w&uuml;rde, und deshalb &uuml;berzeugte ich meine Eltern in langen Diskussionen davon, da&szlig; es gescheiter w&auml;re, wenn ich nach dem Einj&auml;hrigen vom Realgymnasium abginge. Eines Tages willigten sie ein. Ich durfte ab sofort am Klagenfurter Konservatorium Musik studieren. Hauptfach Klavier, Komposition und Harmonielehre. Gesang nur nebenbei&#8230;&quot;<\/em><\/p>\n<p><em>Auch gesundheitlich ging es mit Udo weiter bergauf. Diese Tatsache f&uuml;hrte dazu, da&szlig; er neben seiner Liebe zur Musik noch eine andere Liebe entdeckte. Nein &#8211; nicht die zu jungen Frauen, was nun jeder gleich denken mag, sondern die Liebe zum Boxsport. Jahrein, jahraus war Udo der Pr&uuml;gelknabe seiner Klassenkameraden gewesen, und nun sollte sich das Blatt wenden!<\/em><\/p>\n<p><em>&quot;Ich war ein Boxsport-Experte erster Klasse. Ich wu&szlig;te von jedem Boxer der Welt, ob er Rechts- oder Linksausleger ist, ob er ein gl&auml;sernes Kinn hat, oder wo sonst seine wunden Punkte lagen. Bei gro&szlig;en K&auml;mpfen lieferte ich Vorhersagen &uuml;ber die Sieger, die fast immer stimmten. Ich abbonierte Box-Fachzeitschriften und kaufte mir nat&uuml;rlich auch selbst ein paar Boxhandschuhe. Leider machte mir meine Nase einen Strich durch die Rechnung. Mein Bruder John ist ein klassischer Schwergewichtler. Ich war ihm dagegen in der Technik &uuml;berlegen. Aber wenn er mir eins auf die Nase gab, die bei mir ja besonders kr&auml;ftig entwickelt ist, ging ich sofort k.o.! Ich hatte so f&uuml;rchterliche Schmerzen, da&szlig; mir die Tr&auml;nen in die Augen schossen und mich v&ouml;llig kampfunf&auml;hig machten.<\/p>\n<p>Wenn ich meine Jugendbilder betrachte, muss ich schon sagen &#8211; ich war kein besonders strahlender Held!&quot;<\/em><\/p>\n<p><em>Das mit dem Boxsport war also doch nicht das Richtige. Und so kam, was kommen mu&szlig;te: Udo begann, sich f&uuml;r M&auml;dchen zu interessieren &#8211; oder vielmehr interessierten sich die M&auml;dchen f&uuml;r ihn! Seine erste gro&szlig;e Liebe hie&szlig; Annelie Spitra. Ihr Vater war Inhaber des gr&ouml;&szlig;ten Delikatessengesch&auml;ftes von Klagenfurt.<\/p>\n<p>Gekannt hatte Udo sie schon lange Zeit zuvor, denn das M&auml;dchen mit den blauen Augen und dem langen dunklen Haar wohnte auf dem Nachbargut von Ottmanach, nur von einem kleinen W&auml;ldchen getrennt, welches sich hervorragend zu geheimen Treffen eignete&#8230;<\/em><\/p>\n<p><em>Udo war f&uuml;nfzehn, und Annelie die erste gro&szlig;e Liebe seines Lebens. Tagelang streifte er durch das kleine W&auml;ldchen, stets in der Hoffnung, Annelie zu begegnen. Wenn er sie traf, &uuml;bersch&uuml;ttete er sie mit Blumen, welche er vor Verlegenheit gleich b&uuml;ndelweise aus der Wiese riss.<\/p>\n<p>Ein Weilchen ging es gut, bis dann eines Tages die ein Jahr &auml;ltere Annelie genug von ihrem hilflosen Anbeter hatte, und nicht mehr zu den geheimen Treffen erschien.<\/em><\/p>\n<p><em>&quot;Sie hatte sich in einen Weinh&auml;ndler verliebt, der zehn Jahre &auml;lter und nat&uuml;rlich schon viel m&auml;nnlicher war. Da konnte ich leider nicht mithalten&quot;, so Udo.<\/em><\/p>\n<p><em>Annelie heiratete ihren Weinh&auml;ndler und Udo wollte sterben&#8230;<\/p>\n<p>So tragisch das f&uuml;r Udo gewesen sein mu&szlig;te, so hatte es doch einen guten Aspekt: Er begann, seine Gef&uuml;hle kompositorisch zu verarbeiten. Und das Lied, welches er Annelie widmete, konnte nur einen Titel haben: &quot;Je t&#39;aime&quot;. Dieses Lied sollte auch sp&auml;ter noch eine gro&szlig;e Bedeutung f&uuml;r ihn erlangen&#8230;<\/em><\/p>\n<p><em>Vorerst jedoch fl&uuml;chtete Udo sich Hals &uuml;ber Kopf in die Musik. Seine Eltern ahnten nicht, da&szlig; er begann, in sogenannten &quot;gepflegten&quot; Etablissements zum Tanz aufzuspielen.<\/p>\n<p>&quot;Manchmal kamen Bekannte zu meinem Vater und sagten: &#39;Herr Bockelmann, was ihr Sohn da macht, ist wohl auch nicht ganz das Richtige. Der spielt ja in den letzten Kaschemmen von Klagenfurt!&#39; Aber ich habe meine Eltern immer wieder beruhigt. Sie wu&szlig;ten auch nichts von dem sagenhaftesten Engagement, das ich jemals hinter mich brachte. Es war in einem Bierzelt auf dem St. Veiter Wiesenmarkt.<\/p>\n<p>St. Veit ist ein h&uuml;bsches altes K&auml;rntner St&auml;dtchen, zw&ouml;lf Kilometer von Klagenfurt entfernt. Der Wiesenmarkt hat f&uuml;r die dortige Bev&ouml;lkerung ungef&auml;hr dieselbe Bedeutung, wie f&uuml;r die Bayern das Oktoberfest. Meine Band und ich spielten dort zehn Tage lang von morgens um 9 Uhr, bis nachts um 4 Uhr&quot;, erinnert sich Udo.