{"id":97588,"date":"2014-10-15T00:00:00","date_gmt":"2014-10-15T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=97588"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"UDO-JUERGENS-smago-exklusiv-vor-97587","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/UDO-JUERGENS-smago-exklusiv-vor-97587\/","title":{"rendered":"UDO J\u00dcRGENS <br \/>smago! exklusiv vorab: Die Udo-J\u00fcrgens-Serie &quot;Sein Leben &#8211; seine Erfolge&quot;! Teil 3: &quot;Ich war noch niemals in New York&quot;!"},"content":{"rendered":"<p>Ein weiterer Beitrag von Ren\u00e9 Jochade! Mit einer tollen Dia-Show als Zugabe&#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Sieg beim S&auml;ngerwettstreit hatte f&uuml;r Udo noch einen weiteren sch&ouml;nen Nebeneffekt: Er erhielt postwendend einen Vertrag als freier Mitarbeiter beim &ouml;sterreichischen Rundfunk.<\/p>\n<p>Zus&auml;tzlich bekam er ein Angebot vom britischen Soldatensender BFN (British Forces Networks) in Klagenfurt, dort jeden Donnerstagabend eine eigene Rundfunkshow zu gestalten. Er war nun praktisch &quot;voll im Gesch&auml;ft&quot; und lernte all die Dinge, die ihm f&uuml;r seine sp&auml;tere Karriere n&uuml;tzlich waren. Udo vervollkommnete sein Klavierspiel und entdeckte seine Liebe zum Jazz &#8211; nicht zuletzt wegen seiner Auftritte bei einem gewissen Johannes Fehring, bei dessen Big-Band er zuweilen mitspielen dufte.<\/p>\n<p>Nach und nach wurde der Name &quot;Udo Bolan&quot; in &Ouml;sterreich ein Begriff.<\/p>\n<p>Ende 1955 schickte Udo ein Tonband mit eigenen Aufnahmen an den bekannten Chef des RIAS-Tanzorchesters Werner M&uuml;ller nach Berlin, ohne allerdings allzugro&szlig;e Erwartungen dabei zu haben. Umso erstaunter war er dann, als dieser ihm als Antwort ein Flugticket nach Berlin schickte und ihn zu Probeaufnahmen einlud.<\/p>\n<p>Werner M&uuml;ller war es auch, der Udo dann riet, seinen K&uuml;nstlernamen in &quot;Udo J&uuml;rgens&quot; zu &auml;ndern, da ein UdO Bolan leicht mit dem damals sehr popul&auml;ren Bully Buhlan verwechselt werden konnte. Einige Zeit sp&auml;ter hielt Udo dann tats&auml;chlich seinen ersten Plattenvertrag in der Hand.<\/p>\n<p>Die deutsche Polydor hatte gerade ein Unterlabel gegr&uuml;ndet, welches sich &quot;Heliodor&quot; nannte, und in erster Linie den Zweck verfolgte, neue, junge K&uuml;nstler beim Publikum bekannt zu machen. So kam es also, da&szlig; Udo im darauffolgenden Jahr, genauer gesagt im Juni 1956, dort seine erste Single aufnehmen konnte. Der Titel: &quot;Es waren wei&szlig;e Chrysanthemen&quot;.<\/p>\n<p>Obwohl dieser Song sp&auml;ter in der Kritik gar nicht mal schlecht wegkam, war ihm nur ein geringer Erfolg beschieden. Immerhin fertigte Heliodor eine Nachpressung davon an, so da&szlig; jene Legende eines totalen Flops allerdings auch nicht zutreffen d&uuml;rfte. Im September folgte &quot;Monika&quot; und im Januar des Jahres 1957 &quot;Zu Hause bl&uuml;ht jetzt der Flieder&quot;. Beide Scheiben hatten ebenfalls nur m&auml;&szlig;igen Erfolg.<\/p>\n<p>Das sollte sich mit Udos vierter Single &quot;Hejo, Hejo &#8211; Gin und Rum&quot;, welche Heliodor im April 1957 auf den Markt brachte, jedoch schlagartig &auml;ndern. Der Titel konnte sich zum ersten Mal in den deutschen Charts plazieren und lag mit Platz 12 sogar wesentlich besser, als sp&auml;ter die &quot;Jenny&quot;, welche nur auf Platz 36 kam. Zwei Nachpressungen fertigte Heliodor an, und die Single ist auch heute noch eine der am weitverbreitetsten Heliodor-Scheiben dieses Jahrgangs.<\/p>\n<p>Udo glaubte fast, es geschafft zu haben, zumal er nun auch als Filmschauspieler in &quot;Die Beine von Dolores&quot; sein Deb&uuml;t geben durfte.<\/p>\n<p>Im Juli 1957 erhielt Udo &uuml;ber seinen alten Schulfreund Herwig Jasbetz die M&ouml;glichkeit, im Rahmen eines Jugendaustausches der &ouml;sterreichisch-amerikanischen Gesellschaft eine dreimonatige Studienreise in die USA anzutreten. Die Gelegenheit f&uuml;r Udo, nun auch das Land der unbegrenzten M&ouml;glichkeiten zu erobern &#8211; so glaubte er wenigstens.