<\/em><\/p>\n<p><em>Eine Band? Ja, Udo studierte damals zwar brav Kompositions- und Harmonielehre, doch die Praxis reizte ihn viel mehr. So ergab es sich also, da&szlig; er neben seinem Studium die Udo-Bolan-Band gr&uuml;ndete. Udo war ja sein zweiter Vorname und Bolan stand dabei als Abk&uuml;rzung f&uuml;r Bockelmann.<\/em><\/p>\n<p><em>Aber zun&auml;chst zur&uuml;ck zu jenem denkw&uuml;rdigen Engagement: Udo spielte damals f&uuml;r ganze 15 Mark pro Kopf und Tag. Heute w&auml;re das verboten, damals leider normal.<\/em><\/p>\n<p><em>&quot;Aber ich kam mir sogar noch gut bezahlt vor! Mittags und abends hatte jeder Musiker eine Viertelstunde Pause, in der er an der Theke kostenlos ein paar W&uuml;rstchen oder einen Schweinebraten essen konnte. Aber w&auml;hrend der eine mampfte, mu&szlig;ten die anderen flott weiterspielen. Die Bauern und Viehh&auml;ndler, die unten sa&szlig;en und sich langsam vollaufen lie&szlig;en, h&auml;tten das Zelt auseinandergenommen, wenn die Musik pl&ouml;tzlich verstummt w&auml;re. Damals h&auml;mmerte ich vierzehn Stunden pro Tag fast ununterbrochen auf dem Klavier herum. Man mu&szlig; sich das einmal vorstellen! Meine Fingerkuppen sahen verheerend aus. Wenn ich nur leicht darauf dr&uuml;ckte, spritzte Blut unter den N&auml;geln hervor. Jede Viertelstunde mu&szlig;te ich mit einem Tuch die Tastatur abwischen, weil sie so rot wie eine Schlachtbank war. Warum ich das damals gemacht habe, kann ich mir heute selbst nicht mehr erkl&auml;ren. Vielleicht, weil ich alles, was mit Musik zusammenhing, einmal erlebt haben mu&szlig;te. N&ouml;tig hatte ich es jedenfalls nicht, denn ich verdiente schon recht gut.&quot;<\/em><\/p>\n<p><em>Letzteres mag man ihm durchaus glauben, denn er spielte nicht nur in Bierzelten und Soldatenclubs, sondern hatte bereits eine Anstellung beim &ouml;sterreichischen Rundfunk im Studio Klagenfurt gefunden. Mit sechszehn Jahren war er dort M&auml;dchen f&uuml;r alles: Pianist, S&auml;nger, Arrangeur, Kapellmeister, Dirigent, Vibraphonist und Akkordeonspieler.<\/em><\/p>\n<p><em>Im Jahre 1949 veranstaltete der &ouml;sterreichische Rundfunk einen gro&szlig;en Komponistenwettbewerb, und Udo beschlo&szlig; spontan, daran teilzunehmen. Er erinnerte sich sofort seines Liedes &quot;Je t&#39;aime&quot;, welches er aus verschm&auml;hter Liebe mit Herzblut komponiert und getextet hatte:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<em>&quot;Je t&#39;aime, la&szlig; mich bei dir sein.<br \/>\nDu wei&szlig;t, ich brauche deine Liebe.<br \/>\nMit dir war ich nie allein,<br \/>\nmeine Hoffnung war, da&szlig; es so bliebe.&quot;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<em>Kurzentschlossen reichte er es ein. Und was geschah? Unter dreihundert erfahrenen Profis, welche neben ihm am Wettbewerb teilnahmen, erreichte Udo den dritten Platz! Seine Konkurrenz staunte nicht schlecht, als das Ergebnis bekanntgegeben wurde.<\/em><\/p>\n<p><em>Und das war noch nicht alles: Ein paar Jahre sp&auml;ter nahm Udo mit dem gleichen Titel an einem Gesangswettbewerb teil, welcher ebenfalls vom &ouml;sterreichischen Rundfunk veranstaltet wurde. Und siehe da, das Wunder geschah: Was ihm als Komponist noch nicht ganz gegl&uuml;ckt war, gelang ihm hier als S&auml;nger: Udo gewann diesen Wettbewerb, und zum ersten Mal in seinem Leben f&uuml;hlte er sich wie ein kommender Star&#8230;<\/p>\n<p><strong>Lesen Sie in der n&auml;chsten Folge: &quot;Ich war noch niemals in New York&quot;!<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Ren\u00e9 Jochade<br \/>http.\/\/www.ariola.de<br \/>http:\/\/www.udojuergens.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Beitrag mit dem smago! Pr\u00e4dikat &#8222;ganz besonders lesenswert&#8220; von Ren\u00e9 Jochade!\u00a0 Zwei Jahre waren seit dem zuletzt Geschehenen vergangen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":97808,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/97807"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=97807"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/97807\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/97808"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=97807"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=97807"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=97807"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}