<\/p>\n<p>Kaum war Udo in den Staaten angekommen, bot sich auch schon die M&ouml;glichkeit, in verschiedenen Veranstaltungen aufzutreten. Das wurde ihm durch amerikanische Studenten in New York erm&ouml;glicht. Er spielte und sang durchaus mit Erfolg, so da&szlig; er sich sogar eine kleine, nicht unbedeutende Summe an Dollars verdienen konnte. Dies sollte Udo noch sehr zu Gute kommen, denn als das offizielle Austauschprogramm beendet war, hatten Udo und seine Freunde noch l&auml;ngst keine Lust, nach Hause zu fahren. Zusammen mit drei seiner Klagenfurter Kameraden &#8211; unter ihnen Herwig Jasbetz &#8211; und einem marokkanischen Gaststudenten, wollte er sich ein Auto besorgen, um damit auf eigene Faust Amerika zu durchqueren.<\/p>\n<p>&quot;Als wir unsere Taschen umdrehten und die gesamte Barschaft auf einen Haufen warfen, betrug unser Verm&ouml;gen genau 700 Dollar&quot; erz&auml;hlt Udo J&uuml;rgens sp&auml;ter. &quot;Davon wollten wir zu f&uuml;nft rund 20.000 Kilometer abklappern und auch noch ein Auto kaufen. Pro Nase und Tag durften wir also nicht viel mehr als einen Dollar ausgeben!&quot;<\/p>\n<p>Die Freunde kauften sich also f&uuml;r 400 Dollar einen alten 53er Ford, und bepinselten ihn mit der Aufschrift: &quot;Studenten aus &Ouml;sterreich und Marokko&quot;. Zuvor vereinbarte Jasbetz noch, da&szlig; der Wagen nach Ende der Tour zu einem festgelegten Preis wieder verkauft werden konnte. Dies war in Anbetracht der knappen Reisekasse durchaus wichtig&#8230;<\/p>\n<p>Der Trip f&uuml;hrte Udo und seine Freunde von New York quer durch die Vereinigten Staaten &uuml;ber Chikago, Denver und Salt Lake City bis nach San Franzisko. Anschlie&szlig;end ging es weiter durch den Nationalpark nach Kalifornien. In Los Angeles gab es dann einen l&auml;ngeren Aufenthalt. Von dort aus fuhr man weiter durch die W&uuml;sten von Arizona und Texas bis nach New Orleans und Florida. Danach sollte es endlich wieder Richtung New York gehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Udo erinnert sich: <em>&quot;Wir nuckelten m&uuml;de eine endlose Stra&szlig;e entlang, als uns pl&ouml;tzlich ein junger Neger in seinem Wagen &uuml;berholte und uns mit der Hand ein Zeichen gab, da&szlig; wir an der n&auml;chsten Tankstelle anhalten sollten. Als wir dort ankamen, erwartete er uns bereits mit breitem Grinsen. Er hie&szlig; Junius Chambers und stammte aus New York. Sein Vater fuhr den A-Train. Das ist die Untergrundlinie, die nach Harlem f&uuml;hrt. Junius interessierte sich sehr f&uuml;r uns Studenten aus Europa, weil er geh&ouml;rt hatte, da&szlig; man bei uns die dunkelh&auml;utigen Mitmenschen als Gleiche unter Gleichen behandelte. Als Junius h&ouml;rte, da&szlig; ich Musiker sei, stotterte er vorsichtig eine Einladung heraus. Er sagte, ich k&ouml;nne nach meiner R&uuml;ckkehr nach New York gerne bei seiner Familie in den Bronx wohnen. Es sei allerdings eine reine Negergegend, und ich sei dann der einzige Wei&szlig;e unter Millionen Schwarzen. Ich solle es mir &uuml;berlegen. Man merkte ihm deutlich an, da&szlig; er f&uuml;rchtete, ich k&ouml;nnte seine Einladung &uuml;belnehmen.&quot;<\/em><\/p>\n<p>Das tat Udo aber nicht.<\/p>\n<p><em>&quot;Es war eine wunderbare Zeit. Familie Chambers nahm mich mit offenen Armen auf. Vor allem die Mami k&uuml;mmerte sich r&uuml;hrend um mich. Sie hatte wohl den Eindruck, da&szlig; ich magerer Hecht in K&uuml;rze dem Hungertod zum Opfer fallen w&uuml;rde. Jedenfalls bruzzelte sie von morgens bis abends f&uuml;r mich die herrlichsten Gerichte zusammen.<\/p>\n<p>Julius machte mich mit einer ganzen Reihe hervorragender Negermusiker bekannt. Wir spielten zusammen die N&auml;chte durch.&quot;<\/em><\/p>\n<p>Bei einer dieser Musikabende lernte Udo auch eine h&uuml;bsche Farbige kennen, welche den sch&ouml;nen Namen &quot;Jenny&quot; trug. Mit ihr hatte er eine kurze, aber leidenschaftlich Aff&auml;re. Jenny machte einen tiefen Eindruck auf ihn &#8211; so tief, da&szlig; sie Udo zu einem Lied inspirierte. Ein dekw&uuml;rdiger Moment, denn jenes Lied sollte sp&auml;ter noch eine gro&szlig;e Bedeutung f&uuml;r ihn erlangen&#8230;<\/p>\n<p><em>&quot;Das einzige Unangenehme war, da&szlig; ich niemals allein auf die Stra&szlig;e gehen konnte&quot;, <\/em>erinnert sich Udo weiter. <em>&quot;Ich lebte auf der falschen Seite der Stadt und wurde sowohl von den Wei&szlig;en als auch von den Schwarzen angefeindet. Die Schwarfmacher beider Hautfarben h&auml;tten mich liebend gerne kaltgemacht. Junius und seine Freunde stellten deshalb ein Begleitkommando f&uuml;r mich ab, das mich immer in die Mitte nahm. Die Nacht, in der ich New York per Bus in Richtung Montr&eacute;al verlie&szlig;, um von dort nach &Ouml;sterreich zur&uuml;ckzukehren, werde ich sicher niemals vergessen. Junius und seine Freunde brachten mich &#8211; drei&szlig;ig Mann hoch &#8211; zum Busbahnhof. Sie lachten und weinten in einem Atemzug. Es war der sch&ouml;nste Abschied meines Lebens.&quot;<\/em><\/p>\n<p>Nachzutragen w&auml;re, dass Udo w&auml;hrend eines Aufenthaltes in Hollywood auch noch versuchte, seine Erfolgssingle bei einheimischen Produzenten an den Mann zu bringen. Immerhin handelte es sich um eine Coverversion von &quot;Mary-Ann&quot;. Also wanderte er voller Stolz mit der Platte unter dem Arm direkt ins Hauptquartier von Capitol Records. Leider war dort niemand der Herren bereit, seine Aufnahme anzuh&ouml;ren. Eine erste Entt&auml;uschung, und es sollte nicht die letzte bleiben.<\/p>\n<p>Wieder zu Hause angekommen, machten sich neue Schatten breit. Udos Single &quot;Jolly Joy hat einen Boy&quot;, welche er ob seines Erfolges mit &quot;Hejo, Hejo &#8211; Gin und Rum&quot; zusammen mit den Trocaderos beim Hauptlabel Polydor aufnehmen durfte, hatte genausowenig Erfolg, wie die Folgenummern &quot;Peppino&quot;, &quot;Schwarzer Kaffee aus San Juan&quot;, &quot;Lilly Lu&quot; und &quot;Doch abends l&auml;&szlig;t du mich allein&quot;, welche allesamt wieder bei Heliodor erschienen.<\/p>\n<p>Finanziell hatte Udo zwar sein Auskommen, konnte aber keine gro&szlig;en Spr&uuml;nge machen. Neben seinen Bandauftritten und den Plattenterminen machte er nebenbei auch immer wieder Radioaufnahmen. So hatte er schon im Jahre 1956 beim NDR den Titel &quot;Ohne Lied schlaf&#39; ich nicht ein&quot; aufgenommen. Ein Jahr sp&auml;ter folgte &quot;Mein Lied&quot;, welches ebenfalls beim NDR eingespielt wurde. Beide Titel sind auch heute noch auf Sampler-CDs zu h&ouml;ren.<\/p>\n<p>Ein Titel aber &#8211; und zwar nicht der Schlechteste &#8211; ist leider nicht mehr als Tondokument erhalten: &quot;Blau ist die Nacht&quot;. Komponiert und getextet wurde er von Kurt Svab, welcher im gleichen Jahr auch &Ouml;sterreichs ersten Grand-Prix-Song komponierte. Ulli Schwinge hat diesen Song dankenswerter Weise neu f&uuml;r uns aufgenommen: Blau ist die Nacht<\/p>\n<p>Der Alltag hatte Udo also wieder, und die Zukunft sah l&auml;ngst nicht mehr so rosig aus, wie noch kurz vor Beginn seiner Studienreise.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p><strong>Lesen Sie in der n&auml;chsten Folge: &quot;Moskauer N&auml;chte&quot;!<\/strong><\/p>\n<p>Sehen Sie <strong><a href=\"https:\/\/plus.google.com\/photos\/113254031656959649590\/albums\/6063789688501795505\/6063789693460433634?pid=6063789693460433634&amp;oid=113254031656959649590\">HIER<\/a><\/strong> eine tolle Dia-Show!<\/p>\n<p>\n<strong><a href=\"https:\/\/plus.google.com\/photos\/113254031656959649590\/albums\/6070221767525129409\">HIER<\/a><\/strong> finden Sie weitere rare Fotos!<\/p>\n<p>\n<em>Foto-Credit: Jasbetz<\/em><\/p>\n<p>Ren\u00e9 Jochade<br \/>http.\/\/www.ariola.de<br \/>http:\/\/www.udojuergens.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein weiterer Beitrag von Ren\u00e9 Jochade! 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